Wissenswertes zu Bluetooth Lautsprechern

Bluetooth-Lautsprecher sind Lautsprecher, die ohne Kabelverlegung mobil, zu Hause oder im Auto verwendet werden. Über eine Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone oder einem Rechner empfangen diese Lautsprecher per Funk die Audioinhalte für die Wiedergabe in bester Klangqualität. Wasserfeste und staubgeschützte Bluetooth-Lautsprecher sind die idealen Begleiter im Freien oder auf der heimischen Terrasse, bei Festivals, im Strandurlaub und sogar bei Pool-Partys. Als weitere wichtige Funktion haben einige Modelle dieser kabellosen Lautsprecher Freisprech-Einrichtungen für Telefongespräche oder Sprachsteuerung mit an Bord.
Im Ratgeber erfahren Sie alles, was es bei der Auswahl von Bluetooth-Lautsprechern zu beachten gibt.

Wie funktionieren Bluetooth-Lautsprecher?

Wie andere Lautsprecher auch sind Bluetooth-Lautsprecher Wiedergabegeräte für Audioinhalte.
Damit die Wiedergabe von Sprache oder Musik über den Lautsprecher realisiert werden kann, braucht es eine Medienquelle, aus der die Inhalte stammen. Das kann zum Beispiel ein Smartphone sein, das über einen Streaming-Dienst Musik aus dem Internet an den Lautsprecher weitergibt oder ein PC, der Musik von einer lokalen Festplatte an den Lautsprecher überträgt. Die Freigabe der Inhalte zum Abspielen über den Lautsprecher funktioniert über Bluetooth per Funk und völlig kabellos.

Praxiswissen:

Bluetooth ist ein Übertragungsstandard, der für die kabellose Datenübertragung zwischen Geräten auf kurzen Distanzen eingesetzt wird. In einem sogenannten Piconetz verbinden sich die Geräte untereinander über ihre Bluetooth-Schnittstellen. 

Mehr über den Bluetooth Standard erfahren


Falls der Bluetooth-Lautsprecher zudem über eine NFC-Schnittstelle verfügt, kann die Bluetooth-Kopplung mit einem NFC-fähigen Smartphone schnell erfolgen. Dazu muss das Smartphone lediglich kurz an die NFC-Schnittstelle des Lautsprechers gehalten werden.

Mehr über die NFC-Technik erfahren

Für die Nutzung der Bluetooth-Funktion benötigen sie neben dem Bluetooth-Lautsprecher ein anderes Bluetooth-fähiges Gerät wie ein Smartphone, ein Tablet oder einen Rechner, welches bei der Bluetooth-Verbindung als Master die Steuerung über den Bluetooth-Lautsprecher (Slave) übernimmt.

Tipp: Einige Bluetooth-Lautsprecher haben eigene Empfangsquellen für Radio, Speicherkartenslots für Musikdateien und physische Steckplätze, so dass sie auch unabhängig von der Bluetooth-Verbindung Inhalte abspielen können.

Übrigens: Bluetooth ist benannt nach dem dänischen König Harald Blauzahn (englisch: „Bluetooth“) Dieser König war so geschickt in seiner Kommunikation, dass es ihm im 10. Jahrhundert gelang Dänemark und Teile Norwegens unter seiner Krone zu einen. Die Zeichen links im offiziellen Bluetooth®-Logo sind die nordischen Runen für die Initialen von Harald Blauzahn.

