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Ratgeber

OBD-Scanner und Kfz-Messgeräte

Kfz-Messgeräte werden für Sicherheits- und Funktionalitätskontrollen von Kraftfahrzeugen eingesetzt. Sie sind Bestandteil professioneller Werkstätten, werden aber auch von Hobbyschraubern genutzt. In unserem Ratgeber geben wir Ihnen einen Überblick über gängige Mess- und Prüfgeräte und erläutern die Funktionsweise von Diagnose-Tools wie OBD-Scannern.



Kfz-Messgeräte für eine zuverlässige Fahrzeugdiagnose

Kfz-Messgeräte sind wichtige Hilfsmittel von Kfz-Mechanikern und -Mechatronikern. Sie ermöglichen es, Fehler an Fahrzeugen ausfindig zu machen, und werden zu Diagnose- und Wartungszwecken eingesetzt. Das Angebot an Kfz-Messgeräten ist groß und reicht vom einfachen Spannungsprüfer bis hin zum Bremsflüssigkeitstester.

Je nach Ausführung können beispielsweise Kurzschlüsse lokalisiert, der Öl- oder Reifendruck gemessen oder das Antiblockiersystem der Bremsanlage überprüft werden.

Die zugrundeliegende Messtechnik von Kfz-Messgeräten ist in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden. Das liegt darin begründet, dass Pkw und Lkw mit immer mehr Elektronik ausgestattet sind. Selbst Profis ist es kaum möglich, mit bloßem Auge eine Diagnose zu erstellen.

Aus diesem Grund kommen fast nur noch ausgefeilte, elektronische Messgeräte zum Einsatz. Sie erleichtern die Fehlersuche und Wartung, liefern zuverlässige Ergebnisse und ersparen dem Anwender viel Zeit und Aufwand.



Messgerät vs. Testgerät: Das ist der Unterschied

Messgeräte dienen der Messung bestimmter Zustände und Größen. Sie geben beispielsweise an, wie hoch oder niedrig ein Druck, eine Spannung, ein Strom oder ein Widerstand ist.

Streng genommen sind Messgeräte von Test- und Prüfgeräten zu unterscheiden. Kfz-Testgeräte können einen Zustand überprüfen, müssen dafür aber nicht zwingend einen Messwert bestimmen. Ein Beispiel ist der Phasentester. Hierbei handelt es sich um einen einfachen Spannungsprüfer, mit dem man feststellen kann, ob eine elektrische Spannung an einer Leitung anliegt – also Strom fließt – oder nicht.

Der Spannungsprüfer zeigt lediglich an, ob eine Spannung beziehungsweise ein Strom vorhanden ist, nicht aber den exakten Wert. Anders verhält es sich bei einem Multimeter. Ein Multimeter misst Strom, Spannung und Widerstand und gibt einen dedizierten Wert an, der dann interpretiert werden muss.



Gängige Mess- und Prüfgeräte im Überblick

Mess- und Prüfgeräte für Kraftfahrzeuge sind in großer Vielzahl erhältlich. Für so gut wie jeden Anwendungsbereich gibt es eine passende Ausführung. Wir stellen Ihnen gängige Werkzeuge vor.

Multimeter: 

Kfz-Multimeter kommen zur Untersuchung von Autos relativ häufig zum Einsatz. Da es sich um Vielfach-Messgeräte handelt, die mehrere Messgrößen und Messbereiche abdecken können, sind sie flexibel verwendbar. Sie können nicht nur zur Spannungsprüfung der Autobatterie, sondern auch zur Kontrolle der Lichtmaschine oder zur Feststellung eventueller Kabelbrüche in der Kfz-Elektronik genutzt werden. Multimeter sind in analoger und digitaler Ausführung erhältlich. Der Vorteil digitaler Multimeter besteht darin, dass sie dank LCD-Anzeige besser ablesbar sind und dadurch mehr Bedienkomfort bieten.

Frostschutzprüfer:

Frostschutzprüfer überprüfen die Konzentration des Frostschutzes im Kühlsystem. Dem Frostschutz kommt eine hohe Bedeutung zu, weil er die Kühlflüssigkeit bei niedrigen Außentemperaturen vor dem Gefrieren schützt. Die Kühlflüssigkeit wiederum schützt den Motor vor dem Heißlaufen. Wenn sie gefriert, kann sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen.

Bremsflüssigkeitstester: 

Da die Bremsflüssigkeit im Verlauf der Zeit Wasser aus der Luft aufnimmt, muss sie regelmäßig gewechselt werden. Das ist notwendig, weil sich ihre Eigenschaften verändern, wenn der Wassergehalt steigt, was wiederum die Bremswirkung beeinträchtigt. Um zu überprüfen, ob ein Wechsel der Bremsflüssigkeit nötig ist, bestimmen Bremsflüssigkeitstester deren Siedepunkt. Das ist insofern aufschlussreich, als der Siedepunkt mit zunehmendem Wassergehalt sinkt.

