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Von Akku-Lügen und Batterie-Mythen

Peter Kohl
Einkauf Akkus, Batterien, Ladegeräte

Ob kolportierte Geschichten zu Behandlung, Pflege und Entsorgung, kursierende Internet-Meldungen über giftige Substanzen und explodierende Zellen oder vermeintlich clevere „Expertentipps“ für ein längeres Leben: Über Akkus und Batterien machen oft sehr widersprüchliche oder schlichtweg falsche Hinweise die Runde. Was ist wirklich dran an den hartnäckigsten Gerüchten?

Von Akku-Lügen und Batterie-Mythen
Mythen rund um das Thema Akkus und Batterien.

Akkus und Batterien sind aus unzähligen Bereichen des Lebens nicht mehr wegzudenken. Doch so selbstverständlich der alltägliche Umgang mit den mobilen Stromspeichern einerseits ist, so weit verbreitet sind andererseits auch die Mythen und das Halbwissen rund um die Energiezellen, der Conrad Blog klärt auf.

Der „Memory-Effekt“

Der Mythos-Klassiker schlechthin ist die Geschichte vom sogenannten „Memory-Effekt“: Dieser besagt, dass ein Akku einen Teil seiner Kapazität verliert und sich nicht mehr vollständig aufladen lässt, wenn er nicht komplett entladen und somit zu früh wieder aufgeladen wurde. Befindet sich im Akku also zu Beginn des Aufladevorgangs noch eine Restladung von 25%, wird er sich beim nächsten Mal nur bis zu dieser 25-Prozent-Grenze entladen. In diesem Beispiel würde der Akku schließlich ein Viertel seiner Gesamtkapazität einbüßen.

Was zugegeben früher noch beim Einsatz von Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) zu beobachten war, stimmt heute nicht mehr. Längst sind Nickel-Metall-Hydrid-Zellen (NiMH) Standard und diese kennen keinen „Memory-Effekt“. Auch Lithium- Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus sind davon nicht betroffen. NiMH- und Lithium-Akkus reagieren vielmehr auf Über- und Tiefentladung empfindlich. Daher sollte man für diese Akkutypen immer intelligente Ladegeräte verwenden, welche den Ladestrom automatisch regeln.

Keller statt Kühlschrank

Zudem verhindern moderne Ladestationen eine Überhitzung der NiMH-Akkus, die den Energiezellen gar nicht gut bekäme. Denn grundsätzlich mögen es Akkus eher kühler.

Jedoch sollte man seine Stromspeicher keineswegs wie verderbliche Lebensmittel lagern und dem sehr beliebten Tipp der Kühlschranklagerung Glauben schenken. Abgesehen davon, dass sich Akkus bei ca. 15 bis 17 °C ohnehin „am wohlsten“ fühlen, sorgen die sehr tiefen Temperaturen oder Minusgrade im Kühl- und Gefrierschrank für den Verlust der elektrischen Spannung.

Ferner ist hier die Gefahr einer Kondenswasserbildung groß – und diese würde den Akku letztlich zerstören. Ergo ist ein trockener Keller der beste Lagerort für einen Akku.

Lebensverlängernde Maßnahmen

Kühl gelagerte Akkus haben nachweislich tatsächlich eine höhere „Lebenserwartung“. Obwohl jede Energiezelle unabhängig von der Temperatur mit jedem Ladezyklus altert und an Leistung verliert, beschleunigen höhere Temperaturen diesen „Alterungsprozess“ zusätzlich. Das erklärt auch den wohl bereits von jedem Nutzer beobachteten Leistungsabfall eines typischen Notebook-Lithium-Akkus. Lagert die ser bei 25 °C, besitzt er nach einem Jahr nur noch 80% seiner ursprünglichen Ausgangsleistung.

Dass ge wöhnliche Betriebstemperaturen von etwa 45 °C die Lebensdauer dann nicht gerade verlängern, liegt auf der Hand. Daher sollte man z. B. zu Hause so oft wie möglich auf Netzbetrieb umschalten und dem Akku bis zum nächsten mobilen Einsatz eine kühle Ruhepause gönnen.

Heißes Gerücht

Angesichts der Tatsache, dass es Akkus und Batterien eher unterkühlt mögen, dürfte sich ein weiteres hartnäckiges Gerücht von ganz allein entlarven: Denn natürlich lassen sich leere Batterien nicht wieder auf einer Heizung „fit“ machen.

Statt die letzten minimalen Reserven aus dem kleinen Stromspeicher zu „kitzeln“, besteht vielmehr die Gefahr einer Überhitzung sowie des Aufreißens der Hülle. Und da Einwegbatterien in der Regel mit Nickel- und Alkalilösungen befüllt sind, könnten ätzende Stoffe und entzündbare Gase freiwerden.

Finger weg von diesem „explosiven Tipp“!

Explosive Geschichten

Explosionen werden vielmehr mit Lithium-Akkus in Verbindung gebracht. Immer wieder gibt es „glaubwürdige“ Berichte aus dem Bekanntenkreis oder „Live-Mitschnitte“ auf Videoportalen im Internet, die diese explodierenden Mobiltelefon- und Notebook-Akkus angeblich belegen wollen. Doch Vorsicht: Sicherlich kann es aufgrund von Produktionsmängeln bei ungeprüften Billigprodukten oder Manipulationen zu beschädigten Akkuzellen und damit theoretisch zu einer Explosion kommen.

Jedoch ist diese mehr als unwahrscheinlich, da moderne Akkus über eine Temperaturkontrolle verfügen, die eine Überhitzung oder gar Schlimmeres verhindert.

Akkus oder Batterien?

Zum Abschluss noch eine wahre Geschichte: Es ist durchaus richtig, dass Akkus – so umweltfreundlich und leistungsstark sie auch sein mögen – nicht in jedem Fall bzw. in jedem Gerät Batterien vorzuziehen sind. Denn überall dort, wo nur kurzzeitig Energie verbraucht wird, wie z. B. in Fernbedienungen, Uhren, Rauchmeldern oder Taschenlampen, ist das Einwegprodukt die bessere Wahl. Da NiMH-Akkus immer etwas Strom abgeben, auch wenn sie nicht benutzt werden und sich dadurch im Laufe der Zeit selbst entladen – bis zu 60% in einem Monat! –, müssten sie sehr viel häufiger ausgetauscht werden als eine Batterie. Die neuen NIMH-Akkus in LSD-Technik (Low Self Discharge) bilden aber hier eine Ausnahme.Bei diesen Akkugenerationen liegt die Selbstentladung ähnlich niedrig wie bei Pimärbatterien.

Viele Grüße,
Euer Peter