Wissenswertes zu Bleiakku-Refresher

Bleiakku-Refresher revitalisieren Bleiakkus, indem sie Sulfatablagerungen in der Akkuzelle beseitigen. Dadurch wird die Lebensdauer von Bleiakkus verlängert, was Kosten spart und die Umwelt schont. Der Einsatz eines Bleiakku-Refreshers lohnt sich bei Bleiakkus und Blei-Gel-Akkus, die selten im Gebrauch sind, beispielsweise bei Akkumulatoren von Saisonfahrzeugen wie Zweitwagen, Oldtimern, Wohnmobilen, Motorrädern und Booten.

Übrigens: Bleiakku-Refresher werden auch Batterie-Refresher, Bleiakku-Aktivator, Bleiakku-Revitalisierer genannt oder ihrer Funktion nach als Megapulser bezeichnet.

Vorwissen: Die Technik hinter Bleiakkus

Bevor ein Verständnis für die Funktion eines Bleiakku-Refreshers entstehen kann, sollen an dieser Stelle die Grundlagen zum Thema Bleiakku kurz aufgefrischt werden.

 

Die Verwendung von Bleiakkus ist vielfältig, denn es handelt sich um eine vergleichsweise kostengünstige Technologie mit hoher Energiedichte. Bleiakkus werden hauptsächlich in Fahrzeugen und bei Speichertechnologien wie beispielsweise in Solarmodulen verwendet.

  • Bei Verbrennungsmotoren sind Bleiakkus als Starterbatterien im Einsatz.
  • Außerdem versorgen sie bei diversen Mobilen die elektrischen Verbraucher mit Strom, also beispielsweise Lichtmaschinen, Bordelektronik und Multimedia-Anwendungen.

Bleiakkus werden in der Regel zusammen mit entsprechender Ladetechnik verbaut. Es handelt sich um wiederaufladbare Akkumulatoren, nicht um Batterien. Beim Fahren mit einem entsprechenden Automobil, Motorrad, Wohnmobil oder Boot wird der Bleiakku aufgeladen und speichert Energie, die er entweder sofort oder später an die angeschlossenen elektronischen Verbraucher weitergibt. Die Versorgung, also die Entnahme von Energie, funktioniert durch die Speicherung im Akkumulator auch wenn das Fahrzeug stillsteht.

Praxiswissen:

Bleiakkus können eine Lebensdauer von mehreren Jahren erreichen. Hochwertige Ausführungen halten bis zu 10 Jahre, während Starterbatterien im Kfz-Bereich oft nur 2 bis 4 Jahre einsatzfähig sind.

Der Aufbau von Bleiakkus und Blei-Gel-Akkus ist relativ simpel:

  • Im Inneren befinden sich Säure und zwei Bleiplatten.
  • Die eine Bleiplatte ist positiv geladen, die andere negativ geladen.
  • Zwischen den Bleiplatten befinden sich Separatoren, die eine Berührung der Platten untereinander und Kurzschlüsse verhindern sollen. Durch diese Separatoren können Bleiakkus platzsparend gebaut werden.
  • Umschlossen sind Bleiakkus mit einem säurefesten Gehäuse.
  • Bleiakkus haben zwei Anschlusspole aus Metall.

Als Varianten gibt es Blei-Calcium, Blei-Gel, Blei-Säure und Blei-Vlies-Akkumulatoren mit unterschiedlichen Nennspannungen. Diese Modelle unterscheiden sich allerdings im Grundaufbau nicht so gravierend, dass dies für den Einsatz eines Bleiakku-Refreshers relevant wäre.

Die Ladezustände von Bleiakkumulatoren beruhen chemisch betrachtet auf der Säurekonzentration und den Blei-Bestandteilen im Akkumulator:

  • Im geladenen Zustand ist die positive Elektrode mit einer Schicht aus Bleioxid überzogen, an der negativen Elektrode befindet sich Bleischwamm.
  • Bei entladenen Bleiakkus lagert sich an beiden Elektroden Bleisulfat ab.

In der Praxis erfolgt die Bestimmung des Ladezustands nur von außen durch Batterietester, die an die Pole des Bleiakkus angeklemmt werden und elektronische Funktionstests durchführen können.

Wie funktionieren Bleiakku-Refresher?

Die Alterung von Bleiakkumulatoren beruht zum Großteil auf innerer Korrosion. Dabei schließen sich die Bleibestandteile zu immer größeren Verbünden zusammen, was ihre elektro-chemische aktive Oberfläche verringert. Das entstehende Sulfat ist weniger elektrisch leitfähig als Blei, wodurch der Innenwiderstand der Zelle steigt. Das führt zu einem schnelleren Spannungsabfall und dadurch zu einer eingeschränkten Performance des Akkumulators.

