Wissenswertes zu All-in-One PCs

Platz ist ein kostbares Gut auf und unter Schreibtischen, egal ob zu Hause oder im Büro. Bei All-in-One-PCs sind alle Komponenten eines Allzweckrechners im Gehäuse des Bildschirms untergebracht. Das bedeutet weniger Kabelsalat und macht klotzige Computer-Türme herkömmlicher Komplett-PCs überflüssig – optimal für alle, die einen platzsparenden Computer suchen, der mehr leistet als ein gewöhnlicher Laptop.

Was sind All-in-One-PCs?

All-in-One-PCs, kurz AiOs, sind Desktop-Computer mit besonderer Bauweise. Als Desktop-Computer (englisch: „Schreibtisch-Computer“) werden im engeren Sinne PCs bezeichnet, die von einem Gehäuse umschlossen sind. Ursprünglich bezog sich die Bezeichnung auf die kompakte Bauweise solcher Geräte, da Desktop-PCs, im Gegensatz zu den bis dahin sehr sperrigen Computern, auf einen Schreibtisch passten. Heutzutage dient sie eher als Sammelbegriff für stationäre Computer für den persönlichen Heim- und Bürogebrauch.

All-in-One-PCs stellen eine besondere Variante dar, weil sie alle technischen Komponenten im Gehäuse des Monitors integrieren, statt Bildschirm und Recheneinheit zu trennen. Hauptplatine, Festplatte, Lüftung und der Rest der Technik befinden sich hinter dem Display beziehungsweise im Fuß des Monitors. Verfügt der jeweilige All-in-One-PC über einen Touchscreen, sind nicht einmal mehr externe Eingabegeräte wie Maus oder Tastatur nötig, weil sich Befehle durch Fingerbewegungen direkt auf dem berührungsempfindlichen Display eingeben lassen.

Vorteile von All-in-One-PCs

Der wichtigste Vorteil von All-in-One-PCs gegenüber klassischen Komplett-PCs ist ihre platzsparende Bauweise. Indem sie alle für den Gebrauch notwendigen Einzelteile in dem Gehäuse des Bildschirms kombinieren, benötigen sie keinen gesonderten Stellplatz für eine ausgelagerte Recheneinheit. Ein solcher Tower (englisch für "Turm“), wie sie bezeichnenderweise genannt wird, nimmt oft viel Raum ein. Unter dem Tisch, wo sie typischerweise stehen, schränken Tower die Beinfreiheit ein, auf dem Schreibtisch blockieren sie den Platz für einen Drucker oder andere wichtige Geräte.

Viele AiOs ermöglichen es zudem, Platz zu sparen, indem sie über größere Bildschirme verfügen. Bei gängigen Office-Arbeiten mit mehreren Anwendungen wie Schreibprogrammen und Browsern reicht ein einzelner Bildschirm oftmals nicht aus, um komfortabel und effizient zu arbeiten. Zwei Bildschirme sind aber auch nicht immer zwangsläufig nötig. Die Monitore größerer All-in-One-PC stellen einen praktischen Kompromiss dar, ohne wie Displays für reguläre Desktop-Rechner in Sondergrößen zusätzliche Kosten zu verursachen.

Abgesehen von praktischen Gründen gelten Arbeitsplätze mit einem AiO vielen stilbewussten Nutzern als ansehnlicher. Tower mit einem externen Bildschirm und Peripheriegeräten zu verbinden, führt schnell zu einem verworrenen Netz aus Kabeln. An und für sich bietet so ein Kabelsalat schon keinen besonders schönen Anblick. Der Staub, der sich während einer Arbeitswoche darin fängt, tut sein Übriges und kann über einen längeren Zeitraum hinweg sogar die Leistung von Rechnern negativ beeinflussen. Auf Flächen, die auf Schreibtischen sonst durch Kabel und andere notwendige Komponenten eingenommen werden, lassen sich dank All-in-One-PCs Bilder und andere dekorative Elemente stellen. Oder man genießt einfach das Gefühl eines nicht-zugestellten Arbeitsplatzes.
Ein weiterer Vorteil von AiOs ist ihre vergleichsweise einfache Bedienung. Insbesondere bei der Erstinstallation sind weniger Arbeitsschritte notwendig, da nur wenige Komponenten miteinander verbunden werden müssen. Die Modelle vieler Hersteller funktionieren „out of the box“ (englisch: „aus der Verpackung”). Das bedeutet, dass sie nur an eine Stromzufuhr angeschlossen werden müssen, bevor die Einrichtung des Systems beziehungsweise die Nutzung starten kann.

Trotz ihres kompakten Aufbaus und ihrer unkomplizierten Handhabe verfügen die meisten AiOs über alle standardmäßigen Spezifikationen gewöhnlicher Desktop-Computer und ähneln ihnen hinsichtlich des Set-ups. In einigen Fällen müssen sie dafür Abzüge seitens der Leistungsfähigkeit beziehungsweise Kapazität einiger Komponenten machen, allerdings nicht im gleichen Maße wie bei vielen Laptops und Notebooks. All-in-PCs stellen einen Kompromiss zwischen leistungsfähigen stationären Komplett-PCs und kompakten mobilen Lösungen dar.

