Ratgeber

CO2-Messgeräte: Finden Sie den richtigen Zeitpunkt zum Lüften

Mit einem CO2-Messgerät oder einer CO2-Ampel überwachen Sie die Kohlendioxid-Konzentration in der Raumluft. Kohlenstoffdioxid (CO2) ist ein guter Lüftungsindikator: Steigt die Konzentration des Gases an, ist die Luft verbraucht und Sie sollten dringend lüften.

Nach dem Prinzip „Frische Luft rein, Corona- und Grippeviren raus“ leisten CO2-Messer einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsprophylaxe: Die Geräte können zwar keine Viren erkennen, geben aber Hinweise auf die Aerosolkonzentration und damit auf den Gehalt an möglichen Erregern.

Diese werden von Infizierten zusammen mit dem CO2 beim Sprechen, Ausatmen, Singen, Husten und Niesen verteilt. Sie verbreiten sich binnen kurzer Zeit im gesamten Raum und gefährden anwesende Personen beim Einatmen.

Faustregel: Je höher die gemessene CO2-Konzentration, desto mehr ausgeatmete Luft befindet sich im Raum und desto größer ist die Ansteckungsgefahr.

Im Rahmen der Corona-Vorsorge sind CO2-Sensoren an vielen Bildungseinrichtungen zur Verringerung der Covid-19-Infektionsrisiken inzwischen Standard.



Bundesland NRW fördert CO2 Melder für Schulen und Kitas

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen stellt im Rahmen der "RL-CoronaVorsorge2022" eine Summe von 51,4 Mio. Euro bereit, um die Anschaffungskosten für CO2-Melder zu übernehmen. Gefördert wird die Beschaffung und Erstinstallation der Messgeräte – je Schul-, Betreuungs- oder Aufenthaltsraum ein Melder, sofern diese von Kindern oder Jugendlichen benutzt werden. Seit Anfang September 2022 kann der Antrag durch Bildungseinrichtungen gestellt werden. Weitere Informationen finden Sie in der Richtlinie zur Corona Vorsorge des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. 



Welcher CO2-Wert ist kritisch?

Ob Schulen, Seminarräume oder Großraumbüros: Sobald sich Personen über Stunden in einem geschlossenen Raum aufhalten, verschlechtert sich die Luftqualität erheblich.

Schlechte Raumluft müffelt oder stinkt nicht nur, sie kann in hohem Maße krank machen. Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat das Umweltbundesamt die Empfehlungen gegeben, die CO2-Konzentration in Innenräumen dürfe nicht über 1.000 ppm liegen. Die Maßeinheit ppm steht für „parts per million“, also die Konzentration pro eine Millionen Teile.

Wichtig für Arbeitgeber: Die Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) am Umweltbundesamt hat in ihrem Covid-19-Gutachten nachgelegt: Nach Ansicht der Experten weisen CO2-Konzentrationen über 1.000 ppm auf ein unzureichendes Lüftungsmanagement mit entsprechendem Covid-Infektionsrisiko hin.

Ein CO2-Messgerät oder eine CO2-Ampel spürt dicke Luft einfach, zuverlässig und kostengünstig auf. Anhand einer Ampel-Farbskala (grün, gelb und rot) oder Anzeige auf dem Display erfahren Sie, ob sich der CO2-Gehalt und damit die Raumluft dem kritischen Wert nähert oder ihn gar überschreitet.



Wofür brauche ich einen CO2-Sensor?

Abseits der Pandemievorbeugung gibt es für Kohlendioxidmessungen viele betriebliche und private Anwendungsbereiche.

Sie reichen von der Ermittlung der Raumklimaqualität am Arbeitsplatz und in öffentlichen Gebäuden bis hin zum Test raumlufttechnischer Anlagen und dem industriellen Einsatz.

Gerade bei der Arbeit ist gesunde Raumluft ein wichtiger Faktor für die Konzentration und Leistungsfähigkeit. Eine hohe CO2-Konzentration dreht dem Gehirn die Sauerstoffzufuhr ab.

Kohlendioxid mit der chemischen Kurzbezeichnung CO2 ist ein natürlicher Bestandteil der Umgebungsluft. Das Gas entsteht als natürliches Abbauprodukt der Atmung und beim Verbrennen kohlenstoffhaltiger Substanzen.

Mit einem CO2-Messgerät ermittelt Sie den Kohlenstoffdioxidanteil in der Luft und können Ihr Lüftungsverhalten optimieren.



Welche CO2-Messgeräte gibt es?

Sie haben die Wahl zwischen Messgeräten zur Wandbefestigung oder Tischaufstellung und mobilen Handmessgeräten. Auf dem Display lesen Sie die Menge an Kohlenstoffdioxid in der Luft mit hoher Genauigkeit ab.

CO2-Ampeln nutzen zur Anzeige der Luftqualität eine weniger genaue Farbskala. Sie ist aus einiger Entfernung leicht ablesbar – gut für Gruppenräume. Smarte Modelle übertragen die Messwerte zur Anzeige auf das Smartphone oder Tablet.

