Wissenswertes zu Powerline

Kennen Sie das Problem? Sie möchten in Ihrem Haus ein WLAN-Netzwerk aufbauen, haben in einigen Zimmern aber keinen ausreichenden WLAN-Empfang. Um selbst unter schwierigen baulichen Bedingungen eine stabile Netzwerkverbindung zu ermöglichen, ist der Einsatz von Powerline-Adaptern eine praktische und zuverlässige Lösung. Alles, was Sie zum Thema Powerline wissen müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Powerline-Adapter im Überblick

Der große Vorteil von Powerline ist, dass Sie im Gegensatz zu einer konventionellen Ethernet-Verkabelung keine neuen Strippen im Haus verlegen müssen und stattdessen auf die in jedem Zimmer vorhandenen Stromkabel zurückgreifen können. Doch wie funktioniert das? Ein funktionsfähiges Powerline-Netz benötigt mindestens zwei Adapter. Dabei wandelt der Sender das digitale Datensignal in ein analoges Signal um und moduliert es hochfrequent auf die Stromleitung. Der Empfänger-Adapter wandelt das analoge Signal wieder in ein digitales um. Endgeräte können an Powerline-Adaptern entweder über integrierte Ethernet-Ports oder bei einigen Modellen über WLAN verbunden werden. Somit kann die Internetverbindung problemlos auch von Smartphones oder Tablets genutzt werden. Solche Powerline-WLAN-Adapter unterstützen aktuelle WLAN-Standards wie Wi-Fi 5 und machen einen zusätzlichen WLAN-Access-Point überflüssig. Die maximale Reichweite von Powerline-Produkten liegt, je nach Hersteller, zwischen 300 bis 500 Metern, was für die meisten Häuser und Wohnungen ausreichend ist.

Besonders praktisch ist, dass ein Powerline-Netzwerk bei Bedarf jederzeit um zusätzliche Geräte erweitert werden kann. Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie Powerlan in Kombination mit einem DSL-Anschluss oder an einem mit einer SIM-Karte ausgestatteten LTE-Router verwenden.

Viele Powerline-Adapter bieten zusätzlich einen Steckplatz für einen Schukostecker. Die Steckdose, in der der Adapter steckt, kann somit weiterhin genutzt werden. Viele Powerline-Produkte machen aus einer normalen Steckdose eine Smart-Steckdose, die eine Steuerung über intelligente Assistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant ermöglichen. Angeschlossene Geräte können dann beispielsweise bequem mit einer auf dem Smartphone installierten App vom Strom getrennt werden. Ebenfalls möglich ist eine automatische Abschaltung über eine integrierte Countdown-Funktion. Die Konfiguration von Powerline kann mittlerweile bei verschiedenen Herstellern bequem über eine auf dem Smartphone installierte App erfolgen. Die Anwendung zeigt dem Nutzer neben dem aktuellen Status aller im Netz befindlichen Adapter auch die aktuelle Übertragungsgeschwindigkeit und erlaubt ein komfortables Update der Firmware.

Wichtige Kriterien beim Kauf von Powerline-Produkten

Mittlerweile hält der Markt eine Vielzahl verschiedener Powerline-Lösungen bereit. Doch welche ist die richtige für mich? Um das passende Produkt zu finden, ist es wichtig, welchen Einsatzzweck Sie verfolgen. Wenn Sie nur ein wenig im Internet surfen und einige E-Mails verschicken, genügen in vielen Fällen günstige Powerline-Kits mit einer niedrigen Bandbreite. Möchten Sie dagegen Videos streamen oder Online-Gaming betreiben, sollten Sie Adapter mit einer Bandbreite von 1.200 Mbit/s oder höher wählen. Generell ist eine höhere Bandbreite beim Betrieb von Powerline durchaus vorteilhaft, um eventuell im Stromnetz auftretende Verluste besser aufzufangen.

Vermeiden Sie es, Geräte verschiedener Hersteller miteinander zu mischen, um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten. Häufig finden Sie im Handel sogenannte Starter-Kits, die zwei oder mehr Adapter in einem Set zu einem Vorteilspreis enthalten. 

