Ratgeber

LAN-Tester » Fehlersuche im Netzwerk

Eine Fehlersuche im Netzwerk kann komplex und langwierig sein. LAN-Tester helfen dabei, den Zeitraum zu verkürzen, bis ein Fehler lokalisiert ist. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, was ein solcher Tester leisten kann und welche Kabeltypen in TK-Netzwerken verwendet werden.



Was ist ein LAN-Tester und wozu wird er eingesetzt?

Abhängig vom Gebäude kann sich die Länge der in einem Netzwerk verlegten Kabel schnell auf mehrere Kilometer summieren. Entsprechend schwierig gestaltet es sich, ohne geeigneten Tester einen Fehler wie einen Kabelbruch aufzuspüren. Aber nicht nur bei der Fehlersuche in bestehenden Netzwerken leisten Netzwerk-Kabeltester wertvolle Dienste.

Auch bei der Installation eines neuen LAN kann mithilfe eines entsprechenden Geräts überprüft werden, ob eine vollständige Funktionsfähigkeit gegeben ist und die vom Kunden gewünschten Anforderungen erfüllt werden.

Das Angebot an LAN-Testgeräten ist groß und reicht vom einfachen Durchgangsprüfer, der das Ergebnis anhand von LEDs anzeigt, bis hin zum komplexen TDR-Netzwerktester für die exakte Lokalisierung von Fehlern im Kabel.



Welche Tests können mit einem LAN-Kabel-Tester durchgeführt werden?

Das einfachste Prüfgerät stellt der sogenannte Leitungstester dar. Hiermit lässt sich unkompliziert ermitteln, ob ein LAN-, Telefon-, ISDN- oder ein Patchkabel elektrisch durchgängig ist. Wenn eine elektrische Verbindung erfolgreich hergestellt werden kann, erzeugt der Tester einen Piepton. Mit einem solchen Kabeltester können nicht nur Kurzschlüsse festgestellt werden. Es ist auch erkennbar, ob die Verdrahtung korrekt durchgeführt wurde.

Deutlich komplexer ist ein Netzwerktester aufgebaut: Dieses Testgerät gibt die Testergebnisse nicht nur über Töne und LEDs aus, sondern verfügt gewöhnlich über ein integriertes Display. Bei TP-Netzwerkkabeln kann die Wiremap besonders hilfreich sein. Auf dem Display des Netzwerkkabel-Testers erscheint eine Grafik, die darstellt, wie die einzelnen Adern verdrahtet sind. Falls bei der Verdrahtung Fehler gemacht wurden, lassen sich diese auf der Wiremap schnell identifizieren.

Um überhaupt eine Messung durchführen zu können, wird ein RJ45-Stecker des zu prüfenden Kabels in den Netzwerktester und das andere Ende in die Remote-Einheit gesteckt. Darüber hinaus bieten LAN-Kabeltester gewöhnlich alle Funktionen eines einfachen Kabeltesters.

Als Königsklasse unter den Netzwerktestern können die TDR-Ortungsgeräte betrachtet werden. Die Abkürzung TDT steht für Time Domain Reflectometer. Das Gerät sendet einen Impuls in das Kabel aus, der bei einer Veränderung der Impedanz reflektiert wird. Der Verlauf des verschickten Signals wird auf einem Display in Form einer Kurve ausgegeben. Die Form der Kurve zeigt an, welche Art von Störung vorliegt. Mithilfe eines TDR-Messgeräts können neben Kurzschlüssen die genaue Position von Kabelquetschungen sowie Abzweigungen ausfindig gemacht werden. Selbst in ein Kabel dringendes Wasser lässt sich mit einem solchen Gerät aufspüren.



Welche Kabel werden in Ethernet- und TK-Netzwerken verwendet?

