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Barebones als Basis für den individuellen Wunsch-PC

Bei einem Barebone handelt sich um einen noch nicht komplett ausgerüsteten PC, der mit Komponenten wie RAM, Erweiterungskarten und manchmal auch einer CPU bestückt werden muss. Speziell sogenannte Mini-PCs werden in der Regel als Barebones ausgeliefert und ermöglichen dem Nutzer eine individuelle Konfiguration nach seinen Bedürfnissen. Erfahren Sie hier, welche Arten von Barebones es gibt und worauf Sie beim Kauf achten sollten.



Was versteht man unter einem Barebone?

Das Wort Barebone bedeutet übersetzt so viel wie "blanker Knochen". Die Beschreibung trifft es schon ganz gut: Ein Barebone ist quasi das "Gerippe" eines Computers. Damit er funktioniert, müssen diverse Teile zusätzlich gekauft und eingebaut werden. Gewöhnlich besteht ein Barebone aus einem Gehäuse, dem Netzteil sowie einem Mainboard und meist einem WLAN-Modul. Häufig wird ein solches System auch als Kit bezeichnet. Bei manchen Modellen ist der Prozessor bereits inbegriffen, während die CPU bei anderen Varianten, im Rahmen des technisch möglichen, frei gewählt werden kann. Zusätzlich gekauft werden müssen mindestens der Arbeitsspeicher, eine Festplatte oder eine SSD. Falls der Barebone ausreichend Platz für Erweiterungskarten bietet, können diese ebenfalls separat erworben und nachgerüstet werden. Optische Laufwerke wie beispielsweise ein Blu-Ray-Laufwerk finden in den kleinen PCs in der Regel keinen Platz, können aber bei Bedarf per USB 3.0 angeschlossen werden.

Mag sich der eine oder andere fragen: Was ist denn der Vorteil an einem Barebone-PC im Vergleich zu einem Komplett-PC mit allem Drum und Dran? Barebones gibt es mittlerweile für viele verschiedene Anwendungen. Die besonders kleinen Mini-PCs, etwa die Modelle der Intel-NUC-Serie, eignen sich gut als Office-PCs. Die Gehäuse sind bei einigen der Geräte so kompakt, dass sie problemlos hinter dem auf dem Schreibtisch platzierten Flachbildschirm untergebracht werden können. Manche Barebone-Kits lassen sich sogar an der VESA-Halterung des Displays anbringen. Das Resultat ist ein aufgeräumter Schreibtisch mit einem Minimum an Kabeln. Doch ein Barebone-PC-Kit taugt, je nach Modell, nicht nur für einfache Bürotätigkeiten, sondern kann durchaus als Basis für einen vollwertigen Gaming-PC dienen. Da der Nutzer selbst entscheiden kann, welche Teile er in seinem Rechner verbaut, kann er die Leistungsstärke und Anwendungsmöglichkeiten seines PCs ganz nach Bedarf bestimmen.



Welche Arten von Barebones gibt es?

Besonders großer Beliebtheit erfreuen sich die kompakten Mini-PC-Kits. Intel bietet mit seiner NUC-Serie ein breites Programm entsprechender Geräte in diversen Leistungsklassen an. Mini-PC-Barebones besitzen besonders kompakte Abmessungen und finden selbst auf dem kleinsten Schreibtisch noch ein Plätzchen. Erweiterungskarten sind für diese Geräte nicht vorgesehen. Die Grafikausgabe übernimmt die im Prozessor integrierte Grafikeinheit Intel HD Graphics. Wer sich mehr Grafikleistung wünscht, kann zu einem Mini-PC-Barebone mit einem dedizierten Grafikchip greifen. Aufgrund des kompakten Formfaktors werden gewöhnlich Grafikchips verbaut, die sonst in Notebooks zum Einsatz kommen. Mit einer eingebauten Nvidia RTX 2080 zum Beispiel mutiert der Computer-Winzling zu einem leistungsstarken Gaming-Rechner.

Auch All-In-One-PCs sind als Barebone-Kit erhältlich. Ein solcher Barebone-PC besteht aus einem Flachbildschirm, dessen Gehäuse die gesamte Hardware des Computers aufnimmt. Am Arbeitsplatz nimmt ein All-In-One-System dank seiner geringen Standfläche nicht viel Raum ein. Zudem entfallen störende Kabel, die bei einem Desktop-PC normalerweise zwischen Monitor und Tower verlaufen würden. Es gibt aber nicht nur Barebones im Mini-PC-Format, auch ausgewachsene Tower-Systeme oder 19"-Gehäuse sind als Barebone-Kit erhältlich. Dabei handelt es sich gewöhnlich um professionelle Workstations oder Server. Ein Tower-Gehäuse bietet auch die Möglichkeit einer nachträglichen Erweiterung des PC-Systems. Platz für zusätzliche Steckkarten ist hier ausreichend vorhanden.



Welchen Prozessor sollte ich wählen?

Aktuell ist der Großteil der erhältlichen Barebone-PC-Kits mit Intel Core CPUs ausgestattet. Es zeichnet sich aber ab, dass es künftig vermehrt Geräte auf Basis von AMDs Renoir APU geben wird. Momentan erhalten Sie Barebone-Kits mit Intel-Prozessoren, die bis zu 8 Kerne aufweisen. Doch wie viele Kerne sind eigentlich nötig? Für viele Bürotätigkeiten ist auch heute noch ein Prozessor mit 2 Kernen ausreichend. Mögliche Optionen wären hier Intel Celeron (z.B. Intel J4005), Intel Core i3 (z.B. 7100U) oder ältere Intel Core i5 CPUs (z.B. Intel 7260U).

