Ratgeber
Festplatten und SSDs sind normalerweise im Inneren von Desktop-PCs und tragbaren Computern verbaut. Doch in einem Computergehäuse ist nicht unendlich viel Platz und im Büro kann es gelegentlich notwendig sein, Festspeicher an einen Kollegen oder eine Kollegin weiterzureichen. Dafür könnte man theoretisch auf externe Datenträger mit USB-Schnittstelle zurückgreifen.
Es gibt jedoch eine Alternative: Eine Dockingstation für Festplatten und/oder SSDs ermöglicht es, den Speicherplatz eines Computers zu erweitern und Datenträger flexibel auszutauschen. Festplatten-Dockingstationen gibt es mit Einschubfächern für klassische 3,5 Zoll HDDs, aber auch für SSDs mit 2,5 Zoll, SATA und die kompakten, sehr schnell arbeitenden M.2-NVMes. Anstatt mehrere einzelne externe Festplatten oder SSDs zu verwenden, können Sie einfach eine Dockingstation auf den Schreibtisch stellen und die Datenträger in die jeweils vorgesehenen Slots stecken. Das spart Platz auf dem Tisch und sorgt für mehr Ordnung.
Welche weiteren Vorzüge Festplatten-Dockingstationen haben, fassen wir in unserem Ratgeber zusammen. Außerdem stellen wir Ihnen die wichtigsten Kaufkriterien vor und geben Ihnen nützliche Tipps zur richtigen Pflege und Wartung an die Hand.
Eine Festplatten-Dockingstation ermöglicht den Anschluss von internen Festplatten an einen Computer, ohne dass Sie diese in den Rechner einbauen müssen. Zumeist handelt es sich um rechteckige Gehäuse mit Einschüben für HDDs und/oder SSDs. Es gibt sowohl Modelle, die nur mit einer Kategorie von Festspeicher kompatibel sind, als auch Geräte mit unterschiedlichen Slots. Wie viele Festplatten Sie anschließen können, ist von Station zu Station unterschiedlich. Die meisten Exemplare sind dual, verfügen also über zwei Einschübe. Es gibt aber auch größere Geräte mit beispielsweise fünf oder zehn Slots sowie Modelle, die lediglich Platz für eine HDD oder SSD bieten.
Der Anschluss an den Computer erfolgt per USB. Moderne Dockingstationen nutzen mindestens USB 3.0 (offiziell USB 3.2 Gen 1x1 genannt) mit 5 Gbit/s Datentransferrate. Schnellere Lese- und Schreibgeschwindigkeiten sind mit einer Dockingstation möglich, die mit USB 3.2 Gen 2x1 (10 Gbit/s), USB 3.2 Gen 2x2 (20 Gbit/s) oder USB4 (30 Gbit/s) ausgestattet ist. Die tatsächliche Übertragungsgeschwindigkeit hängt aber auch von der Geschwindigkeit der HDD oder SSD, dem verwendeten Kabel und dem Anschluss am Computer ab. Als mechanische Festplatten arbeiten HDDs langsamer als SSDs und eine M.2-NVMe ist deutlich schneller als eine SSD mit 2,5 Zoll, die Sie normalerweise per SATA ans Mainboard anschließen würden.
