Ratgeber

Steckdosentester » Regelmäßige Überprüfung von Steckdosen

Jeder kennt sie, jeder hat sie. Steckdosen sind zu Hause und am Arbeitsplatz so selbstverständlich wie Lichtschalter. Solange sie einwandfrei funktionieren, nimmt kaum jemand Notiz von ihnen. Dabei können sie durchaus Problemen bereiten.

Worauf diese oft zurückzuführen sind und welche Testgeräte Hilfestellung geben, erfahren Sie in unserem Ratgeber.



Weshalb können Steckdosen Probleme bereiten?

Vielleicht ist Ihnen das auch schon passiert: Sie möchten ein Gerät an einer Steckdose anschließen und stellen fest, dass diese in der Wand bedenklich wackelt. Offenbar sind die Halteklammern im Inneren der Dose locker.

Den Stecker hineinzubringen dürfte meist kein Problem sein, beim Herausziehen des Steckers könnte allerdings die Dose aus der Wand gerissen werden. Außerdem: Können Sie sicher sein, dass die Verdrahtung durch die Wackelei noch in Ordnung ist? Was wäre, wenn der Schutzleiter nur noch locker in seiner Befestigung sitzt und und beim Herausziehen des Steckers den Außen- oder Nulleiter berührt? Im günstigsten Fall gibt es einen Kurzschluss, der von der anspringenden Sicherung – korrekt: Fehlerstrom-Schutzschalter oder RCD – zwar abgefedert wird; aber dabei schalten sich alle am befallenen Stromkreis angeschlossenen Geräte ab. Der laufenden PC beispielsweise …

Eine locker in der Wand sitzende Steckdose ist oft das Ergebnis von nicht fachgerechter Montage oder zu häufigem Gebrauch durch zu stramm sitzenden Stecker. Aber auch festsitzenden Anschlussdosen können Probleme verursachen, beispielsweise dann, wenn um eine der beiden Steckdosenlöcher ein dunkler Ring sichtbar ist. Oft ein untrügliches Zeichen für eine thermische Überlastung der Kontakte, üblicherweise durch Lasten jenseits der 3,5-Kilowattgrenze, zum Beispiel Heizlüfter.

Wackeln Steckdosen in der Wand oder zeigen andere Auffälligkeiten, sollten Sie nicht mehr genutzt, sondern getestet werden. Entsprechende Prüfgeräte stellt der Handel zu relativ geringen Preisen zur Verfügung. Gemäß Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist die regelmäßige Prüfung der Sicherheit dieser Anschlusselemente ohnehin vorgeschrieben, in Paragraph 3 heißt es wörtlich: „Die Gefährdungsbeurteilung ist regelmäßig zu überprüfen. Dabei ist der Stand der Technik zu berücksichtigen. Soweit erforderlich, sind die Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Arbeitsmitteln entsprechend anzupassen …“ Wie diese Überprüfung zu erfolgen hat, definiert die Norm DIN VDE 0100-410.

An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis: Die Diagnose mit einem Steckdosentester ist kein Ersatz für eine fachgerechte Überprüfung der Installation durch eine Elektrofachkraft. An elektrischen Anlagen dürfen von Laien keine Veränderungen oder Manipulationen vorgenommen werden.

Bevor wir Ihnen Typen und Bauarten der Steckdosentester vorstellen, zunächst ein Blick in das Innere von Steckdosen.



Typen und Bauarten von Steckdosentestern

Für die schnelle Überprüfung einer Haushaltssteckdose genügen einfache Steckdosentester. Sie besitzen einen direkt am Gehäuse angebauten Schutzkontakt Stecker oder ein Kabel mit Stecker, einige LEDs zur Funktionsanzeige sowie je nach Typ Dreh- oder Druckknöpfe. Sobald sie eingesteckt wurden, lässt sich der aktuelle Status von Außenleiter (L), Neutralleiter (N) und Schutzleiter (PE) ablesen. Einige Steckdosentester erlauben auch die Prüfung des Erdanschluss-Widerstands sowie des Fehlerstrom-Schutzschalters.

Aufwändigere Steckdosentester sind beispielsweise speziell für das Testen und Messen aller relevanter Funktionsparameter von Schutzschaltern in 230-Volt-Netzen konzipiert. Sie messen sowohl den Auslösestrom als auch die Auslösezeit von Fehlerstrom-Schutzschaltern. Abgerundet wird der Funktionsumfang häufig durch Indikatoren für Netzspannung, PE-Leiter sowie L- und N-Leiter.

Im Prinzip ähnlich aufgebaut wie Steckdosentester für Schutzkontakt-Steckdosen sind Prüfgeräte für Drehstromanschlüsse. Die Verbindung mit der Steckdose erfolgt über ein Kabel mit CEE-Stecker. Diese Tester – die es für 16- und 32-Ampere-Verbindungen gibt – erkennen Unterbrechungen der drei Phasen, des Nullleiters sowie häufig auch eine aktive PE-Fehlererkennung. Geprüft wird außerdem das Drehfeld. Wie oben schon geschildert, ist diese Kontrolle essentiell für den einwandfreien Betrieb elektrischer Motoren. Ist eine der drei Phasen vertauscht, ändert sich das Drehfeld von typisch rechtsdrehend auf linksdrehend, was durch ein rot leuchtende LED angezeigt wird.



Welche Sicherheitsvorkehrungen sind bei der Verwendung von Steckdosentestern zu beachten?

Vor dem Testen muss auf jeden Fall sichergestellt sein, dass der Schutzleiter PE keine Spannung führt. Einfache Steckdosentester bieter in der Regel keinen PE-Test. Zur Prüfung wird mit einem Spannungs- oder Phasenprüfer eine der Schutzkontaktklemmen in der Haushaltssteckdose berührt. Bei CEE-Verbindungen ist der Schutzleiteranschluss am deutlich größeren Durchmesser der Kontaktbuchse zu erkennen. Erfolgt keine Messung oder beim Fingerkontakt am Phasenprüfer kein Aufleuchten der Signallampe, ist der PE-Kontakt spannungsfrei, das Testen ist ohne Gefahr möglich.

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