VOLTCRAFT Gamma-Check Geigerzähler, Radioaktivitäts-Messgerät, Strahlungsanzeige
4,2
5
12
12
Geigerzähler
Einfache Bedienung, für Hausgebrauch hervoragend geeignet.
24. Mai 2012
Schlicht und preiswert, aber ausreichend
Das einfach zu handhabende Gerät lässt sich über die Menüführung auf deutsche Sprache einstellen. Sehr positiv, dass zu Beginn ein Check durchgeführt wird, der auch den Ladezustand der Batterie beinhaltet.
Weniger positiv ist die sehr karg gehaltene Bedienungsanleitung, die keinerlei Interpretationshiflen zur Beurteilung der Strahlenwerte anbietet. Referenzwerte beziehen sich auf den Zerfall von Cäsium.
Hier muss man sich gesondert schlau machen (Wikipedia etc.), wie die Werte zu interpretieren sind.
Beeindruckend ist, wie stark der von der Sionne her kommende natürliche Strahlenverfall der Sonne ist, wenn man das Gerät bein klarem Himmel gegen die Sonne richtet.
27. Februar 2012
Preiswerte Alternative zum Gamma Scout
Da der Gamma Scout zur Zeit nur in homöopathischen Dosen geliefert wird, habe ich mir den Gamma-Check von Conrad geholt. Das Gerät erfüllt für den niedrigen Preis voll meine Erwartungen, also für rein private Nutzung. Das Gerät ist leicht, einfach zu bedienen und tut das, was es tun soll. Das einzige, was mir nicht so gefallen hat, ist der recht leise "Ticker"-Ton, d. h. der Ton, wenn das Zählrohr anspricht.
19. Februar 2012
Voltcraft Gamma Check Versuch eines Testbericht
1) Auspacken, Inbetriebnahme
2) Gerät und Bedienungsanleitung, technische ) Erste 4) 5) Allgemein zu Strahlenmessungen, Schädlichkeit, Grenzwerte
Eine ausgestrahlte oder aufgenommen Strahlendosis wird heute meistens in Sievert/Zeiteinheit formuliert und gemessen. Ziel ist die schädliche Auswirkung von Strahlung auf Organismen zu messen. Dass es noch viele andere, man sagt teilweise veraltete Einheiten gibt, zeigt zusätzlich die Komplexität des Themas. 1 Sievert = 1 Joule/kg also physikalisch zwar definiert aber schwer zu messen. Erst mal haben wir α (Helium), β (Elektronen) und γ (hochenergetische Wellen) aber auch noch andere Strahlungen wie Neutronen, Positronen usw. Diese sind physikalisch alle völlig unterschiedlich und die Messung der Gefährlichkeit hängt auch noch von zahlreichen individuellen Parametern der Strahlungsarten selber ab, und von subjektiven Gewichtungen, aber auch von externen Parametern (Kleidung, Entfernung zur Strahlenquelle etc., das kann das Gerät wirklich nicht wissen). Gemessen werden im normalen Geigerzählrohr aber nur Impulse (Stromstösse) von Ionisation (geladene Elektronen), die das Medium im Rohr (meistens ein spezielles Gasgemisch) für einen kurzen Moment leitfähig machen. Dazu finden im Zählrohr teilweise auch noch (gewollte) Sekundärprozesse statt, die die Impulse erst erzeugen. Die Impulse kann man dann zählen, speichern, verstärken, d.h. in Echtzeit hörbar machen, und natürlich in eine Einheit wie μSv/h umrechnen, nach einer Formel die auch wieder Ungenauigkeiten in sich bergen kann. Bei unserem Gerät habe ich z.B. 35 Impulse/180 sec bei angezeigten 0,4 μSv/h und 15 Impulse/180 sec bei 0,13/h μSv festgestellt. Das ist sehr wenig für eine exakte Messung. Man muss also viel länger messen oder sich mit den stark schwankenden Werten speziell im unteren Bereich zufrieden geben. Eine weitere Ursache ist natürlich, dass der Zerfall von Atomen total zufällig ist. Zurück zu Sievert: Angaben in Sv haben immer nur einen Sinn, wenn sie auf ein Zeitintervall bezogen sind und das auch angegeben ist. Also Minute, Stunde, ..., Jahr oder der gesamte Messzeitraum (Dosimeterfunktion mit Kumulieren aller Impulse). 1Sv = 1000 mSv = 1000000 μSv (pro Zeiteinheit). Nach deutscher Strahlenschutzordnung gilt: Unschädliche Dosis = 1–5 mSv/Jahr (Umgebung, Radon in Räumen, medizinische Untersuchungen und Höhenstrahlung bei Flugreisen incl.). Bei Berufen mit radioaktiver Belastung sind zusätzlich nochmals bis zu 20 mSv/Jahr ungefährlich und erlaubt. Wieso eigentlich? Gehen wir auf die andere Seite: Schon in einem kurzen Zeitraum (Minuten, Stunden, Tage) sind 1 Sv lebensgefährlich. 1-5 Sv sind 10-80 % tödlich innerhalb 30 Tagen. Ab 6 Sv 100 % tödlich in weniger als 14 Tagen. So ab 50 Sv tritt der Tod sofort ein. Auch das kam schon vor. Entscheidend ist im wesentlichen die kumulierte Strahlung. Ein hohe Dosis verteilt über einen langen Zeitraum wie Jahre oder lebenslang soll weniger schlimm sein. Klingt einleuchtend, aber man ist sich nicht ganz sicher wie relevant das ist oder ob es überhaupt der Fall ist.
