Ratgeber

   

HiFi-Kopfhörer » Klangübertragung direkt am Ohr

In der Freizeit für viele unverzichtbar: Mit hochwertigen Kopfhörern können Sie sich zurücklehnen und Musik mit bestem Klang hören oder ein Hörbuch genießen. Kopfhörer sind jedoch nicht nur im privaten Bereich angenehme Alltagsbegleiter, sondern erfüllen an Arbeitsplätzen praktische Funktionen.

Was zeichnet HiFi-Hörer aus? Wann empfehlen sich In-Ear- und wann Over-Ear-Kopfhörer? Auf diese Fragen sowie auf weitere Kaufkriterien wie Noise Cancelling geht unser Ratgeber ein.



Was sind HiFi-Kopfhörer?

Kopfhörer übertragen Klang direkt am Gehör, sodass Unbeteiligte in der Nähe nicht von den Geräuschen gestört werden. Privatpersonen genießen auf diese Weise in öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei der Gartenarbeit ihre Musik. Im beruflichen Umfeld können Hörer die Arbeit in lauten Werkshallen erleichtern oder dank integriertem Mikrofon die Kommunikation untereinander ermöglichen.

Um das elektrische Signal in Ton umzuwandeln, benötigen die Geräte eingebaute Lautsprecher. Sie werden Treiber genannt. Mit einem guten Treiber können HiFi-Hörer auch starken Bass erzeugen. Das Membranmaterial und vor allem seine Stärke erzeugen ein volles Bass-Klangbild.

Wichtig ist das Kürzel HiFi. Es steht für High Fidelity und damit für eine hohe Wiedergabetreue. Gemeint ist, dass der Klang sowohl bei Musik als auch Gesprächen einen Mindeststandard erfüllt. Wo dieser liegt, wird über den Frequenzgang festgelegt. Da der Mensch in etwa einen Bereich zwischen 16 und 20.000 Hz wahrnimmt, orientieren sich Hersteller an diesen Grenzwerten. Die Toleranz liegt bei 5 Dezibel.

Während HiFi als Merkmal im letzten Jahrtausend noch eine hohe Bedeutung für Klangqualität hatte, ist der technische Fortschritt inzwischen so weit, dass HiFi-Klang vorausgesetzt wird und nur als Vergleichswert herangezogen wird.


HiFi-Geräte im Privatbereich nutzen einen Frequenzgang von circa 20 bis 20.000 Hz. High-End-Kopfhörer decken höhere Bereiche ab, teils bis 48.000 Hz und legen den Toleranzbereich bei 3 dB an.



Welche Kopfhörertypen werden unterschieden?

Einsatzbereiche und persönliche Vorlieben entscheiden darüber, welche Bauform am besten genutzt wird. Das sind die verschiedenen Typen im Überblick:

In-Ear-Kopfhörer

Bei In-Ear-Kopfhörern werden die Ohrstücke werden mit leichtem Druck in die Ohrmuschel gesetzt. Aufgrund ihrer Größe sind sie sehr mobil, allerdings ist das Tragegefühl nicht für jeden angenehm.

Over-Ear-Kopfhörer

Die Over-Ear-Kopfhörer umgeben die Ohrmuscheln wie zwei Kissen. Ein hoher Tragekomfort geht auch mit klanglichen Vorzügen einher. Allerdings sind Over-Ear-Modelle weniger mobil als andere Varianten. 

On-Ear-Kopfhörer

Der Kompromiss zwischen Over-Ear- und In-Ear-Headphones: On-Ear-Hörer. Da sie nicht direkt in der Ohrmuschel sitzen, entsteht ein hoher Tragekomfort. Gleichzeitig ist das Ohr nicht komplett umschlossen und die Kopfhörer daher schlanker als Over-Ear-Modelle.



Offen, geschlossen und halboffen: Was bedeutet die Angabe für die Audioqualität?

Neben den drei gängigen Formen unter dem Gesichtspunkt der Tragweise werden drei weitere Unterscheidungen bei der Bauart vorgenommen. Für den Klang ist es wichtig, ob die HiFi-Kopfhörer offen, geschlossen oder halboffen konzipiert sind.

Offene Systeme

Offen bedeutet in diesem Kontext natürlich nicht, dass die Technik der Kopfhörer frei liegt. Das Gehäuse ist jedoch bewusst perforiert gestaltet, etwa durch Schlitze. Auf diese Weise werden die Audio-Signale räumlicher wahrgenommen. Angenehme Nebeneffekte sind eine geringe Wärmeentwicklung und eine bessere Belüftung am Ohr.

Vor allem Studio-Kopfhörer setzen auf dieses System, um ein perfektes Abhören und Abmischen im Tonstudio zu ermöglichen. Da allerdings Umgebungsgeräusche leichter ans Ohr dringen, wird dieses klangliche Plus mit einem Minus bezahlt: Das komplette Ausblenden der Umgebung ist nicht möglich. Das macht offene Kopfhörer beispielsweise als Arbeitsequipment in Werkshallen unpraktisch.

