Ratgeber

Ladebooster » Zusätzliche Energie für die Bordbatterie

Damit die Bordbatterie eines Campers ausreichend geladen wird, empfiehlt sich der Einsatz eines Ladespannungs-Boosters. Er sorgt dafür, dass die Bordbatterie mit dem Ladestrom der Starterbatterie versorgt wird. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie ein Ladebooster funktioniert und was Sie bei der Anschaffung berücksichtigen sollten.



Was ist ein Ladebooster und wie funktioniert er?

Wohnwagen, Wohnmobile oder auch Expeditionsfahrzeuge verfügen neben der normalen Starterbatterie noch über eine oder mehrere zusätzliche Batterien, die den Wohnraum und die verbaute Elektronik mit Strom versorgen. Während der Fahrt werden die Batterien von der Lichtmaschine geladen. Allerdings sorgt diese primär dafür, dass die Starterbatterie geladen wird. Wie viel Strom an die Bordbatterie geleitet wird, hängt vom Laderegler des Fahrzeugs ab. Gewöhnlich liefert die Lichtmaschine aber nur so lange Strom, bis die Starterbatterie geladen ist und schaltet dann auf Erhaltungsspannung um. Speziell bei Fahrzeugen, die die Euro-6-Schadstoffklasse erfüllen, wird die Lichtmaschine nie länger genutzt als unbedingt nötig, um die strenge Schadstoffnorm einzuhalten. Ob die Ladung der Bordbatterie vollständig abgeschlossen ist, erkennt die Lichtmaschine nicht. Da die Starterbatterie des Wohnmobils meist nur für kurze Zeit geladen wird, kann es im Extremfall zu einer kompletten Entladung der Bordbatterie kommen.

Diese Problematik können Sie mit der Hilfe eines Ladeboosters effektiv umgehen. Der Booster wird zwischen Starter- und Aufbaubatterie installiert, so dass der Ladestrom für die Bordbatterie von der Starterbatterie bezogen wird. Der Aufladevorgang erfolgt unabhängig von der Lichtmaschine. Die Lichtmaschine orientiert sich weiterhin an der Kapazität der Starterbatterie und lädt diese bei laufendem Motor auf. Ein Ladebooster sorgt dafür, dass die Batterien für den Wohnbereich immer ausreichend geladen sind und ist darüber hinaus absolut wartungsfrei. Im Stand müssen die Batterien mithilfe eines Generators oder eines Ladegerätes geladen werden.



Welche Arten von Batterien gibt es für Wohnmobile und Wohnwagen?

Es gibt vier Arten von Batterien, die in Wohnmobilen und Wohnwagen verwendet werden:

Nassbatterien

Sogenannte Nassbatterien sind heute in der Regel nur noch in älteren Fahrzeugen anzutreffen. Batterien dieses Typs enthalten ein Elektrolyt in flüssiger Form. Sie sind relativ wartungsintensiv, da destilliertes Wasser in regelmäßigen Abständen nachgefüllt werden muss. Neben dem Wartungsaufwand spricht gegen Nassbatterien, dass sie nicht auslaufsicher sind und Gase austreten können. Für neuere Fahrzeuge sind die Batterien daher nicht empfehlenswert.


Gel-Batterien

Auch Gel-Batterien sind wartungsfrei und auslaufsicher. Die Säure wird hier durch Kieselsäure gebunden, wodurch ein zähflüssiges Gel entsteht. Gel-Batterien können in beliebiger Lage verbaut werden und weisen eine geringe Selbstentladung auf. Außerdem sind sie zyklenfest und haben eine lange Lebensdauer. Eine Gel-Batterie reagiert auf eine Tiefenentladung deutlich weniger sensibel als andere Batterie-Arten.


