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    Ratgeber

    Klebstoffe » Gebrochene oder beschädigte Gegenstände leicht reparieren

    Geht etwas zu Bruch, muss es nicht zwingend weggeworfen oder zur Reparatur eingeschickt werden. Moderne Klebstoffe erlauben es, die innere Festigkeit wiederherzustellen.

    Auch beim Basteln mit den unterschiedlichsten Materialien gehört das Kleben zu den häufigen Handgriffen. Hohe Festigkeiten auf Papier, Styropor und vielen anderen Flächen sind durch den jeweils passenden Klebstoff erreichbar.

    Welche Klebstoffe für welche Anwendung sinnvoll sind und welche Eigenschaften sie jeweils haben, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

    Zudem erhalten Sie einen kurzen Überblick, worauf bei der Nutzung geachtet werden sollte.



    Was versteht man unter Klebstoffen?

    Es handelt sich um Werkstoffe, die über Adhäsion arbeiten. Das bedeutet, ihre Eigenschaften ermöglichen eine Oberflächenhaftung. Werden zwei zuvor getrennte Komponenten mit dem Werkstoff in Berührung gebracht, kommt es zum Fügeverfahren: Sie gehen eine Verbindung ein.

    Je nach Art des Klebstoffes ist die Anwendung unterschiedlich aufwändig. Das klassische Kleben wie Papier auf Papier kennt jeder aus dem Alltag: Kurzes Andrücken genügt. Das ist nicht immer so einfach.

    In manchen Anwendungsfällen geht es zudem nicht nur um feste Verbindungen, sondern um zusätzliche Eigenschaften wie Abdichtung und Schwingungsdämpfung, aber auch Leitfähigkeit, Isolation oder Korrosionsschutz.

    Gut zu wissen: Der deutsche Hersteller UHU hat seinen Markennamen tatsächlich bei dem Tier Uhu entliehen. In der Schreibwarenbranche war es damals üblich, Produkte nach Vögeln wie Pelikan oder Adler zu benennen.



    Wie funktioniert das Kleben?

    Grundlegend können drei Formen unterschieden werden:

    Physikalisch abbindende Klebstoffe

    Es handelt sich um Klebschichtpolymere, die in fertiger Form vorliegen. Für das physikalische Verfahren muss keine chemische Reaktion stattfinden.

    Die Fügeteile werden zusammengepresst und können auf drei Arten haften:

    • durch eine Gel-Verbindung
    • durch das Abkühlen von Schmelzklebstoffen wie Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren
    • durch Trocknen

    Letztere Methode kennt man zum Beispiel von handelsüblichen Kontaktklebern und lösemittelhaltigen Nassklebstoffen.


    Chemisch härtende Klebstoffe

    Sie funktionieren auf chemischer Basis, wobei drei verschiedene Vorgänge zugrunde liegen können:
     

    • Anionische Polymerisation, also eine Synthesereaktion, verbindet Fügeteile. Dazu zählen anaerobe Klebstoffe, strahlenhärtende Klebstoffe und Sekundenklebstoffe.
    • Polymere verbinden sich mittels Polyaddition. Auf dieser Basis funktionieren Epoxidharz-Klebstoffe, Polyurethan-Klebstoffe und Silikone.
    • Die Härtung gelingt über Polykondensation. Die Kondensationsreaktion kann ebenfalls Silikone zum Kleben nutzen, ferner Polyimide, Phenol-Formaldehyd-Harze und weitere.

    Kombinierte Festigungsverfahren

    Es ist möglich, mehrere chemische Verfahren zu kombinieren, etwa durch UV-Licht und Wärme zu kleben. Zudem können chemische und physikalische Verfahren kombiniert werden. Darauf setzen Dispersionsklebstoffe.


    Gut zu wissen: Warum verkleben die Klebstoffe nicht in ihrer Tube?

    Viele bestehen aus Polymeren und liegen in ihren Verpackungen in flüssiger Form vor. Sobald physikalisch abbindende Kleber aus der Tube/Dose kommen, verdampft ein Lösungsmittel und dies aktiviert die klebende Eigenschaft. Bei chemisch aushärtenden Klebstoffen aktiviert die Luftfeuchtigkeit die Klebewirkung.



    Welche Klebertypen werden unterschieden?