Um das Audio-Signal gut zu verstehen, muss bei lauten Umgebungsgeräuschen die Lautstärke erhöht werden. Das wiederum ist für das Gehör nicht von Vorteil.


Geschlossene Systeme

Für das beste Sound-Erlebnis sollte die Schallisolierung großgeschrieben werden. Dieses Ausblenden der Umgebungsgeräusche wird Noise Cancelling genannt und erlaubt ein ungestörtes Wahrnehmen der abgegebenen Audio-Signale.

Die Kopfhörer liegen sehr eng am beziehungsweise im Ohr und bieten eine geprüfte Isolierung. Diese Abdichtung macht das Audio-Signal zum eindrucksstarken Klangerlebnis, bringt jedoch auch gewisse Abstriche beim Tragekomfort mit sich. Vor allem bei Over-Ear-Modellen im Sommer kann es im wörtlichen Sinne schweißtreibend werden.


Halboffene Systeme

Wenig Wärmeentwicklung und gute Belüftung soll mit Noise Cancelling Hand in Hand gehen? Diese Balance versuchen halboffene Systeme zu finden. Da diese Kombination nicht einfach ist, gibt es relativ wenige Anbieter auf dem Markt, die halboffene Systeme anbieten. Ein bekannter Hersteller ist beyerdynamic.



Welche Kaufkriterien sind zudem wichtig?

Kabel vs. Wireless

Eine wichtige Entscheidung, die zu treffen ist: Sollen die HiFi-Kopfhörer mit oder ohne Kabel arbeiten? Wer sich für Wireless-Modelle entscheidet, genießt eine kabellose Bewegungsfreiheit und hat die Wahl zwischen Funk- und Bluetooth-Kopfhörern. Funkkopfhörer nutzen entweder analoge Methoden wie die Infrarottechnik oder arbeiten mit digitaler Funkverbindung. Für die Verbindung mit Bluetooth-Kopfhörern muss auch das Ausgabegerät über Bluetooth verfügen.

Der kabellose Betrieb ist dabei störungsanfälliger und auf eine Akkulaufzeit festgesetzt. Nach wenigen Stunden müssen Wireless-Geräte geladen werden. Aus diesen Gründen setzen viele Nutzer auf Geräte mit Kabel. Statt der rund zehn bis 30 Meter Signalreichweite begrenzen Kabel die Mobilität allerdings auf etwa 1,2 Meter. Dies genügt vielen Nutzern jedoch, wenn Smartphone oder MP3-Player ohnehin in der Hosentasche stecken oder sie am Arbeitsplatz sitzen.



Unser Tipp: Arbeiten Kopfhörer mit Bluetooth, doch die Endgeräte nicht? Hierfür gibt es passende Bluetooth-Adapter, die beispielsweise anstelle der kabelgebundenen Kopfhörer in den alten MP3-Player gesteckt werden und das Signal umwandeln können.

Impedanz

Die Impedanz in Ohm zeigt an, wie hoch der elektrische Widerstand ist. Das ist wichtig, da mit steigender Impedanz auch die notwendige Spannung zunimmt.

Zur Verdeutlichung: Wird ein Kopfhörer mit hoher Impedanz beim Fachhändler getestet und überzeugt klanglich, kann er angeschlossen an das Smartphone plötzlich enttäuschen. Der Grund: Das Smartphone arbeitet nur mit niedriger Impedanz.

Gängige Impedanzwerte:

  • Smartphone und Tablet: Max. 20 Ohm
  • Laptop und MP3-Player: Ca. 30 Ohm
  • Stereoanlage, Studio-Kopfhörer und Verstärker: 250 Ohm
  • Mit passendem High-End-Verstärker als Adapter: Bis zu 600 Ohm

Anschlüsse

Beim Kauf ist es wichtig, auf die richtigen Anschlüsse zu achten. Kabel-Kopfhörer nutzen meist einen Klinkenstecker. Neben dem Standard von 3,5 Millimeter gibt es außerdem 2,5 und 6,3 Millimeter.

Für Studio-Geräte hat sich speziell für die digitale Audio-Übertragung auch das Verbindungssystem TOSLINK etabliert.

Wireless-Kopfhörer, die geladen werden müssen, nutzen zudem USB, USB-C oder microUSB.



Unser Praxistipp: Kopfhörer auch als Headset nutzen

HiFi-Kopfhörer sind inzwischen auch als Headsets einsetzbar. Praktisch ist diese Zusatzfunktion insbesondere für Smartphone-Nutzer, die ihr mobiles Gerät häufig auch zur Wiedergabe von Musik nutzen. Kommt währenddessen ein Anruf rein, kann der Kopfhörer ohne zusätzlichen Aufwand als Headset genutzt werden. Gesprochen wird dabei in ein kleines Mikrofon, das meist ins Kopfhörerkabel integriert ist. Somit muss das Mobiltelefon gar nicht mehr aus der Tasche geholt werden. Nach Beendigung des Gesprächs, kann die Musikwiedergabe problemlos fortgesetzt werden.

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