Von besonderer Bedeutung beim Betrieb einer Powerline-Verbindung ist die Qualität der vorhandenen Stromleitungen. Sie sollten vor einem Kauf unbedingt prüfen, ob in Ihrem Haus moderne Leitungen verlegt sind. Je hochwertiger und kürzer die Stromleitung ist, desto besser das Ergebnis, das mit Powerline erreicht werden kann. Marode Leitungen wirken sich dagegen negativ auf Übertragungsqualität und Signalstärke aus. In einem solchen Fall sollten Sie besser zu einer Alternative wie WLAN greifen.

Überlegen Sie sich bereits vor dem Kauf, wie viele Geräte Sie an einem Powerline-Adapter anschließen möchten. Modelle mit mehreren Ethernet-Ports ersparen Ihnen den Kauf von zusätzlichen Netzwerkkomponenten. Greifen Sie zu einem WLAN-Powerline-Adapter, wenn Sie auch mit mobilen Endgeräten wie zum Beispiel Smartphones online gehen möchten. Ein praktischer Nebeneffekt ist, dass Sie sich dann auch die Anschaffung eines Access-Points sparen können. Wenn Sie im Smart-Home-Bereich bereits auf digitale Assistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant zurückgreifen, kann zudem ein Adapter-Set mit integrierter WLAN-Steckdose sinnvoll sein.

Beachten Sie, dass Sie nicht beliebig viele Adapter in einem Netzwerk betreiben können. Die maximale Anzahl von Powerline-Adaptern kann sich von Hersteller zu Hersteller deutlich unterscheiden. Die Firma TP-Link gibt zum Beispiel, je nach Modell, ein theoretisches Maximum zwischen 6 bis 254 Adaptern an.

Wenn Sie über eine moderne Stromverkabelung verfügen, sollten Sie auf Powerline-Modelle zurückgreifen, die dem Homeplug-AV2-Standard entsprechen. In neueren Gebäuden werden Stromkabel mit drei Adern (Phase, Neutral und Schutzleiter) verwendet, während in älteren Häusern noch Leitungen mit zwei Adern verlegt wurden. Mit einem AV2-kompatiblen Adapter können alle drei Adern zur Datenübertragung verwendet werden. Dabei identifizieren die Geräte selbstständig, welche Ader am besten zu Übertragung geeignet ist.

Unser Praxistipp: Powerline-Adapter nicht an Mehrfachsteckdosen betreiben

Mehrfachsteckdosen sind praktisch und in jedem Haushalt zu finden, für den Anschluss eines Powerline-Gerätes sind sie jedoch nicht geeignet. Steckdosenleisten besitzen einen eingebauten Störfilter, was auch sinnvoll ist. Allerdings filtert der besagte Filter auch Powerline-Signale, was zu drastischen Einbrüchen bei der Übertragungsrate führen kann. Im Idealfall sollten Sie auf Mehrfachstecker verzichten und den Adapter in eine normale Steckdose stecken. Es macht darüber hinaus durchaus Sinn, den Adapter so zu platzieren, dass Computer oder Smart-TVs, falls kein WLAN genutzt wird, auf möglichst kurzen Wegen mit einem Netzwerkkabel verbunden werden können.

FAQ – häufig gestellte Fragen zu Powerline-Adaptern

Wie wird ein Powerline-Netzwerk installiert?

Die Installation von Powerline-Adaptern ist ein Kinderspiel: Stecken Sie den ersten Adapter in eine Steckdose, die sich in der Nähe Ihres Routers befindet und stecken Sie die Stecker des Netzwerkkabels in die entsprechenden Buchsen. Danach können Sie alle Räume, von denen Sie auf das Netzwerk zugreifen möchten, mit Powerline-Adaptern ausstatten. Abschließend müssen Sie lediglich noch mit der Sync-Taste die verschiedenen Adapter miteinander verbinden. Danach können Sie das Powerline-Netz in Betrieb nehmen.

Ist Powerline sicher?

Moderne Powerline-Geräte verwenden eine 128-bit-AES-Verschlüsselung, um Ihren Datenverkehr zu schützen. Auch der Nachbar in der Wohnung nebenan kann nicht auf Ihre Internetverbindung zugreifen. Zwar verwendet er das gleiche Stromnetz, doch der Stromzähler dient hier als Schranke, welche die Datenpakete nicht passieren können. Powerline ist damit also genauso sicher wie ein konventionelles Netzwerk mit Ethernet-Kabeln oder eine WLAN-Verbindung.

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