Ratgeber

Hochdruckreiniger: Hilfsmittel für starke Verschmutzungen

Es gibt Schmutz, der an Böden, Fassaden und anderen Flächen derart stark anheftet, dass er mit einfachen Reinigungsmethoden nicht zu beseitigen ist. An dieser Stelle kommen Hochdruckreiniger ins Spiel. Sie sind in der Lage, hartnäckige Verschmutzungen zu beseitigen. Was lange der gewerblichen Nutzung vorbehalten war, wird immer häufiger auch von Privatpersonen zur Pflege von Grundstück und Garage genutzt.

Wie funktionieren Hochdruckreiniger und welches Modell eignet sich für welchen Einsatzort? Welche Düsentypen gibt es und wie steht es um zusätzliches Reinigungsmittel? In diesem Ratgeber erfahren Sie es.



Was ist ein Hochdruckreiniger?

Es handelt sich um Geräte, die mit Wasser befüllt werden und dieses mit hohem Druck über eine Düse abgeben. Auf diese Weise kann Schmutz gelöst werden.

Tatsächlich genügt es in vielen Fällen, allein mit Wasser zu reinigen. Ist hartnäckiger Schmutz nicht auf diese Weise abzulösen, kann zusätzlich ein Reinigungsmittel zum Einsatz kommen. Dafür ist ein zusätzlicher Tank für den Reiniger vorgesehen. Bei den meisten privaten Anwendungsfällen genügt jedoch Wasser allein.

Erfunden wurde der erste Hochdruckreiniger bereits 1950. Den Namen des Erfinders kennen viele: Alfred Kärcher. Die Firma Kärcher ist noch heute ein international erfolgreicher Produzent der Geräte.



Wie funktionieren die Geräte?

Der Aufbau der Hochdruckreiniger ist schnell erklärt. Sie verfügen entweder über einen Diesel-, Benzin- oder Elektromotor. Letzterer kann über den Anschluss an einer Steckdose mit Strom versorgt werden, beziehungsweise als Akku-Hochdruckreiniger flexibel im Einsatz sein.

Elektro-Modelle für den Privathaushalt

Zwar sind Benzin- oder Dieselgeräte meist leistungsstärker, doch die meisten Anwendungsfälle im Privatbereich sind mit einem Elektro-Hochdruckreiniger bestens zu bearbeiten. Der Verzicht auf Benzingeruch und hohe Lautstärkepegel kommen bei E-Modellen als Vorteile hinzu.

Der Motor ist dafür zuständig, eine integrierte Pumpe in Gang zu setzen. Sie saugt das angeschlossene Wasser, das meist über einen Gartenschlauch zugeführt wird, in das Innere des Gerätes. Ein Hubkolben sorgt dafür, dass der Wasserdruck steigt

Ist der gewünschte Arbeitsdruck erreicht, wird das Wasser über einen Schlauch bis zur Sprühpistole geleitet und über diese in die angeschlossene Düse abgegeben. Der gebündelte Wasserstrahl tritt aus und sorgt für die gewünschte Reinigung.

Im Idealfall ist ein integrierter Wasserfilter vorhanden, um die Pumpe vor verunreinigtem Wasser zu schützen. Das erhöht die Lebensdauer des Gerätes.


Unterschied zwischen Kalt- und Heißwasser-Hochdruckreiniger

Kaltwasser-Hochdruckreiniger mit 120 bar Wasserdruck und maximal 40 Grad Zulauftemperatur

In der Praxis spielt es zudem eine Rolle, ob das Gerät nur mit kaltem oder heißem Wasser betrieben werden darf. Dies wirkt sich auf die Funktionsweise aus.

Ein reiner Kaltwasser-Hochdruckreiniger nutzt zur Reinigung allein den Arbeitsdruck des Wassers und ist daher kostengünstiger. Mit ihm lässt sich neben Staub und Erde auch Schlamm entfernen, doch extreme Verschmutzungen sind damit allein nicht zu beseitigen.

Kann das Gerät auch Heißwasser nutzen, wird das eingefüllte Wasser stark erhitzt und kann bei der Anwendung selbst ohne zusätzliches Reinigungsmittel neben Moos und Unkraut auch Fette und Öle sowie Rußschichten entfernen. 