Wichtige Kriterien bei der Bildschirm-Auswahl

Herzstück und folglich wichtigstes Kaufkriterium eines jeden All-in-One-PCs ist sein Bildschirm. Die Auswahl hinsichtlich Größe, Leistung, Preis und Beschaffenheit ist groß. Für spezielle Anwendungen wie Überwachungsfunktionen und Arbeitsplätze auf engstem Raum finden sich Modelle mit einer Bildschirmdiagonale von weniger als 12 Zoll. Für die typische Verwendung im Büro oder heimischen Arbeitszimmer reicht das aber nicht aus. Auf der anderen Seite des Spektrums liegen High-end-Geräte mit Ultra-HD-Displays. Bei einem klassischen Bildverhältnis von 16:9 entspricht das einer Auflösung von 4096 mal 2160 Pixeln, auch 4K genannt.

Gamer können durch sie auch grafisch anspruchsvollere Spiele in höchster Auflösung genießen. Für Designer und Profis im Bereich Videoschnitt stellen sie ebenfalls eine sinnvolle Option dar, weil ihr Beruf regelmäßig Anwendungen erfordert, die dem jeweiligen Computer visuell viel abverlangen. Einige dieser größeren Displays sind zudem konkav gewölbt. „Curved Displays“ sollen die größeren Maße besonders zur Geltung kommen lassen, weil sie das Sichtfeld des Betrachters besser umschließen und durch den Blickwinkel weniger Licht spiegeln. Anhänger dieser Technologie empfinden so bei Games oder Filmen ein eindringlicheres Spiel- beziehungsweise Seherlebnis.
Für den regulären Einsatz als Office-Computer reichen weniger kostspielige Full-HD-Displays hingegen völlig aus. Bei gängigen Bildschirmen mit einem Verhältnis von 16:9 bedeutet Full-HD eine Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln. Viele AiOs bieten bei der gleichen Auflösung aber auch breitere beziehungsweise höhere Ausführungen. So lassen sich mehrere Anwendungen, zum Beispiel ein Office-Programm und ein Browserfenster, problemlos und übersichtlich nebeneinander anzeigen, ohne dass eine zweite oder gar dritte Anzeige nötig wäre.

Unabhängig von Auflösung und Ausmaß eines Bildschirms ist seine Helligkeit von entscheidender Bedeutung. Ein Display kann noch so viele Pixel auflösen; wenn sie bei normalen Lichtverhältnissen nicht zu erkennen sind, nützt das wenig. Die Helligkeit von Bildschirmen wird meistens mit dem Wert cd/m2 angegeben. Er beschreibt seine Lichtstärke, die in Candela (kurz cd) gemessen wird, im Verhältnis zu der verfügbaren Fläche. Wie hoch die Leuchtdichte eines Bildschirmes sein sollte, hängt von seinem Einsatzgebiet ab. Denn grundsätzlich gilt zwar: je mehr cd/m2, desto besser. Aber zu lange auf einen zu hellen Bildschirm zu starren, kann auf Dauer unangenehm sein und kostet unter Umständen unnötig viel Strom. In einem gut beleuchteten Büro reichen in der Regel 120 cd/m2; bei viel Tageslichteinfall ist es ratsam, ein Display mit 140 cd/m2 zu nutzen. Um Spiegelungen noch besser in den Griff zu bekommen, ohne die Augen zusätzlich zu beanspruchen, eignen sich LC-Bildschirme mit IPS-Technologie. In-Plane Switching verringert Kontrastverluste bei bestimmten Blickwinkeln, indem die Elektroden des Displays parallel zur Oberfläche nebeneinander aufgereiht sind. 

Worauf muss man beim Kauf von All-in-One PCs achten?

Neben der Bildschirmleistung sind für All-in-One-Computer dieselben Spezifikationen von Bedeutung, wie für alle anderen Desktop-PCs. Die Leistungsfähigkeit des Hauptprozessors (CPU) gibt Aufschluss über die Rechenleistung eines Modells. Dabei sind vor allem zwei Werte entscheidend: die Taktfrequenz der CPU in Gigahertz und die Zahl der verbauten Prozessorkerne. Je mehr Kerne ein Prozessor besitzt, desto besser kann er Aufgaben darauf verteilen. Noch vor wenigen Jahren mussten sich viele AiOs mit weniger leistungsfähigen Notebook-Prozessoren abfinden, die zudem lediglich über zwei Kerne verfügten. Heute sind Desktop-CPUs mit Quad-Core, also vier Prozessorkernen, die Norm. Nach oben hin ist noch weitaus mehr Leistung möglich.

Die CPU entscheidet nicht alleine, wozu ein Rechner imstande ist. Der Arbeitsspeicher oder RAM (Random Access Memory) speichert Daten laufender Programme beziehungsweise Prozesse. Seine Kapazität entscheidet darüber, wie viele beziehungsweise Aufgaben welcher Größe ein Rechner zu einem Zeitpunkt ausführen kann. Moderne AiOs sollten mindestens über einen Arbeitsspeicher von 4 GB RAM verfügen. Größere Belastungen, zum Beispiel durch Bildbearbeitungsprogramme oder Games, sind erst durch 8 GB RAM oder 16 GB RAM zuverlässig möglich.

