Ratgeber

Wissenswertes zu Infrarotheizung

Infrarot-Elektroheizungen spenden behagliche Wärme und lassen sich vielseitig einsetzen. Sie finden in Privathaushalten, aber auch in Industrie und Landwirtschaft Verwendung. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie IR-Heizungen funktionieren und welche Vor- und Nachteile es vor einer Anschaffung zu berücksichtigen gilt.


Wo werden Infrarotheizungen eingesetzt?

Auf Infrarotstrahlung basierende Heizsysteme erwärmen nicht nur das eigene Heim, sondern werden auch häufig im industriellen Bereich und vor allem in der Landwirtschaft genutzt. Speziell bei der Aufzucht von Nutztieren oder als Heizung in Stallungen ist Infrarotstrahlung nicht mehr wegzudenken. Die emittierte Wärmestrahlung ähnelt stark der Sonnenwärme und wird von Mensch und Tier als besonders angenehm empfunden.

Heizen mit Infrarot ist ausgesprochen effektiv. Auch Industriehallen und Gewerbeflächen lassen sich mithilfe der flexiblen Heizelemente gut beheizen. Die Infrarotstrahlung kann als Zusatzheizung neben einer konventionellen Heizung betrieben werden oder als Vollheizung arbeiten. Auch Gebäude mit hohen Decken oder große Räume stellen dabei kein Problem dar. Selbst ein Einsatz im Außenbereich ist möglich.


Funktionsweise einer Infrarot-Elektroheizung

Aufbau einer Infrarotheizung

  • Rückseite/Montageplatte

  • Isolation

  • Infrarot-Heizelement (Heizfolie)

  • Wärmestrahlung (IR-Wärmestrahlung)

  • Frontplatte (viele Designs möglich)

Die Funktionsweise eines Infrarot-Heizsystems unterscheidet sich fundamental von der einer herkömmlichen Heizung. Bei einer konventionellen Heizung wird Wasser erhitzt, welches anschließend die an den Wänden angebrachten Heizkörper erwärmt. Die Oberflächen der Heizkörper geben die Wärme an die Umgebungsluft ab. Die warme Raumluft steigt nach oben, kühlt dort allmählich ab, sinkt wieder zu Boden und wird erneut durch den Heizkörper erwärmt.

Eine IR-Heizung benötigt kein warmes Wasser, um einen Raum zu beheizen, stattdessen gibt sie Infrarotstrahlen an die Umgebung ab. Dabei erwärmt die Strahlung Wände und alle Objekte, die sich im Raum befinden. Die Luft wird lediglich indirekt durch die aufgeheizten Wände und Möbel erwärmt. Auch Menschen, die sich im Raum befinden, werden vom Infrarot-Heizelement angestrahlt.

Die Steuerung eines IR-Heizsystems erfolgt wie bei einer normalen Heizung über ein Thermostat. Dieses misst die Temperatur im Raum und gleicht sie mit der eingestellten Solltemperatur ab. Fällt die Raumtemperatur unter den Sollwert, wird die Heizung automatisch eingeschaltet, bis die gewünschte Zimmertemperatur erreicht ist. Thermostate, die über Smart-Home-Applikationen gesteuert werden können, werden ebenfalls angeboten.


Vorteile einer Infrarotheizung

Da kein heißes Wasser benötigt wird, um einen Raum zu heizen, müssen keine Rohre verlegt werden. Zudem werden im Keller keine Räume von Tanks und Heizkesseln belegt. Auch die Kosten für die Wartung der Heizung oder den Schornsteinfeger entfallen. Eine auf Infrarot basierende Heizung lässt sich leicht und optisch ansprechend in Wohn- und Büroumgebungen integrieren. Die flachen Heizkörper sind in vielen Designs erhältlich und können platzsparend und ohne großen Installationsaufwand an der Wand angebracht werden. Eine einfache Montage ist schnell und problemlos sowohl in Neubauten als auch in älteren Gebäuden möglich. Die Installation der Heizkörper kann an Wänden oder auch an der Decke erfolgen.

Wird ein Raum mithilfe von Infrarotstrahlung beheizt, werden primär Wände und die im Raum befindlichen Objekte erwärmt. Der Bildung von Schimmel wird so effektiv vorgebeugt. Eine Heizung mit Infrarot emittiert Strahlungswärme und keine Konvektionswärme, daher wird auch nahezu kein Staub aufgewirbelt, wovon wiederum Allergiker profitieren. Zudem ist die Luft weniger trocken, was sich positiv auf das Raumklima auswirkt. Auch die hohe Effizienz einer auf Wärmestrahlung basierenden Heizung kann sich sehen lassen: Nahezu 100 Prozent der zugeführten Energie werden in Wärme umgewandelt.
Um eine große Lagerhalle zu beheizen, muss eine enorme Menge an Energie aufgewandt werden, da die komplette Luft in der Halle erwärmt werden muss. Tore und Türen, die regelmäßig geöffnet werden, machen es noch deutlich schwerer, die gewünschten Temperaturen im Inneren zu erreichen. In diesem Fall kann eine Infrarotheizung eine adäquate Lösung sein. Eine an der Decke angebrachte IR-Heizung wird auf die Arbeitsplätze der Mitarbeiter ausgerichtet und erwärmt exakt diesen Bereich. Da keine Wärme zirkulieren muss um, die Halle zu heizen, spart die Infrarotheizung in diesem Fall viel Energie.


