Ratgeber
Den Abwasch von Hand zu erledigen, kann eine ziemlich aufwendige Angelegenheit sein. Zum Glück gibt es eine Möglichkeit, den Spülprozess zu automatisieren: Geschirrspüler, auch Spülmaschinen genannt, sind elektronische Geräte, die uns die Reinigung des Küchengeschirrs abnehmen. Die Bedienung ist genauso einfach und unkompliziert wie bei einer Waschmaschine: Sie stellen lediglich Ihr Geschirr hinein, geben ein Reinigungsmittel in das dafür vorgesehene Fach und starten anschließend das gewünschte Reinigungsprogramm. Den Rest übernimmt die Maschine. Ein Geschirrspüler ist also mit einer großen Zeitersparnis verbunden und in Privathaushalten genauso wie in Betriebsküchen ein echter Komfortgewinn. Unverzichtbar sind Geschirrspüler im gastronomischen Bereich. Hier kommen täglich große Mengen an schmutzigem Geschirr zusammen, deren manuelle Reinigung viele Ressourcen beanspruchen würde. Geschirrspüler gehören in diesem Segment zur Pflichtausstattung, da sie es ermöglichen, Personal zu entlasten und Arbeitskraft sinnvoll an anderer Stelle einzusetzen. In unserem Ratgeber stellen wir Ihnen verschiedene Arten von Geschirrspülern näher vor, geben praktische Tipps zur Nutzung und Pflege und verraten Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl eines geeigneten Modells achten sollten.
Zum Spülen mit einem Geschirrspüler benötigen Sie neben Wasser, das sich die Maschine selbst aus der Wasserleitung zieht, ein Reinigungsmittel und Klarspüler. Beides geben Sie vor dem Start des Spülvorgangs in das jeweils dafür vorgesehene Fach. Dann schließen Sie die Maschine und starten das passende Programm. Nun fließt frisches Wasser in den Geschirrspüler. Dabei durchläuft es eine Enthärtereinheit, in der sich ein Spezialsalz befindet. Dieses macht das Wasser weicher und beugt Kalkablagerungen in Schläuchen und andere Bauteilen der Maschine vor. Das enthärtete Wasser wird erhitzt. Die Temperatur hängt dabei vom gewählten Programm ab. Im ersten Spülgang kommt lediglich Wasser zum Einsatz, um Verunreinigungen erst einmal grob zu entfernen. Das Wasser sammelt sich im Boden der Maschine und wird zu rotierenden Sprüharmen gepumpt, die es im gesamten Innenraum verteilen. Nach dem ersten Spülgang öffnet sich die Klappe des Reinigungsmittelfachs. Das Reinigungsmittel fällt in das Wasser am Boden und löst sich darin auf. Anschließend wird das mit Reinigungsmittel versetzte Wasser auf das Geschirr gesprüht, um den restlichen Schmutz zu entfernen. Im dritten Gang kommt der Klarspüler zum Einsatz. Er dient dazu, Wasserflecken auf dem Geschirr zu verhindern. Nach jedem Spülgang wird das verschmutzte Wasser abgepumpt und frisches Wasser eingeleitet. Beim Abpumpen landen Essensreste und anderer grober Schmutz im Filter der Maschine, der sich am Boden befindet und zum Zweck der Reinigung herausnehmbar ist. Hat die Maschine sämtliche Spülprozesse durchlaufen, erfolgt die Trocknung. Manche Maschinen nutzen dafür einfach die Restwärme, andere sind mit aktiven Heizelementen oder Ventilatoren ausgestattet, die den Trockenprozess beschleunigen.
Geschirrspüler sind können vollintegriert oder teilintegriert ausgeführt sein. Bei vollintegrierbaren Spülmaschinen befinden sich die Bedienelemente im Geräteinneren, und zwar an der inneren Oberkante der Tür. Folglich müssen Sie die Tür öffnen, um die Maschine ein- und ausschalten bzw. programmieren zu können. Die äußere Front erscheint einheitlich und lässt nicht sofort erkennen, dass es sich um einen Geschirrspüler handelt.
