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Ratgeber

Drohnen für Kinder -  geeignetes Spielzeug oder nicht?

Kinder sind schnell für eine Sache zu begeistern. Besonders dann, wenn das Objekt ihrer Begierde cool aussieht, fliegt und mit einem Joystick-Controller gesteuert werden kann. 

Deshalb scheinen Einsteiger Drohnen geradezu ideal als Spielzeug für Kinder geeignet zu sein. Hinzu kommt, dass RC Drohnen, teilweise sogar mit Kamera, zu einem äußerst attraktiven Preis angeboten werden. Mit einer Einsteiger RC Drohne als Geschenk machen Eltern, Großeltern oder Verwandte also bestimmt nichts verkehrt. 

Damit das fliegende Geschenk aber auch wirklich Freude bereitet, müssen bei der Auswahl des richtigen Modells einige wichtige Punkte beachtet werden. Wir sagen Ihnen, worauf es ankommt und was Sie wissen sollten.



Wann ist eine Einsteiger-Drohne eine Spielzeugdrohne?

Welche Gegenstände als Spielzeug deklariert und verkauft werden dürfen, ist in der Europäischen Union genau definiert. In der dazugehörigen EU-Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG ist unter Artikel 2, Absatz 1 folgender Geltungsbereich zu finden:

Die Richtlinie gilt für Produkte, die – ausschließlich oder nicht ausschließlich – dazu bestimmt oder gestaltet sind, von Kindern unter 14 Jahren zum Spielen verwendet zu werden.“

Entsprechend der EU-Spielzeugrichtlinie müssen die Hersteller genau definierte Vorgaben erfüllen. Erst wenn ein Produkt bestimmte Leistungsmerkmale im Bereich Sicherheit und Material aufweist, darf es als Spielzeug verkauft werden.

Um die umfangreichen Auflagen der Spielzeugrichtlinie nicht im vollen Umfang erfüllen zu müssen, klassifizieren die Hersteller ihre Produkte einfach für anwendende Personen ab 14 Jahren

Demzufolge kann sehr leicht erkannt werden, ob es sich bei einem Produkt um für Kinder geeignetes Spielzeug handelt. Es muss lediglich das empfohlene Mindestalter beachtet werden. Gibt der Hersteller einen Wert unter 14 Jahren an, handelt es sich um Spielzeug.



Ab welchem Alter können Kinder Drohnen fliegen?

Diese Frage lässt sich leider nicht konkret beantworten. Denn hier spielen die persönliche Entwicklung des Kindes im Bereich der visuomotorischen Fähigkeiten und die Feinmotorik eine wichtige Rolle. 

Erst wenn die Auge-Hand-Koordination ausreichend entwickelt ist, hat ein Kind überhaupt die erforderliche Voraussetzung, eine Fernsteuerung zu bedienen. Aber auch die Feinmotorik sollte schon recht weit entwickelt sein. Schließlich sollen die Steuerelemente am Sender gefühlvoll und nur soweit wie notwendig ausgelenkt werden. 

Erfahrungsgemäß sind diese Fähigkeiten bei Kindern ab 8 Jahren weit genug ausgeprägt. Dann können durch die gezielte Bedienung der Fernsteuerung die Auge-Hand-Koordinationsfähigkeiten noch deutlich verbessert werden.



Welche Drohnen sind für Kinder geeignet?

Bei der Auswahl einer geeigneten Drohne sollte immer auf das vom Hersteller angegebene Mindestalter geachtet werden. Entsprechende Hinweise finden sich auf der Verpackung, bei der Produktbeschreibung oder in der Bedienungsanleitung. Liegt dies unter 14 Jahren, erfüllt das Produkt wichtige Sicherheitsmerkmale von Spielzeug. Zum Beispiel lässt sich das Batteriefach nicht ohne Werkzeug öffnen und das Produkt hat keine scharfen Kanten oder Ecken, an dem das Kind sich verletzen könnte. Da sich aber unter Umständen kleine Teile der Drohnen lösen können, besteht die Gefahr, dass Kleinkinder die losen Bauteile verschlucken. Deshalb ist der Einsatz für Kinder unter drei Jahre meist ausgeschlossen.

Wenn es sich bei der Drohnen aber nicht um Spielzeug handelt, sollten vor dem Kauf einige wichtige Leistungsmerkmale genau geprüft werden:

Größe der Drohne

Drohnen für Kinder sollten vorzugsweise im Innenbereich eingesetzt werden. Dadurch spielen witterungsbedingte Einflüsse wie Wind, Regen und Dunkelheit keine Rolle. 

Um aber in einem Zimmer fliegen zu können, sollte die Drohne klein und kompakt sein, damit der zur Verfügung stehende Raum ausreichend ist.


Gewicht der Drohne

Je leichter die Drohne ist, desto geringere Kräfte treten auf, wenn das fliegende Objekt in der Luft an Gegenstände stößt und unkontrolliert zum Boden fällt. 