Sicherungstester: 

Sicherheitstester ermöglichen es, defekte Sicherungen im Fahrzeug ausfindig zu machen, indem sie den Durchlaufstrom im Sicherungsschmelzleiter prüfen. Oft handelt es sich um sehr einfach zu handhabende Geräte, die anhand einer LED anzeigen, ob die Sicherung intakt ist oder nicht. In manche Ausführungen ist gleich ein Sicherungszieher für einen einfacheren Austausch integriert. 

Zündzeitpistole: 

Mit einer Zündzeitpistole kann man den Zündzeitpunkt von Benzinmotoren prüfen und gegebenenfalls neu einstellen. Das ist von Bedeutung, weil ein falscher Zündzeitpunkt, das heißt sowohl Früh- als auch Spätzündungen Schäden am Motor zur Folge haben können.

Oszilloskop: 

Ein Oszilloskop dient der Überprüfung elektrischer Schaltkreise im Fahrzeug. Im Kfz-Bereich nutzt man im Regelfall Digital-Oszilloskope, die die Messwerte auf einem LC-Display darstellen.
 

Die Liste an Kfz-Mess- und Prüfgeräten ist damit noch lange nicht erschöpft. Stethoskope zur Feststellung abnormaler Geräusche kommen beispielsweise genauso zum Einsatz wie Endoskope, mit denen Leckagen aufgespürt und schwer zugängliche Bereiche im Motor inspiziert werden können.



OBD-Scanner: Kfz-Diagnosegeräte mit vielen Talenten

OBD-Scanner sind Diagnosegeräte und daher von klassischen Kfz-Mess- und Prüfgeräten zu unterscheiden. Um ihre Funktionsweise zu verstehen, muss man sich zunächst mit dem OBD-System an sich beschäftigen. OBD steht für On-Board-Diagnose und bezeichnet ein Überwachungssystem, das im Fahrzeug integriert ist.

Es ist in der Lage, eigenständig Fehler, Störungen oder Unregelmäßigkeiten zu detektieren. Die Ereignisse werden gespeichert und können später für eine Auswertung der Diagnose herangezogen werden. Das OBD-System (OBD-1) wurde in den USA entwickelt und 1988 erstmalig eingesetzt. Es hatte die Aufgabe, den Abgasausstoß zu kontrollieren, um vorgeschriebene Emissionsgrenzwerte einhalten zu können.

Als 1996 die Emissionsgrenzwerte für Fahrzeuge in den USA gesenkt wurden, musste das OBD-System darauf angepasst werden. So kam es zur Einführung von OBD II (auch: OBD-2). Der OBD-II-Standard war Vorbild für den 2001 in Europa eingeführten Standard EOBD (Europäische On-Board-Diagnose). 

Jeder seit 2001 (Benziner) beziehungsweise 2004 (Diesel) in Europa zugelassene Neuwagen ist mit einer USB-II-Schnittstelle ausgestattet. Darüber können die gesammelten Fehlermeldungen und Hinweise des Systems ausgelesen werden. Zu diesem Zweck braucht man Diagnosegeräte.

In der Regel handelt es sich bei dabei um universale Scan-Tools, auch OBD Scanner genannt. Sie können die Störmeldungen identifizieren und zuordnen. Das ist insofern wichtig, als die Fehlermeldungen in Form von Fehlercodes gespeichert und quasi erst entschlüsselt werden müssen. Die Diagnose-Fehlercodes werden auch als DTC-Codes (DTC = Diagnostic Trouble Code) bezeichnet. 

Hochwertige OBD-Scanner sind komplexe Diagnosegeräte, die die Größe eines Radios haben. Sie enthalten sozusagen eine DTC-Datenbank, mit deren Hilfe die Fehlercodes ausgelesen werden. Zu beachten ist, dass OBD-Scanner zunächst einmal nur alle generischen Fehlercodes abdecken. Herstellerspezifische Codes können nur mit herstellereigenen bzw. explizit dafür ausgewiesenen Diagnosegeräten ausgelesen werden.

Um einen OBD-Scanner mit dem Fahrzeug zu verbinden, wird er via Kabel an die OBD-II-Schnittstelle angeschlossen. Daraufhin liest er den Fehlerspeicher aus und zeigt alle aktuellen Fehlermeldungen auf einem Display an. Bei vielen Diagnosegeräten besteht zusätzlich die Option, Fahrzeuginformationen wie Abgaswerte abzurufen oder die Werkeinstellungen des Autos zu kontrollieren oder zu verändern.

Professionelle Scanner kommen mit einer zusätzlichen Software, die auf einem Computer installiert wird. Hierüber können weitergehende Analysen und Auswertungen durchgeführt werden. Teilweise ist es sogar möglich, elektronische Fehler via Software zu beheben.

