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Cardboard: Virtuelle Realität für Einsteiger

Cardboard: Virtuelle Realität für Einsteiger
Ein Cardboard-Viewer zusammengesetzt. (Foto: Jan Tißler)

Virtual Reality ist eines der heißesten Themen in der Techwelt für 2015 und auch Google ist dabei: Ihr Projekt Cardboard ist simpel, genial und spottbillig. Man sollte von der Pappe allerdings keine Wunder erwarten.

Setzt man eine Virtual-Reality-Brille auf, befindet man sich im nächsten Moment in einer anderen Welt. Ein Computer generiert sie und eine spezielle Brille macht die Illusion perfekt. Die Gründe: Zum einen der 3D-Effekt, da beide Augen in der Brille eine jeweils angepasste Version angezeigt bekommen. Zum anderen die eingebauten Sensoren, die die Bewegungen des Kopfes erfassen und das Bild passend ändern. Nimmt man dann noch Kopfhörer hinzu, ist man vollends in der alternativen Wirklichkeit angekommen.

Auch wenn die Idee an sich alles andere als neu ist, hat sie aktuell einen enormen Schub erhalten. Der Grund: Die Technik ist endlich soweit, dass virtuelle Welten außerhalb von Labors und sündhaft teuren Simulatoren gut genug funktionieren. Wichtigster Auslöser war dabei die Oculus Rift. Erst hatten deren Macher ein sehr erfolgreiches Kickstarterprojekt für die Anschubfinanzierung auf die Beine gestellt. Dann kam Facebooks Mark Zuckerberg des Wegs und schob mal eben 2 Milliarden US-Dollar über den (virtuellen) Tisch.

Eine VR-Brille zum Selberbasteln

Eine VR-Brille zum Selberbasteln
Der Bausatz plus ein verstellbares Gummiband, um sich das Gerät später an den Kopf schnallen zu können. (Foto: Jan Tißler)

Die Oculus Rift muss man dabei an einen PC oder Mac anschließen. Tatsächlich aber haben auch moderne Smartphones schon vieles an Bord, was man für virtuelle Welten benötigt. Und auf genau dieser Erkenntnis basiert Googles „Cardboard“-Projekt. Hier baut man sich seine VR-Brille aus Pappkarton, Klettverschlüssen, Kunststofflinsen, einem Magneten und etwas Gummiband selbst. Als Computer und Display dient dabei ein Smartphone, idealerweise mit Android. Dann braucht es nur noch eine passende App, man platziert das Handy in der Pappbrille, schaut hinein und… ist mittendrin.

Das funktioniert tatsächlich erstaunlich gut, man sollte allerdings nicht zu viel erwarten. Aber dafür hat Google Cardboard eine andere Stärke: der Preis. Während die aktuelle Entwicklerversion der Oculus Rift 350 US-Dollar plus Steuern und Versand kostet, ist man mit der Pappversion für einen Bruchteil dieses Preises dabei: 15 bis 20 Euro.

Bausatz-Anbieter und weitere Informationen findet man auf Googles offizieller Cardboard-Seite. Wer will, kann sich hier auch den Bauplan herunterladen. Wer stattdessen auf einen der Anbieter von Bausätzen und fertig montierten Geräten zurückgreift, findet auch Exemplare aus Plastik oder Schaumstoff. Für meinen Test habe ich mich für Unofficial Cardboard entschieden. Es gibt aber einen Bausatz auch hier bei Conrad. Der kam für mich allerdings nicht so in Frage, weil ich in den USA lebe.

Schnell zusammengesetzt und ausprobiert

Schnell zusammengesetzt und ausprobiert
Inhalte des Pakets von „Unofficial Cardboard“. (Foto: Jan Tißler)

Einige Tage später kam der erstaunlich kleine Umschlag jedenfalls bei mir an. Wie sich herausstellte, ist das Zusammensetzen tatsächlich recht einfach. Nach ein paar Minuten hat man sein kleines Stück Zukunftstechnologie in den Händen. Die pappige Anmutung ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber das Material erfüllt seinen Zweck. Und wer will sich schon beschweren bei dem Preis?

