JavaScript deaktiviert! Das Abschicken einer Bestellung ist bei deaktiviertem JavaScript leider NICHT möglich!
Es stehen Ihnen nicht alle Shopfunktionalitäten zur Verfügung. Bitte kontrollieren Sie Ihre Interneteinstellungen. Für ein optimales Einkaufserlebnis empfehlen wir, JavaScript zu aktivieren. Bei Fragen: webmaster@conrad.de
{{#unless user.loggedIn}} {{#xif " digitalData.page.category.pageType !== 'checkout_confirmation' " }}
{{/xif}} {{/unless}}

Isolations-Messgeräte

Isolationsmessgeräte, oft kurz Isotester genannt, sind im Prinzip Widerstandsmessgeräte, die jedoch mit höheren Prüfspannungen arbeiten als herkömmliche Multimeter und in aller Regel einen deutlich nach oben erweiterten Widerstandsmessbereich bieten. Isolationsmessgeräte dienen dazu, den Zustand ...

.

Was ist ein Isolationsmessgerät?

Isolationsmessgeräte, oft kurz Isotester genannt, sind im Prinzip Widerstandsmessgeräte, die jedoch mit höheren Prüfspannungen arbeiten als herkömmliche Multimeter und in aller Regel einen deutlich nach oben erweiterten Widerstandsmessbereich bieten. Isolationsmessgeräte dienen dazu, den Zustand und die Qualität elektrischer Isolierungen zu prüfen und zu beurteilen. Die Messung des Isolationswiderstandes lässt Rückschlüsse auf den Zustand der Isolierungen zu, insbesondere dann, wenn derartige Prüfungen im Zuge vorbeugender Instandhaltung durchgeführt und protokolliert werden. Oftmals sind derartige Prüfungen sogar gesetzlich vorgeschrieben, beispielsweise nach Änderungen und Instandsetzungen elektrischer Betriebsmittel und Anlagen. 

Welche Typen und Bauarten von Isolationsmessgeräten gibt es?

Kompakte, handgehaltene Geräte bieten in der Regel mehrere, in Stufen wählbare Prüfspannungen von 50 bis maximal 500 oder 1000 V DC. Spezielle Hochspannungs-Isolationsmessgeräte mit Messspannungen bis zu 5 kV sind in der Bauform deutlich größer, ihr Widerstandsmessbereich reicht teilweise bis in den Terraohmbereich. Dafür sind allerdings häufig besonders geschirmte Messleitungen notwendig. Ebenfalls erhältlich sind Kombigeräte in Form von Multimetern mit integriertem Isolationsmessbereich und Installationstestgeräte, bei denen die Isolationsprüfung Bestandteil der entsprechenden Prüfnormen ist. 

Isolationsmessgerät
Isolationsmessgerät

Kaufkriterien für Isolationsmessgeräte – Worauf müssen Sie beim Kauf achten?

Das vorab wichtigste Kriterium ist die Prüfspannung. Das Messgerät muss in der Lage sein, die zur Messung erforderliche Prüfspannung bereitzustellen. Dabei ist bei der Geräteauswahl nicht nur auf die höchste einstellbare Prüfspannung zu achten, sondern auch auf die unteren Spannungsbereiche. Manche Hochspannungs-Isolationsmessgeräte erlauben zum Beispiel keine geringere Prüfspannung als 250 V DC – die für einige Anwendungen, beispielsweise im Telekommunikations- und IT-Bereich, bereits unzulässig hoch ist und zu Beschädigungen oder Fehlmessungen führen kann.

Elektroinstallateure werden in vielen Fällen mit der integrierten Messfunktion Ihres Geräte- oder Anlagentesters auskommen. Derartige Multifunktionstester unterliegen jedoch, ähnlich wie Multimeter mit Isolationsmessfunktion, einigen Einschränkungen: Mehr als 1000 V DC Prüfspannung beherrschen sie nicht. Messgenauigkeit sowie Widerstandsmessbereich erfüllen oft lediglich die notwendigen Vorgaben bezüglich der anzuwendenden Prüfnormen für ihren Haupteinsatzzweck. Spezialisierte Isolationsmessegeräte punkten hingegen mit höherer Genauigkeit, erweiterten Messbereichen sowie mit hilfreichen Zusatzfunktionen wie Rampentest, einer Timerfunktion und Speichermöglichkeit. Ebenso beherrschen viele Isolationstester Messungen von Polarisationsindex, Absorptionsverhältnis und Dielektrischer Entladung. Mittels dieser Parameter kann der Zustand elektrischer Isolierungen erheblich besser und zuverlässiger beurteilt werden als mit einer einfachen Erfassung des Isolationswiderstands.        

Anwendungsbeispiel 1: Messung des Isolationswiderstandes eines netzbetriebenen (230 V) Verbrauchers 

Zur Beurteilung des Isolationszustandes von Stecker, Anschlussleitung, interner Geräteverkabelung und der übrigen Gerätekomponenten inklusive eventuell vorhandener Netzfilter muss das Gerät vom Netz getrennt und die Spannungsfreiheit sichergestellt werden. Gemäß DIN VDE 0701-0702 beträgt die anzulegende Prüfspannung 500 V, das Isolationsmessgerät ist also auf diese Prüfspannung einzustellen, sofern vom Hersteller keine andere Prüfmethode vorgeschrieben ist. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn das Gerät mit einem internen Überspannungsschutz ausgerüstet ist. Fälschlicherweise würde dann durch das Ansprechen der Schutzbeschaltung ein zu niedriger Isolationswiderstand angezeigt. Alternativ ist hier eine Messung mit 250 V DC erlaubt, das muss im Prüfprotokoll jedoch begründet werden. 