Eine Alternative zu klassischen OBD-Scannern sind OBD-Adapter. Sie sind klein und handlich gebaut und werden in die OBD-II-Buchse gesteckt. Die Fehlermeldungen werden dann via USB-Kabel, WLAN bzw. Wi-Fi oder Bluetooth an ein mobiles Endgerät, beispielsweise das Smartphone oder Tablet, übertragen.

Bluetooth-Adapter eignen sich oft besser für Android-Geräte, umgekehrt sind WLAN-Ausführungen häufig die bessere Wahl für iOS-Anwender. Zur Anzeige und Auswertung der Daten benötigt man eine Software beziehungsweise App.



Wichtige Kaufkriterien für Messgeräte und OBD-Scanner

Beim Kauf eines Mess- oder Diagnosegeräts gilt es stets die Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen. Überlegen Sie, welche Messungen Sie durchführen wollen und wählen Sie ein dafür geeignetes Modell. Zu viele Funktionen können schnell überfordern.

Außerdem lohnt sich die Ausgabe nicht, wenn Sie am Ende nur einen Bruchteil des Funktionsumfangs tatsächlich brauchen. Achten Sie auf eine einfache und intuitive Handhabung. Sie müssen in der Lage sein, die Messwerte zu deuten und das Gerät richtig anzuwenden, andernfalls können Sie keine valide Diagnose stellen.

Wenn Sie die Anschaffung eines OBD-Scanners in Erwägung ziehen, sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem der Preis und der Funktionsumfang. Es gibt sehr günstige Ausführungen zwischen 10 und 35 Euro, die meist für Autos spezifischer Marken vorgesehen sind.

Mit teureren Scannern (100 bis 500 Euro) kann man üblicherweise mehrere Fahrzeugtypen und Autos unterschiedlicher Hersteller untersuchen, weil sie eine größere DTC-Datenbank zur Verfügung stellen. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass sich der Scanner für das Fahrzeugmodell eignet. Die exakte Modellbezeichnung eines Fahrzeugs finden Sie im Fahrzeugschein.

Für Laien sind günstige Adapter mit Bluetooth- oder WLAN-Funktion in der Regel vollkommen ausreichend. Man kann sich damit beispielsweise ein erstes Bild vom Zustand des Autos machen, bevor man es zur Werkstatt bringt. Profis sollten zu höherwertigen OBD-Diagnosegeräten greifen. Sie sind zwar oft etwas weniger einfach zu bedienen, bieten aber viele Möglichkeiten – insbesondere, wenn sie zusammen mit einer leistungsstarken Software kommen.



Unser Praxistipp: Auf Update-Möglichkeiten achten!

Entscheiden Sie sich für ein etwas teureres OBD-Diagnosegerät mit Software, sollten Sie darauf achten, dass der Hersteller dafür regelmäßige Updates anbietet. Andernfalls besteht das Risiko, dass Fehler von der Software nicht erkannt werden, wenn Sie das Diagnosegerät an einem neuen Fahrzeug verwenden.



FAQ – häufig gestellte Fragen zu OBD-Diagnosegeräten

Was sind die grundlegenden OBD2-Funktionen?

Zu den grundlegenden OBD2-Funktionen gehören die permanente Überwachung abgasrelevanter Komponenten, das Tracken und Melden von Emissionserhöhungen, das Sicherstellen niedriger Emissionen, der Schutz von Fahrzeugkomponenten sowie das Speichern und Auslesen sämtlicher Fehlerdaten über eine Schnittstelle. Es können auch zusätzliche Fahrzeuginformationen zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise die Temperatur des Kühlwassers, die Motordrehzahl oder der Treibstoffverbrauch. Das hängt aber vom zugrundeliegenden System ab.
 

Wo finde ich die OBD-II-Schnittstelle in meinem Auto?

Die OBD-II-Schnittstelle ist im Innenraum des Autos in der Nähe des Lenkrads zu finden und daher leicht zugänglich.
 

Was ist der Unterschied zwischen ODB-Adaptern mit Lesegerät und ODB-Adaptern mit App?

Ein ODB-Adapter allein ist noch nicht in der Lage, einen Fehlerspeicher auszulesen. Dazu braucht es ein integriertes Kfz-Fehlercode-Lesegerät oder eine Software beziehungsweise App. Ein Lesegerät liest den Speicher aus, zeigt den Fehler-Code an und gegebenenfalls auch, was sich dahinter verbirgt. ODB-Adapter, die via App funktionieren, werden zunächst über WLAN oder Bluetooth mit dem Smartphone oder Tablet verbunden. Die darauf installierte App liest dann den Fehlerspeicher aus. ODB-Apps können sehr umfangreich sein und geben oft nicht nur die Bedeutung der Fehlermeldung an, sondern benennen auch mögliche Ursachen oder weisen darauf hin, wenn das Auto lieber in eine Werkstatt gebracht werden sollte.

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