Vor- und Nachteile von Bluetooth-Lautsprechern

Vorteile:

  • kabellose Verbindung
  • einfache Installation
  • flexible Platzierung der Lautsprecher

Nachteile:

  • geringe Reichweite
  • Klangeinbußen durch Funkverbindung
  • Akkustand stets beobachten

Darauf sollten Sie bei der Auswahl von Bluetooth-Lautsprechern achten

Bluetooth-Lautsprecher gibt es in allen möglichen Farben, Designs und Größen. Daneben spielen die nachfolgenden technischen Auswahlkriterien eine Rolle:

Reichweite der Bluetooth-Verbindung

Die Reichweite der Bluetooth-Verbindung variiert je nach verbauter Hardware und Übertragungsprotokoll. In den technischen Daten finden Sie zu den jeweiligen Lautsprechern die Herstellerangaben über die Reichweite des Funksignals. Sie ist wichtig, wenn Sie zum Beispiel den Bluetooth-Lautsprecher aus einiger Entfernung per Funk bedienen wollen.
Hinweis: Hindernisse wie Wände, aber auch überlagernde Funkfrequenzen zum Beispiel durch WLAN-Netzwerke mindern die maximale Reichweite des Bluetooth-Signals. Den besten Empfang haben Funkgeräte, die mit Bluetooth verbunden sind, draußen im freien Feld ohne physische Barrieren und konkurrierende Funkstrahlen.

Ausgangsleistung

Die Leistung eines Lautsprechers gibt Auskunft darüber, wie viel der empfangenen Daten er in Klangqualität umsetzen kann. Außerdem mit welchen Verstärkern er kompatibel ist, ohne selbst Schaden zu nehmen.
Praxiswissen: Oftmals wird die Leistung in Audio-Foren als willkürliches Marketinginstrument der Lautsprecher-Hersteller kritisiert. Dennoch lässt sich festhalten, dass ein Mini-Lautsprecher mit 1,2 Watt Ausgangsleistung nicht im Entferntesten an die maximale Lautstärke und Klangqualität eines Lautsprechers mit der hundertfachen Leistung von 150 Watt herankommt.

Stromversorgung & Akkulaufzeit

Insbesondere für mobile Einsatzzwecke ist die Stromversorgung und Akkulaufzeit bei Lautsprechern relevant. Nur Lautsprecher mit Akkumulatoren können aufgeladen und unterwegs ohne Stromquelle genutzt werden. Bei den Akkus dominieren Lithium-Ionen-Akkus vor Lithium-Polymer-Akkus den aktuellen Markt. Die Akkulaufzeit für den mobilen Betrieb und die Zeit, die es braucht, um vorher einmal vollständig aufzuladen, unterscheidet sich von Modell zu Modell erheblich.
Bei der Stromversorgung via USB kann der Ladevorgang über ein USB-Kabel am Rechner durchgeführt werden. Achtung: Bei einigen Lautsprechern muss die USB-Verbindung im Betrieb bestehen bleiben, weil sie keine Akkus haben und daher diese ständige Stromversorgung brauchen.
Netzteile sind entweder zum Aufladen gedacht bei Lautsprechern, die theoretisch auch im Akkubetrieb funktionieren würden oder aber eine feste Voraussetzung für den Betrieb von stationären Lautsprechern an einer Steckdose

Bluetooth-Profile

A2DP und AVRCP sind Abkürzungen für zwei relevante Bluetooth-Funktionen:
A2DP ermöglicht die Übertragung von Audiodateien, auch Streaming genannt. Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) ist ein herstellerübergreifender Standard.
Folgende Betriebssysteme unterstützen A2DP-Audiostreaming:

  • Windows 8 und aufwärts, also unter anderem Windows 10
  • Mac OS X Leopard und aktuellere Versionen
  • Linux-Geräte
  • Mobilgeräte mit Android ab Version 1.5
  • iPhones und iPads ab iOS 3.0
  • Nokia-Handys mit dem mobilen Betriebssystem Symbian

Vorausgesetzt natürlich, das Gerät verfügt generell über eine Bluetooth-Schnittstelle und diese ist aktiviert.
AVRCP gestattet zusätzlich die Fernbedienung der Quelle für Audio und Videoinhalte. Mit Audio Video Remote Control Profile (AVRCP) kann über Tasten am Bluetooth-Lautsprecher der Befehl zum Vor- oder Zurückspringen bei den Medieninhalten des Übertragungsgeräts erteilt werden. Ohne AVRCP kann nur der Lautsprecher vom Quellgerät angesteuert werden, aber nicht andersherum.

