Wissenswertes über Netzstecker & Netzkupplungen

Netzstecker sind Stecker für die Stromversorgung elektrischer Geräte durch das Einstecken in handelsübliche Steckdosen. Netzkupplungen sind die „weiblichen“ Gegenstücke der Steckerformen. Mit beiden lassen sich schnell lösbare Steckverbindungen für den flexiblen Einsatz von elektronischen Geräten herstellen.

Netzstecker und Netzkupplungen werden als Ersatz-Steckverbinder an den Anschlusskabeln fertiger Geräte oder zur Stromversorgung selbstgebauter Geräte installiert. Dazu müssen die einzelnen Adern des Anschlusskabels passend mit dem Stecker verbunden werden, was elektronische Fachkenntnis voraussetzt.

Welche Netzstecker und Netzkupplungen gibt es?

Netzstecker sind Anschlussstecker für elektrische Geräte. Mit diesen „männlichen“ Steckern kann die Stromversorgung über eine herkömmliche „weibliche“ Steckdose, auch Netzkupplung genannt, erfolgen.
In Deutschland sind vorrangig C-Stecker und F-Stecker im Einsatz.

C-Stecker / Eurostecker

C-Stecker, alternativ Stecker-Typ C, sind zweipolige Stecker ohne Schutzkontakt. Die Stifte dieser Stecker sind rund. Sie sind für die hierzulande übliche Netzspannung von 220 Volt bis 240 Volt ausgelegt.

Der sogenannte Eurostecker ist auch ein C-Stecker. Um Geräte mit geringer Leistung europaweit im Niederspannungsnetz verwenden zu können, wurde die Vereinheitlichung über einen zweipoligen Stecker ohne Schutzkontakt angestrebt. Allerdings wird die zugehörige Steckdose Typ-C heutzutage nicht mehr verbaut, eben wegen ihres Mankos: dem fehlenden Schutzkontakt.

Unser Praxistipp:

Auch in Schutz-Kontakt, also sogenannte Schuko-Steckdosen, passen C-Stecker. Allerdings sollten, wenn möglich F-Stecker verwendet werden.

F-Stecker / Schutzkontaktstecker

F-Stecker haben neben den zwei Stiften für die Außenleiter und Neutralleiter einen dritten Kontakt für die Erdung. Dieser Schutzkontakt soll eventuelle Fehlströme sofort ableiten. Steckdosen für den Stecker-Typ F sind in Europa weit verbreitet.

F-Stecker passen meist in Steckdosen Typ-C, allerdings können sie dann ihre Schutzfunktion nicht erfüllen, da bei C-Steckdosen kein Kontakt für den Schutzleiter vorhanden ist. Es kann zudem passieren, dass die F-Stecker durch ihre erhabene Form als Profilstecker beziehungsweise Konturenstecker nicht in sehr alte Steckdosen passen.

USB-Kupplungen als Zwischenstecker

USB-Steckdosen werden zum Laden von mobilen Geräten verwendet. In der praktischen Umsetzung wird der USB-Anschluss oft mit einem Zwischenstecker-Adapter an einer normalen Steckdose realisiert. Die Zwischenstecker sind für den mobilen Einsatz tauglich und bieten große Flexibilität, da Sie Ihr hiermit Smartphone und andere Kleingeräte überall dort via Datenkabel laden können, wo eine normale Steckdose vorhanden ist. Das ständige Mitführen des Ladekabels mit Netzteil erübrigt sich.

Suchtipp: Die Alternative zur USB-Kupplung ist der feste Einbau einer USB-Steckdose. USB-Ladesteckdosen für die stationäre Installation finden Sie hier.

ILU-Stecker

ILU-Stecker, auch Illu-Stecker geschrieben, sind Spezialstecker für Beleuchtungselemente. Der Name leitet sich vom lateinischen „Illumination“ ab, welches zu Deutsch Belichtung, Beleuchtung oder Erleuchtung bedeutet. Für Beleuchtungen werden meist Flachkabel verwendet. Die zugehörigen Stecker und Steckdosen haben keinen Schutzleiter.

 

PRCD-Zwischenschalter

Portable Residual Current Device (PRCD) sind mobile Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, die in die Anschlusskabel von elektrischen Geräten installiert werden. Sie erkennen beziehungsweise überwachen die Funktion von Schutzleitern und sollen damit im Niederspannungsbereich vor Personenunfällen schützen. Zum Einsatz kommen PRCD-Zwischenstecker sowohl im gewerblichen Bereich der Elektroinstallation als auch in Risikobereichen wie beispielsweise feuchten Räumen.

