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Feuchtraum-Abzweiger: Eindringen von Wasser vermeiden


Elektroinstallationen in Feuchträumen oder im Freien stellen besonders hohe Anforderungen an die Sicherheit, denn das Eindringen von Wasser muss unbedingt vermieden werden. Elektrische Betriebsmittel wie Leuchten, Schalter, Steckdosen oder Verteilerdosen müssen daher bestimmte Anforderungen erfüllen.


Was sind Feuchträume?
 

Feuchträume sind Räume, in denen sehr oft eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, beispielsweise im Badezimmer oder in Toilettenräumen. Auch Werkstätten und Labors im gewerblichen Bereich, deren Böden und Wände zur Reinigung regelmäßig mit Wasser abgespritzt werden, werden zu den Feuchträumen gerechnet.

Im privaten Bereich stammt die erhöhte Luftfeuchtigkeit meistens vom Baden oder Duschen. Dabei haben wir es gern warm. Warme Luft kann jedoch mehr Wasser aufnehmen als kühle. Trifft der warme Wasserdampf dann auf die kühleren Wandflächen, kondensiert das Wasser und kann in Wände, Böden und Decken, aber auch in nicht richtig abgedichtete Verteilerdosen oder Kabelanschlüssen und -verbindungen eindringen.

Wasser, das mit Druck, also als Spritzwasser, auf elektrische Anlagen trifft, kann noch leichter in Ritzen eindringen und Schäden verursachen als Kondenswasser.


Was ist bei Elektroinstallationen in Feuchträumen zu beachten?

Wasser und Strom ist für Menschen eine gefährliche Kombination – zu schnell gibt es einen elektrischen Schlag, der lebensgefährlich ist.

Daher gelten für Elektroinstallationen in Feuchträumen strengere Anforderungen an die Abdichtung gegen das Eindringen von Wasser als in Trockenräumen.

Alle in Feuchträumen verwendeten Elektrokabel, Lampen, Steckdosen, Abzweigdosen und Schalter müssen feuchtraumgeeignet und zur Sicherung mit einem Fehlerstromschutzschalter (FI) versehen sein.

Genaue Angaben zu den Anforderungen für Elektroinstallationen in Feuchträumen finden Sie in der Norm DIN VDE 0100-701 (VDE 0100-701):2008-10.

 


Welche Anforderungen müssen beachtet werden?

Die Norm DIN VDE 0100-701:2008-10 teilt Feuchträume wie Badezimmer nach dem bestehenden Risiko in die drei Bereiche 0 (Abb.:weiß), 1(Abb.:blau) und 2(Abb.:violett) ein.

Der jeweilige Bereich bestimmt, welche Art von elektrischen Betriebsmitteln zugelassen ist, welche Schutzart erforderlich ist, welche Betriebsspannung zugelassen ist und wie die Ausführung von Kabeln und Leitungsanlagen beschaffen sein muss.

1. Badewanne Seitenansicht; 2. Badewanne Draufsicht; 3. Duschwanne Seitenansicht


Anforderungen nach Schutzbereich

Schutzbereich 0:

  • Innenbereich einer Badewanne oder Dusche mit Wanne.

  • Elektrische Betriebsmittel müssen einen Schutzgrad von mindestens IPX7 aufweisen.

  • Installationsgeräte wie Steckdosen, Abzweigdosen und Ähnliches sind in diesem Bereich nicht zugelassen. Die Betriebsspannung von elektrischen Verbrauchsmitteln darf maximal 12 V Wechselstrom oder 30 V Gleichstrom betragen; sie müssen fest angeschlossen und vom Hersteller für diesen Bereich zugelassen sein.

 

Schutzbereich 1:

  • Über Schutzbereich 0 bis zu einer Höhe von mindestens 225 cm über dem Fußboden oder bis zur Höhe des höchsten fest angebrachten Duschkopfes oder Wasserauslasses, das heißt Flächen unmittelbar über und unterhalb der Badewanne oder Dusche bis zu deren Aufstellfläche.

  • Elektrische Verbrauchsmittel müssen vom Hersteller für diesen Bereich zugelassen sein. Erlaubt sind nur fest angeschlossene Wassererwärmer, Whirlpool- und Abwasserpumpen oder Abluftgeräte.

  • Andere Verbrauchsmittel oder Installationsgeräte sind nur zulässig, wenn ihre Betriebsspannung 25 V Wechselspannung oder 60 V Gleichspannung nicht überschreitet. Stromquellen zur Versorgung müssen außerhalb von Bereich 0 und 1 angebracht werden.

  • Elektrische Betriebsmittel müssen einen Schutzgrad von mindestens IPX4 aufweisen, bei Exposition zu Strahlwasser ist mindestens IPX5 erforderlich.

