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Klemmblöcke und Bügelklemmen

Bügelklemmen und Klemmblöcke gehören in den Bereich der Anschlusstechnik und ermöglichen es, zwei oder mehrere Drähte miteinander zu verbinden beziehungsweise mehrere Stromkreise mit einem anderen Stromkreis zu koppeln. Was Bügelklemmen und Klemmblöcke konkret auszeichnet und worauf Sie beim Kauf achten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

 


Was sind Bügelklemmen und Klemmblöcke?

Bügelklemmen und Klemmblöcke sind dafür konzipiert, elektrische Ströme zu verteilen oder zu verbinden, indem sie es ermöglichen, Drähte, Adern und Leitungen aneinander zu koppeln und bei Bedarf wieder zu lösen. Sie sind in so gut wie jedem Verteiler zu finden und werden beispielsweise verwendet, um elektronische Bauteile an verschiedene Stromkreisläufe anzuschließen. Bügelklemmen und Klemmblöcke unterscheiden sich einerseits in ihrer Bauform und andererseits hinsichtlich ihres konkreten Verwendungszwecks sowie der Fixierungsart.

Bügelklemmen sind klassische Vertreter der Verbindungstechnik. Optisch haben sie Ähnlichkeit mit Seilklemmen beziehungsweise Drahtseilklemmen, die Seile miteinander verbinden und beispielsweise in Zieh- und Hebevorrichtungen zum Einsatz kommen. Funktional haben sie jedoch nichts mit ihnen gemein, denn Bügelklemmen finden ausschließlich in der Elektrotechnik Verwendung. Sie ermöglichen es, Leiter an Schienen zu koppeln, wobei die Leiter bei den meisten Ausführungen sowohl von oben als auch von unten eingeführt werden können. Um beide Teile eng miteinander zu verbinden, sind Bügelklemmen mit einer Befestigungsschraube ausgestattet. Sie zählen also zu den Schraubklemmen. Ihren Namen tragen sie deshalb, weil sie zusätzlich über einen Bügel verfügen. Dieser schützt den Leiter beim Anziehen der Schraube vor deren rotierender Spitze. Bügelklemmen eignen sich gut für die Verbindung feindrähtiger Litzen und Aluminiumleiter.

Ein Klemmblock ist im weiteren Sinne eine Sammelklemme. Er besteht aus einem Kunststoffgehäuse mit mehreren Anschlussmöglichkeiten und ermöglicht eine einfache und schnelle Verkabelung. Zudem punktet er mit einer kompakten Bauform und nimmt im Verteiler nicht so viel Platz weg, wie ihn mehrere Einzelklemmen beanspruchen würden. In der Regel lassen sich Klemmblöcke sowohl auf Montageplatten als auch auf Hutschienen befestigen und sind darüber hinaus meist modular aufgebaut, um nach Bedarf zu einem komplexeren Block erweitert werden zu können.


Arten von Klemmblöcken

Analog zu Einzelklemmen werden Klemmblöcke für verschiedene Anwendungsbereiche angeboten.
Ein N-Klemmblock beispielsweise ist für den Anschluss von Neutralleitern (= N) vorgesehen und erfüllt somit den gleichen Zweck wie N-Klemmen.
Ein PE-Klemmblock (PE = protective earth) wird dazu verwendet, Schutzleiter anzuschließen. N- und PE-Klemmblöcke können zum Einsatz kommen, um die blauen und grün-gelben Leitungen der Verbraucherstromkreise zu verbinden.

Neben PE- und N-Klemmen gibt es sogenannte Verteilerklemmen, die in Form von Verteilerblöcken realisiert werden. Dazu zählen Kompaktverteiler, Durchgangsklemmen und Hauptleitungsabzweigklemmen, die zur Aufteilung eines Hauptleiters genutzt werden.


Phasenschienen für eine unkomplizierte Montage

Neben Bügelklemmen und Klemmblöcken gibt es weitere elektronische Bauteile, die für ähnliche Zwecke eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Phasenschienen. Phasenschienen dienen dazu, Schutzgeräte wie Fehlerschutzschalter, Leitungsschalter, Überspannungs- und Blitzschutzgeräte sicher zu verdrahten. Sie sind in verschiedenen Querschnitten und mit unterschiedlicher Polanzahl erhältlich, so gibt es beispielsweise 1-, 2-, 3- und 4-polige Ausführungen. Die Bauformen können ebenfalls variieren: Manche Phasenschienen sind in einem Winkel gebogen, andere werden mit Steg beziehungsweise Gabel angeboten. Der Vorteil von Phasenschienen im Vergleich zur klassischen Verdrahtung mithilfe von Drahtbrücken, Kabelschuhen und dergleichen besteht darin, dass sie schnell montiert sind und wenig kosten.


Kaufkriterien für Bügelklemmen und Klemmblöcke – worauf kommt es an?

