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Tiko 3D-Drucker: Fast zu gut, um wahr zu sein - Das Conrad Blog

Tiko
Schick, kompakt, zuverlässig und auch noch unverschämt preiswert: Tiko will der 3D-Drucker für Jedermann sein. (Bild: Kickstarter)

Das Kickstarter-Projekt „Tiko“ sieht aus wie der perfekte 3D-Drucker für Jedermann: schick designt, leicht zu bedienen und für wenig Geld zu haben. Experten aber sind skeptisch.


Trotz allen technischen Fortschritts und sinkender Preise sind 3D-Drucker noch nicht zu einem Massenphänomen geworden. Die Macher des Tiko möchten das gern ändern und setzen dabei unter anderem beim Preis an: Gerade einmal 179 US-Dollar soll ihr Gerät kosten. Zugleich soll der Drucker besonders bedienerfreundlich sein, weil man ihn nicht wie so manches andere Gerät nachkalibrieren muss, um gute Druckergebnisse zu erzielen. Beides zugleich soll durch die Konstruktion des Tiko möglich werden. Er setzt beispielsweise auf die „Delta“-Bauweise, bei der der Druckkopf an drei Punkten aufgehängt und gesteuert wird. Zugleich können die Macher auf eine aktive Belüftung verzichten. Die Stabilität kommt durch das „Unibody“-Gehäuse zustande: Die Führungsschienen für den Druckkopf sind direkt in die Ummantelung integriert.

Soweit lauten jedenfalls die Pläne, die man auf der Kickstarter-Seite nachlesen kann. Ein wenig Skepsis ist aber durchaus angebracht, auch wenn die Eigenwerbung sehr mitreißend ist:

Denn weiterhin gilt: flotte Sprüche sind noch kein fertiges Produkt. So werden beispielsweise keine ausgedruckten Gegenstände im Detail gezeigt. Das wäre aber wichtig, um die Möglichkeiten und die Qualität des Tiko realistisch einschätzen zu können. Überhaupt ist das Gerät nur in kurzen Sequenzen bei der Arbeit zu sehen.

Skeptische Fachleute

Zudem brüsten sich die Macher damit, auf viele, spezielle Eigenentwicklungen zu setzen. Das aber macht oftmals die Herstellung eines Geräts am Ende komplizierter als zunächst angenommen. Die Tiko-Macher wären bei weitem nicht die ersten, die sich mit einem ambitionierten 3D-Drucker verheben. Prominente Beispiele sind hier die Makibox und der EZ3D. In beiden Fällen ging das via Kickstarter vorfinanzierte Unternehmen vorzeitig pleite. Im Forum von 3DPrintBoard.com machen sich die Experten deshalb vor allem Sorgen um den geringen Preis des Tiko. Inwiefern kann bei gerade einmal 179 US-Dollar überhaupt eine Sicherheit eingebaut sein, falls etwas schiefläuft? Die Tiko-Macher geben sich selbstbewusst: Andere hätten vielleicht ein Problem mit so einem niedrigen Preis, aber nicht sie.

Skeptisch sind die Nutzer im Forum auch, was eine weitere Besonderheit des Tiko angeht: Das Team verzichtet auf Anschlüsse und setzt dafür voll und ganz auf WLAN. Wer einen handelsüblichen Tintendrucker mit WLAN-Feature hat, wird das sicherlich nachvollziehen können: Es funktioniert oft nicht sonderlich zuverlässig.

Potenziell ein Hit

Aber ich will das Projekt nicht schlecht reden. Es hat sein Kickstarter-Ziel von 100.000 US-Dollar mit großer Leichtigkeit überschritten und hinter sich gelassen. Diese Begeisterung der Community kann man schon verstehen. Sollte der Tiko seine Versprechen einhalten können, könnte er in der Tat ein Meilenstein sein. Sehr lobenswert ist bei alldem, dass man eine Standard-Spule für das Druckmaterial einsetzen kann und somit nicht auf spezielle Kartuschen o.ä. angewiesen ist. Der Drucker soll sowohl mit PLA- als auch ABS-Plastik zurechtkommen, hat allerdings keine beheizte Bodenplatte. Die ist stattdessen flexibel und man soll seinen gedruckten Gegenstand davon am Ende leicht abnehmen können.

Mit seinen Maßen von 390 x 221 x 237 mm ist der Tiko angenehm kompakt und dürfte an vielen Orten einen passenden Platz finden. Ohne Spule wiegt er gerade einmal 1,7 kg. Sein Druckvolumen beträgt 2,27 Liter und seine maximale Auflösung liegt bei 50 Mikrometern.

Klappt alles wie geplant, sollen die ersten Tikos im November 2015 ausgeliefert werden. Bis dahin will das Team keine weiteren Vorbestellungen annehmen – was sehr vernünftig klingt. Auch hier Kickstarter-Vorbestellungen wollen sie in mehreren Wellen ausliefern bis in den März 2016.

Tiko
Gute Sache: Fürs Druckmaterial nutzt der Tiko Standardrollen, die man auf der Oberseite einlegt. (Bild: Kickstarter)

Fazit

Der Tiko ist ein faszinierender 3D-Drucker. Er sieht gut aus. Er verspricht eine gute und gleichbleibende Qualität. Und vor allem ist er in hohem Maße erschwinglich. Ich persönlich drücke den Machern die Daumen, dass sie ihre Versprechen einhalten können. Dann könnte der Tiko zu einem formidablen Hit werden.

Es soll aber trotzdem nicht verschwiegen werden, dass das Projekt überaus ambitioniert erscheint. Das macht einerseits den Reiz aus, andererseits haben wir es hier mit einem noch nicht erhältlichen Produkt zu tun. Bislang gibt es nur Pläne und Prototypen. Ob sich das Gerät in dieser Form mit allen versprochenen Features zum versprochenen Preis herstellen lässt, muss man tatsächlich abwarten.

Insofern: Der Tiko ist bei mir auf der Beobachtungsliste. Ich bin sehr gespannt, was da Ende des Jahres auf den Markt kommt.