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Wissenswertes zu NH-Sicherungen

Eine NH-Sicherung gibt es in jedem Gebäude. Sie wird in der Hauptverteilung von Niederspannungsnetzen eingesetzt und unterscheidet sich von einer normalen Sicherung durch die Fähigkeit, deutlich größere Ströme trennen zu können. Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles über die Funktion sowie die verfügbaren Betriebsklassen von NH-Sicherungen.



Was ist eine NH-Sicherung und wie funktioniert sie?

Die Niederspannungs-Hochleistungs-Sicherung (kurz: NH-Sicherung) ist unter verschiedenen Namen bekannt. In Wohngebäuden wird sie häufig Panzersicherung genannt, weitere geläufige Bezeichnungen sind NH-Trenner, Schwertsicherung oder Messersicherung. Verwendet werden entsprechende Sicherungen am Hausanschluss, aber auch in industriellen Anlagen und im öffentlichen Stromnetz sorgen sie für Sicherheit. Der Aufbau einer solchen Sicherung ist immer gleich: Sie besteht aus einem Gehäuse, das isolierende Eigenschaften aufweist (Isolator) und an dem sich an jeder Seite ein Kontakt befindet. Im Inneren sind die Kontakte durch einen Schmelzleiter, der aus Kupfer oder Silber besteht, miteinander verbunden. Der durch die Sicherung fließende Strom erwärmt während des Betriebs den Schmelzleiter.

Sobald der Nennstrom, oder auch Bemessungsstrom, den Grenzwert überschreitet, erreicht die Temperatur ein Niveau, das den Schmelzleiter zum Schmelzen bringt. Der Strom wird durch diesen Vorgang unterbrochen. Wenn der Stromkreis getrennt wird, entsteht in der Schmelzsicherung ein Lichtbogen. Damit es nicht zu Beschädigungen an umliegenden elektrischen Einrichtungen oder sogar zu Bränden kommt, befindet sich der Schmelzleiter in einer Kammer, die entweder mit Luft oder Sand gefüllt ist. Beide Maßnahmen tragen dazu bei, dass der Lichtbogen zuverlässig gelöscht wird und keinen Schaden anrichten kann.



Welche Betriebsklassen gibt es bei NH-Sicherungen?

Niederspannungs-Hochleistungs-Sicherungen werden in sogenannte Betriebsklassen eingeteilt, die durch ein Kürzel, das aus zwei Buchstaben besteht, gekennzeichnet werden. Eine Betriebsklasse setzt sich aus der Funktionsklasse und dem Schutzobjekt zusammen. Bei den Funktionsklassen gibt es g (Ganzbereichssicherung) und a (Begleitende Sicherung). Das Schutzobjekt umfasst dagegen G (Schutz für allgemeine Zwecke), M (Schutz von Motorstromkreisen), R (Halbleiterschutz), S (Halbleiter-, Kabel- und Leitungsschutz), B (Bergbauanlagen) und Tr (Transformatorenschutz). Bei einer Sicherung mit dem Kürzel gG handelt es sich entsprechend um eine Ganzbereichssicherung für die allgemeine Anwendung.



Welche Sicherheitsmaßnahmen sind beim Wechseln von NH-Sicherungseinsätzen zu ergreifen?

Ohne die richtige Schutzausrüstung kann der Wechsel eines NH-Sicherungseinsatzes lebensgefährlich sein. Daher dürfen entsprechende Arbeiten ausschließlich von ausgebildeten Elektrofachkräften durchgeführt werden! Bevor mit der Arbeit begonnen werden kann, muss eine Freischaltung der Stromkreise erfolgen. Der Wechsel von NH-Schmelzsicherungseinsätzen darf nur mit Sicherungsaufsteckgriffen mit Handschutzstulpen erfolgen. Zudem ist der Einsatz eines Schutzhelms mit Gesichtsschutz, isolierten Sicherheitsschuhen sowie isolierten Sicherheitshandschuhen erforderlich. Während der Arbeit an einer NH-Schmelzsicherung muss sich der ausführende Installateur zudem auf einer isolierenden Unterlage befinden. Die Arbeitskleidung sollte aus Baumwolle bestehen und möglichst eng anliegen. Solange Arbeiten am elektrischen System durchgeführt werden, ist zur Absicherung die Anwesenheit einer zweiten Person vorgeschrieben.



Was sollte beim Kauf einer NH-Sicherung beachtet werden?

Beim Kauf einer NH-Sicherung müssen Sie die Sicherungsgröße sowie den Nennstrom berücksichtigen. Erhältlich sind Sicherungen mit spannungsführender und spannungsfreier Grifflasche. Ob Sicherungen mit spannungsführenden Grifflaschen eingesetzt werden können, hängt von den vorherrschenden Installationsbedingungen ab. Hier sind die individuellen Vorschriften zu beachten. Überall, wo bei Wartungsarbeiten ein Schutz gegen direktes Berühren gegeben sein muss, scheiden Sicherungen mit spannungsführenden Grifflaschen grundsätzlich aus. Aus Sicherheitsgründen sollte bei elektrischen Anlagen und Netzen auch keine gemischte Bestückung erfolgen. Ebenfalls von Bedeutung ist eine dem Verwendungszweck angepasste Auslösegeschwindigkeit. Sorgen Sie zudem dafür, dass vor einem Wechsel der Sicherung die nötige Schutzausrüstung für die ausführende Elektrofachkraft bereitsteht.



Unser Praxistipp: NH-Sicherungen niemals überbrücken oder flicken!

Es sollte sich eigentlich von selbst verstehen, dennoch werden Sicherungen in Unternehmen hin und wieder überbrückt, entweder um Ausfallzeiten zu minimieren oder aus anderen Gründen. Ein solches Vorgehen ist grob fahrlässig und im Falle einer NH-Sicherung auch hoch gefährlich. Dazu kommt, dass so verursachte Schäden von keiner Versicherung gedeckt sind.



FAQ – häufig gestellte Fragen zu NH-Sicherungen

Welche Größen gibt es bei NH-Schmelzsicherungen? 

Es werden sechs verschiedene Größen bei NH-Sicherungen unterschieden: Die Größe 00 ist für einen Bemessungsstrom von 2 A bis 100 A geeignet, während die Größe 0 für Nennströme von 2 A bis 160 A gedacht ist. Bei der Größe 1 liegt der Bemessungsstrom zwischen 16 A und 250 A, Größe 2 ermöglicht 35 A bis 400 A und Größe 3 315 A bis 630 A. Sicherungen der Größe 4 und 4a eignen sich dagegen für Bemessungsströme zwischen 400 A bis 1250 A beziehungsweise 1600 A. 

Welche Auslösegeschwindigkeiten gibt es bei Sicherungen? 

Die Auslösegeschwindigkeit einer Sicherung wird durch die Buchstaben F, M und T kenntlich gemacht. Dabei steht F für flink, die Auslösegeschwindigkeit beträgt bei einer solchen Sicherung weniger als 20 ms. M steht für mittelträge, was einer Auslösegeschwindigkeit zwischen 50 und 90 ms entspricht. Der Buchstabe T kennzeichnet eine träge Sicherung, deren Auslösegeschwindigkeit 100 bis 300 ms beträgt. Darüber hinaus gibt es Sicherungen mit der Bezeichnung FF (superflink) und TT (superträge).

Welche Norm ist bei NH-Sicherungen zu beachten?

Die aktuell gültige Norm für NH-Sicherungen ist die DIN EN 60269-1 (VDE 0636-1). Diese legt die Kenngrößen von Sicherungen oder einzelnen Bestandteilen davon fest.

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