Ratgeber

AMD Radeon » Grafikkarten von AMD

Beim Stichwort Grafikkarte gibt es drei Namen, die fast jedem einfallen: AMD, NVIDIA und Intel. Mit Angeboten wie der NVIDIA GeForce liegt der Hersteller für viele Anwender ganz vorne. Doch auch AMD-Grafikkarten sollten nicht unterschätzt werden: Neben vergleichsweise günstigen Radeon-Grafikkarten für Endverbraucher und Gaming-PCs etablieren sich auch immer mehr AMD-Lösungen im High-End-Segment.

Was gibt es über den Hersteller allgemein und über AMD Radeon zu wissen? Wie stark sind die Unterschiede zu NVIDIA und Intel? Die wichtigsten Fakten tragen wir in unserem Ratgeber für Sie zusammen.



Wer steckt hinter AMD?

Die drei Buchstaben AMD stehen für das US-Unternehmen Advanced Micro Devices, Inc. mit Hauptsitz in Kalifornien. AMD wurde 1969 gegründet, damals war die Firma noch unter dem Namen Sanders Association bekannt.

Die Gründer Jerry Sanders III und Ed Turney gründeten das Start-up im Silicon Valley und verfolgten das Ziel, moderne Halbleiterprodukte zu entwickeln. Der Schwerpunkt lag im B2B-Bereich. Heute ist AMD ein weltweit agierendes Unternehmen, das über 10.000 Beschäftigte hat.

Ein Meilenstein war 2006 die Übernahme von ATI Technologies: Der Hersteller von Grafikkarten wurde Teil von AMD Radeon, die von ATI gefertigten Grafikkarten wurden jedoch noch einige Jahre unter den alten Namen vermarktet.

In der Computer- und Kommunikationsbranche ist AMD sowohl mit Mikroprozessoren und Computerchips als auch mit Chipsätzen und SoC-Produkten (System-on-a-Chip-Produkten) vertreten. Einen weiteren AMD-Schwerpunkt bildet die GPU-Sparte. Die Grafikprozessoren werden heute als AMD Radeon, kurz Radeon, bezeichnet.



Was ist AMD Radeon?

Bei AMD Radeon handelt es sich um Grafikkarten von AMD, sowie Quadro Karten von NVIDIA. Mit AMD Radeon verwandeln sich Laptops und Desktop-PCs in Geräte mit leistungsstarker Grafikkarte.

Die AMD-Radeon-Modelle überzeugen mit einer hohen Bildrate, die flüssige Bilder liefert und keine verzerrten Frames kennt. Diesen Umstand wissen nicht nur Business-Kunden, sondern auch Endverbraucher zu schätzen. AMD Radeon wird in Laptops für den täglichen Gebrauch, in Desktop-PCs, Workstations und in Gaming-Computern eingesetzt.

Ursprünglich nannte AMD ihre Produktreihe nicht Radeon: Bis zum Jahr 2000 wurde die Bezeichnung Rage genutzt, was jedoch nicht mehr passend zeitgemäß erschien. Da die letzte Rage-Serie zudem mit Treiberproblemen belastet war, sorgte die Umbenennung in Radeon für einen Image-Neustart.

Wichtig: Begriffe Grafikkarte und GPU nicht verwechseln

Während die Grafikkarte die gesamte Technik auf der Platine ist, bezeichnet die GPU nur das Herzstück der Karte: GPU steht für Graphics Processor Unit, also den Grafikprozessor. Sowohl Smartphone und Tablet als auch Laptop und Desktop-PC nutzen eine GPU, um berechnete Pixel auf einem Display oder Monitor zu visualisieren.



Serien im Überblick: der Beginn, AMD Radeon HD, Radeon RX und AMD Radeon Vega

Die erste Grafikkarte, die unter dem Namen Radeon veröffentlicht wurde, war ATI Radeon 7000. Vor der Übernahme war sie als ATI Rage 6 geplant gewesen, stieß so aber den Beginn der Radeon-Serie an.

