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Alles rund um das Schweißgerät: unterschiedliche Modelle für individuelle Ansprüche

Schweißverfahren bewähren sich seit Jahrzehnten in der Industrie, im Handwerk und auf dem Bau. Aber was ist Schweißen eigentlich? Laut Definition versteht man darunter gemäß DIN 1910-1 das unlösbare Verbinden von Bauteilen unter Anwendung von Wärme oder Druck – mit oder ohne Schweißzusatzwerkstoffen

Was ist ein Schweißgerät?

Ein Schweißgerät kann Gegenstände durch das Erzeugen von Wärme miteinander verbinden, Schichten auf Bauteile auftragen oder ein Werkstück in verschiedene Einzelstücke teilen. Neben der Abgabe von Wärme kann das Schweißgerät während des Schweißens auch Kraft auf die jeweiligen Werkstücke ausüben. Ein Schweißgerät kommt meistens bei Metallen und Kunststoffen zum Einsatz. Es gibt mehrere Arten von Schweißverfahren, weshalb es auch sehr unterschiedliche Arten von Schweißgeräten gibt. Im Folgenden sollen drei Modelle erläutert werden.

Ausgewählte Schweiß-Verfahren in der Übersicht:

Elektroden-Schweißen

Elektroden-Schweißen

Grundwissen:
Der elektrische Lichtbogen brennt zwischen dem Werkstück und einer abschmelzenden Elektrode. Die Elektrode liefert also gleichzeitig den Zusatzwerkstoff. Die Stabelektrode wird in einen Elektrodenhalter eingespannt und vom Schweißer an der Nahtstelle geführt. Stabelektroden sind im allgemeinen umhüllt. Die Umhüllung schmilzt ebenfalls ab und schützt durch freiwerdende Gase und als Schlacke das Schmelzbad und den Lichtbogen vor dem Zutritt der Außenluft. Nach dem Erkalten des Schmelzbades wird die Schlacke entfernt.

Geräte mit [S]-Zeichen können auch unter erhöhter elektrischer Gefährdung eingesetzt werden.

Inverterschweißgeräte haben besonders gute Schweißeigenschaften und sind daher auch für Sonderelektroden gut geeignet.

Beinahe alle schweißbaren Materialien können mit Stabelektroden geschweißt werden, z.B. Baustahl, Kesselstahl, Röhrenstahl, Stahlguss, Edelstahl, Hartauftragungsstähle usw.

Elektroden-Schweißen ist einfach und sicher. Die kompakten Geräte sind problemlos zu handhaben und einfach zu transportieren. Da kein Gas erforderlich ist, kann auch im Freien, selbst bei Wind geschweißt werden. Elektroden-Schweißgeräte werden in allen Bereichen, von der Industrie bis zum Handwerk eingesetzt.

1. Stabelektrode 2. Umhüllung 3. Kernstab 4. Gas/Schlacke 5. Lichtbogen 6. Aufgeschmolzene Zone 7. Grundwerkstoff

 

 

MIG-MAG-Schweißen

MIG-MAG-Schweißen

Grundwissen:
Beim MIG-MAG-Verfahren (MIG=Metall-Inert-Gas/MAG=Metall-Aktiv-Gas) brennt der elektrische Lichtbogen zwischen dem abschmelzenden, automatisch zugeführten Schweißdraht (=Elektrode) und dem Werkstück. Ein separat zugegebenes Gas schützt den Lichtbogen und die Schweißzone vor dem Zutritt der Außenluft. Schutzgas und Schweißdraht müssen dem Grundwerkstoff angepasst werden.

Die schweissbaren Materialien sind:
Werkstoff : Aluminium, Alu-Legierungen Allgemeiner Bau-, Kessel-, Rohrstahl Edelstahl, hochlegierte Stähle

Verfahren: MIG, MAG

Drahtelektrode: dem zu verschweissenden Material entsprechend SG 1-3

Schutzgas: Ar, He oder Gemische Mischgas Mischgase (Ar/CO2) oder CO2 (z.B. Ar/CO2 oder Ar/CO2/O2)

Durch die enormen Vorteile ist MIG-MAG-Schweißen heute das meist angewandte Schweißverfahren. Die große Schweißgeschwindigkeit, die minimale Nacharbeit und der geringe Verzug sorgen für eine hohe Wirtschaftlichkeit. Die hohe Schweißnahtfestigkeit, die hervorragenden Dünnblecheigenschaften und die einfache und sichere Handhabung bei Stahl, Aluminium und Edelstahl machen das Verfahren universell.