Bei teilintegrierbaren Geschirrspülern sind die Bedienelemente und das Display an der Außenseite angebracht und somit jederzeit sichtbar. Sie müssen die Spülmaschine folglich nicht öffnen, um sie zu bedienen. Soll die Maschine mit einer Möbelfront verkleidet werden, ist darauf zu achten, dass das Bedienfeld frei bleibt.
Bevor Sie einen Geschirrspüler installieren, müssen Sie sicherstellen, dass am Aufstellort ein Wasserzulauf, ein Abwasseranschluss und eine freie Steckdose vorhanden sind. Dies sind notwendige Voraussetzungen für den Betrieb einer Spülmaschine. Geht es an die Installation, unterbrechen Sie zuerst die Wasserzufuhr, indem Sie den Hauptwasserhahn und die Ventile unter der Spüle abdrehen. Anderenfalls besteht die Gefahr von Wasserschäden. Als nächstes verbinden Sie den Zulaufschlauch des Geschirrspülers mit dem Kaltwasseranschluss unter der Spüle. Ist kein freier Anschluss vorhanden, installieren Sie ein Doppelventil. Kontrollen Sie, ob sämtliche Dichtungen fest und korrekt sitzen, damit es später nicht zu Leckagen kommt.
Schließen Sie den Ablaufschlauch der Maschine an den Siphon des Spülbeckens an und sichern ihn mit einer Schlauchschelle. Der Schlauch darf nicht geknickt sein. Nun müssen Sie den Geschirrspüler noch an die Stromquelle anschließen. Stellen Sie mithilfe einer Wasserwaage fest, ob das Gerät gerade steht. Sollte das nicht der Fall sein, können Sie die Füße verstellen. Ist die Spülmaschine vollständig angeschlossen, drehen Sie die Wasserhähne auf und prüfen, ob alle Verbindungen dicht sind. Starten Sie dann einen Probelauf ohne Geschirr, um sicherzustellen, dass der Geschirrspüler ordnungsgemäß funktioniert.
Damit ein Geschirrspüler effizient arbeitet und möglichst lange hält, sind die richtige Beladung sowie regelmäßige Reinigung und Pflege entscheidend.
Richtige Beladung
Achten Sie beim Beladen darauf, dass Sie Ihr Geschirr richtig positionieren. Stellen Sie Gläser und Tassen mit der Öffnung nach unten in die Maschine. So kann das Wasser vollständig ablaufen und es bleiben weniger Rückstände. Teller sollten nicht zu dicht nebeneinander und leicht angewinkelt stehen. Das ermöglicht eine optimale Reinigung. Platzieren Sie Ihr Besteck im Besteckkorb möglichst mit dem Griff nach unten, so dass der Wasserstrahl Essensreste besser wegspülen kann. Beim Herausnehmen müssen Sie jedoch Vorsicht walten lassen, damit Sie sich nicht an den Klingen schneiden. Haben Sie einen Geschirrspüler mit Besteckschublade, legen Sie jedes Teil in ein separates Fach. Ganz wichtig ist, dass Sie die Spülmaschine nicht überladen, damit sich die Sprüharme frei drehen können.
Reinigung und Pflege
Den Filter am Boden sollten Sie regelmäßig herausnehmen und unter fließendem Wasser reinigen, um Verstopfungen und unangenehme Gerüche zu vermeiden. Kontrollieren Sie auch die Sprüharme. Es kann passieren, dass deren Beweglichkeit aufgrund von Speiseresten oder Kalk beeinträchtigt wird. Wischen Sie die Türdichtungen regelmäßig mit einem feuchten Tuch ab, damit sie nicht verschmutzen oder sich Schimmel bildet. Alle ein bis zwei Monate sollten Sie einen Leerdurchlauf mit einem Maschinenreiniger durchführen. Das hilft dabei, Fett- und Kalkablagerungen im Maschineninnenraum zu entfernen. Alternativ können Sie Hausmittel wie Natron und Essig verwenden (hier auf die Materialverträglichkeit achten, bei Edelstahl meist kein Problem). Kontrollen Sie auch den Füllstand des Spezialsalzes.