Bei Überschreitung der voreingestellten Werte erfolgt eine visuelle Benachrichtigung oder ein akustischer Alarm, der Sie zum Lüften auffordert. Darüber hinaus bestimmen die Sonden im CO2-Messgerät meist auch die Temperatur und Luftfeuchte als weitere Qualitätsfaktoren der Innenraumluft.

Praktisch für eine Langzeitanalyse sind CO2-Datenlogger und smarte Detektoren mit Aufzeichnung. Sie protokollieren die Kohlenstoffdioxid-Konzentration über einen längeren Zeitraum. Die Auswertung der Aufzeichnung erfolgt entweder am Messgerät oder über eine Software am Rechner oder eine App auf dem Smartphone.

Zu den bekanntesten Marken im Bereich CO2-Messung gehören Chauvin Arnoux, Emission Medical, Extech, Komerci, PCE Instruments, Rotronic, Testo und VOLTCRAFT.



Worauf kommt es bei CO2-Messgeräten an?

Achten Sie beim Kauf eines CO2-Messgeräts auf folgende Merkmale:

Messbereich und Genauigkeit

Für eine qualitativ hochwertige CO2-Messung kommt es auf Sensorpräzision an. Der Messbereich gibt an, innerhalb welcher Bandbreite der CO2-Fühler Messdaten bestimmen kann. Anhand der in Prozent angegebenen Messgenauigkeit erfahren Sie, um wie viel Prozent das gemessene Ergebnis vom tatsächlichen Wert maximal abweichen kann. Je kleiner die Prozentangabe, desto genauer misst das Messgerät.

Auflösung

Die Auflösung gibt die Schrittweite und damit den kleinsten wahrnehmbaren CO2-Messwertunterschied an, beispielsweise 1 ppm. Je kleiner der angegebene Wert, desto höher ist die Auflösung. Eine höhere Auflösung steht für genauere Messungen des CO2-Gehalts. Achten Sie auf die ergänzende Angabe zu den zulässigen Witterungsbedingungen wie Temperaturbereich und maximale Luftfeuchtigkeit.

Display / Anzeige

Praktisch ist ein großes, gut ablesbares und beleuchtetes Display. Funktionen wie Farbindikatoren, einstellbare Alarme, die Anzeige von Datum und Uhrzeit sowie das Protokollieren und Speichern von Messwerten vereinfachen die Nutzung.

Ansprechzeit

Die angegebene Ansprechzeit besagt, wie schnell der Sensor im Fühler eine Änderung registriert.
 

Messfunktionen

3-in-1-Geräte zeigen neben der Kohlendioxidkonzentration auch die relative Luftfeuchtigkeit (Feuchte) und die Temperatur an. 5-in-1-Geräte ermitteln ergänzend zum CO2-Gehalt modellabhängig auch die Luftgeschwindigkeit, den Luftdruck oder den Taupunkt. Messgeräte mit Log- oder Aufzeichnungsfunktion zur Langzeitüberwachung halten Prüfergebnisse mit Zeitstempel im Messwertspeicher fest.

Spannungsversorgung

Die Stromversorgung erfolgt über ein Netzteil, Batterien oder Akkus.

Achten Sie auf die angegebene Kabellänge. Praktisch zur Schonung der Batterien ist eine automatische Abschaltung bei Nichtbenutzung.
 



Wie funktioniert eine CO2-Messung?

Die meisten CO2-Raumluftmessgeräte nutzen Infrarotlicht zur Messung der CO2-Menge. Kohlendioxid besitzt die Eigenschaft, Infrarotstrahlung in bestimmter Weise zu absorbieren. Die Messkammer ist mit einer Infrarotlichtquelle und einem Infrarotsensor ausgestattet. Der Sensor misst die vom CO2-Gas absorbierte Lichtmenge. Anhand der verbleibenden Lichtintensität wird der Gaskonzentrationswert bestimmt.

Neben Messgeräten mit integriertem Raumluftfühler oder wechselbarem Kabelfühler gibt es Modelle mit kabellosem Bluetooth-Fühler, NFC-Fühler und smarten Fühlern mit Smartphone-Bedienung.

Die Messgeräte sind werksseitig kalibriert. Eine manuelle oder automatische Kalibrierfunktion verhindert die Nullpunktabweichung des Sensors. Bei einigen Modellen benötigen Sie zum Kalibrieren ein Kalibrierungs-Kit.



Was unterscheidet ein CO2-Messgerät von einem CO-Warner?

CO2-Messgeräte erkennen Kohlendioxid im Raum. Sie zeigen den CO2-Gehalt und weitere klimarelevante Parameter wie die Luftfeuchte an. Zur Ermittlung einer erhöhten Konzentration an Kohlenmonoxid in der Raumluft verwenden Sie einen Kohlenmonoxid-Melder, kurz CO-Melder.

Diese Geräte warnen Personen vor austretendem Kohlenmonoxid und minimieren dadurch das Risiko einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Hochgiftiges Kohlenmonoxid entsteht bei Verbrennungsprozessen, etwa in Heizungsanlagen, und ist geruchlos, unsichtbar sowie geschmacklos.