Ratgeber
Ob Pommes Frites, Fried Chicken, Frühlingsrollen oder Süßspeisen wie Churros – Frittiertes kommt bei vielen Menschen gut an. Das Bad in heißem Fett oder Öl macht diese Speisen erst so unwiderstehlich. Das liegt zum einen daran, dass Fett ein Geschmacksträger ist. Zum anderen spielt es eine wichtige Rolle dabei, Teig, Panade und Co. knusprig zu machen. Der große Haken: Gesund ist klassisch frittiertes Essen nicht unbedingt. Im Detail kommt es darauf an, was für ein Fett beziehungsweise Öl Sie verwenden und wie viele gesättigte sowie ungesättigte Fettsäuren es enthält. Allerdings ändert das wenig daran, dass frittiertes Essen im Regelfall viele Kalorien enthält. Eine Alternative zu herkömmlichen Fritteusen sind Heißluftfritteusen, auch Airfryer genannt, die sich zunehmend großer Beliebtheit erfreuen. Die Küchengeräte ermöglichen es, Lebensmittel schnell und effizient zu frittieren, ohne dass dafür so viel Fett nötig ist wie bei normalen Fritteusen. Wie der Name schon andeutet, beruht das Funktionsprinzip auf zirkulierender heißer Luft, die die Speisen gart und für eine knusprige Hülle sorgt. Heißluftfritteusen finden sich in vielen Privathaushalten, werden aber auch gewerblich genutzt. Mittlerweile gibt es ein großes Angebot von Herstellern wie Philips, Ninja und Tefal, die ihre Produkte mitunter als "gesunde Fritteusen" bezeichnen. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie Heißluftfritteusen funktionieren, welche Vorteile sie bieten, wie Sie sie am besten reinigen und worauf Sie beim Kauf Wert legen sollten.
Die Bezeichnung Heißluftfritteuse ist eigentlich irreführend, denn streng genommen handelt es sich gar nicht um eine Fritteuse. Kernmerkmal des Frittierens ist es nämlich, dass Lebensmittel in heißem Fett oder Öl ausgebacken werden. Dadurch bildet sich eine Kruste und es entstehen Röstaromen. In einem Airfryer kommt jedoch kein heißes Fett oder Öl zum Einsatz. Stattdessen wird das Essen mithilfe von heißer Luft erhitzt und gegart. Eine Heißluftfritteuse ist deshalb eher als eine Art Umluftbackofen zu betrachten. Allerdings bringt sie eine höhere Wärmeleistung auf, wodurch sie einen ähnlichen Effekt erzielt wie eine normale Fritteuse.
Eine Heißluftfritteuse ist mit einem Heizelement und einem Gebläse ausgestattet. Das Heizelement erhitzt Luft, die durch das Gebläse im Innenraum verteilt und umgewälzt wird, wie in einem Umluftbackofen. Allerdings ist eine Heißluftfritteuse schneller vorgeheizt, da der Garraum deutlich kleiner ist. Der Ventilator dreht sich mit hoher Geschwindigkeit und erzeugt dadurch einen schnellen Luftstrom. Trifft dieser auf die Oberfläche der Lebensmittel, verlieren diese an Feuchtigkeit und werden von außen knusprig, während das Innere gleichmäßig gegart wird.
Heißluftfritteusen, wie sie Ninja, Tefal, Philips und viele andere Hersteller anbieten, haben einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Fritteusen. Ein wesentlicher Aspekt ist, dass kein oder nur wenig Fett oder Öl notwendig ist, um Speisen zuzubereiten. Dadurch ist es möglich, mit einer Heißluftfritteuse gesünderes und kalorienärmeres Essen herzustellen als mit einer herkömmlichen Fritteuse.
Airfryer sind darüber hinaus einfacher zu reinigen und zu pflegen. Außerdem müssen Sie nicht nach jeder Nutzung das gebrauchte Fett oder Öl entsorgen, zumal Frittierfett und Speiseöl nicht in den Abfluss gekippt werden dürfen und auch nicht in den Biomüll gehören. Lediglich die Entsorgung im Restmüll ist erlaubt, sofern Sie das Fett sorgfältig verpacken. Größere Mengen an Frittieröl müssen auf den Recyclinghof gebracht werden.
Obendrein sparen Sie mit Heißluftfritteusen langfristig Geld. Selbst wenn Sie sich ein Gerät kaufen, das teurer ist als eine normale Fritteuse, gleicht sich das auf lange Sicht aus. Da Sie kein oder nur wenig Fett und Öl verbrauchen, entstehen Ihnen keine großen Kosten für die Anschaffung – und Luft ist nun einmal gratis.