Sein Smartphone sollte man mit dem beiliegenden Gummiband sichern, denn es rutscht doch recht leicht heraus. Leider funktioniert mit meinem Nexus 4 der Magnettrick nicht besonders gut: Eigentlich soll man den Magneten an der Gehäuseseite einfach kurz verschieben und zurückschnappen lassen, um auf dem Smartphone eine Aktion auszulösen. Schließlich kann man das Display nicht mehr anfassen, wenn man die Brille nutzt. Das aber ignorierte zumindest mein Androide. Im Netz fand ich den Tipp, den Magneten stattdessen kurz gegen den Kopfhöreranschluss zu tippen. Das funktionierte dann tadellos. Nicht gerade elegant, aber darum geht es hier auch nicht wirklich.

Als erstes installiert man sich Googles offizielle Cardboard-App. Darin findet man einige erste Techdemos, die schon einen recht guten Eindruck vermitteln. Dazu gehören beispielsweise Google Earth oder auch ein Cartoon. Innerhalb der App wiederum findet man darüber hinaus Verweise auf weitere Apps, die bereits mit Cardboard zusammenarbeiten. Im Play Store gibt es dazu außerdem eine eigene Abteilung. Hier finden sich etliche Spiele, aber auch eigens angepasste Filmtrailer oder ein Musikkonzert.

Stärken und Schwächen

Stärken und Schwächen

Ich habe mir mein Cardboard bestellt, weil ich einmal selbst ausprobieren und erleben wollte, woran gerade gearbeitet wird. Technisch finde ich Virtual Reality faszinierend und ich kann mir auch gut vorstellen, dass es dafür zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in der Zukunft gibt. Mit Blick auf den heutigen praktischen Nutzen bin ich allerdings noch skeptisch.

Man sollte Google Cardboard dabei nicht als Maßstab für das nehmen, was man mit ausgewachsenen Headsets wie Oculus Rift oder dem brandneuen HTC Re Vive machen kann. Wenn man sein Smartphone so dicht vor den Augen hat, sieht man beispielsweise sehr klar die einzelnen Pixel. Die Rechenpower ist zudem begrenzt und gerade virtuelle Welten brauchen eine Menge davon, damit sie gut funktionieren. Das wiederum treibt den Stromverbrauch in die Höhe und saugt den Akku in Windeseile leer. Die eingebauten Sensoren der Smartphones sind für diesen Anwendungszweck nicht gedacht gewesen und beispielsweise aus Stromspargründen weniger empfindlich als sie sein könnten. Die Dateigrößen von VR-Anwendungen können enorm sein. Und so weiter und so fort.

Hinzu kommen generelle Probleme mit Virtual Reality, die teilweise auch die großen Brillen und ihre Anwendungen betreffen. So berichten manche Nutzer von Schwindelgefühlen und Übelkeit. Es kann auch sehr anstrengend für die Augen sein. Generell wird empfohlen, häufige Pausen einzulegen. Wenn man sich durch die Welt bewegen und mit ihr interagieren will, braucht man zudem vielfach einen Controller in den Händen. Überhaupt ist die Interaktion in VR noch ein Punkt mit vielen offenen Fragen. Wir haben es hier eben mit einer Technik zu tun, die noch ganz am Anfang steht.

Mein Fazit

Um mein erstes Fazit auf den Punkt zu bringen: Google Cardboard ist perfekt, wenn man sich für Virtual Reality interessiert und einmal damit herumspielen möchte. Neben den klassischen Pappmodellen gibt es zunehmend hochwertigere Modelle. Wobei ich das Geld dafür nicht ausgeben würde, da sie im Prinzip nur wenig besser oder mehr können. Zum jetzigen Stand der Dinge bezweifle ich allerdings generell, dass viele Nutzer regelmäßig zu ihrer Cardboard-Brille greifen werden und gar nicht mehr darauf verzichten möchten. Zugegeben: Ich habe noch etliche Dinge, die ich gern ausprobieren möchte. Und wer weiß, ob mich da nicht doch noch etwas packt.

Solange man sich bewusst ist, welche Einschränkungen Googles Cardboard hat, ist es aber ein feines Gadget zum unschlagbar günstigen Preis.

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