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Wenn das Internet der Dinge mit Gabelstaplern flirtet, dann...

Tekkie Story Wenn IoT mit Gabelstaplern flirtet
Boris Crismancich bei seinem Kunden Willenbrock. Neu eingetroffene Gabelstapler melden sich hier selbst an – per Mail und SMS.

Ein Musterbeispiel für kostengünstige und systemübergreifende IoT-Lösungen: Boris Crismancich möchte den Wareneingang eines Gabelstaplerhändlers revolutionieren – und nutzt dazu das Wenn-dann-Prinzip der neuen Online-Plattform Conrad Connect.

Boris Crismancich hat eine Gabe, über die bei weitem nicht jeder Programmierer verfügt: Er kann nicht nur Software schreiben und Lösungen für das Internet der Dinge entwickeln – er kann das, was er macht oder machen könnte, auch Leuten, die wenig bis gar keine Ahnung von Technik haben, leidenschaftlich erklären. In dieser Mission ist der 36-jährige als Senior Consultant für die in Oldenburg und Hamburg ansässigen Berater und Entwickler für IoT und Digitalisierung von Erminas unterwegs. Neuerdings betreut er dabei nicht nur große Konzerne, sondern auch verstärkt den gehobenen Mittelstand. Der ist bekanntermaßen oft skeptisch, wenn es um Themen wie Internet der Dinge oder Cloud-Vernetzung geht. Doch beim Gabelstapler-Händler Willenbrock trifft Crismancich auf offene Ohren. Das Bremer Unternehmen hat sich neuen Technologien gegenüber geöffnet, ja sogar eine eigene Abteilung für Digitale Lösungen eingerichtet.

Tekkie Story Wenn IoT mit Gabelstaplern flirtet
Logistik der Zukunft: Bluetooth Beacons identifizieren die Gabelstapler vom Wareneingang über die Servicewerkstatt bis zur Auslieferung.

Ein Stapler, der ein „Ich bin da – holt mich ab!“-Signal sendet

Die Willenbrock Fördertechnik GmbH ist Vertriebshändler des führenden Gabelstaplerherstellers Linde. Aktuell soll nun der Wareneingang digital optimiert werden. Die Grundkonstellation ist folgende: Wenn Linde direkt vom Werk einen neuen Stapler in Bremen anliefert, müssen diverse Willenbrock-Mitarbeiter mündlich, schriftlich oder telefonisch informiert werden. „Das ist natürlich recht aufwendig“, sagt Crismancich. „Und angesichts der vielen Anlieferungen besteht die Gefahr, dass mal jemand vergessen wird. Das wiederum könnte den weiteren Weg des Produkts bis zum Endkunden verzögern.“

,,Mit Conrad Connect kann man IoT-Lösungen extrem schnell und kostengünstig umsetzen."

 

Bei der Lösung, die Crismancich mit Hilfe des neuen Online-Dienstes Conrad Connect entwickelt hat, geben die Gabelstapler selbst ihre Ankunft in der Wareneingangsebene bekannt: An jedem einzelnen ist ein batteriegroßer Bluetooth-Sender befestigt, der von einem Raspberry-Pi-Minicomputer am Lagereingang automatisch erkannt wird. Dieser Minicomputer ist wiederum über WLAN mit der Online-Plattform Conrad Connect verbunden. „Dort stupst der Raspberry Pi einen Workflow an, und Conrad Connect übernimmt den Rest.“ Was konkret bedeutet: Die zuvor entsprechend eingestellte Online-Plattform verschickt E-Mails und SMS-Nachrichten an den Wareneingang, an die Buchhaltung, an die stellvertretende Geschäftsleitung und an die Abteilung „Digitale Lösungen“. Außerdem zeigt eine IoT-kompatible Infoleuchte von Philips den Mitarbeitern vor Ort an, dass ein neuer Stapler eingetroffen ist. Auch auf lokale Wetterdaten kann Conrad Connect zugreifen: Wenn nötig geht eine zusätzliche SMS an die Lagercrew raus. „Neugerät steht im Regen, bitte sofort reinholen.“

Conrad Connect als IoT-Beschleuniger für den Mittelstand

Bisher existiert die von Crismancich skizzierte Lösung nur in der Theorie. „Damit wir das auch praktisch umsetzen können, müssen intern noch einige Details geklärt werden – zum Beispiel, wer die Bluetooth-Sender zu welchem Zeitpunkt an den Staplern anbringt.“ Während er das sagt, sitzt Crismancich in der Nähe der Willenbrock-Wareneingangsebene in einem Büroraum und öffnet seinen Laptop. „Man kann traditionelle Abläufe in einem mittelständischen Unternehmen natürlich nicht von heute auf morgen digital umkrempeln“, erzählt er. „Das geht nur langsam und behutsam – und indem man immer wieder den Nutzen erklärt.“ Mit der Internet der Dinge-Plattform Conrad Connect hat der IoT-Erklärer Boris Crismancich einen idealen Komplizen gefunden, um eben diesen Nutzen zu vermitteln. Einen großen Vorteil sieht er darin, dass der neue Online-Dienst ohne Downloads und je nach Anwendung ohne bzw. fast ohne zusätzliche Softwareentwicklung auskommt. So sei für die beschriebene Wareneingangsoptimierung lediglich ein kleiner Hilfscode nötig gewesen. „Und der ist in ein paar Stunden geschrieben und eingerichtet.“

Tekkie Story Wenn IoT mit Gabelstaplern flirtet
Wenn das System einmal steht, ist die Programmierung der Beacons ein Kinderspiel.

