Spiralkabel sind gewundene Kabel, die durch ihre besondere Wicklung dehnbarer sind. Das erhöht deren Flexibilität und ermöglicht eine höhere Bewegungsfreiheit mit dem angeschlossenen Gerät, ohne dass das Kabel selbst zu lang wird. So wird Kabelsalat vermieden.

Wissenswertes zu Spiralkabel

Aufbau von Spiralkabeln

Spiralkabel werden wie andere Kabel hergestellt und besitzen im Grunde denselben Aufbau. In einem zusätzlichen Arbeitsschritt werden die Kabel jedoch gewellt und gewickelt, wodurch sie ihr charakteristisches Aussehen und ihre besonderen Eigenschaften erhalten.

Sie bestehen aus stromführenden Kupferadern mit einer Isolierung, die diese umschließt und schützt. Die Adern und die Isolierung unterscheiden sich je nach Hersteller und Kabelvariante.

Ein Unterscheidungskriterium ist die Anzahl der Adern. Bei Conrad finden Sie Spiralkabel, die aus nur einer Ader bestehen sowie Varianten, die bis zu 10 einzelne Adern führen.

Jede Ader ist stets einzeln isoliert, somit sind alle Stränge vollständig voneinander getrennt.

Ebenso unterscheiden sich die Kabel bei der Abschirmung. Ungeschirmte Spiralleitungen sind zwar flexibler, weil ihnen eine Isolationsschicht fehlt, schützen aber nicht vor Interferenzen, die besonders bei Daten- oder Signalübertragung empfindlich stören. Eine Schirmung, meist eine dünne Folie in der Isolierung, eliminiert diese zum Großteil. Geschirmte Kabel sorgen so für fehlerfreie Datenübertragung auch in schwierigen Umgebungen.

Die äußere Isolation besteht entweder aus Polyvinylchlorid, bekannt als PVC, oder aus Polyurethan, kurz PUR genannt. PVC ist günstiger in der Herstellung, verliert allerdings seine Flexibilität und Rückstellkraft bei dauerhafter Belastung. PUR-Kabel kosten mehr, sind dafür deutlich robuster und langlebiger.

Wo werden Spiralkabel eingesetzt?

Spiralkabel zeichnen sich im Vergleich zu Kabeln ohne Windung mit höherer Flexibilität in sämtliche Richtungen aus, ohne dabei Schaden zu nehmen. Sie verursachen keinen Kabelsalat und können auf drei- bis vierfache Länge ausgezogen werden. Hochwertige Spiralkabel nehmen dann wieder ihre ursprüngliche Form an, ohne auszuleiern. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie das nahende Ende des Kabels spüren, Sie werden also nicht einfach plötzlich nicht mehr weiterkommen.

Haupteinsatzgebiet ist die Verbindung von kleinen Handgeräten mit dem Hauptgerät beziehungsweise der Stromversorgung. Ob als Kopfhörerkabel, am Lötkolben oder als USB-Verbindungskabel – sie lassen sich im Prinzip überall dort einsetzen, wo ein Kabel vonnöten ist. Ein Nachteil ist nur, dass sie etwas dicker sind und aufgewickelt zumindest in der Breite mehr Platz einnehmen. Dafür sind sie kürzer.

Auch in der Messtechnik, dem Maschinenbau, der Regeltechnik und weiteren Bereichen ergeben sich verschiedene Einsatzmöglichkeiten wegen ihrer höheren Flexibilität. So können mit geschirmten Spiralkabeln beispielsweise Messsonden mit dem Messgerät verbunden werden. Lötkolben und andere Feinwerkzeuge profitieren ebenso von der erhöhten Bewegungsfreiheit und erleichtern die Arbeit. Dasselbe gilt im Maschinenbau, wo etwa Roboterarme mit Anbindung per Spiralkabel arbeiten können, ohne dass sie hängen bleiben. Das Spiralkabel nimmt auch keinen Schaden, wenn es um enge Ecken und Kanten geführt wird.

Was ist beim Kauf eines Spiralkabels zu beachten?

Spiralleitungen sind normalen Stromkabeln sehr ähnlich und lassen sich an vielen verschiedenen Orten einsetzen. Daher sind sie in unterschiedlichen Spezifikationen erhältlich, die für das jeweilige Einsatzgebiete besonders geeignet sind.

Die Anzahl der benötigten Adern hängt von Ihrem Einsatzgebiet ab. Dasselbe Kabel ist meist in verschiedenen Konfigurationen mit einer unterschiedlichen Anzahl an Adern verfügbar.

Sehr wichtig ist der Querschnitt der Drähte. Je größer dieser ist, desto höher ist die maximale Stromstärke, die durch den Draht fließen darf. Ist die Stromstärke zu hoch, besteht Brandgefahr. Ebenso darf die Betriebsspitzenspannung nicht überschritten werden.

Sollen Daten übertragen werden, wie bei besonders sensiblen Anwendungen wie in der Steuerungs- und Messtechnik, lohnt es sich besonders, auf eine Abschirmung der Spiralleitung zu achten. Soll das Kabel nur Strom führen, ist es dagegen eher unwichtig, ob das Spiralkabel ungeschirmt ist.

Bei der Auswahl der Länge sollten Sie die Rückstellkraft des Spiralkabels beachten. Wird das Kabel gedehnt, müssen Sie Kraft aufwenden. Das maximale Dehnungsverhältnis gibt dabei zusätzliche Informationen, wie weit die Leitung über seine ursprüngliche Länge gestreckt werden kann, ohne Schaden zu nehmen.

Zuletzt muss das richtige Isolationsmaterial gewählt werden. PVC-Spiralkabel sind günstiger, verlieren aber bei dauerhafter Belastung schnell an Flexibilität. Sie eignen sich somit eher für einen Einsatz, bei dem sie wenig belastet werden, während die robusteren PUR-Kabel sich überall einsetzen lassen und über Zeit kaum abbauen.

Fazit

Spiralkabel können dort helfen, wo normale Kabel an ihre Grenzen stoßen. Sie lohnen sich, wenn ein Werkzeug angeschlossen werden soll, das ständig in Bewegung ist und maximal mögliche Flexibilität und Bewegungsfreiheit benötigt. Denn mit ihnen ist das Risiko, sich zu verheddern, geringer.

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