Ratgeber

Einzeladern » Wichtige Bestandteile der Elektronik

Ohne sie läuft so gut wie nichts in Elektrotechnik und Elektronik. Einzeladern, Drähte und Litzen transportieren elektrische Energie und Signale. Damit das möglichst sicher, quasi verlustfrei und über lange Zeiträume geschieht, müssen die Verbindungselemente bestimmte Kriterien erfüllen. Welche diese sind, das erfahren Sie hier. Außerdem machen wir Sie mit den typischen Einsatzbereichen sowie den gängigen Abkürzungen vertraut.



Das ist unter Einzeladern zu verstehen

Der Begriff „Einzelader“ ist in der Umgangssprache eher selten anzutreffen. Deutlich häufiger ist von Klingeldraht, Schaltdraht, Wickeldraht oder Litze die Rede.
Unter Einzelader ist hier ein einzelner Draht gemeint, der eine isolierende Ummantelung besitzt. Das am häufigsten anzutreffende Isolationsmaterial ist PVC.
Es gibt aber auch Drähte mit einer Isolierung aus Polyolefin, Silikon oder Glasseide. Welches Material letztlich in Frage kommt, hängt vom geplanten Einsatzzweck ab.

Der eigentliche Leiter besteht in der Regel aus Kupfer, manchmal noch mit Aluminium oder Silber legiert oder verzinnt.
Wesentlicher Unterschied zwischen Draht und Litze: Litzen enthalten nicht nur einen einzigen Leiter, sondern sehr viele, teilweise mehrere Hundert. Während beispielsweise Klingeldraht oder eine Einzelader im Stromnetz aufgrund ihres einzigen Leiters relativ starr sind, lassen sich Litzen sehr leicht biegen und sind damit deutlich weniger empfindlich gegenüber Kabelbrüchen. Prädestiniert sind mit Litzen ausgestattete Kabel damit für Bereiche, in denen die Leitung für Signale oder Strom ständigen Bewegungen ausgesetzt ist, bei drahtgebundenen Kopfhörern oder Stecker-Netzteilen beispielsweise.

In der Praxis kommen Einzeladern – entgegen ihrer Bezeichnung – meist nicht einzeln, sondern im Doppel- oder Dreierpack vor.
In Stromleitungen beispielsweise bilden sie die elektrischen Wege als Außen- und Neutralleiter, oft noch mit einer dritten Ader als Schutzleiter versehen. Bei Gleichstrom repräsentieren sie den Minus- und den Pluspol.



Typische Einsatzbereiche

Einzeladern, Litzen oder elektrische Leitungen generell sind dem jeweiligen Einsatzzweck entsprechend zu verwenden. Bei hohen Strömen zum Beispiel kann der Einsatz zu dünner Adern fatale Folgen haben: Der Innenwiderstand der Leitung ist zu hoch, die Drähte erhitzen sich stark, es entsteht ein Kabelbrand. Welche Leitung sich für welche Zwecke eignen haben wir hier zusammengefasst:



Wissenswertes über Abkürzungen

Einzeladern, Leitungen und Kabel folgen in der Regel einer europaweiten Normierung. Hier die wichtigsten Abkürzungen:

  • CCA:
    Diese vom englischen „Copper Clad Aluminium“ abgeleitete Kurzform bedeutet „kupferbeschichtetes Aluminium“. Da CCA-Kabel deutlich kostengünstiger als Kupferkabel sind, wurden sie früher oft in Elektroinstallationen verwendet. Aluminium leitet den Strom allerdings schlechter als Kupfer, deshalb sollte ein etwa 1,6-fach größerer Leitungsquerschnitt gewählt werden.

  • H und X.:
    Diese beiden Buchstaben stehen für harmonisierte beziehungsweise für Sondertypen von Leitungen. Die anschließenden Zahlen- und Buchstabenkombinationen weisen je nach Hersteller auf die Bauart und den Einsatzbereich hin.

  • LiFY:
    Die typische Litze für Anschluss- und Steuerleitungen, üblicherweise mit PVC-Ummantelung. Als feinstdrähtige und hochflexible Messleitung ist sie flammwidrig bis maximal bis 70 Grad Celsius und für Niederspannung einsetzbar.

  • LiY:
    Eine der am meisten genutzten Schaltlitzen für Fernmeldegeräte und elektronische Baugruppen.
  • PTFE:
    Diese Abkürzung steht für Polytetrafluorethylen, besser bekannt unter dem Markennamen Teflon. Dieses Material ist lösungsmittel- und temperaturbeständig bis 260 Grad Celsius. Teflon verfügt über hervorragende elektrische Eigenschaften, ist aber nicht gerade preisgünstig. PTFE findet sich recht häufig als Dielektrikum und als Isolationsmaterial für Kabel.

  • SiF/GL:
    Unter extremen Umgebungsbedingungen bewährt sich die Silikon-Aderleitung mit Glasseidengeflecht. Typische Einsatzbereiche sind die innere Verdrahtung von Leuchten und Geräten sowie die Verdrahtung von Schaltanlagen und Verteilern. GL-Ausführungen zeichnen sich durch höhere mechanische Beanspruchungen aus, außerdem sind sie hitzebeständig und halogenfrei, geeignet damit für Stahl- und Glaswerke, Sauna- und Solarienbau, Wärme- und Heizelemente, Beleuchtungstechnik, Klimatechnik oder Ofenbau.

  • SPOFC:
    Darunter ist versilbertes, sauerstofffreies Kupfer zu verstehen.

  • Yv:
    Ein starrer Schaltdraht mit PVC-Isolierung.

 

 



FAQ – häufig gestellte Fragen

Welche Rolle spielen verschiedene Farben bei Kabeln?

Wenngleich die Farbwahl bei Einzeladern oder Litzen Geschmacksache ist, haben sich bei Elektroinstallationen bestimmte Farben etabliert. So stehen Schwarz oder Braun im Wechselstromnetz für den Außenleiter, Blau oder Grau für den Neutralleiter und Grün-Gelb für den Schutzleiter. Von diesem Schema sollte aus Sicherheitsgründen nicht abgewichen werden. Bei Versorgungsleitungen für niedrige Gleichspannung sind der Pluspol mit Rot, der Minuspol mit Schwarz oder Blau gekennzeichnet.

Gibt es Vorschriften oder Normen für Kabel?

Die Strombelastbarkeit wird je nach Typ in den Normen DIN VDE 0298-4, DIN VDE 0276-603, DIN VDE 0276-620 und DIN VDE 0276-1000 für die gängigen Umgebungsbedingungen definiert. Kabel und Leitungen mit der Auszeichnung FE 180/E 30 stehen für besondere Anforderungen zur Verfügung. So bleiben diese im Brandfall mindestens 30 Minuten funktionsfähig und bieten bis zu 180 Minuten Isolationserhalt. Zu finden sind solche Kabel zum Beispiel in Aufzügen und Automatiktüren sowie in Sicherheits-, Brandmelde- oder Notfallsystemen.

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