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Ratgeber

Pneumatikschläuche: Wichtiger Bestandteil der Druckluft-Technologie

Egal, ob es sich um den Maschinenbau, die chemische Industrie oder die Medizin- und Weltraumtechnik handelt, in zahlreichen Branchen sind pneumatische Antriebe zu finden. Ein wichtiger, wenngleich mitunter weniger beachteter Bestandteil im Bereich der Druckluft-Technologie ist der Pneumatikschlauch. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, welche Materialien für diese Schläuche verwendet werden und worin deren Besonderheiten bestehen.


Was ist Pneumatik?

Während bei der Hydraulik eine Flüssigkeit (meist Öl) als Arbeitsmedium dient, ist es bei der Pneumatik Druckluft. Die Anwendungsmöglichkeiten sind weit gefächert. So kann zum Beispiel mit einem Pneumatikzylinder eine mechanische Bewegung erzeugt werden. Druckluft wird aber auch beim Lackieren, beim Schalten von Ventilen und in vielen weiteren Bereichen verwendet.

Damit pneumatische Systeme überhaupt arbeiten können, muss zu Beginn Druckluft erzeugt werden. Dies geschieht mithilfe eines Kompressors, der die Umgebungsluft ansaugt und komprimiert. Danach ist eine Aufbereitung der Druckluft erforderlich, um Verschmutzungen herauszufiltern und gegebenenfalls feuchte Luft zu trocknen. Findet keine Aufbereitung statt, kann das Beschädigungen oder Leistungseinbußen der Geräte nach sich ziehen. Die erzeugte und aufbereitete Druckluft wird anschließend in ein Rohrleitungsnetz überführt, über das sie die mit Pneumatik betriebenen Geräte und Maschinen versorgt. Anstelle eines Rohrleitungsnetzes kann ein Druckluftschlauch vom Kompressor direkt zu einem Werkzeug, beispielsweise einem Schlagschrauber, geführt werden. Pneumatische Antriebe haben viele Vorteile: Sie sind verhältnismäßig günstig, robust und ermöglichen einen Betrieb in Bereichen mit hohen hygienischen Anforderungen. Der Betriebsdruck in einem pneumatischen System liegt oft bei 6 bar, es sind allerdings auch Drücke bis 40 bar möglich.


Aus welchem Material bestehen Pneumatikschläuche?

Ein Pneumatikschlauch ist ein stark beanspruchtes Bauteil, bei dem es auf hohe Qualität zu achten gilt. Die Funktionsfähigkeit einer kompletten Anlage kann letztlich von einem Meter Schlauch abhängen. Es kann durchaus einen Unterschied ausmachen, ob Sie einen Schlauch aus PVC oder aus Polyethylen verwenden. Häufig wird bei einem Pneumatikschlauch entweder Polyamid (PA), Polyurethan (PU oder PUN) oder Polytetrafluorethylen (PTFE) verwendet. Wie bereits erwähnt, sind aber auch Schläuche aus Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylen (PE) sowie diversen anderen Materialien erhältlich.

Im Folgenden werfen wir einen etwas genaueren Blick auf Schläuche aus PU, PA und PTFE:

Ein Pneumatikschlauch aus Polyurethan weist eine hohe Flexibilität aus. Durch die so realisierbaren engen Biegeradien, eignen sich Schläuche aus PU unter anderem für Anwendungen bei beengten Platzverhältnissen. Das Material kann in einem Temperaturbereich von -35 bis 60 °C eingesetzt werden. Wie viel bar Druck ein Polyurethan-Schlauch verträgt, ist von der Größe abhängig. Maximal sind bis zu 21 bar möglich. Ein aus Polyamid bestehender Schlauch ist besonders robust. PA ist allerdings relativ empfindlich, was das Knicken des Kunststoffschlauches betrifft, dementsprechend sollte der vorgegebene Biegeradius beim Verlegen nicht unterschritten werden. Pneumatikschläuche aus PA sind für einen Temperaturbereich von -50 bis zu 100 °C geeignet. Der Betriebsdruck kann je nach Größe bei bis zu 44 bar liegen.

Ein aus Polytetrafluorethylen gefertigter Schlauch kann mit einer guten chemischen Beständigkeit aufwarten und ist allgemein sehr robust. In der Farbe Natur sind diese Schläuche zudem lebensmittelecht, daher kann auch ein Einsatz in sensiblen Bereichen wie der Lebensmittelproduktion erfolgen. Ein großer Vorteil eines aus PTFE bestehenden Pneumatikschlauches ist die enorme Temperaturbeständigkeit von -200 bis 260 °C. Der mögliche Betriebsdruck ist von der Temperatur abhängig, bei der der Schlauch verwendet wird.


Was gibt es beim Kauf von Pneumatikschläuchen zu beachten?

Es hängt maßgeblich vom Einsatzgebiet und den vorherrschenden Temperaturen ab, welcher Pneumatikschlauch der richtige für Ihre Zwecke ist. Ebenfalls eine große Rolle spielt der Schlauch-Ø. Beim Durchmesser wird noch einmal zwischen Innen-Ø und Außen-Ø unterschieden. Achten Sie zudem darauf, dass der Kunststoffschlauch dem vorhandenen Betriebsdruck standhält und, falls nötig, gegenüber UV-Strahlung oder chemischen Belastungen ausreichend resistent ist. Pneumatikschläuche erhalten Sie entweder als Meterware oder individuell mit Anschlüssen und in der gewünschten Länge vorkonfektioniert.


Unser Praxistipp: Biegeradien beachten 

Achten Sie beim Verlegen auf die Biegeradien der Pneumatikschläuche, denn diese können je nach Material unterschiedlich ausfallen. Greifen Sie, wenn möglich, zu einem PU-Schlauch, wenn wenig Raum vorhanden ist und enge Biegeradien gefordert sind. Vermeiden Sie in einem solchen Fall die Verwendung eines Polyamidschlauches.


FAQ – häufig gestellte Fragen zu Pneumatikschläuchen

Was bedeutet bei einem Pneumatikschlauch der Typenschlüssel?

Nehmen wir als Beispiel PUN-6X1-BL: Dabei steht PUN für das Material, aus dem der Druckluftschlauch besteht, in diesem Fall wäre das Polyurethan. 6x1 gibt die Dimensionen des Schlauches an, also Außen-Ø mal Wandstärke. Das Kürzel BL steht für die Farbe des Druckluftschlauchs, in unserem Beispiel ist das die Farbe Blau. Der Typenschlüssel kann darüber hinaus weitere Angaben wie eine spezielle Zulassung (antistatisch, flammhemmend etc.) und Informationen zur Packungseinheit in Metern enthalten.