Nach dem Wenn-dann-Prinzip herstellerübergreifend vernetzen

Um die Funktionsweise zu demonstrieren, ruft Crismancich im Browser seines Laptops Conrad Connect auf und steuert den Regeleditor für den zuvor beschriebenen Wareneingangs-Workflow an. Jedes einzelne Element ist durch ein grafisches Symbol dargestellt. „Man kann per Drag & Drop ganz unkompliziert Produkte und Aufgaben miteinander verknüpfen und eine Regel erstellen.“ Dazu muss der User die gewünschten Sensoren und Aktoren mit der Maus in das Editorfenster ziehen, sie über Linien verbinden und die gewünschte Aktion auswählen. Heraus kommen Abläufe, die nach dem Wenn-dann-Prinzip funktionieren. Im konkreten Fall von Willenbrock heißt das: WENN ein neuer Stapler durch den Minicomputer am Wareneingang erkannt wird, DANN schickt dieser E-Mails und SMS an die Personen A, B, C, D und aktiviert die Infoleuchte im Lager.

„Die Möglichkeiten, die sich hier bieten, sind praktisch unbegrenzt“, sagt Crismancich – und skizziert ein einfaches Beispiel aus seinem Arbeitsalltag: „Immer wenn das Netatmo-Messgerät bei uns im Büro einen CO₂-Gehalt feststellt, der ein kritisches Level überschreitet, geht automatisch der Ventilator an, um die Luftqualität zu verbessern.“

Der Commodore 64 als Initialzündung einer Tekkie-Karriere

Boris Crismancich könnte noch unzählige weitere Wenn-dann-Beispiele zum Besten geben. Der Wahl-Hamburger ist eine ständig sprudelnde Quelle für IoT-Lösungen. Motto: Zeig mir den Ort, um den es geht, und ich sage dir, welche Daten du dort erheben und was du theoretisch mit ihnen anstellen kannst. Auf die Frage, wann seine ganz persönliche Tekkie-Laufbahn begann, weiß er sofort die Antwort: „Als ich 1987, mit sieben Jahren, von meinen Eltern einen Commodore 64 geschenkt bekommen habe.“ Was folgt, wirkt rückblickend zunächst typisch für eine erfolgreiche IT-Karriere: Crismancich avanciert als Teenager gemeinsam mit seinen Freunden zum Computer-Guru, der bei Problemen um Rat gefragt wird. Bereits 1995 hat er einen eigenen Internetanschluss und bringt sich HTML bei. Nur eines passt nicht ins Bild: „In Mathe hatte ich fürchterlich schlechte Noten und stand kurz davor, deswegen in der 12. Klasse eine Ehrenrunde zu drehen.“ Dann kommt eine Werbeagentur auf ihn zu, die von seinen HTML-Kenntnissen gehört hat, und zwei Wochen später baut Crismancich die Internetpräsenz von Karstadt mit auf. Er verlässt die Schule, geht als Autodidakt direkt in den Beruf und erstellt in Oldenburg und Wien jahrelang Websites für große Konzerne. „Leider sind Studiengänge für Informatik heutzutage immer noch sehr mathelastig“, klagt er. „Dabei haben Programmierer im Tagesgeschäft nur selten mit Mathe zu tun. Bei Websites und mobilen Apps oft gar nicht.“ Programmieren sei tatsächlich eher mit Handwerk zu vergleichen: „Man braucht Kreativität, eine Idee vom Endergebnis und fügt dann geduldig Stück für Stück hinzu, bis am Ende alle Teile passen und zusammenspielen.“

Tekkie Story Wenn IoT mit Gabelstaplern flirtet
Auf einem einfachen Dashboard lassen sich für jeden Warenstandort bzw. -Produktionsschritt individuelle Meldungen programmieren.

Wenn Conrad Connect, dann Smart Home, Industrie 4.0 oder Activity Tracking

Eine Idee vom Endergebnis – das ist auch der Schlüssel zur Nutzung von Conrad Connect. Dabei reicht die Zielgruppe von mittelständischen Unternehmen wie Willenbrock bis zum privaten Tekkie, der sein Smart Home optimieren oder einfach nur ein paar technische Spielereien ausprobieren will. „Im Grunde genommen fungiert die Plattform als übergreifende Kontroll- und Sammelstelle für alle möglichen Geräte, Websites und Gadgets aus der Welt des Internet of Things“, sagt Boris Crismancich. Neben netzbasierten Wetter- und Kalenderdaten sind in der Betaphase bereits Anbieter wie Osram, Withthings, myFox, Netatmo, Fitbit oder Lightify verknüpfbar. Über den ebenfalls angebundenen Internetdienst „If this then that“ (IFTTT) können weitere populäre Funktionen angesteuert und mit Conrad Connect-Workflows systemübergreifend verbunden werden. „Das Besondere an Conrad Connect ist, dass das System weitaus komplexere Verknüpfungen erlaubt als IFTTT“, betont Crismancich. So kann eine Wenn-dann-Regel bei Bedarf bis in kleine Details spezifiziert und verlängert werden, etwa durch „aber nicht“ bzw. „und / oder“.

Dem Kunden den Arbeitsalltag erleichtern

Was die Motivation ist, die ihn in seinem Beruf antreibt? „Lästige oder langweilige Tätigkeiten, die den Kunden Zeit und Nerven kosten, passen genau in mein Beuteschema“, sagt Boris Crismancich. „Ich liebe es, Rezepte zu finden, um solche Prozesse zu vereinfachen oder sogar komplett zu automatisieren.“ In diesem Sinne könne auch die Wareneingangsebene eines Gabelstaplerhändlers der spannendste Arbeitsplatz der Welt sein. „Und wenn ich merke, dass der Kunde sich über meine Lösung freut, dann habe ich mein Ziel erreicht.“