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Mehrspurig – der Traum vom eigenen Tonstudio - Das Conrad Blog

Das eigene Tonstudio zu Hause ist der Traum jedes Musikers. Eigene Stücke nicht nur komponieren, sondern auch aufnehmen, arrangieren und abmischen. Vor 1979 war dies nur denen vorbehalten, die einen überdurchschnittlich prall gefüllten Geldbeutel hatten. Es dominierten die Spulentonbänder mit 4 oder 8 Spuren. Dazu benötigte man ein passendes Mischpult und die gesamte Peripherie samt Effektgeräten und Regelverstärkern. Zusammen kostete das ein kleines Vermögen. Doch im Jahr 1979 änderte sich dies schlagartig: Tascam brachte sein erstes „Portastudio“ auf den Markt.

Mehrspurig – der Traum vom eigenen Tonstudio
1979: Tascam Portastudio 144

Das „Portastudio 144“ war ein Meilenstein in der Geschichte der Aufnahmetechnik. Statt unhandlicher Spulen kam erstmals die Compact-Cassette zum Einsatz und das Mischpult wurde in das Gerät integriert. Möglich wurde diese Technik durch die Entwicklung neuer Tonköpfe für 4 Spuren (statt 2 Spuren wie bei stereo). Im Unterschied zu Stereo-Cassetten-Recordern war die Cassette allerdings nur in einer Richtung bespielbar und sie lief mit doppelter Geschwindigkeit, um die Tonqualität zu verbessern. Eine C-90er-Cassette ermöglichte also eine Aufnahmezeit von 22,5 Minuten. Als Rauschunterdrückung kam das im HiFi-Bereich bewährte Dolby B zum Einsatz.

Was bedeutet „4 Spuren“?

Man stelle sich vor: 4 Mono-Cassetten-Recorder, die getrennt aufnehmen können, aber gemeinsam gesteuert werden können (Start, Stopp, Aufnahme,…). Sind alle 4 Recorder bespielt, kann man sie gemeinsam wiedergeben lassen und die 4 „Spuren“ zu stereo zusammenmischen. Einziger Unterschied: Die 4 Recorder sind in einem Gerät vereint.

Und wie arbeitet man mit den 4 Spuren?

4 Spuren sind natürlich nicht die Welt und man hat mit argen Einschränkungen zu kämpfen. Beispiel: Schlagzeug (Drum-Computer) mono auf Spur 1, Bass auf Spur 2, Gitarre auf Spur 3 und Gesang auf Spur 4 – und das Band ist voll! Und nun? Was ist mit der zweiten Gitarre, einem Keyboard, einer zweiten Gesangsstimme? Das Geheimnis heißt: Track Bouncing – und das geht so: Man nimmt nur 3 Spuren auf und mischt diese dann zusammen auf die Spur 4, dadurch hat man wieder 3 freie Spuren. Auf zweien davon nimmt man weitere Instumente auf und mischt diese Zusammen auf die Spur 3. So stehen nochmals 2 Spuren zur Verfügung.
Mit diesem Trick kann man 7 „Spuren“ bespielen! Nachteil: Man kann kein Instrument in stereo aufnehmen und die Sub-Mixes sind nur gemeinsam auf der Stereoebene platzierbar.

Spielt man etwas mit einer kompletten Band ein, dann kann man natürlich anders vorgehen: Die komplette Rhythmusgruppe (Drums, Bass, Gitarre) in einem Rutsch auf eine einzige Spur usw.
Wer meint, dass man mit nur 4 Spuren kaum etwas anfangen kann, der sollte sich in Erinnerung rufen, dass fast alle Aufnahmen der Beatles mit 4-Spur-Geräten aufgenommen wurden!

8 Spuren auf Cassette!

8 Spuren auf Cassette!
Tascam 488 MK2

Einige Jahre später war es wiederum die Firma Tascam, die mit einer Überraschung aufwartete. Dank neuer Tonköpfe brachten sie es fertig, 8 Spuren auf das dünne Cassettenband (Musikerjargon: „Schnürsenkel“) zu quetschen! Und allen Unkenrufen zum Trotz, war die Tonqualität des Portastudio 488 erstaunlich gut. Damit waren nun auch komplexere Arrangements und Instrumente in stereo ebenso möglich, wie Track Bouncing in stereo.

Das Band hat ausgedient

Analog zur HiFi-Technik war mit dem Siegeszug der Digital-Technik auch im (Home-) Studio die Cassette zum Aussterben verbannt. Zunächst erschienen Geräte, die auf Daten-Minidisk und Videobändern digital aufnahmen, aber diese wurden schnell von Kompaktstudios mit Festplatte abgelöst. 8, 16 und 24 Spuren sind heute Standard bei Festplatten-Kompaktstudios, die in der Regel auch digitale Effektgeräte beinhalten.

Das Band hat ausgedient
Fostex VF16

Kleinere, preiswerte Geräte verzichten auf die Festplatte und nehmen auf Speicherkarten auf.

Eine weitere Methode ist, einen PC oder ein Notebook mittels einer Software in einen Mehrspurrecorder zu verwandeln – die bevorzugte Methode von Elektronik-Musikern.

Meine eigene Home-Studio-Karriere

Die Geräte für meine ersten Aufnahmeversuche waren: Zwei Cassettenrecorder, ein Mikrofon und ein kleines Mischpult. Ich nahm etwas auf dem einen Recorder auf, spielte das dann über das Mischpult in den zweiten Recorder und mischte über das Mikrofon das nächste Instrument dazu. Diesen Vorgang wiederholte ich, bis das Ergebnis stand – und alles in Rauschkaskaden versank!
1979 war das Portastudio 144 der heilige Gral. Unvergleichlich günstiger als ein Mehrspur-Spulentonband samt Mischpult und Peripherie. Trotzdem kostete das Gerät immerhin noch gute 2400 DM – für einen Schüler (damals) unerschwinglich! Zwar richtete ich mir eine „Portastudio-Spardose“ ein, aber die wollte sich irgendwie nicht füllen.

Meine eigene Home-Studio-Karriere
Mein Heimstudio

Erst 8 Jahre später erfüllte sich mein Wunsch. Andere Firmen hatten es Tascam gleichgetan und die Preise waren merklich gesunken. So wurde ein Yamaha MT1x mein erstes Kompaktstudio: 4 Spuren auf Cassette, dbx-Rauschunterdrückung und jeder Mischpultkanal mit 2-Band-Klangregelung. Dazu gesellte sich noch ein Yamaha REX-50 Multieffektgerät (das ich sogar heute noch einsetze!).

Jahre später folgte ein Tascan 488 MK2 – ein 8-Spur-Kompaktstudio.Wiederum einige Jahre später hielt auch bei mir die Digital-Technik Einzug – in Form eines Fostex VF16 Kompaktstudios: 16 Spuren auf Festplatte und 2 Multieffekte integriert. Diese Maschine ist bis heute das Herzstück meines Home-Studios.

Aber so ganz konnte ich mich von der alten Cassettentechnik nicht verabschieden: Im Wohnzimmer steht eines der letzten jemals gebauten Portastudios – das Tascam MF-P01.

Meine eigene Home-Studio-Karriere
Tascam MF-P01

Warum? Es ist super einfach zu bedienen und dient mir als musikalischer Notizblock. Damit kann ich ganz schnell Ideen festhalten, ohne dass ich erst in mein Studio gehen und viele Geräte hochfahren muss. Mikrofon einschalten, eine Spur auf „Record“ schalten…und los geht´s! Gitarren und einen kleinen Verstärker habe ich sowieso immer im Wohnzimmer.

Grüße

Euer Frank