Flexible Sicherheit: Codeschlösser, Fingerprint-Systeme und Transponder

Elektronische Schließsysteme im Allgemeinen und Codeschlösser im Besonderen kommen zum Einsatz, wenn Räume oder Gebäude vor unbefugtem Zutritt geschützt werden sollen. Sie ersetzen Türschloss und Schlüssel und bieten ein hohes Maß an Sicherheit. Welche Arten von elektronischen Schlössern es gibt, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Elektronische Schließsysteme und ihre Vorteile

Elektronische Schließsysteme gehören zum Bereich der Sicherheitstechnik. Sie finden in Privathaushalten genauso Verwendung wie in Forschungslaboren, Arztpraxen, Unternehmensgebäuden und öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern. Im Wesentlichen handelt es sich bei elektronischen Schließsystemen um moderne Zugangssysteme, die dem Einbruchschutz dienen und eine verlässliche Zutrittskontrolle ermöglichen.

Die Vorteile elektronischer Türschlösser sprechen für sich: Da für ihre Bedienung kein Schlüssel gebraucht wird, kann auch keiner verloren gehen oder in die Hände Unbefugter geraten. Dadurch ist ein erhöhtes Maß an Sicherheit geboten. Außerdem wird der Verwaltungsaufwand minimiert. Wohnungsunternehmen beispielsweise hantieren oftmals mit einer Vielzahl verschiedener Schlüssel, über die es den Überblick zu behalten gilt. Sie müssen aufwendig beschriftet, gegebenenfalls einzeln etikettiert und sachgerecht aufbewahrt werden. Solcherlei Umstände entstehen mit elektronischen Schließsystemen nicht.

Arten von elektronischen Schließsystemen

Elektronische Schlösser sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich und je nach Funktion anders aufgebaut. Zu den gängigen Typen zählen:

Codeschlösser

Ein elektronisches Codeschloss kann nur durch die Eingabe eines vordefinierten Codes geöffnet werden und ist dementsprechend meist ohne mechanischen Schließzylinder konzipiert. Bei einem Codeschloss handelt es sich um eine Art Lesegerät, das aus einer elektronischen Einheit und einer Tastatur besteht, über die ein PIN-Code eingegeben wird. Jeder, der den Code kennt, kann das Codeschloss entriegeln. Tastenfeld und Codeschloss müssen nicht zwangsläufig in einer Einheit verbaut sein. Nicht selten ist die Tastatur in einem gewissen Abstand zum eigentlichen Codeschloss angebracht.

Codeschlösser können einfach oder komplex aufgebaut sein. Hochwertige Modelle bieten die Möglichkeit, jeder zugangsberechtigten Person einen individuellen Code zuzuweisen und die Zeit des Zutritts zu erfassen. So lässt sich protokollieren, wer wann welche Tür geöffnet hat. Indem die PIN-Codes in regelmäßigen Abständen erneuert werden, kann die Sicherheit weiter gesteigert werden. Codeschlösser mit Zahlencode werden häufig in Büros oder Ladengeschäften eingesetzt. Sie dienen der Zutrittskontrolle zu einzelnen Räumen oder kompletten Gebäuden.

RFID-Schließsysteme

RFID-Schlösser sind eine praktische Alternative zum klassischen Codeschloss. RFID steht für radio-frequency identification und bezeichnet eine Kommunikationstechnik auf Basis elektromagnetischer Wellen, die es ermöglicht, Personen oder Gegenstände automatisch und kontaktlos zu identifizieren. RFID-Schlösser bestehen aus einem Schreib- beziehungsweise Lesegerät und einem Transponder, der mit einem Mikrochip ausgestattet ist und als Datenträger fungiert. Das Lesegerät verfügt über eine Antenne und erzeugt ein elektromagnetisches Feld.