Was gibt es bei der Auswahl von Netzsteckern und Netzkupplungen zu beachten?

Nennspannung für die Stromversorgung

Die meisten Netzstecker und Netzkupplungen sind für die im Niederspannungsbereich übliche Spannung von 220 Volt bis 240 Volt ausgelegt. Einige Steckverbinder haben mit einer Nennspannung von 250 Volt etwas Toleranz nach oben und eignen sich dadurch für den Einsatz an leistungsstarken elektrischen Verbrauchern.

In Ausnahmefällen beträgt die zulässige Nennspannung 400 Volt. Hierbei handelt es sich um Steckverbinder für Netzspannungs- und Steueranschlüsse ohne öffentlichen Zugang, also hinter der Wand oder in Technikräumen. Diese Steckverbinder weisen zusätzliche Sicherungsmechanismen auf.

Sicherheitshinweis: Zwar sind die meisten Stecker für rund 230 Volt ausgelegt, nicht zwangsläufig aber auch die Geräte, die Sie damit anschließen wollen. Elektronische Bauteile mit geringerer Nennspannung benötigen zusätzliche Netzteile oder Vorwiderstände, um die Ausgangsspannung der Stromversorgung auf ein entsprechend niedrigeres Spannungsniveau zu transferieren. Eine Missachtung der Spannungsvorgaben an den Geräten stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar!

 

Unfallverhütung: IP-Schutzarten und Schutzleiter

Netzstecker und -kupplungen werden in IP-Schutzarten eingeordnet. Diese bestehen jeweils aus zwei Ziffern. Die erste Stelle kennzeichnet den Schutz gegen Fremdkörper und Berührungen. Die zweite Ziffer macht Angaben über den Schutz gegen Wasser. Generell gilt: Je höher die Zahlen, desto höher ist der Schutz vor unerwünschten Stromübertragungen.

Außerdem sicherheitsrelevant ist die Bauart des Steckers. Während C-Stecker und C-Steckdosen keinen Schutzleiter aufweisen, bietet das F-Steckersystem mit Profilsteckern und Schutzkontakt einen größeren Schutz vor Stromunfällen. Natürlich funktioniert der Schutzkontakt aber nur, wenn die Erdungsleitung hinter der Steckdose entsprechend vorhanden und ausreichend gewartet ist.

Steckerausführungen

Netzstecker gibt es in gerader Ausführung und als Winkelstecker. Winkelstecker kommen dort zum Einsatz, wo für den Stecker mit einem geraden Kabelanschluss kein ausreichender Platz vorhanden wäre oder wenn die gewinkelte Kabelabführung so gewollt ist.

Ein Spezialtyp der Winkelstecker sind die Flachstecker. Sie eignen sich für den Einsatz an engen Stellen, zum Beispiel hinter Möbelstücken.

Eigentlich keine Netzstecker, aber trotzdem hier erwähnenswert sind Zwischenstecker. Sie werden nicht in die Anschlusskabel für die Stromversorgung installiert. Ein Zwischenstecker wird direkt in die Steckdose gesteckt, auf ihn wiederum werden andere Stecker aufgesteckt. Häufig haben Zwischenstecker Adapter- oder Schaltfunktionen, wie beispielsweise das Ein- und Ausschalten der Stromversorgung oder die Umwandlung einer normalen Steckdose in einen USB-Ladeanschluss.

Netzkupplungen gibt es ebenfalls in verschiedenen Ausführungen. Grundlegend unterschieden werden Netzkupplungen mit Schutzleiter für Stecker-Typ F und Netzkupplungen ohne Schutzkontakt für Stecker-Typ C und F. Immer wenn möglich, werden heutzutage Netzkupplungen mit Schutzleiter verwendet, denn für leistungsstarke elektrische Geräte ist ihre Verwendung vorgeschrieben.

Für staubgefährdete oder feuchte Bereiche sollten Netzkupplungen mit hohen IP-Schutzarten verwendet werden. Zusätzlich gibt es Abdeckungen für Netzkupplungen, damit bei einer unbenutzten Steckdose durch Staub und andere Störfaktoren kein Kurzschluss ausgelöst wird.

Eine Sonderbauform sind Mehrfach-Netzkupplungen für die Stromversorgung verschiedener Geräte aus einer Steckdose.

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