Für die dauerhafte Datenspeicherung, zum Beispiel von Fotos, Dokumenten oder dem Betriebssystem an sich, ist ein sogenannter Festplattenspeicher nötig. Hier ist zwischen zwei Arten von Festplatten zu unterscheiden: Hard Disk Drives (HDD) und Solid-State Drives (SSD). HDDs speichern Daten auf magnetisch beschichteten, rotierenden Scheiben. Sie werden daher auch als Festplattenlaufwerke bezeichnet. Sie erlauben es, große Mengen an Daten zu speichern. Selbst bei AiO-PCs sind 2 Terabyte (TB) Speicherkapazität möglich, wobei eine Festplatte mit 1 TB Speicher in der Regel ausreicht. SSD-Festplatten verfügen über deutlich weniger Kapazität. Da sie Daten durch feste Halbleiterbauteile speichern, sind SSDs robustere Festplatten. Außerdem lassen sich Daten, die auf einer SSD-Festplatte gespeichert werden, durch den Rechner deutlich schneller lesen und schreiben. SSDs bieten sich deshalb besonders als bootfähiges Medium, also als Speicher für das Betriebssystem, an. Im Idealfall verfügt ein AiO über eine sogenannte Hybridfestplatte, also eine Kombination aus SSD und HDD, kurz SSHD. Andernfalls hat die SSD Priorität, weil sich größere Datenmengen heutzutage auch bequem in der Cloud oder über externe Festplatten speichern lassen. Über 250 GB Speicher sollte eine SSD unter diesen Umständen mindestens verfügen.

Zu guter Letzt ist es wichtig, ein Auge auf die Auswahl an Schnittstellen eines All-in-One-Pcs zu haben. Je mehr Peripherie sich über USB, HDMI oder sonstige Kompatibilitäten anschließen lässt, desto besser, denn dadurch steigern sich die Einsatzmöglichkeiten des Rechners. Anbindungen über Bluetooth oder WLAN sind besonders vorteilhaft, weil dadurch noch weniger Kabel notwendig sind. 

Unser Praxistipp: All-in-One-PC mit verstellbarem Fuß kaufen

Der Bildschirm ist die zentrale Komponente eines All-in-One-PCs. Er lässt sich normalerweise nicht austauschen und durch den Anschluss eines weiteren Displays büßen AiOs ihren maßgeblichen Vorteil ein, sie sparen nicht mehr so viel Platz. Es ist deshalb äußerst ratsam, nicht nur einen leistungsstarken Monitor zu kaufen, sondern einen flexiblen. Je mehr Ausrichtungsmöglichkeiten ein Stellfuß bietet, desto komfortabler lässt sich ein AiO verwenden. Viele AiO-Befestigungen lassen sich vertikal neigen. Bei einigen Modellen können zudem Höhe und horizontale Neigung je nach Bedarf eingestellt werden. Besonders All-in-One-PCs mit Touchscreen lassen sich nur dann bequem über längere Zeit bedienen, wenn sie ergonomisch ideal positioniert sind. Dafür lassen sich einige Ständer sogar „zusammenfalten“, so dass sie quasi auf der Arbeitsoberfläche liegen. 

FAQ - häufig gestellte Fragen zu All-in-One-PCs

Lassen sich All-in-One-PCs nachrüsten?

Ob und wenn ja, wie einfach sich All-in-One-PCs nachrüsten lassen, variiert von Modell zu Modell. Da sie aber darauf ausgelegt sind, möglichst wenig Raum einzunehmen und dabei einfach in der Handhabung zu sein, ist es vergleichsweise schwierig, einzelne Komponenten von AiOs auszutauschen oder zu erweitern. Besonders das Display ist fest verbaut und lässt sich somit unter Umständen nur von Profis austauschen. Das kleinere Gehäuse hat zudem begrenzt Platz für bestimmte Komponenten. Dabei ist nicht nur Platzmangel ein einschränkender Faktor, sondern Hitzeentwicklung. Relativ einfach nachrüsten lassen sich lediglich Arbeitsspeicher und Festplatte, da sie unkompliziert durch gängige Schnittstellen extern angeschlossen werden können.

Eignen sich All-in-One-PCs für Gaming?

Für Gaming sind Rechen- und Grafikleistung eines Computers besonders wichtig. In beiden Fällen sind AiOs gegenüber regulären Desktop-PCs bei ähnlichem Preisniveau im Nachteil. Aber das bedeutet nicht, dass sie völlig ungeeignet sind. Wer bereit ist, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, kann mit einem hochwertigen AiO Games in guter Qualität genießen. Durch ihr schnittigeres Design passen sie als Blu-ray-Player oder Multimediacenter mitunter sogar besser in ein Wohn- oder Hobbyzimmer als der klobige Tower eines gewöhnlichen Desktop-PCs, an dem über den HDMI-Eingang ein Fernseher unschön verkabelt ist.

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