Wenn das Aufgabengebiet des Barebone-PCs nach mehr Leistung verlangt, sind Prozessoren mit 4 Kernen eine gute Wahl, zum Beispiel der neuere Intel Core i5 (z.B. Intel 8265U) oder ältere Intel Core i7 (z.B. Intel 8809G). Zum Gaming oder zur Ausführung von besonders anspruchsvollen Arbeiten bieten sich Prozessoren mit 6 oder 8 Kernen an. Die Auswahl reicht hier von den ganz neuen Intel Core i7 (z.B. Intel 10710U) bis hin zu Intel Core i9 (z.B. Intel 9980HK) und Intel Xeon (z.B. Intel Xeon-D-1540).



Was muss ich beachten, wenn ich einen Barebone kaufen möchte?

Wenn Sie ein Mini-PC-Kit erwerben möchten, sollten Sie bereits im Vorfeld definieren, wofür der kleine Rechner genutzt werden soll, da größere Aufrüstungsmaßnahmen nicht möglich sind. Während der Prozessor meist Bestandteil des Barebones ist, müssen RAM, Festplatte oder SSD in jedem Fall zusätzlich eingebaut werden. Es gibt einige Mini-PC-Barebones, bei denen wegen der sehr kompakten Abmessungen nur noch SSDs im M.2-Format verbaut werden können. Als Festplatte sind meist nur 2,5"-Modelle kompatibel. Bei Mini-PCs kommen aktuell überwiegend Prozessoren von Intel zum Einsatz. Unterschätzen Sie dabei nicht die TDP (Thermal Design Power) der CPU. Je höher die TDP, desto mehr Abwärme produziert der Chip. Für eine adäquate Kühlung muss der Lüfter des Kühlers entsprechend schnell drehen und verursacht eine nicht zu vernachlässigende Geräuschkulisse. Die leistungsstärksten Prozessoren haben in der Regel auch die höchste TDP, daher ist es ratsam, diesen Aspekt bei der Auswahl der CPU zu berücksichtigen.

Ebenfalls wichtig ist der Fakt, dass die meisten Mini-PC-Barebones lediglich über eine in der CPU integrierte Grafikeinheit verfügen. Bei Intel nennt sich diese HD Graphics. Für grafisch anspruchsvollere Aufgaben ist eine solche Lösung allerdings nicht immer ausreichend. Hier kann es sein, dass ein Mini-PC-Barebone mit dediziertem Grafikchip erforderlich ist. Eine Alternative kann eine eGPU darstellen: Dabei handelt es sich um eine externe Grafikkarte, die in einem eigenen Gehäuse untergebracht wird. Um so eine Grafikeinheit nutzen zu können, sollte Ihr Barebone System über eine schnelle Thunderbolt-3-Schnittstelle verfügen. Gerade für die besonders kleinen Barebones ist ein eingebautes Bluetooth-5.0-Modul sehr praktisch. Damit können Sie kompatible Eingabegeräte gänzlich ohne Kabel betreiben. Hinsichtlich des Arbeitsspeichers sollten Sie nicht weniger als 8 GB RAM einplanen. Für die meisten Tätigkeiten ist das noch ausreichend. Allerdings: Wer für anspruchsvollere Aufgaben ausgestattet sein möchte und keine Lust hat, den PC nach kurzer Zeit schon nachrüsten zu müssen, tut gut daran, gleich auf 16 GB oder 32 GB Speicher zu setzen.



Unser Praxistipp: Prozessor ist nicht einfach austauschbar!

Bedenken Sie vor dem Kauf, welche Prozessorleistung benötigt wird, denn ein Tausch der CPU ist häufig nicht ohne Weiteres möglich. Entweder ist der Chip verlötet oder das Kühlsystem ist auf die Verlustleistung der verbauten CPU ausgelegt. Ein stärkeres Modell kann den Kühler überfordern und zu einem instabilen Betrieb des Barebone Systems führen.



FAQ – häufig gestellte Fragen zu Barebones 

Was versteht man unter Hyper-Threading?

Hyper-Threading (HT), manchmal auch Simultaneous Multithreading (SMT) genannt, teilt einen physikalischen Prozessorkern in zwei logische Prozessoren auf. Bei einem Computer erfolgt die Datenverarbeitung immer sequenziell. Das bedeutet, dass ein Kern ohne HT immer nur einen Thread bearbeiten kann. Durch den Einsatz von Hyper Threading sind dagegen zwei Threads pro Kern möglich. Eine gesteigerte Verarbeitungsgeschwindigkeit ist die Folge. Um HT nutzen zu können, müssen sowohl Soft- als auch Hardware die Technik unterstützen.

Was ist Thunderbolt 3?

Bei Thunderbolt 3 handelt es sich um eine besonders schnelle Schnittstelle, die eine Übertragungsrate von bis zu 40 Gbit/s erreicht. Als Stecker wird häufig USB-C verwendet. Die Schnittstelle kann vielfältig eingesetzt werden: Über Thunderbolt 3 lassen sich zum Beispiel zwei Flachbildschirme mit einer Auflösung von jeweils 4K anschließen. Auch Storage-Systeme profitieren von der hohen Geschwindigkeit. Kompatible Notebooks lassen sich über Thunderbolt mit bis zu 100 Watt aufladen. Für externe Grafikkarten (eGPU) ist Thunderbolt 3 die erste Wahl. Dank der hohen Transferraten können Desktop-Grafikkarten in einem eGPU-Gehäuse ohne nennenswerte Leistungseinbußen verwendet werden.

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