Befindet sich der Transponder in Reichweite dieses Feldes, kann ein Datenaustausch erfolgen, das heißt, der Chip vom Lesegerät ausgelesen werden. Handelt es sich um ein Schreibgerät, ist es umgekehrt möglich, den Transponder mit neuen Daten zu beschreiben. Transponder sind in zweierlei Ausführungen erhältlich: Passive Transponder kommen ohne eigene Spannungsversorgung aus. Sie beziehen ihre Energie aus dem elektromagnetischen Feld, das das Lesegerät ausstrahlt. Aktive Transponder sind hingegen mit einer eigenen Energieversorgung ausgestattet, meist in Form einer Batterie. Beide Transponder-Typen haben ihre Vor- und Nachteile. Während passive Transponder nahezu wartungsfrei, aber nur bei geringen Reichweiten einsetzbar sind, funktionieren aktive Transponder auch in großer Reichweite, müssen aber gewartet werden.

Ein RFID-Schloss hat gegenüber einem elektronischen Zahlenschloss den Vorteil, dass sich der Nutzer keinen Code merken muss. Stattdessen hält der Zugriffsberechtigte seinen Transponder an das Lesegerät, das die empfangenen Daten ausliest, mit der internen Datenbank abgleicht und im Falle eines Treffers die Tür entriegelt. Zeitsteuerungen sind mithilfe von RFID-Schlössern ebenfalls möglich: Manche Ausführungen bieten die Möglichkeit, ein Zeitfenster einzugeben, in dem die Tür ohne Transponder geöffnet werden kann. Dadurch erhalten auch Personen Zutritt, die das digitale Schließsystem nicht nutzen. Eine günstigere Alternative zu RFID-Technik sind übrigens Schließsysteme mit Chipkarten. Hierbei handelt es sich um programmierte Magnetkarten, die in ein Kartenlesegerät gesteckt und ausgelesen werden. Chipkarten sind nicht so komplex aufgebaut wie Transponder und daher erschwinglicher in der Anschaffung.

Schließsysteme mit Fingerabdruck

Zugangssysteme mit Fingerabdruck verfügen über ein Sensorfeld, auf das der Zugriffsberechtigte seinen Finger legt. Der Fingerabdruck wird abgescannt und mit der integrierten Datenbank verglichen. Stimmen die biometrischen Werte mit den hinterlegten Daten überein, öffnet sich die Tür. Fingerprint-basierte Schließsysteme gelten als besonders einbruchsicher. Das hat zum einen damit zu tun, dass der Fingerabdruck eines jeden Menschen individuell ist und dadurch eine eindeutige Zuordnung des Zugriffsberechtigten erfolgen kann. Zum anderen sind Gefahren, wie sie bei anderen elektronischen Schließsystemen bestehen, beispielsweise dass ein Transponder in falsche Hände gerät oder man den Code vom Codeschloss vergisst, bei Zugangssystemen mit Fingerabdruck ausgeschlossen. Hochwertige Schließsysteme dieser Art können mehrere Fingerabdrücke speichern und dadurch verschiedene Zugriffspersonen indexieren.

Smarte Schließsysteme

Schließsysteme, die sich via WLAN oder Bluetooth ins Smart Home integrieren lassen und mittels App steuerbar sind, gibt es ebenfalls. Sie erkennen den Zugriffsberechtigten, sobald sich dessen Smartphone in der Nähe befindet, und öffnen die Tür, ohne dass er dazu eine Handlung vornehmen muss. Smarte Schließtechnik bietet hohen Bedienkomfort, hat aber auch ihre Schwächen. Kündigt sich Besuch an, kann man beispielsweise Gastaccounts anlegen und damit mehreren Personen Zugang gewähren, ohne dass erst aufwendig Schlüssel ausgetauscht werden müssen. Allerdings besteht wie bei physischen Schlüsseln, Transpondern und Chipkarten die Gefahr, dass das Smartphone entwendet und schlimmstenfalls dazu gebraucht wird, sich unrechtmäßig Zutritt zum Haus zu verschaffen.

