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Sie gehören zur Ausrüstung eines Elektrikers wie der Schraubendreher und die Flachzange: Lüsterklemmen. Die kleinen Multitalente schaffen stabile Verbindungen – wenn man sorgfältig mit ihnen umgeht. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, was Sie beim Einsatz von Lüsterklemmen beachten sollten.

Wissenswertes über Lüsterklemmen

Was sind Lüsterklemmen?

Ihren Namen verdanken Lüsterklemmen den Lüstern, jenen prachtvollen Deckenleuchten, die mit ihren glitzernden „Kristall-Klunkern“ Menschen begeistern, die es gerne opulent mögen. Ursprünglich waren Lüsterklemmen nur für die einfache Montage von Zweidraht-Deckenleitungen an die Leuchte gedacht und mit einem zwei-poligen Keramikgehäuse versehen.

Mittlerweile können jedoch über Lüsterklemmen aus isolierendem Kunststoff buchstäblich reihenweise elektrische Verbraucher inklusive Schutzleiter angeschlossen werden.  

So funktionieren Lüsterklemmen

In nahezu jedem Raum einer Wohnung oder eines Hauses ragen bei einem Einzug elektrische Kabel aus der Decke und manchmal auch aus den Wänden. Meist sind es drei, üblicherweise in den Farben Braun, Blau und Gelb-Grün. Dabei handelt es sich um die Leitungen für den „Außenleiter“ (umgangssprachlich „Phase“), den „Neutralleiter“ (früher „Nullleiter“) und den „Schutzleiter“. Letzter ist immer gelb-grün gestreift, er entspricht der Erdung und wird – sofern vorhanden – mit den metallischen Teilen einer Leuchte verbunden.

Sollte es in der Leuchte einen Kurzschluss geben, beispielsweise dann, wenn ein stromführender Draht durch eine mangelhafte Verbindung Metallteile der Leuchte berührt, wird der Strom sofort über die Sicherung abgeschaltet. Damit das gar nicht erst passiert, werden die Kabel aus Decke oder Wand über Lüsterklemmen mit den Drähten der Leuchte verbunden. In technischer Hinsicht besteht eine einzelne Klemme aus einem rohrförmigen Metallprofil innerhalb des Isoliermaterials, in das zwei Gewinde mit jeweils einer Schraube (einfach oder kreuzgeschlitzt) eingesetzt sind. Die Schrauben dienen als Klemmung für die Enden der abisolierten Litzendrähte.

Darauf ist bei der Verwendung von Lüsterklemmen zu achten

Um zu verhindern, dass die abisolierten Litzendrähte durch die sich drehende Klemmschrauben zerfasern, sind die Enden zuvor mit einer Aderendhülse zu versehen. Alternativ lassen sich Lüsterklemmen mit einem integrierten Drahtschutz verwenden. Hier wirkt die Klemmkraft der Schrauben auf kleine Plättchen, die den Draht ohne Drehung sicher fixieren.

Verzinnen der Litzenenden mit Lötzinn ist nicht zulässig: Durch den mechanischen Druck der Schrauben könnte das Lot zerbröckeln, außerdem besteht die Gefahr, dass es sich bei zu hoher elektrischer Belastung der Verbindung und der damit verbundenen Hitzeentwicklung verflüssigt.

FAQ – häufig gestellte Fragen

Welche Alternativen zu Lüsterklemmen gibt es?
Federkraftklemmen haben im professionellen Bereich in der Elektrotechnik beziehungsweise bei Elektroinstallationen vielfach herkömmliche, mit Schrauben funktionierende Lüsterklemmen verdrängt. Hier sorgt eine Stahlfeder für das Fixieren der Drahtenden. Eine solche Verbindung ist sehr schnell hergestellt, verhindert durch Selbsthemmung den Kontaktverlust durch Zug und ist dennoch ebenso schnell wieder freizugeben (durch Druck der Litze gegen die Zugrichtung). Nachteil: Federkraftklemmen sind deutlich teurer als herkömmliche Lüsterklemmen.

Ist der Einsatz von Lüsterklemmen auch im Niedervoltbereich sinnvoll?
Beim Elektronikbasteln zum Beispiel werden Lüsterklemmen mit einfachen Schrauben seit Jahrzehnten für „fliegende Aufbauten“ eingesetzt, bevorzugt zur Verbindung von Bauelementen wie Widerständen, Kondensatoren und Spulen.

Lassen sich Lüsterklemmen in Schaltschränken oder Verteilern verwenden?
Theoretisch ja, praktisch nein, da dies der VDE-Norm widerspricht. Sicherer und VDE-konform ist die Verwendung von fest montierten Reihenklemmen oder Klemmleisten.

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