1. Schutzgasdüsen 2. Stromdüse 3. Elektrode 4. Schutzgas 5. Lichtbogen 6. Aufgeschmolzene Zone 7. Grundwerkstoff

 

 

MIG-Lötschweißen

MIG-Lötschweißen

Grundwissen:
Normenkorrekt: MSG (Metall-Schutzgas)-Löten genannt, ist ein Hartlötverfahren. Der elektrische Lichtbogen brennt zwischen der abschmelzenden, kontinuierlich zugeführten Lötdrahtelektrode und dem Werkstück. Das zugegebene Schutzgas schützt den Lichtbogen und das flüssige Lot vor den Einflüssen der Umgebungsluft. Die Handhabung einfach wie MIG-MAG-Schweißen.Für das Fügen von verzinkten Blechen bietet das MIG-Lötschweißen klare Vorteile gegenüber dem MIG-MAG-Schweißen. Durch die niedrigere Schmelztemperatur des Lötdrahts (ca.1000° C) entsteht nur minimaler Zinkabbrand im Bereich der direkten Lötzone (Zink schmilzt bei 419° C, verdampft bei 906° C). Die Lötnaht besitzt eine höhere Korrosionsbeständigkeit und ermöglicht eine leichtere Oberflächenbearbeitung.Die Lötdrähte bestehen aus Kupferbasislegierung mit Legierungsanteilen, wie z.B. Silizium oder Aluminium.Durch die geringe Wärmeeinbringung entsteht auch bei sehr dünnen Blechen wenig Verzug. Beschichtete (verzinkt, phosphatiert, aluminiert) und unbeschichtete Stahlbleche, Edelstahl und Stahl/Edelstahlverbindungen (Schwarz/Weiß-Verbindungen) können gelötet werden. Lötnähte haben eine sehr gute Verbindungsfestigkeit.Schutzgas: Reines Argon oder Argon mit geringen Beimischungen.Verzinktes Feinblech findet man heute im Automobilbau, in der Bauwirtschaft, Klimatechnik, bei Haushaltsgeräten und Möbelindustrie.Für diese Einsätze ist MIG-Lötschweißen ideal.

1. Schutzgasdüsen 2. Stromdüse 3. Löt-Elektrode 4. Schutzgas 5. Lichtbogen 6. Lötgut 7. Grundwerkstoff

 

 

WIG-Schweißen

WIG-Schweißen

Grundwissen:
Beim WIG-Verfahren (WIG=Wolfram-Inert-Gas) brennt der elektrische Lichtbogen zwischen der nicht abschmelzenden Wolfram-Elektrode und dem Werkstück. Der Lichtbogen ist sehr intensiv und kann sehr gut geführt werden. Ein separat zugeführtes Argon-Schutzgas schützt den Lichtbogen und die Schweißzone vor dem Zutritt der Atmosphäre. Falls erforderlich wird Zusatzwerkstoff von Hand oder mit einer speziellen Kaltdrahtzufuhr zugegeben. Stahl, Edelstahl, Kupfer, Titan u.a. werden mit Gleichstrom geschweißt. Die Elektrode ist am Minuspol angeschlossen und spitz zugeschliffen. Aluminium, Magnesium sowie deren Legierungen, werden, um die Oxidhaut aufzureissen, ausschließlich mit Wechselstrom geschweißt. Die Elektrode ist stumpf. Beim Schweißen stellt sich eine runde bis ballige Form ein. Mit modernen Inverterstromquellen kann auch mit spitzer Wolfram-Elektrode geschweißt werden. Die Vorteile des WIG-Schweissens: Die einfache Handhabung und eine gute Beherrschbarkeit des Lichtbogens ermöglichen ein sehr komfortables und sauberes Arbeiten. Die geringe Verzunderung des Werkstücks, die schmale Schweißzone, der Wegfall von Flussmitteln und der spritzerfreie Lichtbogen sorgen für saubere, exakte Nähte ohne Schlackeneinschlüsse und ohne Nacharbeit.