Energieeffizienz und Wasserverbrauch
MIt einem modernen Geschirrspüler verbrauchen Sie weniger Wasser, als wenn Sie manuell spülen würden. Im Eco-Programm verbraucht eine Spülmaschine weniger als 10 Liter pro Spülvorgang. Fürs Spülen per Hand benötigen Sie mindestens das Doppelte. Was den Energiebedarf betrifft, kommt es darauf an, welcher Energieeffizienzklasse eine Maschine angehört. Geräte der Klasse A verbrauchen bei 100 Spülgängen weniger als 60 kWh.
Materialien und Recycling
Geschirrspüler bestehen aus verschiedenen Materialien, allen voran Edelstahl und Kunststoff. Einige Hersteller konstruieren ihre Geräte in sogenannten "Recyclinggruppen", um die Wiederverwertung zu erleichtern. Nach einer Grobzerlegung können Teile davon sofort zur Materialherstellung weitergeleitet werden. Daher ist es wichtig, alte Geschirrspüler, die Sie nicht mehr benötigen, zu einem Wertstoffhof zu bringen. Auch Händler nehmen mitunter alte Maschinen entgegen.
Umweltfreundliche Nutzung und Reinigungsmittel
Befüllen Sie Ihre Spülmaschine bis zum Maximum mit Geschirr (ohne sie zu überladen), denn so verbraucht sie nicht unnötig Energie, Reinigungsmittel und Wasser. Auf diese Weise nutzen Sie das Gerät am effizientesten. Was das Reinigungsmittel betrifft, ist es nachhaltiger, auf Tabs zurückgreifen, die nicht einzeln in Plastikfolie verpackt sind. Zudem gibt es Produkte, die auf pflanzlich-basierten Tensiden beruhen und dadurch nicht so aggressiv sind.
Entscheiden Sie sich zunächst für eine Bauart, die für Ihre Küche geeignet ist. Ein Einbaugeschirrspüler kommt nur in Frage, wenn Sie ihn in Ihre Küchenzeile integrieren können. Ob Sie sich dann für einen teilintegrierbaren oder vollintegrierbaren Geschirrspüler entscheiden, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Passt ein Einbaumodell nicht in Ihre Küche, wählen Sie ein freistehendes Gerät oder einen Tischgeschirrspüler. Im Fall eines Unterbaumodells benötigen Sie jedoch eine freie Fläche unter einer Arbeitsplatte, die nah genug an Wasserzulauf, Abwasseranschluss und Steckdose ist. Neben der Bauart gibt es noch weitere Kaufkriterien, die Sie berücksichtigen sollten.
Größe und Fassungsvermögen
Speziell bei Unterbau- und Einbaumodellen müssen Sie sehr genau auf die Maße (Höhe, Breite und Tiefe) achten, um sicherzustellen, dass sie in Ihre Küche passen. Auch das Fassungsvolumen muss sinnvoll gewählt sein Ist die Geschirrspülmaschine zu klein für Ihren Bedarf, müssen Sie sie häufiger in Betrieb nehmen. Umgekehrt besteht bei einem Gerät mit zu großem Fassungsvolumen das Risiko, unnötig Energie und Wasser zu verbrauchen, wenn Sie es unzureichend gefüllt laufen lassen. Die Kapazität von Geschirrspülern wird übrigens in Maßgedecken angegeben. Nach EU-Norm besteht ein Maßgedeck aus Suppenteller, Essteller, Dessertteller, Untertasse, Tasse, Trinkglas, Gabel, Messer, Esslöffel, Teelöffel und Dessertlöffel. Standardgeschirrspüler mit einer Breite von circa 60 cm bieten Platz für 12 bis 16 Maßgedecke. Schätzen Sie ab, wie viel Geschirr Sie regelmäßig spülen müssen. Basierend darauf wählen Sie ein Gerät der entsprechenden Größe.