Heißluftfritteusen gibt es in mehrerlei Größen. Meistens wird zwischen L, XL und XXL unterschieden. Je größer das Fassungsvermögen, desto mehr Essen können Sie in einem Durchgang zubereiten. In L-Heißluftfritteusen passen 0,6 bis 1 Kilogramm an Lebensmitteln, in XL-Modelle 1 bis 1,3 Kilogramm und in XXL-Geräte 1,4 bis 3 Kilogramm.
Manche Heißluftfritteusen haben einen Deckel, unter dem sich die Garfläche befindet, andere sind mit einer oder zwei Schubladen ausgestattet. Fritteusen mit zwei Schubladen bieten den Vorteil, dass Sie zwei verschiedene Speisen parallel zubereiten können – und zwar bei jeweils unterschiedlichen Temperatur- und Zeiteinstellungen. Oftmals werden diese Geräte mit der Bezeichnung "Dual Zone" beworben. Eine Sonderform stellen Dampf-Heißluftfritteusen dar. Sie verfügen über einen Behälter, der mit Wasser befüllt wird. Das Wasser wird während des Frittierens zu Wasserdampf erhitzt, der dann beim Garprozess mitwirkt. Wenn Sie nach Heißluftfritteusen suchen, werden Sie auch auf Heißluftfritteusen-Öfen stoßen. Dabei handelt es sich im Grunde genommen um Mini-Backöfen mit Tür, Sichtfenster und mehreren Einschüben für Backblech und Grillrost. Sie sind kleiner als herkömmliche Backöfen, nehmen aber mehr Platz als Heißluftfritteusen ein.
Des Weiteren gibt es Multifunktions-Heißluftfritteusen. Damit können Sie nicht nur fettfrei frittieren, backen, braten und dörren, sondern auch dämpfen, sautieren und grillen. Zudem eignen sie sich zum Vakuumgaren (Sous-vide) und für die Herstellung von Joghurt. Im Regelfall stehen mehrere Programme für die Zubereitungsarten zur Auswahl.
Es gibt viele Bereiche, in denen Heißluftfritteusen gewerblich genutzt werden:
Kantinen und Betriebsrestaurants
Kantinen und Betriebsrestaurants sparen mit Heißluftfritteusen bares Geld, da ihnen keine Kosten durch Nachschub an Fett und Öl entstehen. Zudem können sie mehr Zielgruppen gerecht werden. Viele Menschen achten auf ihre Ernährung und möchten gesund und fettarm essen. Mit einer Heißluftfritteuse können Anbieter dem Wunsch entsprechen.
Event-Catering und Großveranstaltungen
Für Catering-Unternehmen sind Heißluftfritteusen vor allem wegen ihrer Vielseitigkeit interessant, da sich damit sowohl herzhafte als auch süße Speisen zubereiten lassen. Kompakte Geräte sind zudem leicht zu transportieren. Geht es um den Service bei einer Großveranstaltung, erweisen sich größere Fritteusen mit mehreren Programmen als praktisch.
Hotelküchen und Gastronomiebetriebe
Auch Hotels, Restaurants und Gastronomiebetriebe haben ein breites Spektrum an Zielgruppen zu bedienen. Heißluftfrittseusen sind aufgrund ihrer vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten ein echter Zugewinn im Küchenrepertoire.
Eine Heißluftfritteuse sollte nach jeder Nutzung gereinigt werden. Lassen Sie dazu das Gerät abkühlen, um Verbrennungen zu vermeiden, und trennen SIe es vom Strom. Herausnehmbare Teile, zum Beispiel der Frittierkorb oder die Schubladen, sind meist spülmaschinenfest und können mit dem übrigen Geschirr in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden. Sollte das nicht möglich sein, weichen Sie sie in warmem, mit Spülmittel versetztem Wasser ein. So lassen sich Speisereste besser lösen. Alles Übrige entfernen Sie mit einem weichen Schwamm oder einer Bürste.
Das (erkaltete) Heizelement und den Innenraum der Heißluftfritteuse wischen Sie mit einem feuchten Tuch ab. Für hartnäckigen Schmutz nutzen Sie eine Bürste mit weichen Borsten.
Reinigen Sie auch die Außenseite mit einem feuchten Tuch. Verzichten Sie auf scheuernde Reinigungsmittel, um Kratzer zu vermeiden.
Wichtig: Lassen Sie nach der Reinigung alle Teile trocknen, bevor Sie die Heißluftfritteuse wieder zusammenbauen und in Betrieb nehmen. So vermeiden Sie Schäden.
