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John Elfreth Watkins Jr - Der Mann, der in die Zukunft sah

Prognosen aus dem Jahr 1900
Prognosen aus dem Jahr 1900: Was wurde 100 Jahre später Wirklichkeit? (Bild: „The World in 100 Years (2010): Collector card, 1929“ von Ars Electronica, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0)

John E. Watkins Jr. hat 1901 einen Text darüber verfasst, wie er die Welt in 100 Jahren sieht – und mit vielen Dingen wie dem Mobiltelefon Recht behalten.

Sein Artikel im „Ladies‘ Home Journal“

Es war im Jahre 1901, als John Elfreth Watkins Jr. im „Ladies‘ Home Journal“ einen Text veröffentlichte, der nur als zukunftsweisend bezeichnet werden kann: er beschrieb, wie er sich die Welt in hundert Jahren vorstellte. Offenbar hatte Watkins Jr. eine funktionierende Glaskugel, denn in vielen Dingen traf dieser Mann ins Schwarze.

Wie die Welt in 100 Jahren aussieht von John E. Watkins
Wie die Welt in 100 Jahren aussieht von John E. Watkins Jr. (Bild: wikipedia.org, „Ladies‘ Home Journal“ magazine, Lizenz: Public Domain)

Nicht umsonst titelte die „Saturday Evening Post“ im Dezember 2011:

"Der Wahrsager, der (fast) immer richtig lag."

Auch das BBC News Magazin titelte überzeugt:

"Zehn 100-Jahre-Vorhersagen, die wahr wurden."

Natürlich hat Watkins Jr. mit diversen Prognosen auch daneben gelegen. Aber seine Trefferquote war beeindruckend, auch bei jenen Vorhersagen, die die Entwicklung der Technik betrafen.

Watkins Zeitalter – Erfindungen um 1900

Was existierte in jener Zeit, in der sich Watkins Jr. Gedanken um die Zukunft machte, bereits? 1827 kam die Fotografie, 1829 Schreib- und Nähmaschine. 1833 folgte der Schreibtelegraf mit Morse-Alphabet. Der elektrische Telegraph folgte 1837, das Luftschiff 1852. 1854 wurde die erste Fernsprechverbindung ermöglicht, 1859 waren Akkumulator und Kühlschrank geboren.

Watkins hat damals 100 Jahre in die Zukunft
Watkins hat damals 100 Jahre in die Zukunft geschaut und wir überprüfen seine Prognosen. („La Sortie de l’opéra en l’an 2000„, Lizenz: Public Domain)

Ein Gerät zur Schallfernübertragung, also der Fernsprecher, erblickte 1861 das Licht der Welt. Erst 1876 erfand Bell das Telefon, das Mikrofon folgte 1878. Der erste Münzfernsprecher kam durch William Gray im Jahre 1889 nach Amerika, drahtlose Telegrafie existiert seit 1895. 1900 erfand Graf Ferdinand von Zeppelin den Zeppelin, 1901 wurde in England der Staubsauger erfunden. Zur Zeit von Watkins Jr. Vorhersagen existierten also gerade mal die Anfänge dessen, was wir heute wie selbstverständlich nutzen – von Internet oder Smartphones sprach noch lange niemand. Bis auf Watkins Jr.

Natürlich konnte Watkins Jr. das Internet als solches noch nicht benennen. Allerdings hatte er eine Vision davon, dass man Daten über riesige Distanzen übertragen könne. Konkret prognostizierte er:

"Photographs will be telegraphed from any distance. If there be a battle in China a hundred years hence snapshots of its most striking events will be published in the newspapers an hour later. Even to-day photographs are being telegraphed over short distances. Photographs will reproduce all of Nature’s colors."