In der Regel überstehen die Mini Drohnen solche Malheure schadlos und können gleich wieder starten. 

Zudem ist der Energiebedarf einer leichten Drohne entsprechend gering.


Propellerabdeckung  

Die Propeller, die im Flug für Auftrieb sorgen, stellen ein hohes Verletzungsrisiko dar. 

Deshalb sollten die Propeller durch einen Schutzring oder Käfig gut geschützt sein.

Im Falle einer Kollision werden dadurch Personen und Gegenstände, aber auch die Propeller selber optimal geschützt.


Kindgerechte Fernbedienung

Die Fernsteuerung darf nicht zu groß sein und muss sich von Kinderhänden leicht greifen lassen. 

Die Bedienteile sollten robust ausgeführt sein, da Kinder im Spieleifer oft das erforderliche Feingefühl vermissen lassen.


Gute Flugeigenschaften

Eine kindgerechte Drohne sollte sehr eigenstabil fliegen und muss auf der Stelle schweben, wenn sie vom Sender keinen Flugbefehl in eine bestimmte Richtung bekommt. 

Das klingt im ersten Moment recht einfach, ist aber mit hohem technischen Aufwand verbunden.

Unser Praxistipp: Aufpassen und informieren

Auch wenn eine Drohne alle bereits erwähnten Leistungsmerkmale aufweist, sollten Eltern ihre Kinder beim Einsatz der Drohne stets mit im Blickfeld haben. So lassen sich bereits im Vorfeld verschiedene Situationen mit einem erhöhtem Gefahrenpotential leicht erkennen und vermeiden. Zudem sollten die verantwortlichen Personen auch über die rechtlichen Bestimmungen und die versicherungstechnischen Vorgaben, die den Betrieb einer Drohne betreffen, unbedingt informiert sein. 



Rechtliche Bestimmungen im Überblick

Kleine, leichte und auch preiswerte Drohnen werden oft als Spielzeug angesehen. Allerdings gibt es aus der Sicht des Gesetzgebers, sowie im Bereich der Produktsicherheit deutliche Differenzierungen.

Spielzeugdrohnen, die der Spielzeugrichtlinie entsprechen und bei denen das Nutzungsalter unter 14 Jahren liegt, sind von einigen Auflagen, wie zum Beispiel Mindestalter oder Betreiber-Registrierung, befreit. Anders sieht es bei Drohnen aus, die nicht der Spielzeugrichtlinie entsprechen. Diese unterliegen wie alle anderen Drohnen und Copter auch der EU-Drohnenverordnung. Allerdings nur dann, wenn die Drohnen im Außenbereich betrieben werden.

Da Drohnen für Kinder in der Regel leichter als 250 g sind, haben wir für diese Gewichtsklasse eine kleine Übersichtstabelle mit den wichtigsten Punkten zusammengestellt.

Einsatzvoraussetzungen für Drohnen unter 250 g

Betreiberpflichten Spielzeug-Drohnen  Mini Drohnen (Indoor) Mini Drohnen (Outdoor)
Mindestalter Kein Mindestalter (meist nicht unter 3 Jahren) Ab 14 Jahren* (laut Herstellerangabe) Ab 16 Jahren* (laut EU-Drohnenverordnung)
Betreiberkompetenz Bedienungs- und Sicherheitshinweise kennen Bedienungsanleitung mit Sicherheitshinweisen lesen Bedienungsanleitung mit Sicherheitshinweisen lesen
Maximale Flughöhe Abhängig von der Raumhöhe/Outdoor 120 m Abhängig von der Raumhöhe 120 m
Betreiber-Registrierung** Nicht erforderlich (auch nicht bei Drohnen mit Kamera) Nicht erforderlich Nur erforderlich, wenn die Drohne eine Kamera hat
Haftpflichtversicherung Erforderlich Erforderlich Erforderlich

*Wenn eine Aufsichtsperson mit dem erforderlichen Mindestalter und der notwendigen Fachkenntnis den Einsatz der Drohne beaufsichtigt, kann diese auch von Kindern mit einem Alter unter 14 bzw. 16 Jahren betrieben werden.  

**Die Registrierung des Drohnenbetreibers kann bei Bedarf online beim Luftfahrtbundesamt durchgeführt werden. Die anschließend zugeteilte eiD-Nummer muss an der Drohne angebracht werden.



Ohne Drohnen-Versicherung geht es nicht

Es ist unerheblich, ob es sich bei der Mini Drohne um ein Spielzeug handelt oder nicht. In beiden Fällen muss eine Haftpflichtversicherung bestehen, die eventuell auftretende Fremdschäden abdeckt. Denn auch bei kleinen und leichten Drohnen kann durch die Verkettung von unglücklichen Umständen ein großer Schaden entstehen. 