1. Gasdüse 2. Wolfram-Elektrode 3. Schutzgas 4. Lichtbogen 5. Aufgeschmolzene Zone 6. Grundwerkstoff

 

 

Plasma-Schneiden

Plasma-Schneiden

Grundwissen:
Beim Plasmaschneiden brennt der elektrische Lichtbogen zwischen einer nicht abschmelzenden Elektrode und dem Werkstück. Durch eine Düse und durch zugeführte Druckluft wird er zusätzlich eingeschnürt, wodurch die Intensität und Stabilität wesentlich erhöht wird. Durch diese Einschnürung entsteht im Brenner ein hocherhitztes Gas mit hohem Energiegehalt, dessen elektrische Energie direkt in Wärme umgesetzt wird. Dieses ionisierte Gas, das den Lichtbogen auf das Werkstück überträgt, bezeichnet man als das Plasma.

Schneidbare Materialien:
Mit dem Plasmaschneid-Verfahren können Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Guss, Messing usw. geschnitten werden.

Die besonderen Vorteile:
Durch die große Energiedichte des Plasmalichtbogens erreicht man eine hohe Schnittgeschwindigkeit. Die Schnitte sind steil, grat- und verzugsfrei und von hoher Wirtschaftlichkeit. Durch das problemlose Handling und die Verwendung einfacher Druckluft als Schneidgas bieten sich grenzenlose Möglichkeiten. In Stahlbau, Installation, Behälterbau etc..

1. Elektrode 2. Schneidgas 3. Kühlgas 4. Plasmadüse 5. Plasmalichtbogen 6. Grundwerkstoff

Worauf muss man beim Kauf von Schweißgeräten achten?

Einsatzort

Nicht jedes Schweißgerät eignet sich gleichermaßen für Ihren favorisierten Arbeitsort. Präferieren Sie das Outdoor-Schweißen, sollten Sie kein Schutzgas-Schweißgerät kaufen, da dieses nicht für den Outdoor-Einsatz bestimmt ist. Große Unterschiede gibt es zudem in der Abgabe von giftigen Dämpfen und Gasen. Einige Geräte arbeiten mit weniger Gas-Ausstoß als andere, sodass die Frage, ob Sie in einem gut oder weniger gut belüfteten Raum arbeiten, ebenfalls ausschlaggebend beim Kauf sein sollte. Machen Sie sich im Vorfeld also unbedingt klar, in welchem Arbeitsumfeld Ihr neues Schweißgerät zum Einsatz kommt.

Ausstattung

  • Effektive Arbeitszeit: Je höher die effektive Arbeitszeit eines Geräts, desto besser und vor allem länger können Sie mit dem Schweißgerät schweißen.
  • Thermoüberlastungsschutz: Achten Sie darauf, dass Ihr Schweißgerät einen integrierten Lüfter besitzt. So stellen Sie sicher, dass die Wärme besser abtransportiert wird und Sie mit dem Gerät länger arbeiten können. Außerdem sorgt der Thermoüberlastungsschutz dafür, dass das Schweißgerät – wenn eine gewisse Temperatur erreicht wird – abgeschaltet und eine Kühlphase eingeleitet wird.
  • Multiskala: Mit dieser praktischen Funktion können Sie den Schweißstrom problemlos einstellen. Noch idealer sind Modelle, wo der Schweißstrom stufenlos einstellbar ist, sodass Sie das Gerät kompromisslos auf Ihr Projekt ausrichten können.
  • Mobilität: Planen Sie Ihre Schweißarbeiten an einem Ort oder müssen Sie samt Schweißgerät mobil sein? Es gibt schwere Geräte und leichte, kompaktere Bauformen, die einfacher zu transportieren sind.

Material

Genauso wichtig wie der Einsatzort ist das Material, welches Sie mit dem Schweißgerät bearbeiten möchten. Es gibt Modelle für dünne und feine Bleche, aber auch Varianten, die eher für dickere Materialien geeignet sind. Für Letztere können Sie zum Beispiel am besten mit Elektroden Schweißgeräten arbeiten. Überlegen Sie sich im Vorfeld, welche Arbeiten mit welchem Material überwiegen und, welche Materialstärke bevorzugt geschweißt werden soll, um dauerhaft mit Ihrer Kaufentscheidung zufrieden zu sein.