Beim Kauf eines Klemmblocks oder einer Bügelklemme gilt es einige Faktoren zu beachten. Zunächst einmal muss der Klemmblock beziehungsweise die Bügelklemme für das jeweilige Leitermaterial geeignet sein. So gibt es beispielsweise Ausführungen, die für Kupfer- und Aluminiumleiter verwendet werden können, aber auch Varianten, die nur für Kupferleiter vorgesehen sind. Auch der konkrete Anwendungsbereich ist zu berücksichtigen. Zum Anschließen von Schutzleitern oder Neutralleitern greifen Sie auf spezielle PE-Klemmblöcke beziehungsweise N-Klemmen zurück. Achten Sie darauf, dass der Klemmblock oder die Bügelklemme für den jeweiligen Einsatzzweck konkret geeignet ist und den eventuell geforderten Normen entspricht. Gemäß VDE-Normen ist nämlich nicht jeder Klemmentyp für die Verbindung von Leitern in Verteilern zugelassen.

Um die elektrische Sicherheit zu gewährleisten, spielt die Strombelastbarkeit des Klemmblocks oder der Einzelklemme eine wichtige Rolle, die wiederum von der Polzahl und von der Umgebungstemperatur abhängt. Berücksichtigen Sie auch die Nennspannung und – falls vorhanden – die Angaben zur Kurzschlussfestigkeit. Je nach Umgebung ist es ratsam, eine berührungssichere Ausführung zu wählen und auf einen entsprechenden IP-Schutz und hohe Temperaturbeständigkeit zu achten. 

Grundsätzlich sollten Klemmen möglichst klein sein, damit Leitungen und weitere Einbaugeräte noch ausreichend Platz im Verteiler haben. Das gilt auch für Klemmblöcke. Eine unkomplizierte Montage ist wichtig, um nicht nur die Erstinstallation, sondern auch die Wartung zu vereinfachen. In der Regel sind Klemmblöcke auf Normtragschienen beziehungsweise Hutscheinen aufrastbar, manche Ausführungen verfügen über eine Schnappbefestigung. Klemmblock und Bügelklemme müssen in jedem Fall fest und rüttelsicher fixiert sein. 

Gerade bei komplexen Systemen ist es vorteilhaft, wenn mehrere Klemmblöcke miteinander gekoppelt werden können, beispielsweise mithilfe einer Verbindungsbrücke. Dadurch besteht die Möglichkeit, das System jederzeit zu erweitern. Um den Überblick in einem dicht bestückten Verteiler zu behalten, ist es außerdem vorteilhaft, wenn Klemmblöcke beschriftbar sind.


Unser Praxistipp: So schließen Sie einen Aluminiumleiter an eine Bügelklemme an!

Um einen Aluminiumleiter an eine Schraub- beziehungsweise Bügelklemme anzuschließen, sind spezielle Verarbeitungsrichtlinien einzuhalten: Zunächst müssen Sie die Kontaktflächen des Leiters reinigen und bürsten, um die Oxidschicht zu entfernen. Unmittelbar danach werden die Flächen eingefettet – entweder mit neutraler Vaseline oder mit einem speziellen Kontaktfett. Wichtig ist, dass das Fett alkali- und säurefrei ist. Es verhindert, dass der Leiter erneut oxidiert, und schützt ihn vor Feuchtigkeit. Danach legen Sie den Aluleiter in die Klemmstelle und ziehen die Klemme mit dem maximalen Anzugdrehmoment an. Die Klemme muss regelmäßig nachgezogen werden, da es ansonsten zu erhöhten Übergangswiderständen kommen kann, die zu einer Erwärmung und schlimmstenfalls zu einem Brand führen.

 


FAQ – häufig gestellte Fragen zu Bügelklemmen und Klemmblöcken
 

Warum sind PE-Klemmen gelb-grün und N-Klemmen blau?

Die Farben von PE-Klemmen und N-Klemmen entsprechen den Farbkennzeichnungen von Schutzleitern und Neutralleitern. Anhand der grün-gelben Farbe sollen Schutzleiter eindeutig als solche erkennbar sein – auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Neutralleiter müssen in der EU gemäß der Norm IEC 60446 mit die Farbe Blau gekennzeichnet sein.
 

Sind Klemmstellen immer nur für den Anschluss eines Leiters vorgesehen?

Nein. Bei Klemmen mit Schraubanschluss beispielsweise können auch zwei Leiter gleichzeitig an den Klemmstellen angeschlossen werden. Bei Klemmen mit Schneidanschluss hingegen ist es in der Regel nicht möglich, jeweils zwei Leiter an die Klemmstellen anzuschließen. Das lässt sich aber nicht pauschalisieren und hängt immer von den jeweiligen Anschlussbedingungen ab, die Sie in den technischen Angaben des Herstellers finden.

 

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