Wissenswertes zu Zeitschaltuhren

Zeitschaltuhren schalten elektronische Geräte zu festgelegten Zeitpunkten ein oder aus. Sie werden hauptsächlich zu Energiesparzwecken eingesetzt und ermöglichen es, wiederkehrende Prozesse zu automatisieren. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Zeitschaltuhren funktionieren, welche Ausführungen es gibt und was es beim Kauf zu beachten gilt.

Was sind Zeitschaltuhren?

Zeitschaltuhren dienen dazu, elektronische Kontakte zu einem bestimmten Zeitpunkt ein- oder auszuschalten, um den Betriebszustand von Geräten zu steuern. Zu diesem Zweck werden sie zwischen Verbraucher und Stromquelle geschaltet, also zwischen das zu steuernde Gerät und der Steckdose platziert oder auf eine Hutschiene im Stromkasten montiert. Die meisten Zeitschaltuhren sind mit einem Stecker zur Anbindung an das Stromnetz und mit einer eigenen Steckdose ausgestattet. In die Timer-Steckdose wird der Gerätestecker gesteckt. Die Schaltzeiten einer Zeitschaltuhr sind individuell konfigurierbar.

Die Anwendungsbereiche von Zeitschaltuhren sind vielfältig. Mit ihrer Hilfe lassen sich Haushaltsgeräte, Beleuchtungs-, Bewässerungs-, Belüftungs- und Heizsysteme, Rollläden und vieles mehr steuern. In erster Linie kommen sie für Stromsparzwecke zum Einsatz. Geräte im Stand-by-Modus beispielsweise verbrauchen unnötig Energie, daher ist es ratsam, sie bei Nichtgebrauch vollständig auszuschalten. Diese Aufgabe können Zeitschaltuhren übernehmen. Indem man festlegt, zu welchen Zeiten das Gerät in Betrieb ist, spart man Strom und in der Folge Energiekosten. Zwar ist es möglich, Elektrogeräte manuell auszuschalten, Zeitschaltuhren bieten in dieser Hinsicht jedoch schlichtweg mehr Komfort. Regelmäßig wiederkehrende Prozesse lassen sich mithilfe von Zeitschaltuhren automatisieren, was sich im Alltag als sehr praktisch erweist.

Mechanische vs. digitale Zeitschaltuhren

Zeitschaltuhren sind in mechanischer und digitaler Ausführung erhältlich. Sie werden auf jeweils unterschiedliche Weise eingestellt und zeichnen sich durch individuelle Vor- und Nachteile aus. Bei mechanischen Zeitschaltuhren (auch analoge Zeitschaltuhren genannt) handelt es sich meist um Tageszeitschaltuhren. Solche Exemplare sind mit einem Drehregler ausgestattet, auf dem 24 Abschnitte für die 24 Stunden eines Tages dargestellt sind. Jede Stunde ist wiederum in vier Abschnitte, also 15-Minuten-Intervalle unterteilt. Folglich können mechanische Tageszeitschaltuhren in einem viertelstündigen Rhythmus eingestellt werden. Für jede 15-Minuten-Einheit gibt es einen beweglichen Schieber. Um die Zeitschaltuhr zu konfigurieren, bringt man sie (durch Drehen des Rads) zunächst auf die aktuelle Uhrzeit. Dann werden die Schaltzeiten durch Herunterdrücken der einzelnen Schieber eingestellt. Für jeden Zeitpunkt, zu dem ein Stromfluss stattfinden soll, muss der entsprechende Schieber heruntergedrückt werden. Mechanische Zeitschaltuhren benötigen Strom, um betrieben werden zu können, allerdings ist der Energiebedarf sehr gering und kann über die Verbindung zur Steckdose gedeckt werden. Eine separate Batterie ist nicht erforderlich. Kurzzeitschaltuhren, die mit einem Federwerk ausgestattet sind und rein mechanisch funktionieren, verbrauchen gar keinen Strom.

Anders verhält es sich bei digitalen Zeitschaltuhren. Sie sind mit einem Mikrochip ausgestattet und benötigen für den Betrieb meistens eine Batterie oder werden über ein integriertes Netzteil mit Strom versorgt. Der Energiebedarf fällt generell höher aus als bei mechanischen Ausführungen. Digitale Zeitschaltuhren werden über Tasten bedient, sind mit einem Display ausgestattet und können auf die Minute genau eingestellt werden. Außerdem ist eine Programmierung verschiedener Zeiten für unterschiedliche Tagen möglich. Das bedeutet, dass digitale Zeitschaltuhren nicht nur als Tageszeit-, sondern auch als Wochenzeitschaltuhren fungieren können. Grundsätzlich bieten digitale Zeitschaltuhren mehrere Einstellungsmöglichkeiten und sind daher flexibler einsetzbar als mechanische Ausführungen, dafür sind letztere intuitiver zu bedienen und entsprechend einfacher zu handhaben. Nachteilig an mechanischen Zeitschaltuhren ist, dass sie Betriebsgeräusche erzeugen, die als störend wahrgenommen werden können. Das ist zu berücksichtigen, wenn sie in Ruhebereichen installiert werden sollen.