Unser Praxistipp:

Ist ein Bleiakku längere Zeit nicht in Betrieb, kann es neben einer gewissen Selbstentladung zu einer schädlichen Sulfatablagerung in der Akkuzelle kommen, die die Funktion beeinträchtigt.
Gegen diese Sulfat-Ablagerungen werden Bleiakku-Refresher eingesetzt: Die Geräte werden polrichtig an den Bleiakku angeschlossen. Anschließend gibt der Aktivator hochamperige Schockimpulse an den Akku ab, durch die die Sulfate von den Elektroden abgestoßen werden. Die Taktung der elektrischen Pulse ist abgestimmt und so kurz, dass der Akkumulator selbst keinen Schaden nimmt. Die Befreiung von Sulfaten verlängert die Lebensdauer des Bleiakkus.
Wegen der kurzen, hochohmigen Stromstöße werden die Akku-Refresher auch „Mega-Pulser“ genannt.

Für den Einsatz von Bleiakku-Refreshern spricht

  • der geringere Preis dieser Technik gegenüber der teureren Anschaffung eines neuwertigen Bleiakkus
  • die zum Teil erhebliche Verlängerung der Lebensdauer von selten genutzten Bleiakkus und daraus entstehende Kostenersparnisse
  • die Umweltfreundlichkeit der Technik, denn die Revitalisierung ist ressourcenschonend.

Wann lohnt sich der Einsatz eines Bleiakku-Refreshers?

Die Sulfatablagerungen aufgrund von längerem Nichtgebrauch können mit einem Bleiakku-Refresher beseitigt werden.
In technischen Forenbeiträgen gibt es immer wieder Diskussionen um die generelle Sinnhaftigkeit von Bleiakku-Refreshern. Generell zählen Bleiakkus zu den Verschleißteilen. Ob sich die Anschaffung eines Bleiakku-Revitalisierers lohnt, hängt davon ab wie oft der entsprechende Bleiakku in Betrieb ist oder wodurch seine Funktion eingeschränkt ist.
Bei häufig genutzten Akkumulatoren wechseln sich Lade- und Entladevorgänge so ab, dass keine entsprechenden Ablagerungen von Sulfaten entstehen sollten, die den Einsatz eines Bleiakku-Refreshers rechtfertigen. Beruht die Schädigung auf einer irreversiblen Umstrukturierung der Akkuzelle durch häufigen Gebrauch, hilft nur der Kauf eines neuen Bleiakkus. Hier ist es der generelle Verschleiß, der zu Minderleistung führt.

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Bleiakku-Refresher sind in der Regel nutzlos bei täglich beziehungsweise mehrmals pro Woche genutzten Bleiakkus, also beispielsweise bei Bleiakkus in Energiespeicheranwendungen oder in Hubfahrzeugen beziehungsweise in Pendlerfahrzeugen, die fast täglich Wege zurücklegen. 
Praxiswissen: Was Bleiakku-Refresher nicht können, ist defekte Zellstrukturen reparieren. Bei der Entnahme hoher Stromstärken, für die Bleiakkus in der Regel verwendet werden, entstehen immer mal wieder kleine Kurzschlüsse. Wenn sich Akkuzellen dadurch verändern, ist diese Umstrukturierung irreversibel. Auch Bleischwamm an einer geladenen Batterie ist kein Einsatzfall für den Akku-Refresher.
Bei Bleiakkumulatoren, die nur selten in Gebrauch sind, ist die Revitalisierung mit einem Bleiakku-Refresher einen Versuch wert. Beispielsweise bei Wohnwagen, Motorrädern, Booten und anderen Saisonfahrzeugen, die über weite zeitliche Spannen ungenutzt bleiben.
Bei längerer Zeit ungenutzter Bleiakkus kann die reine Erhaltungsladung der angeschlossenen Ladetechnik unzureichend sein, um die Ausgangssituation für die volle Akkuleistung wiederherzustellen. Es können sich Sulfate an den Platten des Bleiakkus abgelagert haben, was zum Absinken der Kapazität und zur Minderleistung des Akkus führt. Der Refresher geht mit Megapulsen gegen diese abgelagerten Sulfate vor.
Gelingt die Revitalisierung haben Sie anschließend zwar keinen komplett neuwertigen Akku, aber Geld für eine neue Batterie gespart und einen funktionstüchtigen Bleiakku, der noch einige Jahre seinen Einsatzzweck erfüllt.

Sicherheitshinweis

Beim Umgang mit Bleiakkumulatoren ist erhöhte Vorsicht geboten, denn sie enthalten hochgiftige, chemische Inhaltsstoffe. Bleibestandteile kombiniert mit Schwefelsäure wirken ätzend auf Haut und Knochen, zersetzen organische Gewebe und reizen die Schleimhäute. Stellen Sie eine Beschädigung an einem Bleiakku fest, bei der Säure leckt, ist dieser sofort als Sondermüll zu entsorgen.

 

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