Eine Festplatten-Dockingstation erleichtert die Installation von zusätzlichen Laufwerken erheblich. Sie müssen nicht das Gehäuse des Rechners öffnen, die HDD oder SSD einbauen und mit dem Mainboard verkabeln. Stattdessen stecken Sie den Datenträger einfach in die Dockingstation und schließen diese per USB-Kabel an den Computer an. Festplatten-Dockingstationen sind neben externen Festplatten die komfortabelste Lösung, um den Festspeicher eines PCs zu erweitern. Ein weiterer Vorteil von Dockingstationen besteht darin, dass Festplatten oder SSDs jederzeit austauschbar sind – einfach Datenträger A aus der Dockingstation herausziehen und Datenträger B hineinstecken. Möglich macht es das sogenannte Hot-Swapping. Dank dieser Funktion können eingesteckte Datenträger entfernen werden, während der Computer läuft. Sie müssen den Rechner auch im Nachgang nicht neu starten. Eine Festplatten-Dockingstation ermöglicht zudem eine unkomplizierte Datensicherung. Möchten Sie beispielsweise einen PC neu aufsetzen (also die Festplatten oder SSDs formatieren und das Betriebssystem neu installieren), klonen Sie mithilfe der Dockingstation einen oder mehrere Datenträger und sichern auf diese Weise alle wichtigen Dateien. Sobald Sie die Systeminstallation abgeschlossen haben, kopieren Sie die Daten wieder auf den Computer. Ohne Dockingstation wäre der Vorgang viel aufwendiger. Gerade bei der Systemadministration großer Büros, die eine häufige Anfertigung von Backups verlangt, sind Dockingstationen eine große Hilfe.
Die Anzahl der Slots ist sicherlich eines der wichtigsten Kriterien, wenn es um die Auswahl einer Festplatten-Dockingstation geht.
In dem Zusammenhang ist zu überlegen, wie viele Datenträger zeitgleich mit dem Computer verbunden sein sollen.
Die meisten Dockingstationen haben zwei Einschübe, es gibt aber auch größere Modelle mit mehr Slots.
Dockingstationen, die Platz für nur eine HDD oder SSD bieten, sind für den kleinen Bedarf eventuell ausreichend und tendenziell günstiger.
Eine Dockingstation mit Hot-Swapping-Funktionalität ermöglicht es, Festplatten oder SSDs auszutauschen, ohne den Computer dafür ausschalten zu müssen.
Ebenfalls praktisch ist eine Clone-Funktion, gerade dann, wenn Sie ganze Festplatten oder SSDs kopieren müssen.
Des Weiteren spielen folgende Kriterien eine Rolle:
Kompatibilität mit Festplatten
Die Dockingstation muss mit Ihren Laufwerken kompatibel sein. Die Geräte haben entweder Slots für Datenträger, die 3,5 oder 2,5 Zoll messen, oder sind für Speicher im M.2-Format ausgelegt. In einigen Fällen sind 3,5-Zoll-Slots mit 2,5-Zoll-Platten kompatibel oder es gibt eigene Einschübe für beide Formate. Achten Sie darauf, welche Schnittstelle für Festplatten oder SSDs eine Dockingstation bietet. SATA ist üblich bei Platten mit 3,5 oder 2,5 Zoll, daneben gibt es noch IDE. Bei Dockingstationen für M.2-Datenträger gilt es zwischen Geräten für Festspeicher mit SATA und NVMes, die per PCI-Express angebunden werden, zu unterscheiden.
Anschlussmöglichkeiten
Festplatten-Dockingstationen sind üblicherweise mit USB ausgestattet. Wichtig ist, darauf zu achten, ob ein USB-A- oder USB-C-Anschluss vorliegt. Zwar können Sie Adapterkabel verwenden, falls das Dock USB-C hat, Ihr Computer aber nur USB-A-Ports bietet. Im Fall einer Dockingstation mit USB 3.2 Gen 2x2 oder USB4 würde das jedoch die Übertragungsrate limitieren. Diese USB-Iterationen sind nur mit USB-C kompatibel. USB-A-Kabel und USB-A-Anschlüsse unterstützen maximal USB 3.2 Gen 2x1 (10 Gbit/s).