Unser Praxistipp: Zeitschaltuhren als Einbruchschutz verwenden

Zeitschaltuhren können dazu genutzt werden, potenzielle Einbrecher abzuschrecken, wenn man längere Zeit abwesend ist. Ein sogenanntes Urlaubsprogramm versetzt die Uhr in eine Art Zufallsmodus: Sie schaltet Fernseher, Lampen oder andere Elektrogeräte in unregelmäßigen Intervallen ein oder aus, wodurch der Eindruck entsteht, als sei jemand zu Hause. Eine solche Programmierung kann man theoretisch auch selbst vornehmen.

 

Kaufkriterien für Zeitschaltuhren – worauf kommt es an?

Beim Kauf einer Zeitschaltuhr spielt zunächst einmal der benötigte Schaltzyklus eine wesentliche Rolle. Wenn Sie die Uhr einsetzen möchten, um jeden Tag zu festen Zeiten beispielsweise die Rollläden hochzuziehen, sind Tageszeitschaltuhren vollkommen ausreichend. Besteht der Bedarf, abweichende Zeiten an unterschiedlichen Tagen einstellen zu können, sind Wochenzeitschaltuhren die bessere Wahl. 

Grundsätzlich lässt sich festhalten: Mechanische Zeitschaltuhren sind für einfache Anwendungen gut geeignet, wohingegen digitale Ausführungen anzuraten sind, wenn mehrere Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen sollen. Digitale Zeitschaltuhren verfügen meist über deutlich mehr Schaltprogramme und können sehr fein justiert werden. Je mehr Schaltungen erforderlich sind und je präziser die Zeitsteuerung erfolgen muss, desto höher sollte die Anzahl an Schaltprogrammen ausfallen.

Der Einsatzort ist ebenfalls ein relevantes Kriterium bei der Auswahl. Soll die Zeitschaltuhr beispielsweise in einem Schaltschrank eingesetzt werden, wählen Sie ein Modell, das für die Hutschienenmontage geeignet ist. Andernfalls greifen Sie zu Schaltuhren für die Steckdose. Diese sind allerdings häufig nur im Innenbereich verwendbar. Möchten Sie die Zeitschaltuhr im Außenbereich einsetzen (beispielsweise zur Steuerung der Gartenbeleuchtung), gilt es darauf zu achten, dass sie wenigstens mit der Schutzart IP44 ausgewiesen ist. IP44 kennzeichnet Geräte, die vor Staub und Spritzwasser geschützt sind. Zeitschaltuhren, deren Schutzart niedriger ist als IP44, sind nicht für Outdoor-Anwendungen geeignet.

Zusätzliche Features wie eine Display-Beleuchtung oder Astro-Funktion können sich ebenfalls als praktisch erweisen. Zeitschaltuhren mit Astro-Funktion berechnen den Zeitpunkt des Sonnenaufgangs und -untergangs, der sich mit den Jahreszeiten ändert, automatisch und passen die Schaltzyklen entsprechend an.

FAQ – häufig gestellte Fragen zu Zeitschaltuhren

Kann man überhaupt nennenswert Stromkosten sparen, wenn Zeitschaltuhren selbst Energie verbrauchen?

In der Regel, ja. Mechanische Zeitschaltuhren verbrauchen etwa 1 W/h, digitale Ausführungen ungefähr 2 W/h. Daraus ergeben sich 24 bis 48 W pro Tag. Multipliziert man den Wert mit 365, erhält man einen Jahresverbrauch von 8,76 beziehungsweise 17,52 kW. Legt man nun 29 Ct pro Kilowattstunde zugrunde, entspricht das circa 2,50 Euro beziehungsweise 5 Euro im Jahr. Diese Kosten amortisieren sich schnell, denn die Einsparungen sind meist deutlich höher. 

Bei welchen Geräten lohnt sich der Einsatz von Zeitschaltuhren?

Wer Strom sparen möchte, sollte Zeitschaltuhren grundsätzlich an Geräte anschließen, die viel Energie verbrauchen oder nur für eine begrenzte Zeit am Tag aktiv genutzt werden. Dazu zählen beispielsweise Modems, Switches, Router, Spielekonsolen, Fernseher, Videorekorder und Warmwasserboiler.

Gibt es Zeitschaltuhren, bei denen über Funk die Uhrzeit gestellt wird? 

Ja, es gibt DCF-gesteuerte Zeitschaltuhren. Sie erhalten die aktuelle Uhrzeit via Funk von einem Zeitzeichensender und stellen die Uhrzeit sekundengenau. Auch die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit und umgekehrt erfolgt automatisch.

 

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