Outdoor-Tauglichkeit

Viele Bluetooth-Lautsprecher sind für den Outdoor-Einsatz ideal. Robuste Modelle sind schockresistent, stoßfest, staubfest und spritzwassergeschützt beziehungsweise sogar gänzlich wasserfest oder schwimmfähig.

Freisprechfunktion und Sprachsteuerung

Die Freisprechfunktion für Telefonate funktioniert mit einem Großteil der Bluetooth-Lautsprecher. Dabei werden die Sprachinhalte ihrer Gesprächspartner über den Lautsprecher ausgegeben. Antworten müssen Sie allerdings meist über das Smartphone, da hier nur ein Mikrofon verbaut ist.

Herstellerspezifisch funktionieren Amazons Echos mit der Sprachsteuerung Alexa sowie einige Apple-Lautsprecher, die über Airplay von der Sprachsteuerung mit Siri Befehle empfangen und ausführen.

Tipp: Zu den Lautsprechern gibt es oft Halterungen wie beispielsweise Saugknöpfe, Tragetaschen und anderes Zubehör

So richten Sie die Bluetooth-Verbindung mit einem Lautsprecher ein

Bei der erstmaligen Einrichtung einer Bluetooth-Verbindung, also bei der Aufnahme in ein Piconetz, muss anfangs ein Pairing durchgeführt werden. So werden die teilnehmenden Geräte im Bluetooth-Netzwerk miteinander gekoppelt.
Zum Einrichten der Verbindung sucht die Bluetooth-Schnittstelle am Master-Gerät per Funk nach anderen bluetooth fähigen Geräten in der Umgebung.
Findet das Smartphone oder der PC (Master) daraufhin den Lautsprecher als untergeordnetes Gerät (Slave), wird dieser per Klick ins Netzwerk aufgenommen und die Verbindung kann fortan immer dann aktiviert werden, wenn sich beide Geräte in Reichweite zueinander befinden.
Im Hintergrund sorgen Bluetooth-Protokolle für den Passwortschutz und die Speicherung der verbindungsnotwendigen Parameter.
Eine Bluetooth-Verbindung zwischen einem Smartphone/Rechner und einem kabellosen Lautsprecher kann durch weitere Geräte wie beispielsweise zusätzliche Lautsprecher oder Fernbedienungen zum Bluetooth-Netzwerk ausgebaut werden.

Praxiswissen: Ein Bluetooth-Gerät kann in mehreren Bluetooth-Netzwerken parallel agieren (Multi-Pairing). Ähnlich wie ein Tablet, das sich je nach Standort in den jeweils verfügbaren, unterschiedlichen WLAN-Netzwerken anmeldet. Der Bluetooth-Lautsprecher kann also auch mit mehreren Smartphones über unabhängige Verbindungen gesteuert werden. In der Praxis heißt das: Es kann zum Beispiel Ihr Partner oder ein Gast mit seinem Gerät ebenfalls eine Bluetooth-Verbindung zum Lautsprecher herstellen, um diesen zu steuern.

Insgesamt handelt es sich bei Bluetooth um eine unkomplizierte und benutzerfreundliche Art eine kabellose Verbindung zwischen Geräten herzustellen. Der initiale Aufwand beim erstmaligen Verbinden ist überschaubar, aber aus Sicherheitsgründen unerlässlich. Beim Pairing muss die Verbindung zu einem anderen Bluetooth-Gerät einmalig aktiv bestätigt werden. So wird ausgeschlossen, dass unbemerkt vom Benutzer missbräuchliche Bluetooth-Verbindungen eingerichtet werden, die zum Beispiel dazu dienen könnten, persönliche Daten abzugreifen.