Heißwasser-Hochdruckreiniger sind entsprechend teurer, teils im vierstelligen Bereich, und verbrauchen mehr Energie, da das Wasser erhitzt werden muss.



Welche Düsenform passt zu welchem Anwendungszweck?

Es gibt drei zentrale Düsentypen, die passend zur Fläche gewählt werden müssen. Viele Hersteller verkaufen ihre Hochdruckreiniger direkt mit mehreren Düsen im Set, sodass beim Kauf eines Gerätes mehrere Anwendungsbereiche abgedeckt sind.

Flächenreiniger

Er ist für große Flächen wie die Terrasse oder Einfahrt gedacht. Auch Wege zum Haus und Balkone lassen sich reinigen. Die Düse besitzt rotierende Elemente, sodass zusätzlich zum Druck eine kreisende Bewegung auf dem Boden erzeugt wird. Eine kleine Abdeckung sorgt dafür, dass bei der Reinigung nicht zu viel Schmutzwasser verteilt wird.

Schmutzfräse

Sie wird aufgesetzt und sorgt dafür, dass das Wasser rotierend austritt. Das führt zu einem derart starken Druck, dass Schmutz regelrecht abgefräst wird. Auf diese Weise können Fugen im Gehweg gereinigt oder auch Kaugummis entfernt werden.

Schaumdüse

Sie verfügt über einen kleinen Behälter, um zusätzlich Reinigungsmittel zuzufügen. Während über den Schlauch Wasser freigegeben wird, mischt es sich mit dem Reiniger und Luft, sodass ein Schaumgemisch entsteht. Bevorzugt kommt dieses Zubehör zum Einsatz, wenn Auto, Motorrad oder Fahrrad gereinigt werden sollen.

Kaltwasser-Hochdruckreiniger mit verschiedenen Düsen im Set


Praxis-Tipp: Empfindliche Flächen nicht mit Druck reinigen

Während Wege, Fassaden, Dächer und Dachrinnen ebenso wie Mülltonnen, Gartenmöbel und Pflanzenkübel mit Druck gereinigt werden können, gibt es viele Oberflächen, die dafür zu empfindlich sind. Dazu zählen viele Hölzer sowie Sandstein. Im Zweifelsfall sollte an einer unauffälligen Stelle getestet werden, ob der Hochdruckreiniger geeignet ist.



Welche Merkmale sind noch wichtig?

Wasserdruck

Entscheidend für die Reinigungskraft ist in erster Linie, mit wie viel Druck ein Modell arbeitet. Hier reicht die Spanne von einfachen Geräten, die bei circa zehn bar Wasserdruck beginnen, bis hin zu Profi-Modellen, die über 200 bar erreichen. Für den Privatbereich genügt es, auf weniger Druck zu setzen. Wer bereits weiß, dass Haus- und Gartenarbeiten mit relativ hartnäckigem Schmutz anstehen, sollte jedoch auf mindestens 20 bis 50 bar setzen.

Wassertemperatur

Für Heißwasser-Hochdruckreiniger spielt es eine große Rolle, welche maximale Temperatur im Inneren erreicht werden kann. Klassischerweise bieten Geräte für den Privatgebrauch zwischen 40 und 60 Grad Celsius. Das ist für den Haushalt völlig ausreichend. Für den gewerblichen Gebrauch sind auch höhere Temperaturen üblich, bis hin zum sogenannten Dampfstrahler, der das Wasser zuvor auf bis zu 150 Grad Celsius erwärmt.

Schlauchlänge

Für einen flexiblen Einsatz der Geräte ist die maximale Länge des Schlauches wichtig. Mindestens fünf Meter sind zu empfehlen, damit gut gearbeitet werden kann. Bequemer sind sieben bis zehn Meter.

Fördermenge

Über die Fördermenge wird angegeben, wie viel Liter in der Stunde von der Pumpe umgesetzt werden können und entsprechend zur Anwendung bereitstehen. Auch hier steigt mit der Größe der Fördermenge die Effektivität. Bei günstigen E-Geräten sollten es mindestens 120 l/h sein, besser sind Werte um 350 l/h. Eine hohe Fördermenge liegt bei 500 oder gar 600 l/h vor.

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