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Fahrradblinker to go

Der SeniTurn kann individuell angepasst werden – von der Kinderhand ohne Handschuh bis zur Erwachsenenhand mit Handschuh

Wegweisende Innovation: Der Vorarlberger Daniel Leeb hat einen Hightech-Sensor entwickelt, der auf den Handrücken geschnallt wird und automatisch blinkt, wenn ein Radfahrer den Arm zum Abbiegesignal hebt. Erweiterte Zielgruppe: Fußgänger, Schulkinder, Reiter, Jogger und Inlineskater.

Es gibt Menschen, die negative Erfahrungen verarbeiten, indem sie positive Kreativität freisetzen. Daniel Leeb ist einer von ihnen: Als 14-Jähriger will er nach der Schule mit dem Fahrrad in die Zufahrt seines Elternhauses einbiegen. Er streckt den linken Arm aus, zeigt die Richtung an, in die er sich bewegen wird. Erst dann fährt er vom rechten Rand der schnurgeraden Straße langsam Richtung Mitte – bereit, im nächsten Moment links abzubiegen. Alles vorschriftsmäßig. Doch diesmal hat ein Auto hinter ihm das Handsignal übersehen, hupt den Jungen aggressiv an, bremst. Er erschrickt, bricht ab, zieht zurück nach rechts. Dabei wird er seitlich erfasst, rollt über die Motorhaube, landet auf dem Asphalt – zum Glück ohne sich zu verletzen. Dennoch hat der Unfall Spätfolgen: Mit 28 Jahren, genau doppelt so alt wie damals, steht Daniel Leeb kurz davor, mit einem Produkt in Serie zu gehen, das helfen soll, schwächere Verkehrsteilnehmer – vor allem Radfahrer – zu schützen: dem SeniTurn.

Der SeniTurn während der Montage und rechts der Prototyp.

SeniTurn – ein Blinker zum Auf-die-Hand-Schnallen

Die Abkürzung steht für „Sensor integrated Turn Signal“. Ein einfaches Prinzip: Ein integrierter Sensor reagiert auf die Bewegung des Arms und unterstützt das Abbiegen durch ein Blinksignal. „Hätte ich damals einen SeniTurn gehabt, wäre ich vermutlich nicht übersehen worden“, sagt Daniel Leeb. Um vorzuführen, wie seine Erfindung funktioniert, wird der Start-up-Gründer wieder links abbiegen. Diesmal nicht in die Zufahrt zum Elternhaus, sondern auf den Parkplatz seines Firmensitzes: eine Dornbirner Gründerzeit-Villa mit Türmchen und Hortensienvorgarten, in der ein Coworking Space untergebracht ist. Nach den ersten Entwicklungen in der elterlichen Garage ist er hierhin umgezogen.

Mit dem SeniTurn werden Handsignale sichtbarer.

Leeb steht mit seinem Fahrrad zwanzig Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Startposition. Mit Hilfe
eines verstellbaren Klettverschlussbandes und einer Schlaufe für den Mittelfinger schnallt er sich sekundenschnell je einen SeniTurn auf die Handrücken. Er fährt an, folgt der Straße. Als er vor der Büroeinfahrt den linken Arm in Abbiegerichtung ausstreckt, beginnt das Gerät an der Hand automatisch und deutlich sichtbar zu blinken. Richtungsänderung mit LED-Unterstützung. Demonstration gelungen.

 Auch für Fußgänger, Jogger und Inlineskater interessant

„Wir unterstützen mit dem SeniTurn einen ohnehin getätigten Bewegungsablauf, das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, sagt Daniel Leeb und spielt damit auf Konkurrenzprodukte an, die LED-Blinker in Fahrradhelme oder Jacken einbauen. Kurz darauf klappt er auf einem Bürotisch das orange Plastikgehäuse auf und legt das Innenleben seines SeniTurn-Prototypen frei: Neben dem Akku ist die elektronische Einheit inklusive Chip und Bewegungssensor zu sehen, auf der sich eine LED-Lampe und ein Button befinden. Das Konzept des Produkts entspricht Leebs persönlichen Vorlieben: „Wenn ich mich für ein technisches Gerät interessiere und merke, dass ich nur maximal die Hälfte seiner Funktionen verwenden würde, dann kaufe ich es nicht.“ Genau aus diesem Grund habe er das automatische Blinksystem so einfach wie möglich konzipiert: Tatsächlich können die vier Funktionsmodi des 18 Gramm leichten SeniTurn bequem per Knopfdruck durchgeschaltet werden: Die LED kann nicht nur automatisch blinken und das Abbiegen unterstützen, sie kann auch in einen Dauerblinkmodus gestellt werden – vergleichbar mit der Warnblinkanlage bei Autos. „Wenn man nach einem Unfall je einen SeniTurn vorne und hinten am Fahrrad befestigt, kann man die Unfallstelle sichern.“ Als aktives Signal ist der Warnblink-Modus im Grunde genommen für alle interessant, die bei schlechter Sicht oder Dunkelheit besser gesehen werden möchten: Fußgänger, Jogger, Reiter, Inlineskater oder Onewheel-Fahrer.