Auf die Radeon-7000-Serie folgten ATI-Radeon-8000 und ATI-Radeon-9000. Danach folgte der wichtige Sprung zur ATI-Radeon-X-Serie: Mit ihr wurde in Segment der High-End-Grafikkarten etabliert und eine direkte Konkurrenz zu NVIDIA geschaffen. NVIDIA hatte als Konkurrenzprodukte NVIDIA GeForce 4 und NVIDIA GeForce FX auf den Markt gebracht.

Es erschien noch die X1000-Serie, bis AMD Radeon eine neue Linie herausbrachte: AMD Radeon HD. Hier reiht sich eine Entwicklung an die nächste:

  • AMD-Radeon-HD-2000

  • AMD-Radeon-HD-3000

  • AMD-Radeon-HD-4000, erstmals mit GDDR5-Speicher

  • AMD-Radeon-HD-5000

  • AMD-Radeon-HD-6000

  • AMD-Radeon-HD-7000, nun mit PCI Express 3.0


Nach AMD-Radeon-HD-7000 wechselte AMD Radeon auf die R-Serie mit R200, R300 und kam schließlich bei AMD Radeon RX an. Radeon RX 480 machte 2016 den Anfang, gemeinsam mit RX 460 und RX 470. Die drei RX-Modelle wurden kaum ein Jahr später von der nächsten Generation überholt – der 500-Serie mit vielen verschiedenen Modellen:

  • Radeon 520

  • Radeon 530

  • AMD Radeon RX 540

  • Radeon RX 540X

  • AMD Radeon RX 550

  • Radeon RX 550X

  • AMD Radeon RX 560

  • Radeon RX 560X

  • AMD Radeon RX 570

  • Radeon RX 570X

  • AMD Radeon RX 580

  • Radeon RX 580X

  • AMD Radeon RX 580


Die Modelle mit einem X nach der Zahlenkombination sind speziell für den Laptop-Anwendungsbereich entwickelt worden.

Es gibt zudem vier Modelle der Serie Radeon RX Vega: Vega 56, Vega 64 und 64 Liquid sowie Radeon VII. Letzteres Modell ist für den High-End-Consumer, vor allem für professionelle Gamer, gedacht.

Die neusten RX-Generation von 2019 und 2020 sind die Serien RX 5000 und RX 6000:

  • Radeon RX 5300 und Radeon RX 5300 XT

  • Radeon RX 5500 und Radeon RX 5500 XT

  • Radeon RX 5600 und Radeon RX 5600 XT

  • Radeon RX 5700 und Radeon RX 5700 XT

  • Radeon RX 6800 und Radeon RX 6800 XT

  • Radeon RX 6900 XT



Welche wesentlichen Unterschiede bestehen zu Intel und NVIDIA?

Aufgrund der verbauten Technologie richtet sich die Reihe AMD Radeon RX vor allen an Endverbraucher mit Mid-Class-Ansprüchen. Hier hat Radeon RX durch gute Leistung bei günstigen Preisen mehr als Intel und NVIDIA zu bieten.

Vega und die nachfolgenden AMD-Generationen bewegen sich hingegen klar in der High-Class und machen selbst der GTX 1080 und der GTX 1080 Ti von NVIDIA Konkurrenz.

Auch im Vergleich zu Intel hat AMD gute Argumente. AMD-Prozessoren setzen auf viele Kerne, sodass mehr Leistung zur Verfügung steht. Allerdings punktet Intel meist mit einer höheren Taktfrequenz.

Ein wichtiger Unterschied: Während Intel die Schnittstelle Thunderbolt 3 unterstützt, kann AMD bislang keine Lizenz dafür vorweisen. Wer eine externe Grafikkarte via Thunderbolt 3 anschließen will, kann also (noch) nicht auf AMD setzen.



Praxistipp für die Kaufentscheidung: Auf die GB achten

Um die passende Grafikkarte zu finden, muss ein spezielles Augenmerk auf der Speicherkapazität liegen. Sie wird in Gigabyte (GB) angegeben. Je mehr GB vorhanden sind, desto besser ist der Framebuffer. Wie viel GB benötigt werden, hängt vom Einsatz ab. 4 GB sind häufig anzutreffen, Gamer bevorzugen 8 GB oder 16 GB. Im Highend-Bereich sind inzwischen auch 24 GB und 48 GB möglich.