    Um bei der großen Vielfalt einen schnellen Überblick zu erhalten, hier die wichtigsten Typen in Kürze:


    Einfache Klebstifte

    Aus dem Bastelalltag nicht wegzudenken, sind einfache Klebstifte. Sie werden für Papier, darunter auch Thermopapier und Pappe verwendet. Die Anwendung ist sehr einfach und relativ unbedenklich, weshalb bereits Kinder damit basteln dürfen.


    Universalkleber

    Er wird auch Alleskleber genannt und kommt für die häufigsten Bastelarbeiten sowie kleine Reparaturen zum Einsatz. Nach dem Auftragen ist die Position der Fügestücke noch kurze Zeit korrigierbar.


    Sekundenkleber

    Ebenfalls bekannt und häufig genutzt wird Sekundenkleber. Ihn zeichnet passend zum Namen eine schnelle Aushärtung aus. Korrekturen sind dementsprechend nicht möglich. Die gute Haftung erfolgt relativ punktuell sowohl auf Pappe, Kunststoff und Gummi als auch auf Keramik, Leder und Holz. Großflächige Verklebungen sind nicht vorgesehen.


    Montagekleber

    Die Endfestigkeit von Montageklebern ist so stark, dass das Kleben teilweise als Ersatz für das Bohren genutzt werden kann. Meist trotzen die Produkte der UV-Strahlung und der Witterung, sodass sie draußen genutzt werden können. Der Halt ist auf Glas, Stein, Holz und Metall gegeben. Montagekleber ist ebenso für viele Kunststoffe, jedoch nicht alle geeignet. Hersteller geben diese Ausnahmen in der Regel an.


    Heißklebepistole

    Im Bereich des Bastelns kommen häufig Heißklebepistolen zum Einsatz. Ihre Anwendung ist vergleichsweise einfach. Die Heißklebesticks verbrauchen sich, können aber nachgefüllt werden.


    Spezialkleber

    Unter den Spezialklebern befinden sich Mittel, die auf bestimmte Materialien spezialisiert sind. Um welche es sich handelt, wird auf der Verpackung hingewiesen: etwa Metallkleber oder Acrylglaskleber.


    UV-Klebstoff

    UV-Kleber wird mit einer UV-Leuchte bestrahlt und härtet dabei binnen Sekunden aus. UV-Klebstoffe kommen nicht nur beim Modellbau oder kleineren Reparaturen daheim zum Einsatz, sondern auch in der Medizintechnik.


    Füllmaterial

    In die Gruppe der Klebstoffe gehören auch Füllmaterialien wie Spachtelmasse bzw. Dichtungsmassen. Mit ihrer Hilfe können oberflächliche Ausbesserungsarbeiten durchgeführt werden. Sowohl Kratzer und leichte Unebenheiten als auch Löcher können verspachtelt werden.


    Kontaktkleber

    Auch als Kraftkleber bekannt, kann der Kontaktkleber viele Werkstoffe verbinden. Er wird bevorzugt für Holz und Keramik eingesetzt, kann jedoch auch Papier, Stoff und sogar Metall kleben. Nach dem Auftragen entwickelt sich die hohe Klebekraft erst nach einiger Zeit, sodass zunächst noch leichte Korrekturen möglich sind.


    Sprühkleber

    Sprühkleber befindet sich in einem Druckbehälter und wird bei der Nutzung als Sprühnebel verteilt. Er eignet sich daher besonders für große Flächen und wird gleichmäßig aufgeteilt. Anwendbar ist er für Materialien wie Papier, Pappe und Holz sowie Textilien, Kunststoff und Metall. Auch Schaumstoffe und Isoliermaterial können verklebt werden.



    Was sollte bei der Anwendung von Klebstoffen beachtet werden?

    Ob für den heimischen Gebrauch oder bei Industrie-Klebstoffen: Die Hersteller machen stets Angaben zur Verwendung. Diese sollten unbedingt befolgt werden.

    Sobald Lösungsmittel im Kleber verwendet werden, sollte die Nutzung in gelüfteten Bereichen erfolgen.

    Zum Schutz der Haut sollten Handschuhe getragen werden. Oft wird auch die Nutzung eines Spachtels oder Zahnstochers zum Auftragen empfohlen.

    Handelt es sich um abbindende Klebstoffe, die trocknen müssen, muss in dieser offenen Zeit etwas Druck auf die Fügeteile ausgeübt werden. Besser als Festhalten und Geduld haben, ist ein Schraubstock.