Ratgeber

Zirkulationssteuerungen » Zirkulationspumpen richtig steuern

Besitzer eines Hauses nutzen eine Zirkulationspumpe, um beim Aufdrehen des Wasserhahns zeitnah auf Warmwasser zurückgreifen zu können. Damit die Pumpe nicht rund um die Uhr laufen muss, wird sie mit einer Zirkulationssteuerung versehen. Was diese Steuerung bewirkt, welche Arten es gibt und wie die Steuereinheit auch nachträglich installiert werden kann, erfahren Sie in unserem Ratgeber.



Was ist eine Zirkulationspumpe?

Es handelt sich um eine Umwälzpumpe, deren Aufgabe die Zirkulation des Warmwassers ist. Indem das Wasser in Bewegung gehalten wird, ist es zum einen schnell an der Entnahmestelle und zum anderen sinkt das Risiko für Verunreinigungen; etwa durch Legionellen, die sich im stehenden, kalten Wasser schneller vermehren.

Die Warmwasser-Zirkulationspumpe bewegt das Wasser innerhalb der Zirkulationsleitung. Dies ist eine Ringleitung, die Waschbecken, Dusche und alle weiteren Entnahmestellen mit dem Zirkulationskreis verbindet. Die Leitungen führen von den Zapfstellen zum Kaltwasseranschluss eines Wärmespeichers und vom Speicher über Warmwasserleitungen zurück zu den Abnahmestellen. Es entsteht ein in sich geschlossener Kreislauf.

Gut zu wissen:

Die Nutzung dieser Zirkulationsumpen und Leitungen sind bereits für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften sinnvoll, jedoch nicht verpflichtend. Nur größere Gebäude müssen die Installation vornehmen, wenn ihr Warmwasserspeicher mehr als 400 Liter fasst und Teilstücke der Warmwasserverteilung bei mehr als drei Litern liegen.



Was ist eine Zirkulationssteuerung?

Zirkulationsleitungen und Zirkulationspumpen sind zwar komfortabel, da sie schnell warmes Trinkwasser zur Verfügung stellen und die Keimlast reduzieren, doch bei einer permanenten Laufzeit wird viel Energie verbraucht und es entstehen entsprechende Kosten. Viele Haushalte entscheiden sich daher für die Installation einer Zirkulationssteuerung, um die Funktion der Pumpe nur dann zu nutzen, wenn warmes Wasser mit hoher Wahrscheinlichkeit benötigt wird.

Grundsätzlich gibt es zwei Wege, eine Steuerung ins System einzupflegen. Aufwändig und eher bei Neubauten im Einsatz sind Steuereinheiten, die direkt in die Pumpe integriert werden. Die Steuerung für warmes Wasser sitzt hierbei zwischen Pumpe und Stromnetz. Sehr praktisch sind in diesem Kontext intelligente Zirkulationspumpen, deren eingebaute Steuerung selbstlernend ist und über Algorithmen die Bedarfszeiten ermittelt.

Deutlich häufiger im Einsatz und selbst für Privatpersonen leicht nachrüstbar sind zusätzliche Geräte, die mit einem bestehenden System verbunden werden. Viele dieser Geräte verfügen über ein Display, sodass eingestellte Werte wie Temperatur oder Stunden des Betriebs sofort abgelesen werden können. Über LED-Leuchten können außerdem Einstellungen und Warnmeldungen angezeigt werden. Viele Geräte übernehmen sowohl die Steuerung des Heizens als auch die des Kühlens, indem entsprechende Signale an das Versorgungssystem weitergeleitet werden.



Wie funktioniert eine Zirkulationssteuerung?

Für eine bedarfsgerechte Zirkulation sind verschiedene Systeme im Einsatz. Ihre Funktionsweise zu kennen, ist für die Kaufentscheidung wichtig. Diese werden im folgenden Abschnitt genauer vorgestellt:

Zeitschaltuhr als Steuereinheit (analog und digital)

Sie wird am häufigsten verwendet, denn die Zeitschaltuhr kann mit wenigen Handgriffen auch von Laien in Betrieb genommen werden. Die einfachen Analogmodelle sind prinzipiell nutzbar, bieten allerdings wenig Einstellmöglichkeiten.