Begonnen wird stets mit der Messung PE (Schutzleiter) gegen N (Neutralleiter). Im Anschluss folgt die Messung PE gegen L (Außenleiter) sowie PE gegen nacheinander L1, L2, und L3 bei mehrphasigen Verbrauchern. Zu beachten ist, dass das Gerät bei den Messungen eingeschaltet ist, damit möglichst alle internen Stromkreise messtechnisch erfasst werden können. Die jeweils anzuwendenden Grenzwerte gemäß Prüfnorm dürfen dabei nicht unterschritten werden. Treten zunehmend deutlich schlechtere Messwerte bei wiederkehrenden Prüfungen auf, welche das übliche Maß alternder Isolierungen signifikant überschreiten, so ist dies ein Warnsignal, dem gegebenenfalls mittels Fehlersuche durch Einzelmessungen nachgegangen werden sollte. Sich anbahnenden Isolationsschäden, Geräteausfallzeiten und Sicherheitsrisiken kann somit rechtzeitig begegnet werden.

Isolationsmessgerät Anwendungsbeispiele

Anwendungsbeispiel 2: Messung des Dielektrischen Absorptionsverhältnisses (DAR) an einer Motorenwicklung

Feste Isolierwerkstoffe in gutem Zustand zeichnen sich durch bewegliche Ladungsträger aus. Nach Anlegen einer Gleichspannung richten sich die Ladungsträger aus, sie „polarisieren“. Hierdurch fällt der sogenannte Leckstrom, welcher unmittelbar nach dem Anlegen der Prüfspannung auftritt, recht schnell ab. Diese physikalische Eigenschaft macht man sich zunutze, um durch zwei Vergleichsmessungen in kurzem Abstand (30 und 60 Sekunden nach Prüfbeginn) den Zustand der Isolierung beurteilen zu können. Der dimensionslose DAR-Wert berechnet sich hierbei wie folgt: DAR = R Isolation nach 60 Sekunden / R Isolation nach 30 Sekunden. Werte > 1,6 deuten auf einen sehr guten Isolationszustand hin, im Bereich von 1,6 bis 1,25 geht man von ausreichenden und unterhalb von 1,25 von mangelhaften Isolationseigenschaften aus. Der Vorteil der DAR-Messung ist, dass in relativ kurzer Zeit (60 Sekunden) bereits eine gute Beurteilung des vorliegenden Isolationszustandes möglich ist. Weitere Informationen zur Güte der Isolierung liefert die Messung des Polarisationsindex (PI), welche hochwertige Isolationsmessgeräte meist ebenfalls beherrschen. Diese dauert allerdings mit 10 Minuten Messdauer deutlich länger. 

FAQ – häufig gestellte Fragen zu Isolationsmessgeräten

FAQ

Können durch Isolationsmessungen Geräte oder Anlagen beschädigt werden?
Bei vorschriftsmäßiger Auswahl der richtigen Prüfspannung besteht diese Gefahr nicht. Es ist aber in jedem Fall zu vermeiden, Messungen mit unzulässig hoher Prüfspannung durchzuführen. Im Zweifelsfall sollten Sie mit dem jeweiligen Hersteller Rücksprache halten. 

Kann ich mit einem Isolationsmessgerät auch Widerstandsmessungen durchführen?
Die meisten Isolationsmessgeräte verfügen auch über einen klassischen Widerstandsmessbereich. Einige bieten darüber hinaus weitere klassische Messfunktionen für Spannung, Kapazität und Frequenz. 

Teilweise liegen sehr hohe Spannungen an den Messleitungen an, ist ein versehentliches Berühren lebensgefährlich?
Der Messstrom ist in der Regel auf circa 1 mA begrenzt, daher droht keine unmittelbare Lebensgefahr für gesunde Erwachsene. Allerdings gilt es unbedingt zu beachten, dass bei den Messungen nicht nur etwaig verbaute Kondensatoren auf ein gefährliches Spannungs- und Energieniveau geladen werden können, sondern längere Leitungen durch ihre Kapazität ebenfalls ein Risiko darstellen. Es ist daher wichtig, bei den Messungen strikt dieselben Sicherheitsregeln zu beachten wie bei Arbeiten an elektrischen Anlagen! Die Entladezeit nach Abschluss der Messung ist einzuhalten, meist wird gefährliche Restspannung im Display des Isolationsmessgerätes mittels eines Warnsymbols dargestellt. Hier gilt es abzuwarten, bis die Restspannung auf einen ungefährlichen Wert gesunken ist. Und Achtung: Sogenannte Maschinen- und Stoßspannungstester arbeiten mit erheblich höheren Strömen, die in jedem Fall lebensgefährlich sind! 

Fazit: So kaufen Sie das richtige Isolationsmessgerät

Für gelegentliche Anwendungen, zur reinen Grenzwertkontrolle und im privaten Gebrauch eignen sich kostengünstige Geräte mit Analog- oder Digitalanzeige und Multimeter mit integriertem Isolationsmessbereich. Letztere insbesondere dann, wenn noch kein Multimeter vorhanden ist oder ohnehin eine Neuanschaffung ansteht.

Professionelle Anwender, die häufig komplexe Messungen durchführen und protokollieren müssen, sollten ein spezialisiertes Isolationsmessgerät in Betracht ziehen. Die hier integrierten Zusatzfunktionen erleichtern die tägliche Arbeit und ermöglichen eine schnelle und sichere Beurteilung der Prüflinge. Eine Speicherfunktion ist hilfreich bei Serienmessungen und im Zuge vorbeugender Instandhaltung.

Nach oben