Geschwindigkeit und Übertragungsraten
Zwischen den USB-Versionen gibt es Leistungsunterschiede, was die Übertragungsgeschwindigkeit betrifft. USB 3.0 erzielt eine maximale Datentransferrate von 5 Gbit/s und ist somit deutlich langsamer als USB 3.2 mit einer maximalen Datentransferrate von bis zu 20 Gbit/s. Die Bezeichnungen der Versionen können außerdem für Verwirrung sorgen. So heißt USB 3.0 heute eigentlich USB 3.2 Gen 1x1. Die neuere Bezeichnung für USB 3.2 lautet dagegen USB 3.2 Gen 2x2. Für HDDs reicht eine Station mit USB 3.0 vollkommen aus. Nutzen Sie schnelle SSDs, ist jedoch ein Gerät mit jüngerer USB-Version sinnvoll. Dockingstationen für NVMe-SSDs gibt es sogar mit USB4, das in der Lage ist, bis zu 40 Gbit/s zu transferieren. Bedenken Sie, dass der USB-Eingang am PC und das verwendete Kabel Auswirkungen auf die Übertragungsrate haben. Falls der Computer nur USB 3.0 unterstützt, lohnt sich eine Dockingstation mit schnellerer USB-Version nicht, da die Geschwindigkeit 5 Gbit/s nicht übersteigen wird.
Es ist wichtig, eine Festplatten-Dockingstation regelmäßig zu reinigen, damit sie lange hält. Entfernen Sie Staub und anderen oberflächlichen Schmutz mit einem weichen, trockenen Tuch oder nutzen Sie Druckluft. Gerade die Bereiche rund um die Anschlüsse sollten Sie sauber halten. Um die Kontakte zu reinigen, nutzen Sie speziellen Kontaktreiniger. Besprühen Sie damit ein weiches Tuch oder Wattestäbchen und beseitigen Sie vorsichtig die Verschmutzungen. Es darf kein Wasser oder flüssiges Reinigungsmittel an die Dockingstation gelangen. Achten Sie auch darauf, das Dock vor Überhitzung zu schützen, indem Sie es an einem Ort platzieren, der gut belüftet ist. Es sollte keine Heizquelle in der unmittelbaren Umgebung stehen. Führen Sie zudem in regelmäßigen Abständen Wartungen durch und überprüfen Sie die Hardware auf Beschädigungen. Stellen Sie Defekte am Kabel oder an den Anschlüssen fest, lassen Sie diese umgehend reparieren, sofern das möglich ist. Nutzen Sie die Dockingstation für längere Zeit nicht, schalten Sie sie ordnungsgemäß ab. Dadurch sparen Sie Strom und schützen Sie das Gerät vor Verschleiß.
Unterstützen alle Festplatten-Dockingstationen sowohl HDDs als auch SSDs?
Nein. Manche Dockingstationen sind nur mit 3,5 Zoll HDDs kompatibel. Eine SSD mit SATA misst jedoch 2,5 Zoll. Wenn Sie ein Dock benötigen, das beide Gerätearten unterstützt, müssen Sie darauf achten, dass es die entsprechenden Slots bietet.
Wie funktioniert die Clone-Funktion einer Festplatten-Dockingstation?
Setzen Sie die Festplatte, die Sie klonen möchten, in den dafür vorgesehenen Steckplatz. Dieser ist oft als "Source" oder "A" gekennzeichnet. Die Platte, auf die Sie alle Daten kopieren möchten, kommt in den Slot "B" oder "Target". Drücken Sie anschließend die Klon-Taste für ein paar Sekunden, um den Kopiervorgang zu starten. Sobald die LED-Leuchten blinken oder ein Signalton zu hören ist, beginnt das Klonen. Dann kopiert das Gerät sämtliche Dateien des Quelllaufwerks auf die Zielplatte. Je nach Größe der Datenmenge und der Geschwindigkeit der Datenträger kann dieser Prozess einige Zeit dauern. Mehrere TB an Daten zu klonen, nimmt einige Stunden in Anspruch. Die LED-Leuchten zeigen den Kopierfortschritt an. Ist der Vorgang beendet, können Sie beide Datenträger aus der Dockingstation herausnehmen.