Unser Praxistipp: Sichere Zahlencodes verwenden  

Wie viel Sicherheit ein Codeschloss bietet, hängt nicht unerheblich davon ab, wie einfach oder komplex der gewählte Code ist. Grundsätzlich empfiehlt es sich, einen PIN-Code zu verwenden, der in keinem Zusammenhang mit der eigenen Person oder nahen Angehörigen steht. Geburts- oder Hochzeitsdaten sind leicht zu ermitteln und daher keine gute Wahl für ein Codeschloss. Kurze Zahlencodes sind zudem einfacher zu knacken als lange, daher sollten Sie eine Zahlenfolge wählen, die aus so vielen Ziffern wie möglich besteht, sofern sie sich immer noch gut merken lässt. Ziffernwiederholungen im Code gilt es ebenfalls zu vermeiden.

 

Kaufkriterien für elektronische Schließsysteme – worauf kommt es an?

Beim Kauf elektronischer Schließsysteme gilt es zunächst zu überlegen, welche Art der Zugangskontrolle für die eigenen Zwecke am besten geeignet ist. Stehen Einbruchschutz und Sicherheit an erster Stelle, sind Schließsysteme mit Fingerabdruck die richtige Wahl. Mehr Flexibilität bieten hingegen Schlösser mit Transpondern oder Chipkarten. Letztere können den Zugriffsberechtigten einfach ausgehändigt werden, ohne erst deren Fingerabdrücke erfassen zu müssen. Bei Schließsystemen mit Zahlenschloss ist die Anzahl der Nutzer zwar meist unbegrenzt, aus Gründen der Sicherheit empfiehlt es sich jedoch, den Code regelmäßig zu ändern. Dadurch entsteht ein gewisser Aufwand, der mit berücksichtigt werden muss.

Um digitale Schließsysteme einzurichten, ist eine Programmierung erforderlich, daher ist es wichtig zu wissen, auf welche Art und Weise diese erfolgt und ob man dafür eine spezielle Software oder Zubehör benötigt. Idealerweise liegt bereits alles anbei, was für die Programmierung benötigt wird. Recherchiert werden sollte auch, ob das Schließsystem erweitert werden kann. Das gilt im Hinblick auf eventuelle Nachrüstungen und auf die maximal mögliche Anzahl von Transpondern, Speicherplätzen für Fingerabdrücke oder App-Nutzern.

Der IP-Schutz spielt bei Schließsystemen ebenfalls eine große Rolle. Im Außenbereich angebrachte Lesegeräte und Tastaturen müssen spritzwassergeschützt sein, um beispielsweise bei Regen weiterhin funktionstüchtig zu bleiben. Transponder sollten idealerweise sogar wasserdicht sein. Oftmals werden sie in Schlüsselanhängern oder Armbändern verbaut, wodurch sie sich zwar bequem transportieren lassen, aber auch vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt sind.

FAQ – häufig gestellte Fragen zu elektronischen Schließsystemen

Gibt es elektronische Schließsysteme mit eingebauter Alarmanlage?

Ja. Es gibt Modelle, die eigenständig einen Alarm auslösen, sobald sich jemand gewaltsam daran zu schaffen macht. Darüber hinaus sind Schließsysteme erhältlich, die sich mit der hauseigenen Alarmanlage verbinden lassen. Sie schalten die Alarmanlage ein oder aus, sobald man das Haus betritt oder verlässt.

Kann ich meine Haustür mit einem Codeschloss oder einem anderen elektronischen Türschloss nachrüsten?

Das ist in den meisten Fällen problemlos möglich. Es gibt für fast jede Art von Tür passende Sets zum Nachrüsten, ganz egal, ob Sie sich für ein Codeschloss oder ein anderes Schließsystem entscheiden. Der Einbau gestaltet sich in der Regel unkompliziert, sollte aber im Zweifelsfall von einem Fachmann durchgeführt werden.

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