Praxistipps für Modellbahner
Tipp 16: Schrottloks
Realistisch wie das Vorbild – das Altern von Modellbahnfahrzeugen
Dieser Praxis-Tipp beschreibt, wie Sie Ihre Modelleisenbahnanlage durch ausgemusterte Fahrzeuge bereichern können – zum Beispiel mit einer ausrangierten Dampflok.
Die Zerlegung einer Lok
Hier fehlen bereits die Federn und eine Laufachse am Barrenrahmen einer Lok der Baureihe 22.
Die guten alten Zeiten
Für den Betrachter haben ausgemusterte Dampflokomotiven eine große Anziehungskraft. Auf dem Gebiet der damaligen DR lassen sich Zeitzeugen der Dampflokära noch immer bewundern. Oft dienen diese Fahrzeuge für Vereine als Ersatzteilspender, um noch betriebsfähige Loks „am Leben“ zu erhalten.
Anhand eines Piko-Modells aus der Baureihe 41 lässt sich gut nachvollziehen, wie aus einer Heizlok eine realitätsgetreue Schrottlok für die Modelleisenbahn wird. Zuerst wird das Modell voll&hsy;ständig zerlegt und der Motor ausgebaut. Beginnend beim Fahrwerk, zerlegen Sie den Barrenrahmen in seine zwei Bestandteile und entfernen die Stromabnehmer und die Bremsen.
Danach bekommt der Rahmen die typischen Durchbrüche. Dazu brauchen Sie folgendes Werkzeug: eine Kleinbohrmaschine mit 1-mm-Bohrer und Kegelfräser, ein kleines Bastelmesser und Nadelfeilen (rund und flach). Nun ist der Kessel an der Reihe. Nach dem Entfernen der Kesselarmaturen und Leitungen im oberen Bereich werden auch die Waschluken abgebaut. Mit einem Bastelmesser tragen Sie die erhabenen Teile ab, ebenso beseitigen Sie an der Rauchkammertür Nummernschildblech und Laterne.
An der Rauchkammertür befinden sich nicht durchbrochene, sondern erhabene Griffe – diese werden gegen selbst gebogene aus 0,3-mm- Draht ausgetauscht. Im Bereich der Pufferbohle gibt es ebenfalls Verfeinerungsarbeiten: Die Lampenbügel der nicht mehr verwendeten Laternen werden aus 0,4 mm dünnem Draht über einen 3,5-mm- Bohrer selbst gebogen.
Selbstverständlich können Sie auch Weinert-Bauteile verwenden. Die Produktpalette dieses Herstellers umfasst auch noch andere Zurüstteile für den Frontbereich: Federpuffer nebst Sockelplatten, Originalkupplungen, Bremsschläuche, Kolbenstangen- Schutzrohre und Aufstiegstritte.
Nun können die Fenstereinsätze am Führerhaus und die Nummern- bzw. Gattungsschilder entfernt werden. Darüber hinaus wird das Dach mit Regenschutzblechen (Blechstreifen 1 x 10 mm, Stärke 0,1 mm) und Dachhaken ausgestattet.
Die Farbgebung der Lok
Rahmen und Radsätze werden schwarz gefärbt – zuvor müssen Rahmendurchbrüche und Federn freigelegt sein.
Im Inneren des Tenders werden mit Weißleim Kohlereste befestigt.
Nachdem Führerhaus und Kessel tiefschwarz (RAL 9005) eingefärbt worden sind sowie die roten Abschnitte lackiert wurden, werden nach der Trocknungsphase die roten Stellen (Barrenrahmen und Radsätze) mit stark verdünntem Schwarz versehen – durch lasierendes Auftragen mit einem Pinsel.
Um den Verwitterungserscheinungen der schwarzen Farbe wie beim Vorbild gerecht zu werden, wird das Modell an den schwarzen Lackteilen mit Mattschwarz, dem ein kleiner Anteil Weiß beigemengt ist, behandelt.
Dieser Überzug kann mit einer Spritzpistole aufgetragen werden. Jedoch erreichen Sie mit Trockenfarbe oder einem Gemisch aus schwarzer und sehr wenig weißer Pastellkreide, das mit einem weichen Pinsel (Größe 8) aufgetragen wird, ein realitätsnäheres Erscheinungsbild.
Rostspuren an der Lok, die sich hauptsächlich auf den Umläufen, an den mit dem Kessel verbundenen Teilen und an den Zylindern bilden, werden auch mit Pastellkreide nachgeahmt.
Der Tender erfährt die gleiche farbliche Behandlung wie die Lok und bekommt im Bereich der Pufferbohlen einige Zurüstteile. Des Weiteren wird das Kohle-Imitat durch echte Kohle ersetzt, die Sie mit verdünntem Weißleim auf das Ballastgewicht kleben.


