Wenn Sie sich eine Heißluftfritteuse kaufen möchten, die Ihren Anforderungen bestmöglich entspricht, sollten Sie auf folgende Faktoren achten:
Funktionen und Ausstattung
Was muss Ihre Heißluftfritteuse können? Legen Sie Wert auf Vielseitigkeit, empfiehlt sich eine Multifunktions-Heißluftfritteuse. Möchten Sie damit dämpfen, ist ein Modell mit Wasserbehälter erforderlich. Ein praktisches Extra, das manche Heißluftfritteusen bieten, ist ein Rührarm. Er wendet die Speisen während des Garens automatisch, so dass alles gleichmäßig erhitzt und knusprig wird. Ein Heißluftfritteusen-Ofen mit Sichtfenster ist für den größeren Bedarf ausgelegt und ermöglicht es, den Garzustand im Blick zu behalten. Eine präzise Temperatursteuerung ist wichtig, um Speisen auf den Punkt zuzubereiten.
Leistung und Kapazität
Je mehr Leistung in Watt eine Heißluftfritteuse bietet, desto schneller heizt sie auf. Allerdings geht das mit einem höheren Stromverbrauch einher. Das Fassungsvermögen muss auf den individuellen Bedarf abgestimmt sein. Für eine größere Varianz auf der Speisekarte kann es sich lohnen, zu einer Heißluftfritteuse mit zwei Schubladen zu greifen. Hierin können zwei unterschiedliche Gerichte in einem Durchgang zubereitet werden.
Materialqualität
Heißluftfritteusen sollten innen wie außen aus einem hochwertigen Material bestehen. Bewährt hat sich in dem Zusammenhang Edelstahl. Er ist robust, rostfrei und beständig gegenüber hohen Temperaturen. Gute Fritteusen sind zudem mit einer Antihaftbeschichtung versehen, dank der sich Speisen leichter lösen lassen. Hier sollten Sie darauf achten, dass die Beschichtung bpa-frei ist, also kein Bisphenol A enthält.
Sicherheit
Eine Heißluftfritteuse sollte einen zuverlässigen Überhitzungsschutz bieten und sich automatisch abschalten, sobald das Frittierprogramm beendet ist oder Sie den Frittierkorb herausnehmen. Rutschfeste Füße sorgen für einen stabilen Stand. Ein Cool-Touch-Gehäuse ermöglicht ein sicheres Arbeiten in der Küche, da es sich nicht aufheizt und problemlos angefasst werden kann.
Reinigung und Wartung
Für eine möglichst unkomplizierte Reinigung sollte eine Heißluftfritteuse über herausnehmbare, spülmaschinenfeste Einzelteile verfügen. Prüfen Sie, ob der Hersteller Ersatzteile bietet, um im Fall eines Defekts nicht in der Situation zu sein, die Fritteuse nicht mehr nutzen zu können.
Energieeffizienz und Betriebskosten
Wie für alle elektronischen Geräte gilt auch für Heißluftfritteusen: Achten Sie auf die Energieeffizienz. Es nützt nichts, wenn ein Gerät viel Strom verbraucht, die Leistung aber nicht umgewandelt wird. Prüfen Sie daher die Energieeffizienzklasse und greifen Sie zu einem Modell, das mindestens der Kategorie B entspricht.
Ein nützliches Feature von Heißluftfritteusen ist eine Warmhaltefunktion. Sie dient dem Warmhalten zubereiteter Speisen. Somit müssen Sie das Essen nicht unmittelbar nach der Zubereitung servieren, weil es sonst kalt wird. Das ist gerade im hektischen Gastrobetrieb ein großes Plus. Zu lange sollten Sie das Essen aber auch nicht warmhalten, da die Maschine dabei weiterhin Strom verbraucht.
Kann ich auch tiefgefrorene Lebensmittel in der Heißluft-Fritteuse zubereiten?
Ja, Heißluft-Fritteusen sind sogar sehr gut dazu geeignet, tiefgefrorene Lebensmittel zuzubereiten – seien es Pommes Frites, Chicken Nuggets oder andere TK-Ware.
Gibt es Lebensmittel, die ich nicht in einer Heißluft-Fritteuse zubereiten sollte?
Ungeeignet für die Zubereitung in einer Heißluft-Fritteuse sind flüssige Speisen, sehr fettige Lebensmittel wie Bacon, Käse ohne Panade und Gemüse mit sehr hohem Wassergehalt, zum Beispiel Gurken, Tomaten oder Zucchini.