Arbeiten mit dem Schweißgerät: Was Sie beachten sollten

Der Umgang mit dem Schweißgerät erfordert besondere Umsicht, denn Schweißen ist kein ungefährliches Unterfangen. Es verlangt jedem Schweißer ein gewisses Maß an Achtsamkeit.

  • Vorsorge: Umfeld überprüfen, um Unfälle und Schädigungen der Gesundheit zu verhindern.
  • Belüftete Räumlichkeiten: Beim Schweißen entstehen gesundheitsschädliche Gase, daher sollten Sie darauf achten, dass die Arbeitsumgebung stets ausreichend belüftet ist.
  • Sicherer Bereich: Keine leicht entzündlichen Stoffe in der Nähe des Schweißgerätes aufbewahren, da bei der Benutzung Funken sprühen.
  • Abschließende Kontrolle: Nach Abschluss der Schweißarbeit sollten Sie alles kontrollieren, um eine nachträgliche Brandgefahr komplett ausschließen zu können.
  • Praktische Utensilien: Benutzen Sie eine funktionale Schlauchtrommel. Diese verhindert, dass Sie über den Schlauch fallen.

Ganz wichtig zum Schluss: Ihre Augen und Ihr Gesicht müssen unbedingt vor dem Lichtbogen beim Schweißen geschützt werden. Trifft der Lichtbogen das ungeschützte Auge, kann es zu dauerhaften Schäden kommen. Benutzen Sie daher unbedingt eine Schutzbrille oder ein Schutzschild, tragen Sie kombiniert dazu eine Schweißschürze und Schweißhandschuhe aus strapazierfähigem Leder, um in jedem Fall auf Nummer sicher zu gehen.

FAQs: Die häufigsten Fragen zu Schweißgeräten

Welches Schweißgerät eignet sich für Anfänger?

Zunächst einmal sollten Sie überlegen, was ein Schweißgerät für Anfänger können sollte.

  • Unkompliziertes Anschließen
  • Schnelle Inbetriebnahme
  • Verständliche Bedienungsanleitung
  • Unkomplizierter Zündvorgang
  • Einfache Handhabung und Bedienung beim Schweißen

Ein Gerät, das all diese Voraussetzungen erfüllt, ist ein Schutzgas Schweißgerät, da es einfach zu bedienen und für vielseitige Anwendungsmöglichkeiten einsetzbar ist.

Elektroden Schweißgerät: was sollte man beachten?


Wenn Sie sich für ein Elektroden Schweißgerät interessieren, sollten Sie darauf achten, dass das Gerät über eine Multiskala verfügt. Dieses Feature ermöglicht es Ihnen, den gebrauchten Schweißstrom ideal auf Ihre Bedürfnisse einzustellen. Des Weiteren sollten Sie auf ein langes Massekabel setzen, damit das Schweißgerät nicht bewegt werden muss, um eine höhere Stelle zu erreichen. Geben Sie Acht auf eine Schutzklasse oder S-Zeichen, denn so können Sie auch an engen Schweißplätzen sicher mit Ihrem Elektroden Schweißgerät arbeiten.
 

Fazit: So kaufen Sie die richtigen Schweißgeräte

Eine Tatsache müssen Sie beim Kauf des Schweißgerätes immer beachten: es muss dem individuellen Einsatzort gerecht werden. In der Hobby-Werkstatt setzen Sie für saubere Schweißnähte auf MIG/ MAG Schweißgeräte, während Elektroden Modelle perfekt für das Schweißen von dickeren Materialien geeignet sind. Praktische Autogengeräte vereinen Schweißen, Brennen und Löten in einem Gerät und können daher in vielen Bereichen zum Einsatz kommen, während WIG-Schweißgeräte am besten im professionellen Einsatzbereich aufgehoben sind. Bestimmen Sie also Einsatzort sowie das zu schweißende Material und kaufen Sie basierend auf diesen Entscheidungen Ihr Schweißgerät.
 

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