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Bodenständiger Tekkie-Globetrotter

Tekkie Story Bodenständiger Tekkie-Globetrotter
Richard Wagner kümmert sich liebevoll um die Sanierung von Wohnungen und Häusern – manchmal sogar für sehr kleine Bewohner.

Als Strandbarbetreiber in Lateinamerika lernte Richard Wagner die Kunst des täglichen Improvisierens: Heute arbeitet der 47-jährige in Regensburg als „All in one“- Sanierungsspezialist – und beantwortet „Können Sie das auch?“-Fragen von Kunden fast immer mit „Ja“.

 

Messen, schrauben, bohren, schneiden, kleben, anrühren: Richard Wagner macht alles, Richard Wagner kann alles, Richard Wagner ist ein Allround-Tekkie. „Und wenn ich etwas nicht kann, dann bringe ich es mir eben bei.“ Von dieser Devise geleitet hat der Maschinenschlosser in den vergangenen Jahren in seiner Heimatstadt Regensburg ein florierendes Unternehmen für Sanierungsarbeiten aufgebaut. Meistens werden seine Kunden über Mund-zu-Mund-Propaganda auf ihn aufmerksam. Auch beim heutigen Auftrag in einem 1960er-Mehrfamilienhaus war das so: „Ich habe letzten Sommer im Nachbarhaus mehrere Wochen den Keller abgedichtet, und dann kam irgendwann mein jetziger Auftraggeber auf mich zu, weil er seine Erdgeschosswohnung entkernen und sanieren lassen wollte.“ Momentan ist Wagner im Bad beschäftigt: Er bereitet die Wand vor, misst die Abstände, schneidet die zu verlegenden Fliesen zurecht. Doch das ist bei weitem nicht alles, was in diesem Objekt auf dem Programm steht.

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Anders als beim Neubau: Beim Sanieren existieren meistens keine Pläne mehr. Alle Maße müssen vor Ort abgenommen werden.

„Alles aus einer Hand“ als Unternehmensmotto

„Bei den meisten Aufträgen läuft es so“, erzählt er, „dass ich zunächst für eine Tätigkeit engangiert werde, und dann kommt die typische Eigendynamik ins Spiel.“ Soll heißen: An gleicher Stelle sind weitere Handwerks-, Abriss- oder Sanierungsarbeiten fällig. Die daraus resultierenden „Können Sie das auch?“-Fragen der Kunden kann Richard Wagner fast immer mit „Ja“ beantworten. Und so hat er in den Wochen zuvor in der Erdgeschosswohnung unter anderem die marode Decke saniert, die Wände in „Altbauoptik“ glatt geschliffen und diverse Malerarbeiten erledigt.

,,Mich treibt eine unbändige Neugierde, täglich etwas Neues zu lernen."

 

Wagners Visitenkarte spiegelt exakt seine Arbeitsphilosophie: Dort stehen unter dem Namen seiner Firma – „ALL IN ONE“ – die drei Schwerpunkte: Renovierung, Neugestaltung, Consulting. Auf eine eigene Website oder einen Facebook-Auftritt verzichtet Wagner ganz bewusst. „Das kostet Zeit und lenkt mich von der Arbeit ab.“ Lieber berät er persönlich, macht kreative Vorschläge, zeigt auf Vorher-Nachher-Bildern früherer Aufträge, was möglich ist. Der Vorteil für den Kunden: „Wenn einer alles macht, ist für ein stimmiges Gesamtbild und eine reibungslose Abstimmung zwischen den einzelnen Sanierungsetappen gesorgt. Und es entfällt die Wartezeit auf den nächsten Handwerker.“

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Die perfekte Sanierung passiert Raum für Raum. Was den meisten Staub produziert, macht man am besten zuerst.