In modernen TK-Netzwerken werden gewöhnlich Twisted-Pair-Netzwerkkabel eingesetzt. Koaxiale BNC-Kabel finden sich dagegen bestenfalls noch in alten Installationen. Bei einem Twisted-Pair-Kabel werden die elektromagnetischen Eigenschaften durch das Verdrillen der einzelnen Adernpaare verbessert. Die gebräuchlichsten Kabel, die in einem LAN verwendet werden, stellen wir Ihnen an dieser Stelle etwas näher vor:

Unshielded-Twisted-Pair-Kabel (UTP) Das einfachste LAN-Kabel; hat keine spezielle Abschirmung
Screened-Unshielded-Twisted-Pair-Kabel (S/UTP) Verfügt über metallische Schirmung, die alle Adernpaare umgibt.
Shielded-Twisted-Pair-Kabel (STP) Jedes Adernpaar ist mit einer eigenen Abschirmung ausgestattet.
Screened-Shielded-Twisted-Pair-Kabel (S/STP) Bietet beste Schirmung; Jedes Adernpaar weist eine Schirmung auf und alle Adernbündel sind zusätzlich von einem Gesamtschirm umgeben.

1 - Kunststoffmantel
2 - Schirmung aus Kupfergeflecht oder Aluminiumfolie
3 - Verdrilltte, gekreuzte und isolierte Adernpaare
4 - Kupferleiter
5 - Paar

 



Was Sie beim Kauf von LAN-Kabel-Testern beachten sollten

Für professionelle Anwendungen, beispielsweise die Protokollierung der Leistungsfähigkeit einer Neuinstallation, sollten Sie ausschließlich zu einem Kabeltester mit ISO-Zertifizierung greifen.

Dagegen ist eine schnelle Überprüfung auch mit einem einfachen Gerät möglich, das die Ergebnisse anhand von LEDs und Tönen ausgibt. Bei häufiger Verwendung macht es Sinn, wenn das Werkzeug eine Wiremap darstellen kann. So sind Sie in der Lage, Fehler bei der Verdrahtung im Handumdrehen zu erkennen. Ein TDR-Messgerät ist im Kundendienst und bei Unternehmen, die Neuinstallationen durchführen, eine gute Investition und hilft dabei, Zeit und Geld zu sparen.

Beachten Sie, dass Netzwerkkabel über RJ-45-Stecker verfügen; die meisten Messgeräte haben daher die passenden Buchsen. Telefonkabel weisen allerdings meist RJ-11-Stecker auf. Für entsprechende Messungen sind entweder Adapter nötig oder ein Messgerät, das die RJ-11-Buchsen bietet.



Unser Praxistipp: Die richtige IP-Zertifizierung stellt Widerstandsfähigkeit gegen Staub und Wasser sicher!

LAN-Messgeräte sind empfindlich. Werden sie in rauen Umgebungen eingesetzt, ist darauf zu achten, dass sie eine ausreichende Widerstandsfähigkeit gegenüber Wasser und Staub aufweisen. Ein Netzwerktester, der nach IP54 spezifiziert ist, bietet zum Beispiel einen ausreichenden Schutz gegen das Eindringen von Staub und gegen Spritzwasser.


FAQ – häufig gestellte Fragen zu LAN-Testern

Was sind die Vorteile der Glasfaser im Vergleich zu einem Kabel aus Kupfer?

Die Glasfaser bietet im Vergleich zum Kupferkabel einige Vorteile: Eine LWL-Leitung erzielt nicht nur höhere Übertragungsgeschwindigkeiten, sie ist auch unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störfeldern. Zudem gibt ein Glasfaser-Kabel keine Störstrahlung nach außen ab, ein Abhören ist daher nur schwer möglich. Darüber hinaus lassen sich Segmentlängen von bis zu 100 Kilometern problemlos realisieren.

Dem entgegen stehen die höheren Kosten sowie die aufwendige und komplexe Verarbeitung, die nur von speziell geschultem Personal durchgeführt werden kann. Des Weiteren weisen LWL-Leitungen eine hohe mechanische Empfindlichkeit auf. Bei der Verlegung sind entsprechend große Biegeradien einzuhalten, damit es zu keiner Beschädigung kommt.


Was ist ein Twinaxialkabel?

Ein Twinaxialkabel wird für die Übertragung symmetrischer Signale genutzt. Vom Aufbau ähnelt es einem normalen Koaxialkabel. Allerdings gibt es beim Twinaxialkabel zwei Innenleiter, die jeweils aus verdrillten Kupferadern bestehen. Wie beim Koaxialkabel sind die Leiter jeweils von einem Dielektrikum umgeben. Ein Geflecht aus Metall sorgt für eine zuverlässige Abschirmung.

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