Sie sind eine günstige Wahl, wenn ein Zeitfenster in der Nacht eingestellt werden soll, in welchem die Zirkulation ausgesetzt wird. Praktischer sind digitale Zeitschaltuhren mit größerem Funktionsumfang.

Wird beispielsweise aufgrund einer Reise für Tage oder Wochen kein Warmwasser entnommen, kann die Pumpe für diesen Zeitrahmen komplett deaktiviert werden und dank Zeitschaltuhr kurz vor der Heimkehr wieder in Betrieb gehen.

Viele nutzen zusätzlich ein Wochenprogramm mit festen Zeiten für die Arbeitstage und Wochenendstunden.


Einfacher Temperaturfühler als Steuereinheit

Geht es weniger um feste Zeiten, zu denen die Zirkulation gewünscht oder ungewünscht ist, kommen Zirkulationssteuerungen mit einem Sensor für die Temperatur (Temperaturfühler) infrage. Eine Sensoreinheit wird mit wenigen Handgriffen nahe dem Speicheraustritt dauerhaft mit dem Wasser in Kontakt gebracht und kann so die Wassertemperatur erfassen. Steigt diese am Austrittspunkt, besteht offenbar der Bedarf für Warmwasser und die Pumpe wird aktiviert. Ergänzend kann ein zweiter Sensor vor die Zirkulationsleitung gesetzt werden, um die Pumpe immer so zu aktivieren, dass Vor- und Rücklauftemperaturen auf einem Level sind. Diese Funktionen arbeiten unabhängig von einer festgelegten Zeit.

Praktisch: Viele Steuereinheiten mit Temperaturfühler verfügen zusätzlich über das Feature, gewünschte Zeitschalten einzustellen und sind daher automatisch auch eine Zeitschaltuhr. Sie sind damit das Beste aus beiden Welten.


2-Kanal-Temperaturschalter als Steuereinheit

Diese Geräte arbeiten ebenfalls mit Temperaturfühlern, sind jedoch Multifunktionstalente.

Sie verfügen über zwei Kanäle: Kanal 1 steht für Thermometer und Thermoschalter bereit, während Kanal 1 und 2 für einen Temperaturdifferenzregler und die Zirkulationspumpensteuerung genutzt werden können.

Auf diese Weise entstehen sieben Betriebsarten samt Alarmfunktion.



Welche Merkmale spielen für Temperaturfühler eine Rolle?

Wer sich für eine Zirkulationssteuerung mit Temperatursensoren entscheidet, muss auf zwei Punkte achten: die Kompatibilität der Fühler mit der Steuereinheit und den Temperaturbereich.

Kompatibilität

Für eine schnelle Montage ohne direkten Eingriff in die Wasserleitung müssen die Steuerung und die Sensoren zusammenpassen. Oft werden die Elemente ohnehin im Paket erworben, sodass die Kompatibilität garantiert ist. Sollten Fühler jedoch einmal nachgekauft werden, müssen die Anschlüsse korrekt sein. Das Kabel ist im Regelfall auf einer Seite mit einem RJ45-Stecker versehen, um mit der Steuereinheit verbunden zu werden. Der Sensor wiederum ist meist in Kunststoff gegossen, da er nicht in aggressive Flüssigkeiten, sondern in warmes Wasser getaucht wird.

Temperaturbereich

Für die Temperaturen gibt es Grenzwerte, die je nach Modell unterschiedlich ausfallen. Manche Fühler arbeiten nur bis zu einer Maximaltemperatur von 50 oder 70 Grad Celsius, andere können 120 oder bis zu 850 Grad Celsius erfassen. Bei der Mindesttemperatur variiert die Spanne ebenfalls und reicht von -99 Grad Celsius bis hinauf zum Gefrierpunkt. Im Zweifelsfall sollte ein möglichst großes Temperaturfenster gewählt werden, um die Sensoren nicht an ihre Limits zu bringen. Wichtig ist zudem, in welchen Schritten die Temperaturen erfasst werden. Gute Sensoren arbeiten in 0,1-Grad-Schritten.