Dabei sollte sich aber nicht unbedingt auf die bestehende Haftpflichtversicherung verlassen werden. Denn nicht alle Versicherungen decken den Betrieb von motorgetriebenen Modellen automatisch mit ab. Manche Versicherer bieten die Möglichkeit, den bestehenden Vertrag zu erweitern, damit auch der Betrieb von ferngesteuerten Modellen mit abgedeckt ist.   

Im Zweifelsfall sollte unbedingt der zuständige Ansprechpartner bei der Versicherung kontaktiert werden.   

Falls eine Erweiterung des Versicherungsschutzes nicht möglich sein sollte, kann beim Deutschen Modellfliegerverband eine geeignete Versicherung abgeschlossen werden.



Häufig gestellte Fragen zu Mini Drohnen

Was ist der Unterschied zwischen Drohne und Quadrocopter?

Der Begriff Quadrocopter beschreibt ein Fluggerät, das mit vier Propellern ausgerüstet ist und wie ein Helikopter starten und landen kann. Als die ersten Fluggeräte mit dieser Bauart auf den Markt kamen, wurden sie auch als Quadrocopter bezeichnet. Wenn jedoch mehr als vier Propeller vorhanden sind, handelt es sich nicht mehr um einen Quadrocopter. Anstelle von Quadrocopter wurden dann je nach Anzahl der Propeller Namen wie Hexacopter oder Octocopter verwendet. Allerdings konnten sich diese Bezeichnungen nicht wirklich durchsetzen. So wird statt Quadrocopter oder Copter eben einfach Drohne gesagt. Auch wenn der Quadrocopter für Kinder geeignet ist. 

Wie viele Minuten Flugzeit erreicht ein RC Quadrocopter?

Fünf oder sechs Minuten Flugzeit bei einem RC-Quadrocopter klingen im ersten Moment recht kurz. Doch das ist ein Zeitraum, in denen sich die Kinder richtig konzentrieren müssen. Wird die Konzentrationsgrenze überschritten, schleichen sich sehr schnell Fehler beim Steuern ein. Deshalb ist es von Vorteil, dass die Flugzeiten nicht übertrieben lange sind. Die Kinder können sich erholen, während der RC Quadrocopter wieder geladen wird.


Ist eine Kamera Drohne mit App-Steuerung für Kinder geeignet?

Für kleine Kinder definitiv nicht. Eine Fun-Drohne ohne Kamera und mit kindgerechter Fernsteuerung wäre da sicher die bessere Lösung. Wenn das Kind aber bereits ein Smartphone besitzt und damit umgehen kann, ist eine Kamera Drohne mit HD-Kamera schon eher geeignet. Dabei sollte aber beachtet werden, dass beim Einsatz einer Mini-Drohne im Außenbereich aufgrund der Kamera eine Registrierung des Betreibers erforderlich ist. Wenn es sich jedoch um eine Spielzeug-Drohne mit Kamera handelt, ist eine Registrierung nicht erforderlich.
 

Kann man mit einer günstigen Drohne auch draußen fliegen?

Eine kleine Drohne mit geringem Gewicht ist natürlich auch windempfindlich. Deshalb sollten kleine und leichte Drohnen draußen nur bei Windstille geflogen werden. Zudem haben die Fernbedienungen sehr oft eine begrenzte Reichweite, die im Außeneinsatz leicht überschritten werden kann. Die maximal zulässige Flughöhe ist in jedem Fall auf 120 m begrenzt.


Dürfen Kinder den Akku der Mini Drohne selber laden?

Einen Akku mit dem Ladegerät oder dem Ladekabel zu verbinden, ist an und für sich recht einfach. Das schaffen die meisten Kinder ohne große Probleme. Aber der Ladevorgang des Akkus muss auch kontinuierlich überwacht werden, damit im Falle einer Störung der Akku schnell vom Ladegerät getrennt werden kann. Da Kinder das nicht unbedingt sicherstellen, ist es nicht empfehlenswert, dass Kinder unbeaufsichtigt Akkus laden. 


Was ist der Headless-Modus bei einem Mini Quadrocopter?

Wenn der schwebende Mini Quadrocopter mit dem Heck zum Kind an der Fernsteuerung ausgerichtet ist, wird das Modell aus Sicht des Kindes nach links fliegen, wenn am Sender nach links gesteuert wird. Wenn der Quadrocopter aber mit der Vorderseite zum Kind mit der Fernsteuerung ausgerichtet ist, wird der Quadrocopter aus Sicht des Kindes nach rechts fliegen, wenn das Kind nach links steuert. Im Headless-Modus wird die Mini Drohne aus der Sicht des Kindes immer nach links fliegen, wenn das Kind nach links steuert. Egal in welche Richtung die Vorderseite des ferngesteuerten Copters ausgerichtet ist.

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