Watkins Jr. prophezeite schon im 19
Watkins Jr. prophezeite schon im 19. Jahrhundert die Digitalkamera. (Bild: wikipedia.org, „Fotograf bei der Arbeit“ von Roger Rössing, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Watkins Jr. konnte sich bereits um 1900 herum vorstellen, eine Farbfotografie auf telegrafischem Wege zu übertragen. Er war überzeugt: wird irgendwo ein Foto gemacht, sei es möglich, es binnen einer Stunde ganz woanders in Zeitungen zu sehen. Watkins Jr. beschrieb also nicht nur mal eben das Internet, ohne es zu benennen, nein, er spricht letztlich von der Digitalfotografie. In einem weiteren Zitat beschreibt Watkins Jr. unser heutiges Internet oder Sat-Fernsehen schon sehr konkret, wenn er von elektronisch miteinander verbundenen Geräten spricht:

"Man will see around the world. Persons and things of all kinds will be brought within focus of cameras connected electrically with screens at opposite ends of circuits, thousands of miles at a span."

Watkins prophezeite das Smartphone

Watkins Jr.’s Gedanken um die Zukunft drehten sich nicht allein um Telefone, sondern um schnurlose und mobile Telefone – er prophezeite also auch das Mobiltelefon:

"Telephones around the World. Wireless telephone and telegraph circuits will span the world. A husband in the middle of the Atlantic will be able to converse with his wife sitting in her boudoir in Chicago. We will be able to telephone to China quite as readily as we now talk from New York to Brooklyn. By an automatic signal they will connect with any circuit in their locality without the intervention of a “hello girl"."

Okay, die Emanzipation hat Watkins nicht vorhergesehen: ein Boudoir war ein privates Gemach für Frauen. Nichtsdestotrotz griff er der Entwicklung des Mobiltelefons vor, indem er einen Mann inmitten des Atlantik beschreibt, der seine Frau in Chicago anruft.

Theater auf Bildschirmen, etc. – Watkins Jr. hatte Recht

Es beeindruckt nicht nur, was Watkins vorhergesagt hat, sondern auch, die technische Entwicklung anhand der Prophezeiungen zu verfolgen. So sah Watkins etwa „heiße und kalte Luft aus Hähnen“ strömen und beschreibt damit Klimaanlagen. „Fertig gekochte Mahlzeiten“ aus Laboratorien, in denen Elektrogeräte wie elektrische Öfen stehen, kämen laut Watkins mit dem Ziel, die Bevölkerung zu ernähren. Kohle werde knapp und dieser Energieträger würde durch Wasserkraft ersetzt werden – auch das wusste Watkins bereits um 1900 herum!

John Elfreth Watkins sah bereits im 19.
John Elfreth Watkins sah bereits im 19. Jahrhundert das Fernsehen voraus: Theatervorstellungen aus den USA würden Europäer über einen Bildschirm verfolgen können, war er überzeugt. (Bild: „Samsung LED Smart TV“ von Mike Mozart, Lizenz: CC BY 2.0)

Man kann nur darüber staunen, dass Watkins bereits das Fernsehen vorausahnte: Theatervorstellungen aus den USA würden Europäer über einen Bildschirm verfolgen können, war er überzeugt. Sogar Ultraschall und MRT geisterten durch Watkins Gedankenwelt: „Mikroskope werden Organe durch das lebende Fleisch von Mensch und Tier offenlegen. Der lebende Körper wird transparent. Diese Arbeit wird von Strahlen unsichtbaren Lichts erledigt.“

Technik bringt uns weiter, und wir bringen Technik weiter

Die Prophezeiungen von John Elfreth Watkins Jr. beeindrucken immens! Vor allem, wenn wir bedenken, in welcher Zeit sie entstanden: um 1900 herum waren gerade mal die Anfänge dessen spürbar, was heute Realität ist. Wir haben in der technischen Entwicklung bereits viel erreicht und daraus wird mehr als deutlich, dass Technik uns weiterbringt, während wir die Technik weiterbringen. Jetzt aber bist du dran:

Wie siehst du den technischen Fortschritt in 100 Jahren? Werden wir noch einmal auf bahnbrechende Erfindungen wie die des Telefons stoßen oder sind die wirklich großen Erfindungen vorbei? Leben wir in einem Zeitalter, in dem Vorhandenes nur noch optimiert werden kann oder revolutionieren wir unser Leben durch Technik noch mal grundlegend?

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