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WLAN ohne Internet

Mit dem Commodore 64 in den 1980ern als Tekkies sozialisiert: Gründer Claus Jobst und Mitgründer Markus Schollmeyer

Multimediale Inhalte internetunabhängig aufs Smartphone oder Tablet übertragen: Mit ihrem Start-up Mr. Signal unterstützen Claus Jobst und Markus Schollmeyer Ausstellungen und Museen – und nehmen jetzt weitere Zielgruppen ins Visier.

Manchmal erscheinen vor nicht allzu langer Zeit als innovativ gepriesene Techniken im Zuge der Digitalisierung fast schon ein wenig altmodisch. Zu dieser Kategorie gehören die häufig in Museen oder größeren Ausstellungen anzutreffenden Audioguides: Der mediale „Begleitservice“ mit Kopfhörern ist extrem wartungsintensiv. Die Geräte müssen vom Personal extra ausgegeben und wieder eingesammelt werden. Und sie können nur umständlich mit neuen Infos aktualisiert werden. Inzwischen stellen größere Museen alternativ gerne eine eigene App als Mediaguide zur Verfügung. Mr. Signal geht noch einen Schritt weiter: Das Nürnberger Start-up hat eine neue Lösung entwickelt, die sowohl Audioguides als auch Museums-Apps ersetzen soll. „Und zwar indem wir internetunabhängig Daten aufs Smartphone oder Tablet transferieren“, erklärt Gründer und CEO Claus Jobst. „Der Museumsbesucher kann schnell und zuverlässig Filme, Audiofiles, Bilder oder Texte zu den jeweiligen Exponaten abrufen. All das, ohne dass er etwas herunterladen und das Datenvolumen des eigenen Mobilfunkvertrages belasten muss.“ Anders als eine App kann die Mr. Signal-Technik dabei problemlos auch längere, hochauflösende Filme übertragen.

Mediaguide-Nutzung mit geringer Einstiegsbarriere

Der Weg zu dem Büro, wo diese Innovation ihren Ursprung hat, führt durch einen Altbau-Hinterhof im bei Kreativen beliebten Gostenhof-Viertel. Hier, in der Mr.-Signal-Zentrale, möchte Claus Jobst demonstrieren, wie das von ihm und seinen Kollegen entwickelte Produkt funktioniert. Der 38-Jährige steht vor seinem Schreibtisch, hält sein Smartphone in der Hand. „Einer unserer Kunden ist der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörende Nationalpark Hainich in Thüringen“, erzählt er. „Auf der Ausstellungsfläche der Wurzelhöhle, die Wissenswertes rund um den Nationalpark vermittelt, haben wir mit unserem System einen Mediaguide installiert.“

 

"Bei unserem System sind nur drei einfache Schritte nötig, um mit dem eigenen Smartphone an der Informationsvermittlung – zum Beispiel in einem Museum – teilzunehmen."

Für Museumsführer ergeben sich ganz neue Möglichkeiten: zum Beispiel die Erklärung der Exponate mit Gebärdensprache.

„Stellen wir uns mal vor, ich wäre jetzt tatsächlich als Besucher vor Ort“, sagt Jobst. Er ruft die WLAN-Netz-Auswahl seines Smartphones auf, in der Anzeige erscheint unter anderen ein Netzwerk namens „Wurzelhöhle“. Die weiteren Schritte: „Ich klicke einfach darauf, öffne danach den Browser, gebe die zum Projekt gehörende URL ein, und schon bin ich mit dem Mediaguide verbunden – ohne Login. In der Wurzelhöhle würde ich mich jetzt über die 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bewegen und könnte auf meinem Smartphone spannende Infos abrufen.“ 

Deutschlands erster Mediaguide in Gebärdensprache

Neben einer Standardführung in mehreren Sprachen ermöglicht Mr. Signal im Nationalpark Hainach eine weitere Anwendung, auf die Claus Jobst besonders stolz ist: „Den ersten barrierefreien Mediaguide in Deutschland. Der enthält so viele Daten, dass man sie niemals auf eine App packen könnte.“ Auf seinem Smartphone öffnet er eines der dazugehörigen Videos: Zu sehen ist, wie ein Teil der Wurzelhöhle-Ausstellung in Gebärdensprache erklärt wird. „Es sind aber auch Inhalte für Nutzer mit Lerneinschränkung oder leichter Demenz sowie in besonders lebendiger und bildhafter Sprache für Sehbehinderte mit im Angebot.“

"Unser System funktioniert ohne Internet, ohne App und ohne Datenvolumenbeschränkungen und ist damit extrem flexibel einsetzbar."

