Wissenswertes zu Flachbandkabel

Bei Flachbandkabeln sind die einzelnen Adern im Gegensatz zu herkömmlichen Kabeln flach nebeneinander anstatt in Röhrenform angeordnet. Das ermöglicht vieladrige Kabel, die trotzdem nicht viel Raum ergreifen und sich leicht anschließen lassen. Sie werden hauptsächlich in Computern eingesetzt.

Aufbau und Funktion von Flachbandkabeln

Bei Flachbandkabeln handelt es sich stets um mehradrige Kabel. Die charakteristische Form rührt daher, dass die einzelnen Kabeladern flach nebeneinander angeordnet werden und so eine Fläche bilden. Dadurch erhalten Flachkabel die Form eines Bands oder Gürtels. Bei herkömmlichen Kabeln werden die Adern dagegen rund beziehungsweise röhrenförmig angeordnet und von einer Isolation ringsum eingefasst.

Durch die parallele Anordnung ergeben sich sowohl Vor- als auch Nachteile.

Besonders bei vielen einzelnen Adern lohnt sich der Einsatz von Flachbandkabeln. An beiden Enden des Kabels münden die einzelnen Stränge in derselben Reihenfolge. Das erleichtert die Identifizierung und richtige Kontaktierung. Auch lassen sie sich einfacher anschließen, da alle Adern im Abstand nebeneinander liegen.

Für Flachbandkabel gibt es daher eine große Auswahl an viel-poligen Steckern. Sie werden einfach auf das Kabelende aufgeschoben. So lassen sie sich in passende Buchsen stecken, wie sie sich auf Platinen finden.

Die Buchsen werden dabei häufig mit der Schneidklemmtechnik, auch IDC abgekürzt, verbunden. Hierzu wird das Flachkabel durch den Stecker gezogen. Dieser wird dann mit einem speziellen Schraubstock auf das Kabel gepresst und so der Kontakt hergestellt. Stecker können mit dieser Methode nicht nur am Kabelende, sondern auch in der Kabelmitte beliebig angebracht werden.

Durch die flache Bauform lassen sie sich gut durch Schlitze oder entlang von Kanten führen. Die fehlende zusätzliche Isolationsschicht macht sie aber anfälliger. Daher sollten die Kabel nur quer zur Laufrichtung geknickt werden. Außerdem sind sie so anfälliger gegenüber Umwelteinflüssen und nicht für den Außeneinsatz gedacht.

Wo werden Flachbandkabel eingesetzt?

Flachkabel sind wegen ihrer Eigenschaften besonders in Bereichen geeignet, die auf eine Vielzahl von Kabeladern sowie einfache Steckbarkeit angewiesen ist und deren geringere Robustheit nicht ins Gewicht fällt. Diese Anforderungen finden sich besonders im geschützten Gehäuse von Computern.

Besonders in der Datenübertragung werden viele Signalleitungen benötigt. Hier kommen Flachbandkabel zum Einsatz. D-Sub-Stecker wie der RS-232-Schnittstelle oder VGA lassen sich gut verbinden. Auch VG-Leisten oder PCI-Buchsen eignen sich für den Anschluss von Flachkabeln. Diese Steckertypen sind durch ihre breite Form speziell für Flachkabel geeignet. So lassen sich schnell große Datenmengen transferieren.

Zudem werden sie verwendet, um Komponenten in Rechnern zu verbinden. Dazu zählen besonders interne Peripheriegeräte wie Laufwerke und Festplatten, die so an das Mainboard angeschlossen werden. Durch die flache Bauform nehmen sie bei optimaler Anordnung nur wenig Platz ein.

Besonders flache Kabel werden auch in mobilen Geräten wie Notebooks und Tablets eingesetzt, um Displays oder Speichergeräte anzubinden. Diese „Flexible Flat Cables“, kurz FFC, sind kleine Varianten der Flachkabel. Sie sind darauf optimiert, möglichst wenig Platz einzunehmen.

Der große Nachteil der parallelen Anordnung besteht in der deutlich geringeren Flexibilität. Die Kabel lassen sich nur auf einer Achse gefahrlos biegen. In die beiden anderen Richtungen verhalten sie sich dagegen sehr steif und brechen schnell. Das erschwert den Umgang, besonders wenn das Kabel über Umwege geleitet werden muss. Auch bei größeren Distanzen wird dies zum Problem.

Hier lohnt es sich, auf herkömmliche Kabel zurückzugreifen, um einen möglichen Kabelbruch zu vermeiden. Zudem kann das verlegte Flachkabel den Luftstrom und Zugang zu den restlichen Bauteilen verhindern, wenn es gewunden werden muss. Für die direkte Verbindung von zwei Buchsen, etwa in einem Computer- oder Servergehäuse, reicht die Flexibilität allerdings aus.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Flachkabel sind in verschiedenen Konfigurationen erhältlich. Alle Informationen finden Sie auf der jeweiligen Produktseite im Reiter „Technische Daten“. Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie achten sollten und wie Sie das beste Kabel für ihren Einsatzzweck finden.

Wichtig sind die Anzahl der Kabeladern und deren Abstand voneinander. Dieser wird als Rastermaß angegeben und zeigt an, wie weit einzelne Adern voneinander entfernt sind. Dies ist wichtig, wenn etwa ein passender Stecker zum Kabel gefunden werden soll. Gängige Rastermaße sind 0,5 mm, 1 mm sowie 1,27 mm.

Der Querschnitt und die Nennspannung zeigen an, welche Spannung und Stromstärke maximal durch die einzelnen Leitungen fließen darf. Diese Werte dürfen nicht überschritten werden, da sich das Flachkabel sonst erhitzt und Brandgefahr besteht.

Um die Identifizierung und mögliche Fehler aufgrund der Vielzahl an Kabeladern zu vermeiden, verfügen Flachbandkabel stets über eine Farbmarkierung. Diese reicht von einem einzelnen roten Strang, der „Ader 1“ markiert, zu Kabeln, die über ein volles Regenbogenmuster mit zehn verschiedenen Farben verfügen, die sich wiederholen.

Die Kabel sind je nach Marke als Meterware oder in vorgefertigten Maßen erhältlich.

Ebenso verfügbar sind geschirmte Flachbandkabel, die besonders bei analoger Datenübertragung die Übertragungsqualität erhöhen und Interferenzen vermeiden.

Sollten Sie sich beim Kauf unsicher sein oder weitere Fragen haben, steht unser Kundenservice Ihnen auch sehr gern mit persönlichem Rat zur Verfügung.

Fazit

Flachbandkabel eignen sich für viel-polige Verbindungen wie der Datenübertragung in geschützten Bereichen. Hier glänzen sie mit einfacher Steckbarkeit, platzsparenden Abmessungen und hoher Übersichtlichkeit. Sie eignen sich somit besonders als Signalleitungen in der Netzwerk- und Computertechnik sowie zur Datenübertragung zwischen zwei Geräten.

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