AGM-Batterien

AGM-Batterien sind dagegen mit einem Glasvlies ausgestattet, in dem die Säure gebunden ist. Dadurch sind sie auslaufsicher und können lageunabhängig eingebaut werden. Die Batterien erfordern keine Wartung und sind zudem unempfindlich gegenüber kalten Temperaturen. Darüber hinaus weisen AGM-Batterien nur eine geringe Selbstentladung auf und gelten als langlebig.


Lithium-Eisenphosphat-Batterie

Den aktuell modernsten Batterie-Typ stellt die Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LiFePo4) dar. Sie bietet hohe Speicherkapazitäten, ist absolut wartungsfrei und dazu besonders langlebig. LiFePo4-Batterien können nicht auslaufen, lassen sich lageunabhängig einbauen und haben einen hohen Wirkungsgrad. Aufgrund ihres geringen Gewichts, den kompakteren Abmessungen und ihrer Temperaturunempfindlichkeit sind Lithium-Batterien für einen Einsatz im Wohnmobil geradezu prädestiniert. 


In der unten stehenden Grafik finden Sie eine schematische Darstellung eines Wohnmobils mit allen Details:

                   

  1.   Lichtmaschine
  2.   Ladegerät / Elektroblock
  3.   12 V Innenbeleuchtung
  4.   230 V Steckdosen
  5.   230 V CEE-Cara-Anschluss
  6.   Sicherungskasten
  7.   Aufbaubatterie
  8.   Ladebooster
  9.   Starterbatterie


Darauf sollten Sie achten, wenn Sie einen Ladebooster kaufen

Nicht jeder Ladebooster eignet sich für jeden Batterie-Typ. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die in Ihrem Fahrzeug befindlichen Batterien von dem Gerät unterstützt werden. Wichtig ist zudem der passende Ladestrom. So sind beispielsweise Ladebooster erhältlich, die einen Ladestrom zwischen 20 und 70 Ampere zur Verfügung stellen können. Die Spannung ist ebenfalls zu berücksichtigen. Es gibt Ladebooster 24V, Ladebooster 12V und Modelle, die eine Spannung von 12V auf 24V oder umgekehrt liefern. Vergewissern Sie sich auch, dass der von Ihnen gewählte Ladebooster während des Ladevorgangs die IUoU-Kennlinie unterstützt.



Unser Praxistipp: Auf Länge und Querschnitt der Kabel achten!

Unterschätzen Sie beim Betrieb eines Ladeboosters nie den Widerstand im Kabel. Er verringert die Ladespannung mit zunehmender Kabellänge. Es ist ratsam, immer dicke und möglichst kurze Kabel zu verwenden, um den Spannungsverlust zu minimieren.



FAQ – häufig gestellte Fragen zu Ladeboostern

Was ist die IUoU-Kennlinie?

Die IUoU-Kennlinie ist eine dreistufige Ladekennlinie. Beim IUoU-Ladeverfahren wird in einer ersten Phase mit einem gleichbleibenden Strom geladen, bis die Ladeschlussspannung erreicht ist. Anschließend erfolgt eine Aufladung mit einer konstanten Spannung, während der Ladestrom langsam reduziert wird, bis die Batterie vollständig geladen ist. Sobald ein bestimmter Strom unterschritten wird, erfolgt ein Wechsel auf Erhaltungsladung.

 

Wie wird ein Ladebooster eingebaut?

Der Einbau eines Ladeboosters nimmt wenig Zeit in Anspruch und kostet nicht viel. Optimal ist es, wenn der Batterie-Booster so nah wie möglich an Bordbatterie oder -akku montiert wird. Die Plusleitung, die von der Starterbatterie zur Bordbatterie führt, wird durchtrennt. Anschließend kann der Lade-Booster dazwischengeschaltet werden. Bei leistungsstarken Ladeboostern muss darauf geachtet werden, dass der Querschnitt der Kabel ausreichend groß dimensioniert ist. Damit der Ladebooster nur dann aktiv ist, wenn der Motor läuft, ist ein Anschluss an den Pluspol der Zündung nötig.

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