„Für die Datenspeicherung und -übertragung nutzen wir unsere Mr.-Signal-Bases, das sind mobile WLAN-Sender“, erläutert Jobst. Diese werden je nach Größe der abzudeckenden Fläche an verschiedenen Punkten installiert, spannen quasi ein exklusives und internetunabhängiges WLAN-Netz. „Mit herkömmlichem WLAN könnte man niemals bis zu sieben Gigabyte umfassende Videos gleichzeitig zu einer größeren Zahl von Besuchern transportieren. Das geben die Bandbreiten momentan gar nicht her.“ Weitere Vorteile der Mr.-Signal-Lösung, die mit einem patentiertem Algorhythmus arbeitet: Im Gegensatz zu fest installierten Routern kann das System per Plug-and-Play umziehen – „ideal bei Wanderausstellungen.“ Und: „Wir können eine Push-Notification aktivieren, so dass der Besucher immer dann die passenden Infos erhält, wenn er sich einem Exponat nähert.“

Wirtschaftlich intelligenter Start-up-Charme: Ein renkforce 3D-Drucker fertigt die Gehäuse für die ersten WLAN-Sender.

Schon in der Gewinnzone

Schon heute, so Claus Jobst, arbeite das Start-up Mr. Signal mit Gewinn. Neben dem Nationalpark Hainach konnten unter anderem das Technische Museum Wien und das Museumsdorf Düppel bei Berlin als Kunden gewonnen werden. Außerdem gehören Bildungseinrichtungen und Messen zu den Klienten. Inzwischen nimmt das Unternehmen auch Kunden aus dem Entertainment-Bereich mit in den Fokus, von der Event-Arena bis zur Shopping-Mall. „Wenn ein Kunde das System nutzen möchte, wird entweder eine einmalige Gebühr oder für einen bestimmten Zeitraum eine Miete fällig – je nach Wunsch.“ Hervorzuheben sei dabei das von Mr. Signal entwickelte Content Management System: „Das ist auch für Laien leicht verständlich und schnell aktualisierbar.“ Während Jobst erzählt, sind auf dem Tisch neben ihm die Arbeitsgeräusche des Renkforce RF 2000 zu hören. „Mit diesem 3D-Drucker stellen wir bei kleineren Serien oder Kundenmustern die Gehäuse für unsere Übertragungsbase her. Dadurch sind wir sehr flexibel, können bei Bedarf sogar das Logo eines Kunden auf das Gehäuse setzen oder besonders umweltfreundliche Materialien verwenden.“ 

Vom Klinkenputzen in Bottrop-Kirchhellen zum Messestand in Dubai

Momentan steht bei Mr. Signal die internationale Expansion an. „Am Anfang bin ich noch mit der Bahncard 100 durch ganz Deutschland gereist und habe unser Produkt vorgestellt“, erzählt Jobst. „Mittlerweile durften wir uns auf einer Messe in Dubai vorstellen und haben Anfragen aus Asien, Afrika und Lateinamerika.“ Dass die Vermarktung so gut läuft, hat auch damit zu tun, dass der gelernte Jurist Markus Schollmeyer bei Mr. Signal als CFO eingestiegen ist. Der 47-Jährige bringt zahlreiche Kontakte und langjährige Gründererfahrung mit. „Wir wissen, dass unser Geschäftsmodell funktioniert, nun geht es um die Skalierung“, sagt er. Was bedeutet: Das bisher komplett eigenfinanzierte Start-up ist offen für Gespräche mit Investoren. „Die Zielgruppe für unser Produkt ist riesig“, betont Schollmeyer. Aktuell habe nicht einmal die Hälfte der Weltbevölkerung Zugang zum Internet. Gerade in Afrika sei die Netzabdeckung niedrig. „Trotzdem haben die meisten Afrikaner ein Smartphone.“ Gerade in abgeschiedenen Gegenden könne man durch das Mr.-Signal-System in den Schulen zielgerichtet Informationen übermitteln. „Zum Beispiel, wie man sich vor Malaria schützt.“

„Natürlich wollen wir mit unserem Unternehmen Geld verdienen“, ergänzt Claus Jobst. „Aber wir haben auch die Vision, gerade in Afrika in den kommenden Jahren etwas zu bewegen und möglichst vielen Menschen den Zugang zu wichtigen Informationen zu ermöglichen.“ Wenn es weiter so gut läuft, wird das Start-up früher oder später umziehen müssen. Neben Jobst, der Industriemechaniker und Ingenieur ist, und Schollmeyer gehören noch ein Designer und Softwareentwickler und ein Ingenieur für Nachrichtentechnik zum festen Team. Auf der Firmenwebsite sucht Mr. Signal bereits Verstärkung.

Schon jetzt hat das Start-up Anfragen aus aller Welt. Es bleibt spannend, wo diese Technologie zukünftig überall zum Einsatz kommt.

  

  

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