 

Schutzbereich 2:

  • Er gilt an den Wänden bis zu einer Höhe von mindestens 225 cm ab Fußbodenoberfläche oder bis zur Höhe des höchsten angebrachten Brausekopfes oder Wasserauslasses. Zu den Seiten erstreckt er sich 60 cm über den Schutzbereich 1 hinaus. Dieser Abstand wird als Umgreifradius mit einem 60 cm langen Faden ermittelt, um auch ungewöhnlich geformte Begrenzungen zu berücksichtigen.

  • In Schutzbereich 2 gelten die gleichen Anforderungen wie in Schutzbereich 1. Zusätzlich dazu ist die Installation von Leuchten und der Festanschluss von Waschmaschinen zulässig. Nicht gestattet sind jedoch Steckdosen und Schalter.

  • Kabel und Leitungen für die Betriebsmittel müssen von hinten oder von oben herangeführt werden.

 

In allen drei Schutzbereichen dürfen nur Kabel und Leitungen verlegt werden, die zur Versorgung der dort befindlichen Betriebsmittel dienen. Der Schutzbereich reicht 6 cm in die Wand hinein. Das bedeutet, dass auch Leitungen in Nachbarräumen eine mineralische Restwanddicke von mindestens 6 cm einzuhalten ist.

Zum Schutz vor gefährlichen Körperströmen müssen Stromkreise in diesen Feuchträumen mit einem Schutzleiter und mit einem Fehlerstromschutzschalter ausgestattet sein, dessen Auslösestromdifferenz maximal 30 mA betragen darf.


Die besondere Problematik von Abzweigdosen

Während viele Bauteile schon bei der Fertigung wasserdicht gekapselt werden können, ist dies bei Abzweigdosen nicht möglich. Schließlich muss der Elektriker sie öffnen können, um nach Bedarf darin Verbindungen zur Unterverteilung herzustellen.

Wichtig ist also, dass nicht nur der Deckel der Dose wasserdicht verschlossen werden kann, sondern auch die Kabeldurchführungen. Eine Möglichkeit dafür ist der Einsatz von Dichtmassen.

Wesentlich einfacher zu montieren sind jedoch Abzweigdosen, die mit einer Membran zur Abdichtung versehen sind. Sie verfügen an der Rückseite über eine Membraneinführung für die Leitung und sind an allen Seiten mit integrierten Durchstoßmembranen für die Abzweige ausgestattet.

Die Durchstoßmembranen bestehen aus einem elastischen Material wie Gummi. So schmiegen sie sich perfekt an den Leitungsdurchmesser an und dichten den Durchlass nahtlos ab. Verteiler dieser Art werden auch als selbstdichtend bezeichnet.

 


Welche Abzweigdosen gibt es?

Feuchtraum-Abzweigdosen gibt es, wie andere Abzweigdosen auch, in verschiedenen Ausführungen. Besonders verbreitet sind Varianten zur Aufputz-Montage, die in verschiedenen Farben und Größen erhältlich sind. Es sind jedoch auch Unterputz-Modelle verfügbar.

Neben Abzweigdosen gibt es auch Abzweigkästen, die mit einer unterschiedlichen Anzahl von Kabeleinführungen versehen sind.

Sowohl Abzweigdosen als auch Abzweigkästen für Feuchträume sind mit unterschiedlichen Schutzarten verfügbar.

 

Praxistipp:

Die Abdichtung von Abzweigdose oder Abzweigkasten erfolgt heute zumeist über die bereits erwähnte Gummimembran. Alternativ sind Modelle mit Vergussmasse erhältlich.


Was ist bei der Auswahl von Feuchtraum-Abzweigern und Abzweigdosen zu beachten?

Eines der wichtigsten Auswahlkriterien für Feuchtraum-Abzweiger ist sicherlich die für den jeweiligen Bereich vorgeschriebene Schutzart. Eine höhere als die vorgeschriebene Schutzart ist jederzeit möglich, sie darf jedoch nicht unterschritten werden.

Wichtig ist zudem die Anzahl der benötigten Abzweigungen sowie der für die Installation erforderliche Platz. Sehr kleine Ausführungen sind optisch oft befriedigender als größere Varianten, aufgrund der engen Verhältnisse im Innenraum der Dose sind die Anschlussarbeiten jedoch schwieriger als bei großzügigeren Ausführungen. Die Verteiler sind in verschiedenen Farben erhältlich, die sich dezent in die Raumgestaltung einfügen. Manche Dosen sind auch überstreichbar.

Wir führen auch weiteres Installationsmaterial wie Hohlwanddosen, Verteilerdosen, Schalterdosen, Schalter, Klemmen oder Steckdosen.

 

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