Lateinamerikanische Lässigkeit trifft deutsche Gründlichkeit

 

Oft arbeitet der 47-Jährige gemeinsam mit seinen beiden Angestellten an mehreren Baustellen parallel. Das ist zuweilen zeitaufwendig und stressig. Um so wichtiger ist Richard Wagner der entspannte Start in den Job: „In unserem Team beginnt der Tag erst mal mit einem Kaffee, das ist das allerwichtigste“, sagt er augenzwinkernd. „Dabei wird diskutiert, was auf dem Plan steht.“ Der Mann mit dem Fünf-Tage-Bart spricht bairische Mundart, und er wirkt dabei stets wie jemand, der tief in sich ruht. Bei der Arbeit trägt er keinen Blaumann, sondern Mütze, Jacke und Hose eines angesagten Workwear-Labels: Ein Individualist, der auffällt, ohne es darauf anzulegen. Ein Ex-Auswanderer, der fließend Englisch und Spanisch spricht. Ein Globetrotter, der Wert auf Bodenständigkeit legt.

 

,,Als Strandbarbetreiber in Nicaragua musste ich meine Tekkie-Fertigkeiten perfektionieren.''

 

Es fällt nicht schwer, sich Richard Wagner hinter dem Tresen der Strandbar vorzustellen, die er früher im Suferort San Juan del Sur in Nicaragua betrieben hat. Vieles von dem, was ihm heute als Sanierungsspezialist zu Gute kommt, hat Wagner, in dieser Zeit gelernt. „In Mittelamerika musst du einfach eine Tekkie-Affinität haben, um etwas auf die Beine zu stellen.“ Nach drei Jahren Außendienst als Maschinenschlosser blieb er mit Anfang Zwanzig als Rucksacktourist in Nicaragua hängen. Nach zehn Jahren verkaufte er „Ricardos Bar“ und plante und baute mit einem Partner und 50 Angestellten erfolgreich Häuser für wohlhabende Amerikaner. Dann entschloss sich Wagner zum Neustart in Deutschland. Inzwischen ist er mit einer nicaraguanischen Frau verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von vier und sechs Jahren, die zweisprachig aufwachsen.

 
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Bauen ist immer eine abenteuerliche Mischung aus Planung und Improvisation. Jeder Tag hält garantiert neue Überraschungen bereit.

Weihnachtsmarktaufbau für die Fürstin von Thurn und Taxis

 

Manchmal übernimmt Richard Wagner auch Aufträge abseits von Sanierungsmaßnahmen. So ist er zum Beispiel der in Regensburg ansässigen Fürstenfamilie von Thurn und Taxis empfohlen worden. „Für die baue ich schon seit Jahren auf dem Schlossgelände den Weihnachtsmarkt auf.“ Darüber hinaus hat er noch einen weiteren kleinen Nebenjob: In Regensburg und Nürnberg verkauft Wagner gemeinsam mit seiner Frau auf Volksfesten lateinamerikanische Snacks, Drinks und Spezialitäten, „zum Beispiel Quesadillas oder Mojito“. Klar, dass Globettrotter-Tekkie Wagner dafür keinen sündhaft teuren Foodtruck angeschafft, sondern einfach selbst die passende Hütte gebaut hat. Neun Quadratmeter Nicaragua in Deutschland. „Das ist sehr authentisch und kommt deswegen auch sehr gut an.“

 

Keine Angst vor Neuanfängen

 

Richard Wagners Tekkie-Leidenschaft begann, als er mit zwölf Jahren ein Interesse für ferngesteuerte Autos und andere Spielereien entwickelte. „Damals war der Conrad-Katalog für mich der Almanach schlechthin.“ Leidenschaft – das ist bis heute ein Fixpunkt in Wagners Leben: „Ich muss das mögen, was ich beruflich mache. Sobald Widerwille einzieht, höre ich auf. Ich habe schon öfter von Null angefangen und keine Angst vor Neuem.“ Wer Richard Wagner trifft, hat indes nicht den Eindruck, dass seine Vorliebe für Sanierungsarien in absehbarer Zeit erlöschen könnte. Zum Abschluss des heutigen Arbeitstags steht eine nicht alltägliche Aufgabe an:  Der Regensburger steht auf einer Leiter und befestigt an der Außenwand des 60er-Jahre-Hauses einen hölzernen Nistkasten für Vögel. „Auch das passt zu meinem Motto“, sagt er, „Erhalt geht vor Neubau! Egal wie groß das Haus ist.“