Zusätzliche Übertragungsarten an Bluetooth-Lautsprechern

Alternativ zur Bluetooth-Verbindung verfügen viele der angebotenen Lautsprecher über weitere Optionen, um Medieninhalte und Steuersignale zu empfangen. Die wichtigsten sind:

Kabelgebunden

Kabelgebundene Anschlüsse werden auch in Zukunft unerlässlich sein, denn sie bieten bei der Übertragung von Audioinhalten eine Klangqualität, an die keine Funkverbindung heranreicht.

  • Über AUX-Eingänge mit Klinkenbuchse können viele Bluetooth-Lautsprecher wie ganz normale Lautsprecher mit einem Audiokabel verbunden werden, beispielsweise mit einer Stereoanlage.
  • Auch USB-Anschlüsse für die Verbindung mit Computern oder Laptops sind häufig vorhanden, ebenso Micro-USB-Anschlüsse für Smartphones und Tablets.
  • Einige Lautsprecher haben sogar Mikrofon-Anschlüsse und Aufnahmefunktionen.

Nachteilig ist, dass Bluetooth-Boxen mit physischen Steckbuchsen in der Regel nicht wasser- und staubdicht sind.

Radioempfang mit FM oder DAB+

Bluetooth-Lautsprecher mit integriertem Radioempfang sind nicht zwingend auf eine externe Medienquelle angewiesen, um Musik und Sprachinhalte abzuspielen. Sie funktionieren autonom wie ganz normale Radios oder eben mit individuellen Audioinhalten via Bluetooth.

Tipp: Besonders praktisch ist der Radioempfang, wenn Sie unterwegs aktuelle Sportereignisse mitverfolgen wollen.

WLAN

Der Vorteil von WLAN-fähigen Lautsprechern liegt darin, dass sie direkt in Heimnetzwerke eingebunden werden können. Die Einstellung der Zugangsberechtigungen am WLAN-Router lässt mehr Optionen zu als eine Bluetooth-Steuerung.
Wird ein bluetoothfähiger WLAN-Lautsprecher gelegentlich oder regelmäßig auf Urlaubsreisen oder Partys mitgenommen, ist die ortsunabhängige Verbindung über Bluetooth jederzeit möglich.

Praxiswissen:

In der Regel empfangen Bluetooth-Lautsprecher Inhalte aus dem Internet über das lokale Bluetooth-Netzwerk. Dabei hat nur das Master-Gerät, also zum Beispiel das Smartphone oder Tablet eine Internetverbindung, der Lautsprecher hingegen nicht.

AirPlay

AirPlay ist ein Funkstandard, der nur mit Apple-Geräten kompatibel ist. Airplay konnte sich nicht so stark verbreiten wie Bluetooth, weswegen heute so gut wie alle Geräte von Apple eine Bluetooth-Schnittstelle aufweisen.

NFC

Near Field Communication (NFC) ist ein neuer Übertragungsstandard, der ähnlich wie Bluetooth die kabellose Verbindung von Geräten im Nahbereich ermöglicht. Allerdings hat NFC geringere Reichweiten als Bluetooth und soll vornehmlich zum Standard für kontaktloses Bezahlen ausgebaut werden. Insbesondere Google treibt die Verbreitung von NFC voran, bei allen neueren Android-Systemen ist die NFC-Schnittstelle fester Bestandteil.

Info: Zum Aufbau einer NFC-Verbindung muss nicht wie bei Bluetooth zumindest einmalig ein Einrichtungsprozess stattfinden, sondern die Geräte verbinden sich vollautomatisch

DLNA

Die Digital Living Network Alliance (DLNA) war eine Herstellervereinigung, bestehend aus über 250 Herstellern in 20 Ländern, die zum Ziel hatte über das DLNA-Zertifikat zu gewährleisten, dass Produkte unterschiedlicher Hersteller in Heimnetzwerken kompatibel zueinander sind. Die Auflösung der Allianz im Jahr 2017 erfolgte mit der Begründung, dass sich bei der Standardisierung von Funkprotokollen und Dateiformaten inzwischen viel getan hat und die Organisation damit überflüssig geworden ist. Nachfolger der DLNA ist eine Gesellschaft namens SpireSpark.


 

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