6) Verbesserungen am Gerät
Rechteckige Abmessungen (Zigarettenschachtelgrösse) oder Form wie ein Handy oder Minikamera würden die 'Tarnung' im Ernstfall (psychologisches Moment) oder das Tragen am Körper (Dosimeter) erleichtern. Die Möglichkeit Werte aufzuzeichnen wäre schon gut. Eine Uhr (die ist ja sowieso schon da, wenn sec hochgezählt werden) und ein Mini-SD Ausgang würden das lösen. Und die Messwerte bestehen nur aus Datum/Uhrzeit. Der Ticker hat ja keine Attribute. Einfacher können Messwerte nicht sein. Dann kann man einem Computerprogramm die Auswertungen (Statistik, Grafiken) überlassen. Freaks, die dafür eine Freeware schreiben würden, finden sich schnell und von allein, z.B. ich. Ein Anschluss an Smartphones wäre auch eine Variante. Wahrscheinlich gibt es das schon, vielleicht aber nicht im Low-Cost Bereich. Man könnte dann die Stromversorgung und die Bedienung dem Handy überlassen mit geeigneter app, die man laufend erweitern und verbessern kann. Übrigens was mir gerade einfällt und mit dem Thema hier nichts zu tun hat: Mit der Batterie kann man sehr zufrieden sein. Habe wochenlang mit dem Zähler einiges gemacht. Einen Akku muss man viel öfter laden, als eine Batterie wechseln. Oder?
7) Vorschlag für eine einfachere und bessere Oberfläche immer noch im Low-Cost-Bereich.
In Stichpunkten der Vorschlag: Wir haben zwei Knöpfe für Gerät ein/aus und für Messung ein/aus. Die Messung läuft immer gleich und hat nur drei Parameter. 1. Einheit mit Auswahl von Vorschlägen, die f e s t vorgegeben sind (original gezählte Counts, die bekannten μSv pro Stunde, Tag, Jahr, unbegrenzt, oder auch was anderes wie Bewertungen von 0 bis 10, Texte von "unbedenklich" bis "sehr gefährlich", Farben), 2. Optional eine Alarmschwelle (Eingabe nur bei μSv Einheiten möglich) und 3. eine Stoppzeit (manuell von 0 bis unendlich eingebbar, von mir aus auch vordefinierte Intervalle). Zwischen den Einheiten kann jederzeit hin und her geschaltet werden, auch während der Messung. Die Messung kann ich jederzeit stoppen. Am Display sehe ich folgendes: 1. Messung ist ein/aus 2. aufgelaufene Zeit der Messung 3. die aktuelle Einheit 4. den Messwert und 5. den Alarmwert beides in der aktuellen Einheit. Das Aussehen des Displays ist immer gleich. Man sieht immer alles, was gerade passiert! Der Ticker läuft immer, aber er kann auf Lautstärke 0 herunter geregelt werden. Ein automatisches Timout wird integriert, bei dem aber eine Messung weiter läuft. Zeitintervall bis zum Timeout Modus kann fest sein. Das Timout wird reaktiviert durch eine beliebige Eingabe oder ganz schlau durch Bewegen des Geräts. Dafür wird es doch ein einfaches billiges Bauteil geben :-) Ein automatisches Abschalten gibt es nicht. Gut ein höher auflösendes Display und eine Zifferntastatur wären schon schön, wenn wir dadurch nicht auf Qualität beim Zählrohr verzichten müssen. Ihr findet das komplizierter und schlechter. Ich nicht!
8) Kurios
Ich habe das Gerät aufgeschraubt und ohne die Plastikabdeckung mit einem Abstand von etwa 1 cm gemessen. Und siehe da. Die Counts (Ticker) verzehnfachen (!) sich. Bei der natürlichen Strahlung ist dieser Effekt aber überhaupt nicht. Laienhafte Erklärung dafür: Die natürliche Strahlung ist sowieso in der Luft, auch im verschlossenen Gehäuse. Also schirmt das Plastik die andere Strahlung um den Faktor 10 ab. α -Strahlung wird wohl nicht gemessen. Von einem Alphastrahler geht zwar keine grosse Gefahr aus, aber nur wenn man ihn nicht mit dem Essen oder Atmen als Staub einnimmt. Radioaktive Jod, Cäsium u.a. Isotope sind sehr sehr gefährlich, da der Körper sie speichert. Das Zählrohr ist mit "302βγ...95III" beschriftet. α ist da nicht dabei. Wenn ein Blatt Papier α abschirmt, wird es auch das Glas tun. Aber α mit im Boot wäre eine Verbesserung. Eine (auch nur manuell) zu öffnende Klappe, damit das Zählrohr bei Nichtbetrieb geschützt ist und bei Betrieb nichts zwischen Zählrohr und Strahlenquelle ist, würde also die Leistungsfähigkeit und Messgenauigkeit sehr erhöhen. Nochmal: die Plastikabdeckung sollte nicht das wichtigste Bauteil des Gerätes sein.
9) Lustig
Jemand hat seinen Geigerzähler (nicht unseren) so angepriesen: "Wenn wirklich ein Störfall kommt, vervielfachen sich die Preise für so ein Messgerät". Kann man nur hoffen, dass dann wenigstens eBay noch existiert.
10) Fazit
Voltcraft GAMMA CHECK ist kein wissenschaftliches Laborgerät sondern ein solides Warngerät. Dafür ist es gut geeignet. Nur die Nichteinstellbarkeit der Lautstärke bei Ticker und Signal stört mich persönlich sehr. Man beraubt sich damit auch einer Funktionalität, dem schnellen akustischen Feststellen von Verstrahlung in wenigen Sekunden. Die vorhandene Bedienung ist vernünftig wenn auch nicht optimal gelöst. Der Preis ist angemessen. Mit dem Gerät kann man leben und, wenn es hart auf hart kommt sicher auch länger leben. Den Kauf kann man empfehlen.
2. Februar 2012