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Lang lebe der Competition Pro, König der Joysticks

Lang lebe der Competition Pro, König der Joysticks
Der Competition Pro Joystick in seinem natürlich Habitat – ein possierliches Tierchen. (Foto: „Mein Retro-Museum“ von Andrea & Stefan. Lizenz: CC BY 2.0)

Kann eine Plastikbox mit ein bisschen Elektronik drin ein Meisterwerk sein? Aber natürlich! Vor allem, wenn es sich um ein Produkt aus der eigenen Kindheit handelt. Beispiel: der Competition Pro.

Zugegeben: Nicht alle in meinem Jahrgang fanden, dass der Competition Pro der beste Joystick überhaupt war. Sie störten sich z.B. an der Form, weil sie lieber einen haben wollten, der wie aus einem Kampfflugzeug aussieht. Affig. Aber ich trage ihnen das nicht nach. Nein, nein. Es ist doch so: Nicht jeder erkennt ein Meisterwerk. Oder so mancher gibt sich mit Mittelmaß zufrieden. Das ist vollkommen in Ordnung.

Aber mal ehrlich und ganz ohne Übertreibung: Der Competition Pro ist de facto der beste Joystick aller Zeiten. Ich kann das sogar beweisen: Wikipedia sagt es auch:

"[Der Competition Pro Star] gilt als der robusteste und präziseste je gebaute Joystick für Computerspieler."

Da habt ihr’s. Und wenn es Wikipedia sagt, dann muss es doch stimmen…

Level 1

Level 1
Das Innenleben des Competition Pro mit Mikroschaltern (blau). (Foto: „Competition Pro 2nd Series Inside“ von STBR, Wikimedia Commons. Lizenz: gemeinfrei)

Okay, Spaß beiseite: Ich habe ein bisschen übertrieben. Aber auch nur ein bisschen. Denn ehrlich gesagt: Nachdem ich damals in den 80ern meinen ersten Competition Pro hatte, habe ich mir nichts anderes mehr gekauft. Andere Joysticks sahen dramatischer aus und waren vielleicht sogar billiger. Aber so manches Spiel hat sie in Nullkommanichts zerstört – ich sage nur: Summer Games. In diesem Spiel wurde u.a. um die Wette gelaufen, in dem man den Joystick so schnell wie möglich hin- und hergerüttelt hat. Solche und andere Spiele waren als „Joystick-Killer“ bekannt und gefürchtet. Und diesem Namen wurden sie auch gerecht.

Der Competition Pro hatte dabei eine andere, stabilere Konstruktion als die meisten Konkurrenten. Vor allem das Modell mit Mikroschaltern für den Steuerknüppel führte zu seinem Ruf des „Unzerstörbaren“. Das erste Modell hatte dagegen noch auf Metallzungen gesetzt, die ausleiern und abbrechen konnten. Dafür hatte diese Konstruktion den Vorteil, dass man als Bastler seinen Joystick „tunen“ konnte: Schraubte man den Competition Pro auf, konnte man den Abstand zwischen den Metallzungen durch einfaches Biegen verringern und damit die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen. Zudem war dieses Modell leichtgängiger, was mancher bevorzugte.

Ob die Mikroschalter-Version tatsächlich robuster war, ist zumindest auf der Wikipedia-Diskussionsseite umstritten. Ein anonymer Nutzer meldet sich wie folgt zu Wort:

"Ich habe die Originalversion ohne Mikroschalter damals jahrelang (ca. 5 Jahre) verwendet, inklusive fuer „Joystick-Killer“-Spiele, und diese Joysticks unzaehlige Male gegen die Wand geworfen. Kein anderer Joystick hat bei vergleichbarer Belastung jemals so lange meiner Erfahrung nach gehalten."

In einer Antwort wird er gemaßregelt: „Wenn man ihn mehrfach gegen die Wand wirft, dann ist die Beschädigung wohl selbstverschuldet.“ Na, hätten wir das auch geklärt.

Der Competition Pro jedenfalls war rein äußerlich einfach eine schwarze Box mit zwei großen runden roten Tasten und einem zunächst schwarzen, später roten Knüppel. Das Ganze erinnerte an so manchen klassischen Arcade-Automaten aus der Spielhalle. Zugleich aber hatte das britische Unternehmen Kempston Micro Electronics damit einen Designklassiker geschaffen. Die Firma selbst existiert heute nicht mehr.

Extraleben

Extraleben
Computertisch, Diskettenboxen und ein durchsichtiger Competition Pro: So ähnlich sah das in meinem „Jugendzimmer“ auch aus. (Foto: „Amiga_500“ von kevin. Lizenz: CC BY 2.o)

Dieses Design wurde dabei in den Folgejahren durchaus abgwandelt, aber im Wesentlichen nur durch die Farbgebung. Die Form selbst blieb stets erhalten. Der Competition Pro Star beispielsweise kam in einem dunkelblau gefärbten, durchsichtigen Gehäuse daher und seine Feuertasten und der Steuerknüppel waren verchromt. Das Modell „Extra“ war wiederum rot mit klarem, durchsichtigem Gehäuse. Letztlich aber kehrte man später wieder zum klassischen Schwarz-Rot zurück.

Während ich den Competition Pro aus meiner C64-Zeit kenne, hat er es auch in die folgenden Computergenerationen geschafft. Ob nun Atari ST und Amiga oder später auch für den PC: Jeder konnte den Klassiker für sein neues System bekommen. Auch eine USB-Version kam auf den Markt und ist sogar heute noch erhätlich. Der Competition Pro wurde dabei im Laufe der Zeit für manche Plattform um zwei weitere Knöpfe und einen Dauerfeuer-Schalter erweitert.

Bald war die Technik so weit fortgeschritten, dass man einen kompletten C64 im Gehäuse eines Competition Pro unterbringen konnte: der C64 DTV. 30 Spiele bringt er mit, man soll ihn direkt an den Fernseher anschließen. Mit ein wenig Bastelgeschick kann man aber wohl einen voll funktionsfähigen C64 daraus machen. Das Gerät kam 2004 zunächst in den USA und Kanada auf den Markt, 2005 dann auch in Europa.

Zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 2011 kam dann gar eine goldfarbene Version heraus, der eine CD mit 50 Spieleklassikern der C64- und Amiga-Ära beilag.

Game Over

Game Over
Zwei Klassiker der Heimcomputer-Geschichte auf einen Blick: C64 und Competition Pro. (Foto: „C64 Keyboard Closeup“ von svofski. Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Das satte „Klick, klick, klick“ der Mikroschalter im Competition Pro habe ich noch heute in den Ohren. Ob nun Uridium, Sanxion, Arkanoid oder Boulder Dash: Dieser Joystick leistete mir treue Dienste auf dem Weg zu einem neuen Highscore für die Ewigkeit.

Klar: Heute wirkt er vollkommen überholt. Ich bin schon lange kein Computerspieler mehr und die vielen Tasten eines typischen Spielekonsolen-Gamepads beispielsweise überfordern mich komplett. Wäre sicherlich einfach Übungssache, aber heute habe ich dann doch andere Dinge um die Ohren.

Nicht zuletzt deshalb bleibt der Competition Pro für mich auf ewig der König der Joysticks. Andere können dem natürlich gern widersprechen. Aber die haben dann halt keine Ahnung. Ha!