Praxistipps für Modellbahner
Tipp 18: Geschwindigkeitskontrolle
Geschwindigkeitsmessungen auf der Modellbahnanlage
Vorbildgerecht schnell oder langsam unterwegs – dieser Praxis-Tipp zeigt Ihnen anhand zweier Fertigmodule von Conrad Electronic, wie Sie die Geschwindigkeit von Lok und Co. im Griff haben.
Technische Voraussetzungen
Auch auf Modellbahnanlagen können Sie Geschwindigkeiten messen – mit zwei Fertigmodulen von Conrad Electronic. 
Raser oder doch eine Schnecke?!
Der Detailgestaltung einer Modelleisenbahnlandschaft, der Loks und Waggons wird zu Recht viel Aufmerksamkeit gewidmet, um dem Vorbild so nahe wie möglich zu kommen. Aber wie sieht es mit der Fahrgeschwindigkeit aus? Oftmals sind Züge unrealistisch als Raser unterwegs oder viel zu langsam.
Conrad Electronic bietet als Kontrollgerät zwei Fertigmodule an: einen Sender für H0, TT und N und einen Empfänger mit LC-Display. Per Infrarotsignal werden die aktuellen Daten übertragen, die angezeigte Geschwindigkeit entspricht maßstabsgetreu der tatsächlichen Geschwindigkeit. Diese Daten können Sie sich auch mit einer TV-Einheit (OSD-Modul = OnScreenDisplay-Modul) auf den TV- Bildschirm holen.
Das Sendemodul
Dieses Modul sendet die Geschwindigkeitsdaten an den Empfänger. Durch Infrarotsignale erfolgt die Übertragung, die (z. B. von der Raumdecke) reflektiert werden. Da die drei IRLeuchtdioden demzufolge das Signal nach oben abgeben müssen, empfiehlt sich der Einbau der Platine (47 x 16 mm) in einen offenen Wagen.
Bis zu 16 Sender können Sie gleichzeitig aktivieren, da über vier Steckbrücken – so genannte Jumper – die Adresseinstellung erfolgt. Damit Sie die Daten von genau diesem Sender ermitteln können, muss die Empfangseinheit auch auf die gleiche Adresse eingerichtet sein. Die einfachste Variante ist, nur einen Wagen damit auszustatten und ihn in verschiedenen Zugverbänden mitfahren zu lassen.

Die Grafik zeigt die Anordnung der Bauteile in einem offenen Wagen. | Hier ist gut zu sehen, wo sich Magnet und Hallsensor befinden.
| Spurweite | Maßstab | Rad-Ø | Jumper (Y6-Y7) |
|---|---|---|---|
| H0 | 1:87 | 11, 3mm | Nein |
| TT | 1:120 | 8,0 mm | Ja |
| N | 1:160 | 6,0mm | Ja |
Und so funktioniert es: Sie befestigen auf der Wagenachse den kleinen Magneten. Dieser gibt bei jeder Umdrehung ein Signal an einen kleinen Hallsensor oder einen Reedkontakt – je nachdem, welche Steckbrücke Sie ausgewählt haben (Y2 – Y5 oder Y5 – Y9). Den Sensor bringen Sie über einer Achse am Wagenboden an. Dabei darf der Abstand zum Magneten nicht größer als 1,5 cm sein. Weitere Hinweise zur Montage der Sendeplatine, des Magneten und der Batterien finden Sie in der mit übersichtlichen Skizzen ausgestatteten Bedienungsanleitung.
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Geschwindigkeit und Stromversorgung
Auf der Sendeplatine befindet sich ein Microcontroller. Zusammen mit der von ihm ermittelten Drehzahl und der eingestellten Spurweite berechnet er die maßstabsgerechte Geschwindigkeit.
Diese Daten und die Senderadresse werden als Infrarotsignal ausgestrahlt. Die Gesamtzahl der auf einer Trägerfrequenz von 36 kHz gesendeten Bits beträgt 14 und setzt sich zusammen aus einem Startbit, vier Bit für die Adresse, acht Bit Geschwindigkeit und einem Stoppbit.
Wird die Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h überschritten, gibt der Controller als Signal „OFL“ für Overflow (Überlauf) an.
Die kleinste gemessene Geschwindigkeit beträgt 3 km/h. Erhält der Sensor 4 Sekunden lang kein Signal, wird als Geschwindigkeit 0 km/h angegeben.
Bei länger fehlendem Signal wechselt der Sender nach etwa 10 Sekunden in den Energie sparenden Stoppmodus. Bekommt der Sensor wieder einen Impuls, aktiviert sich der Sender automatisch. Obwohl der Stoppmodus einen sehr geringen Stromverbrauch garantiert, sollten Sie jedoch bei längeren Betriebsunterbrechungen den Jumper Y4 abziehen, um die Stromversorgung zu unterbrechen.
Sollten Sie die Senderadresse geändert haben, schalten Sie danach die Sendeplatine aus und dann wieder ein, um eine Auswertung der Steckbrücken für die Adressierung zu ermöglichen.
Für die Spannungsversorgung des Senders brauchen Sie drei Batterien oder Akkus; die Gleichspannung beträgt 3 bis 4,8 V. Eine Speisung mit Strom aus dem Schienennetz ist zwar auch möglich, jedoch benötigen Sie dafür weiter reichende elektronische Kenntnisse, um eine notwendige Zusatzschaltung zu realisieren.
Das Empfängermodul
Übersichtliches und praktisches Design – das Empfangsmodul. 
Analog legen Sie auch hier über 4 Jumper die 16 Adressen fest. Wenn Sie mehrere Sender-Informationen angezeigt haben möchten, ist es notwendig, die Adresse des Empfängers für jeden Sender anzupassen bzw. jeweils ein Empfängermodul dazuzuschalten.
Eine kostengünstige Alternative ist die Auswahl der Adressen über vier Kippschalter gekoppelt mit einem Ein- und Ausschalter, da auch hier die Adressenauswahl nur beim Einschalten der Spannung erfolgt. Abhängig von der Beschaffenheit Ihrer Modellbahnanlage ist der Standort des Empfängers zu wählen – längere Tunnel oder verdeckte Anlagenabschnitte lassen keinen Signalempfang zu.
Hier finden Sie den idealen Ort am besten durch testweisen Stellenwechsel.Wenn das Modul 10 Sekunden kein Empfangssignal bekommt, erscheinen drei Striche (---)auf dem Display, nach 4,5 Minuten ohne Signal schaltet es sich vollständig aus (Auto- Power-Off).
Durch ein kleines Netzteil versorgen Sie den Empfänger mit Strom – dabei muss die Spannung zwischen 7 und 9 V Gleichspannung erreichen. Weitere Einzelheiten zur Stromversorgung entnehmen Sie der Bedienungsanleitung.
Zum Schluss
Durch Fahrten auf einem separaten, kreisförmigen Testgleis können Sie mögliche Fehlerquellen beheben, z. B. den falschen Sitz des Sensors. Ist das abgeschlossen, wenden Sie sich der Optimierung der Sender-Empfänger-Kombination zu.
Sollten Sie auf Ihrer Anlage über einen Lok-Decoder verfügen, können Sie Geschwindigkeitseckdaten mit Unterstützung dieses Kontrollsystems noch mehr dem Vorbild anpassen und so einen realitätsgetreuen Bahnbetrieb erleben.
