Nachteile einer Infrarotheizung

Da eine Infrarot-Heizung für den Betrieb Strom benötigt, ist im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen, selbst bei geringem Heizbedarf, mit steigenden Heizkosten zu rechnen. Da nicht absehbar ist, wie sich der Strompreis künftig entwickeln wird, besteht hier ein gewisses Risiko. Gerade in älteren Gebäuden muss zwingend vor dem Einbau einer Infrarot-Heizung sichergestellt werden, dass das Stromnetz im Haus der Belastung standhalten kann. Für den Einbau von Infrarot-Elektroheizungen gibt es keine staatlichen Förderungen. Vom ökologischen Standpunkt her macht eine Infrarot-Elektroheizung nur dann Sinn, wenn der benötigte Strom größtenteils durch eine Photovoltaik-Anlage selbst erzeugt oder zumindest auf Öko-Strom gesetzt wird.


Infrarot-Heizkörper oder Nachtspeicherheizung?

Vielleicht stellen Sie sich die Frage, ob Sie besser zu einer Heizung mit Infrarot oder einer Nachtspeicherheizung greifen sollen? Um dahingehend eine Entscheidung treffen zu können, ist es nötig, die Unterschiede der beiden Heizsysteme zu kennen. Während eine Infrarotheizung Wärme mittels Infrarotstrahlung erzeugt, handelt es sich bei einer Nachtspeicherheizung um eine elektrische Konvektionsheizung. Das bedeutet, dass die Umgebungsluft erwärmt wird und im Raum zirkuliert.

Eine Nachtspeicherheizung bezieht in Zeiten, in denen gewöhnlich ein geringer Strombedarf herrscht, günstigen Strom und wandelt diesen in Wärme um. Die Wärme wird gespeichert und über den Tag verteilt wieder an den Raum abgegeben. Die Stromanbieter haben sogenannte Niederstromtarife im Programm, die speziell für Nachtspeicherheizungen gedacht sind und weniger als die normalen Tarife kosten. Einige Anbieter erlauben die Nutzung eines Niederstromtarifs auch mit einer Infrarotheizung.

Bleibt die Frage, was nun besser ist: Infrarot- oder Nachtspeicherheizung? Da sich die Nachtspeicherheizung wie ein konventionelles Heizsystem verhält, liegen die Vorteile auf Seiten der Infrarotheizung. Die wohlige Wärme, die durch Infrarotstrahlung erzeugt wird, kann eine Nachtspeicherheizung ebenso wenig bieten wie platzsparende, schlanke Heizkörper oder eine gleichmäßige Erwärmung des Raums.


Was muss ich beim Kauf einer Infrarotheizung beachten?

Wenn Sie sich für den Kauf einer Infrarotheizung entschieden haben, sollten Sie die folgenden Punkte beachten: Ermitteln Sie vor dem Kauf die benötigte Heizleistung, also wie viel Watt Heizleistung Sie benötigen, um die geplanten Räumlichkeiten heizen zu können. Entscheiden Sie sich für ein passendes Design: Die Heizkörper erhalten Sie unter anderem als Bild, Spiegel oder Tafel. Infrarot-Glasheizkörper sind ebenfalls erhältlich. Bringen Sie vor der Installation den Abstrahlwinkel der Heizkörper in Erfahrung. Dieser hat maßgeblichen Einfluss auf die Verteilung der Wärme im Raum. Infrarotheizung-Tests geben eine Orientierung, welches System sich für welches Vorhaben am besten eignet.


Unser Praxistipp: IR-Heizkörper nicht gegenüber von Fenstern montieren

Infrarot-Heizkörper sollten nicht gegenüber von Fenstern angebracht werden. Das liegt darin begründet, dass Glas Wärme nur schlecht speichert. Werden die Heizkörper gegenüber von einem Fenster positioniert, verringert das den Wirkungsgrad der Wärmestrahlung erheblich.


FAQ – häufig gestellte Fragen zur Infrarotheizung 

Wann sollte ich zu einer Infrarot-Deckenheizung greifen?

Eine Heizung an der Decke zu montieren, ist immer dann sinnvoll, wenn der Fußboden erwärmen werden soll. Die Strahlung des IR-Heizkörpers trifft unmittelbar auf den Boden und sorgt dort für eine angenehme Wärme. Die Montage an der Decke ist auch eine Option, wenn die räumlichen Gegebenheiten keine andere Form der Anbringung erlauben. 

Kann eine Heizung mit Infrarot überhitzen?

Moderne IR-Systeme besitzen einen Überhitzungsschutz und schalten sich selbstständig ab, wenn das Gerät zu warm werden sollte. 

Kann man auch im Außenbereich eine Infrarotheizung verwenden?

Eine normale Infrarotheizung eignet sich für den Außenbereich weniger, die bessere Wahl stellen Infrarotstrahler dar. Sie eignen sich sowohl zum Heizen als auch zu Trocknungszwecken im Außenbereich oder in Rohbauten. Die Strahler erwärmen nicht die Luft in der Umgebung, sondern ausschließlich die angestrahlte Fläche.   

Was ist ein Quartzstrahler?

Bei einem Quartzstrahler handelt es sich um eine Unterart des Infrarotstrahlers. Die von Strom durchflossenen Heizwiderstände liegen bei diesen Geräten in mit inertem Gas gefüllten Quarzrohren. Wie normale IR-Strahler erwärmen Quarzstrahler nicht die Luft, sondern angestrahlte Objekte. Auf der Rückseite angebrachte Reflektoren sorgen für eine zielgerichtete Abgabe der IR-Strahlung. Durch die hohe Wärmeleistung sind Quarzstrahler in der Lage, kleinere Räume innerhalb von Sekunden zu erwärmen. Dazu sind sie günstig in der Anschaffung und leicht zu transportieren.

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