Vier Funktionsmodi sorgen für Sicherheit und können individuell angepasst werden.

SOS-Signal und Black-Box-Modus

Ein weiterer Vorteil: Bei einem Sturz schaltet der Bewegungsmelder das Gerät automatisch in den SOS Modus. Dreimal kurz blinken, dreimal lange blinken, dreimal kurz blinken. „Der Akku hält beim SOS Signal rund 15 Stunden“, sagt Daniel Leeb. So könne zum Beispiel ein Mountain-Biker, der auf einem abgelegenen Trail gestürzt und verletzt oder bewusstlos liegen geblieben ist, besser gefunden werden. Die vierte Funktion des SeniTurn dient zur Datenaufzeichnung: „Ein Chip protokolliert Datum und Uhrzeit und hält fest, wann man abbiegt.“ Nach einem Unfall können die Daten per USB-Kabel ausgelesen und zur Beweissicherung eingesetzt werden.

Vor der Herstellung im 3D-Drucker wird das Gehäuse eines Prototyps detailliert am Bildschirm vorbereitet.

Daniel Leeb möchte den SeniTurn als „Out of the Box“-Lösung ausliefern. Was bedeutet: Anlegen, anschalten – und schon funktioniert das Gerät. Allerdings kann der Bewegungssensor bei Bedarf über die mitgelieferte Software auf eine Arm-Wunschposition hin optimiert werden. Schließlich fährt ein Rennradfahrer in einer anderen Grundhaltung als ein „normaler“ Radfahrer – und streckt dementsprechend anders den Arm aus.

Vorarlberger Crowdfunding-Pionier

In seiner Heimat Vorarlberg gilt Daniel Leeb inzwischen als Vorzeigeunternehmer Er ist der erste Start up-Gründer aus der Region,
der sein Unternehmen über Crowdfunding finanziert hat: Zunächst sorgte eine Startnext-Kampagne mit mehr als 8000 Euro für die erste Basis. Danach stellte Leeb seine Geschäftsidee in der Start-up-Show „2 Minuten – 2 Millionen“ des österreichischen TV-Senders Puls4 vor. Der Auftritt überzeugte mehrere prominente Investoren, die sich mit weiteren 50.000 Euro beteiligten. Zuletzt präsentierte Leeb sein Unternehmen auf der Crowdinvesting-Plattform Conda – und erhielt von 105 Unterstützern rund 118.000 Euro.

"Das Crowdfunding war für mich ein Erfolgsfaktor: Wenn so viele Leute an einen glauben, gibt man alles, um das bestmögliche Ergebnis abzuliefern."

Nach mehr als drei Jahren Nebenbei Entwicklung geht Daniel Leeb in den Endspurt. Vor kurzem hat er seinen Job in der IT-Abteilung eines großen Unternehmens aufgegeben um sich ausschließlich dem SeniTurn zu widmen. Momentan laufen die letzten Tests, damit das Produkt so kundenfreundlich wie möglich gestaltet werden kann.Die Produktion wird ein externer Dienstleister übernehmen. „Wir haben bereits über 1000 Vorbestellungen von großen Unternehmen, die den SeniTurn ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen wollen.“

Verkaufsstart im Frühjahr 2016

Experten trauen Leeb zu, mit seiner Erfindung neue Standards in der Verkehrssicherheit zu setzen. Ob er stolz auf das Erreichte ist? Leeb zögert: „Ich weiß, wie viel Arbeit noch auf mich wartet. Ich fühle mich gut, aber so richtig stolz werde ich erst sein, wenn der SeniTurn zum ersten Mal im Laden steht und Leute ihn kaufen.“ Ab Frühjahr 2016 soll es so weit sein. Wenn es nach Daniel Leeb geht, ist das nur der Anfang: Längst hat der 28-Jährige weitere Pläne. Schließlich hat er sein Unternehmen nicht umsonst SeniTec getauft. Das steht für „Sensor integrated Technologies“. Gut möglich also, dass Jungunternehmer Leeb und sein Team nach der erfolgreichen Einführung des SeniTurn die Fühler auch in andere Branchen ausstrecken: „Nicht nur bei der Verkehrssicherheit, auch im Textil- und Medizinbereich wird in den nächsten Jahren sensortechnisch noch viel passieren. Und wir wollen mit dabei sein.“

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