Mit Energiekosten-Messgeräten Strom sparen 

Energiekostenmessgeräte dienen dazu, den Energieverbrauch eines Geräts zu ermitteln. Mit ihrer Hilfe lassen sich Stromfresser im Haushalt ausfindig machen und zu erwartende Stromkosten besser einschätzen. Wie Energiekostenmessgeräte funktionieren und worauf es beim Kauf zu achten gilt, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Was ist ein Energiekostenmessgerät?

Um effektiv Strom sparen zu können, muss man zunächst einmal seinen Verbrauch kennen. Wer sich nicht auf die Angaben in der Stromkostenabrechnung verlassen und grundsätzlich mehr Kontrolle über seinen Stromverbrauch haben möchte, liegt mit einem Energiekostenmessgerät richtig.

Energiekostenmessgeräte erfassen die Menge an elektrischer Energie, die ein Gerät im Betrieb- oder Bereitschaftsmodus in Anspruch nimmt. Sie sind – genau genommen – nicht ganz identisch mit Strommessgeräten. Während Strommessgeräte allein die elektrische Stromstärke messen, sind Energiekostenmessgeräte oft mit der Zusatzfunktion ausgestattet, die anfallenden Stromkosten anhand des Verbrauchs zu ermitteln. Zu diesem Zweck wird der individuelle Stromtarif in das Messgerät eingegeben, das basierend auf dem Verbrauch die Energiekosten berechnet. Energiekostenmessgeräte sind quasi erweiterte Strommessgeräte, die oftmals über zusätzliche Features verfügen. Manche Ausführungen sind beispielsweise in der Lage, nicht nur den aktuellen Stromverbrauch, sondern auch den CO2-Ausstoß oder die Temperatur zu messen.

Welche Typen von Energiekostenmessgeräten gibt es?

Für anspruchsvolle Anwendungen sind smarte Strommessgeräte besser geeignet als einfache Stromverbrauchszähler. Sie verfügen über eine Internetanbindung und Möglichkeiten zum Datenexport, beispielsweise eine Bluetooth-Schnittstelle, um Messwerte übersichtlich aufzuzeichnen und darauf aufbauend Analysen erstellen zu können. Mitunter erstellen solche Strom-Messgeräte auch Kostenprognosen, lassen sich auf vielfältige Weise programmieren und sind oftmals via App steuerbar. Viele digitale Energiekosten-Messer sind mit smarten Home-Systemen wie „Conrad Connect“ oder „energynote“ kompatibel und bieten dem Nutzer dadurch hohen Anwendungskomfort.

 

Energiekosten-Messgeräte gibt es in zahlreichen Preisklassen. Zwar ist das teuerste Messgerät nicht in jedem Fall das beste, dennoch weist eine höhere Preiskategorie häufig auf eine umfangreichere Ausstattung des jeweiligen Modells hin.

Strommessgeräte werden in der Regel einfach zwischen Gerät und Steckdose geschaltet. Meist erfassen sie den Stromverbrauch sowohl im Betriebsmodus als auch im Standby-Modus. Auf diese Weise lässt sich der Gesamt-Stromverbrauch ermitteln, aus dem man im Anschluss die Energiekosten errechnen kann. Energiekosten-Messgeräte zur dauerhaften Installation zwischen Gerät und Steckdose sind ebenfalls erhältlich. Sie werden entweder im Verteilerkasten untergebracht, um den Verbrauch mehrerer Geräte oder Gerätegruppen zu erfassen, oder in die Verteiler- oder Geräteanschlussdose eingebaut.

Kaufkriterien von Energiekosten-Messgeräten – worauf kommt es an?

Jedes Strommessgerät sollte die am Gerät anliegende Spannung, den Zeitpunkt beziehungsweise die Dauer der Messung, den Energieverbrauch und idealerweise die damit verbundenen Kosten anzeigen können. Messbereich und Messgenauigkeit sollten auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt sein. Um auch geringere Verbräuche messen zu können, wie sie beispielsweise im Standby-Modus auftreten, sollte ein Energiekosten-Messgerät in der Lage sein, bereits Leistungen ab 0,5 Watt (besser noch 0,1 Watt) zu erfassen. Die Messgenauigkeit sollte nicht mehr als 5% nach unten oder oben abweichen. Empfehlenswert sind Energiekostenmesser, die neben der Wirkleistung die Blindleistung berücksichtigen. Unter Wirkleistung versteht man den tatsächlichen Energieverbrauch eines Geräts, für den zu zahlen ist. Eine Blindleistung wird benötigt, um die Wirkleistung zu übertragen, indem mit ihrer Hilfe beispielsweise Magnetfelder in Transformatoren aufgebaut werden. Sie wird nicht vom Gerät genutzt, geht wieder zum Energieversorger zurück und kostet daher nichts.

