Ratgeber

NYCY-Erdkabel

In die Erde verlegte Kabel gehören zu den wichtigsten Komponenten zuverlässiger Energieverteilungssysteme. Im Gegensatz zu Freileitungen zur Stromversorgung sind sie deutlich weniger anfällig für Schäden durch Unwetter. Sie verhindern zudem den Kontakt von Vegetation zu Leiter, Leiter zu Leiter oder Leiter zu Erde.

In unserem Ratgeber informieren wir Sie über weitere Vorteile der Erdverkabelung mit NYCY-Erdkabeln und stellen die wichtigsten Eigenschaften geeigneter Leitungen vor.



Die wichtigsten Gründe für die Erdverkabelung

Neben der bereits erwähnten Unempfindlichkeit gegenüber Unwettern bietet die Leiter-Klasse NYCY noch weitere Vorzüge. Dazu gehört zunächst die reduzierte Reichweite elektromagnetischer Felder, wie sie bei Freileitungen auftreten. Abhängig von der Tiefe, sind diese EMF an der Erdoberfläche kaum mehr messbar. Durch die Gruppierung von Leitungen lassen sich eventuelle Störungen noch mehr eindämmen.

Während Freileitungen einen Sicherheitsraum von 20 bis zu 200 Meter Breite benötigen, begnügen sich im Boden vergrabene Kabel mit einem schmalen Streifen von nur wenigen Metern. Zudem stellen sie keine Gefahr für tief fliegende Flugzeuge oder Wildtiere dar und sind weitgehend gegen Diebstahl, illegale Anschlüsse, Sabotage und Unfallschäden geschützt.

Nicht zu vergessen: Ins Erdreich vergrabene Leitungen ändern nicht das Landschaftsbild. Davon profitieren sowohl die städtische und ländliche Infrastruktur als auch die Immobilienwirtschaft.  

Die vorgenannten Gründe haben dazu geführt, dass in Deutschland mehr als 70 Prozent der Mittelspannungskabel und fast 90 Prozent der Niederspannungskabel erdverlegt sind. Dieser hohe Anteil an unterirdischen Leitungen trägt entscheidend zur Netzzuverlässigkeit bei: Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche Stromausfalldauer je versorgtem Verbraucher weniger als 13 Minuten, so die Bundesnetzagentur. Im Vergleich dazu liegt der Wert in den USA durch die viel größere Anzahl an Freileitungen bei etwa 280 Minuten. 



Aufbau und Eigenschaften von NYCY-Erdkabeln

NYCY-Leitungen bestehen grundsätzlich aus mehreren Isolationsschichten aus widerstandsfähigem und flammwidrig ausgelegtem PVC. Auch der Kabelmantel ist aus diesem Material, ein hoher mechanischer Schutz ist damit gewährleistet.

Für Niederspannungsnetze bis ein Kilovolt enthalten die Kabel üblicherweise zwei bis fünf Adern, die Querschnitte betragen beispielsweise 1,5 oder 2,5 Quadratmillimeter. Zum Transport von Hoch- und Höchstspannungen bis 400 Kilovolt sind einpolige Ausführung die Regel.

Fest verlegt vertragen sie Temperaturen von minus 40 bis zu plus 70 Grad Celsius.

Da Erdleitungen normalerweise für die Stromversorgung über weite Strecke gedacht sind, gibt es sie meist in Rollen zu je 100 Meter Länge.



Typische Einsatzbereiche der NYCY-Erdkabel

Erdleitungen im Niederspannungsbereich wie der NYCY-Typ dienen in erster Linie zur Energieversorgung innerhalb von Stromverteilungssystemen.

Dazu zählen zum Beispiel Industrie- und Schaltanlagen, Hausanschlüsse und Straßenbeleuchtungen.

Sie lassen sich aber auch zur Übertragung von Steuer- und Regelimpulsen oder Messwerten nutzen.

Ihr größter Vorteil ist die mit der Verlegung im Erdboden erreichte Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen. Zusätzlich eignen sie sich für die Verlegung im Freien, in Beton und Kabelkanälen und sogar in Gewässern.



FAQ – häufig gestellte Fragen

Wie lassen sich die Reparaturkosten beispielsweise bei schwer auffindbaren Brüchen in NYCY-Leitungen minimieren?

Trotz ihrer hohen Widerstandsfähigkeit sind fest in die Erde verlegte Leitungen nie hundertprozentig gegen äußere Schäden gefeit. Ist die Stromversorgung unterbrochen, muss die Schadstelle aufwändig gesucht, ausgegraben und repariert werden.

Einen gewissen Schutz gegen solche Ausfälle bietet die gleichzeitige Verlegung redundanter NYCY-Kabel. Dies ermöglicht zum einen die nachträgliche Nutzung, falls zusätzliche Leitungskapazitäten erforderlich sind, zum anderen kann ein redundantes NYCY-Kabel das gebrochene einfach durch die Verlegung der Endanschlüsse ersetzen.


Welchen Einfluss hat die Leitungslänge auf den ohmschen Widerstand?

Da Erdleitungen wie NYCY mehrere hundert Meter lang sein können, kann der ohmsche Widerstand durchaus eine Rolle spielen. Er ist einerseits abhängig von der Umgebungstemperatur, andererseits vom Leitermaterial, vom Aderquerschnitt, von Spannung und Stromstärke. 

Beispiel 1: Umgebungstemperatur 20 Grad Celsius, Ader aus Kupfer, 2,5 Quadratmillimeter Querschnitt, 230 Volt Wechselstrom, 1 Ampere – die maximale Kabellänge bei minimalsten Verlusten beträgt 483 Meter.

Beispiel 2: Umgebungstemperatur 20 Grad Celsius, Ader aus Kupfer, 1,5 Quadratmillimeter Querschnitt, 400 Volt Drehstrom, 3 Ampere – die maximale Kabellänge bei minimalen Verlusten beträgt 168 Meter.

Grundsätzlich steigt der ohmsche Widerstand je dünner die Ader und je geringer Spannung und Strom sind.


Enthalten NYCY-Erdkabel auch eine Schirmung oder Armierung?

Ja, zumindest der Kabeltyp NYC. Zur Erklärung lässt sich die Kurzbezeichnung NYC gemäß DIN VDE aufschlüsseln: Das N steht für einen national genormten Typ. Y ist das Kürzel für Polyvinylchlorid, also PVC. Mit C wird ein Kupfergeflecht zur Schirmung bezeichnet.

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