Programmauswahl und Zusatzfunktionen
Geschirrspüler bieten mehrere Programme. Dazu gehört so gut wie immer ein wasser- und energiesparendes Eco-Programm. Daneben gibt es Programme für intensive oder besonders schnelle Spüldurchgänge sowie fürs Spülen von Glasgeschirr. Wählen Sie eine Maschine mit Spülprogrammen, die für Ihre Zwecke sinnvoll sind. Achten Sie außerdem darauf, welche Zusatzfunktionen eine Spülmaschine bietet. Bei vielen Geräten öffnet sich beispielsweise automatisch die Tür, sobald ein Spülprogramm zu Ende ist. So kann die Maschine auslüften und das Geschirr noch etwas nachtrocknen. Praktisch ist die Funktion, vorab eine Startzeit einzustellen, zu der die Maschine mit dem Spülen beginnt. Manche Geräte bieten die Option, ausschließlich das Geschirr im oberen oder unteren Korb zu reinigen. Dann können Sie den Geschirrspüler nur zur Hälfte beladen und es werden weniger Energie und Wasser verschwendet.
Innenausstattung
Ein flexibles Korbsystem mit verstellbaren Elementen ermöglicht eine optimale Nutzung des Innenraums, denn dadurch lässt sich auch großes und sperriges Geschirr problemlos im Geschirrspüler unterbringen.Wenn Sie viel Besteck haben, ist ein Modell mit separater Besteckschublade empfehlenswert. Sie ist flach konstruiert und nimmt somit nicht viel Platz im Geschirrspüler in Anspruch, kann aber mehr Besteckteile aufnehmen als ein Besteckkorb. Zudem ist die Verletzungsgefahr geringer, da das Besteck flach hingelegt wird.
Geräuschpegel und Energieeffizienzklasse
Der Geräuschpegel einer Spülmaschine ist nicht zu unterschätzen. Achten Sie darauf, dass das Gerät möglichst leise arbeitet, damit Mitarbeitende sich nicht gestört fühlen. Gerade in Küchenumgebungen, in denen ohnehin schon eine gewisse Geräuschkulisse herrscht, sollte eine Spülmaschine nicht noch mehr Lärm verursachen. Als sehr leise gelten Geräte mit einer Lautstärke von unter 45 dB. Wenn Sie die Umwelt schonen und auf lange Sicht Geld sparen möchten, kaufen Sie sich einen Geschirrspüler der Energieeffizienzklasse A.
Wenn Sie eine Spülmaschine haben, sollten Sie Ihr Geschirr nicht mit der Hand vorspülen. Moderne Geschirrspüler sind darauf ausgelegt, auch stark verschmutzte Töpfe, Teller, Tassen und dergleichen zu reinigen. Wenn Sie vorspülen, verbrauchen Sie deutlich mehr Wasser und Zeit. Grobe Speisereste, die sich ohne Wasser entfernen lassen, können Sie vor dem Spülen mit der Maschine beseitigen. Alles andere ist nicht nötig.
Welches Geschirr darf in die Spülmaschine?
Geschirr aus Steingut, Glas und Keramik ist üblicherweise spülmaschinenfest und auch als solches gekennzeichnet. Es gibt aber auch Materialien, die nicht für die Reinigung im Geschirrspüler geeignet sind. Dazu zählen Holz, Aluminium, Gusseisen, sehr feines Porzellan und Kristallglas.
Warum wird mein Geschirr in der Spülmaschine nicht richtig sauber?
Das kann verschiedene Gründe haben. Eventuell ist die Maschine falsch beladen oder die Geschirrteile sind so dicht gestellt, dass sich das Wasser nicht optimal verteilen kann. Auch blockierte Sprüharme oder verunreingite Filter können das Problem verursachen. Nutzen Sie ein hochwertiges Spülmittel und denken Sie daran, das Spezialsalz in der Maschine regelmäßig aufzufüllen, denn Wasser mit hohem Kalkgehalt kann die Leistung der Maschine auf Dauer beeinträchtigen.
Wie oft sollte man den Filter reinigen?
Den Filter sollten Sie bei häufiger Nutzung der Spülmaschine alle zwei bis vier Wochen reinigen. Wenn Sie einen unangenehmen Geruch wahrnehmen oder merken, dass die Spülleistung der Maschine nachlässt, sind das eindeutige Zeichen dafür, dass eine Reinigung des Filters nötig ist.