Der Bedienkomfort ist bei der Auswahl eines geeigneten Strommessgeräts ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Wichtig ist ein gut ablesbares, idealerweise beleuchtetes Display, das gegebenenfalls die Möglichkeit einer grafischen Darstellung bietet. Für Langzeitmessungen sind Datenlogger-Funktionen zum dauerhaften Speichern von Messwerten sowie Schnittstellen zum Datenexport empfehlenswert. Weitere Messfunktionen, die über die Erfassung des Stromverbrauchs hinausgehen, können je nach Anwendungsfall ebenfalls nützlich sein. Manche Strommessgeräte sind mit einer Kindersicherung oder einer Alarmfunktion ausgestattet, die einen Signalton erzeugt, wenn eine vordefinierte Stromverbrauchs-Grenze überschritten wurde.

Darüber hinaus gilt es darauf zu achten, ein Stromverbrauchsmessgerät zu verwenden, das für das jeweilige Einsatzland geeignet ist. Das liegt darin begründet, dass es verschiedene länderspezifische Steckdosentypen gibt, mit denen nicht jeder Stromverbrauchszähler kompatibel ist. Damit das Messgerät nicht selbst zum Stromfresser wird, ist sein eigener Energieverbrauch beim Kauf zu berücksichtigen, insbesondere wenn es für permanente Messungen zum Einsatz kommt.

Unser Praxistipp: Stromtarif einstellen

Viele der bei uns verfügbaren Strommessgeräte bieten die Funktion „Stromtarif einstellen“, beispielsweise Messgeräte der Marken Voltcraft, GEO und Brennenstuhl. Um Ihren individuellen Haustarif am Gerät zu programmieren, müssen Sie zunächst die Kosten für eine kWh kennen. Diese ist auf der monatlichen Abrechnung Ihres Stromlieferanten angegeben. Wer es noch genauer wissen möchte, kann bei einigen Stromverbrauchsmessgeräten auch zwischen Tag- und Nachtstrom-Tarif unterscheiden und zwei Tarife eingeben.

FAQ – häufig gestellte Fragen zu Energiekostenmessgeräten

Wann empfiehlt sich der Einsatz eines Energiekosten-Messgeräts?

Den Energieverbrauch regelmäßig zu kontrollieren, ist für Verbraucher im Grunde genommen immer empfehlenswert. Besonders anzuraten ist eine Messung jedoch, wenn die Stromrechnung plötzlich sprunghaft ansteigt, ohne dass dies mit einem veränderten Nutzungsverhalten zu erklären wäre.

 

Welche Geräte sollten mithilfe eines Energiekosten-Messgeräts überprüft werden?

Für Geräte, die permanent oder zumindest regelmäßig genutzt werden, empfiehlt sich eine dauerhafte Messung des Stromverbrauchs. Dazu zählen beispielsweise Computer, Fernseher, Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler. Kühlschränke verbrauchen oftmals mehr Energie, als man zunächst annehmen mag. Grund hierfür ist, dass sie für gewöhnlich häufig geöffnet und geschlossen werden und sich mehrmals ein- und ausschalten. Bei elektrischen Geräten wie Nähmaschinen, die nur gelegentlich oder für kurze Zeiträume zum Einsatz kommen, rentiert sich eine dauerhafte Messung eher nicht.

 

Was kann ich noch tun, um Strom zu sparen?

Oft ist Verbrauchern gar nicht klar, woraus sich ein Großteil der Stromkosten auf der Abrechnung des Stromanbieters zusammensetzt. Vollgeladene Akkus beispielsweise ziehen auch Strom, wenn gar kein Gerät angesteckt ist. Schon kleine Kniffe im Alltag können dabei helfen, Stromkosten zu sparen. So empfiehlt es sich beispielsweise, den Standby-Modus möglichst zu vermeiden und die am Stromnetz angeschlossenen Geräte komplett auszuschalten, auch wenn der Verbrauch im Bereitschaftsbetrieb auf den ersten Blick gering ausfallen mag. Alte Elektrogeräte verbrauchen oftmals mehr Strom als moderne Ausführungen. Hier ist ein Austausch auf lange Sicht oftmals lohnenswert. Um Kosten zu sparen, kann ein Wechsel des Stromanbieters ratsam sein, sofern günstigere Alternativen zur Verfügung stehen.

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