Wissenswertes über Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz

Der Überspannungsschutz an Steckdosenleisten schützt empfindliche Geräte wie beispielsweise Computer, wenn Sie an einer Steckdose des Mehrfachverteilers angeschlossen sind. In der Regel handelt es sich bei dem integrierten Überspannungsschutz der Steckdosenleiste um einen Feinschutz des Typs 3, früher Klasse D, für kurzzeitige Überspannungen im Niederstrombereich.

Hinweis: Damit dieser externe Geräteschutz bei einem Blitzeinschlag funktioniert, müssen Grobschutz-, Mittelschutz- und Feinschutz-Maßnahmen in der sonstigen Gebäudeelektronik funktionieren, was mittlerweile auch bei Privathaushalten und kleinen Gewerberäumen Pflicht ist.

Was bedeutet Überspannungsschutz?

Überspannungsschutz bezeichnet den Schutz gegen zu hohe elektrische Spannungen. Überspannungen entstehen durch elektrostatische Entladungen, durch Einkopplungen aus anderen Leitungen oder durch Blitzschlag. Auch Schaltvorgänge können Überspannungen erzeugen.

Empfindliche elektronische Geräte nehmen Schaden, wenn sie zu hoher Spannung ausgesetzt werden, denn sie sind meist nur für die normale Netzspannung von 230 V ausgelegt. Die Hauptursache von Schäden durch Überspannung sind Blitze. Schlägt der Blitz in ein elektrisches System beispielsweise über eine Außenantenne ein, überträgt sich sein Strom auf die umliegenden elektrischen Leitungen. Dabei entstehen Leiterschleifen, die im Umkreis von circa 200 Metern zu erhöhten elektrischen Spannungen führen. Die unzulässige Erhöhung der Spannung führt zu Schäden an elektronischen Komponenten und an Elektro-Geräten, wenn kein Blitzschutz in der Hausspeisung und der hausinternen Verteilung installiert ist.

Die Schutzmaßnahmen gegen Überspannung bei Blitzeinschlag werden in drei Stufen eingeteilt:

  • Grobschutz: Der Grobschutz wirkt gegen den direkten Blitzstrom. Er leitet den Energiegehalt ab und sorgt dafür, dass nur eine Restspannung kleiner als 6.000 V, bei neueren Systemen unter 1.300 Volt, erhalten bleibt.
  • Mittelschutz: Der Mittelschutz befindet sich im Gebäude, meist in den Etagenverteilern. Er begrenzt die Überspannung weiter, sodass maximal 600 bis 2.000 V übrigbleiben.
  • Feinschutz: Der Feinschutz schützt Steckdosen und daran anschließende Leitungen, wie beispielsweise die Netzkabel angeschlossener Geräte. Der Feinschutz bewirkt, dass die Restspannung auf 230 bis 250 Volt begrenzt bleibt. Der Feinschutz kann sowohl in ein Gerät eingebaut sein als auch als externe Komponente nachgerüstet werden.

Bei Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz handelt es sich um einen externen Feinschutz für elektrische Geräte. Sie werden als zusätzliche Sicherung zum gebäudeübergreifenden Überspannungsschutzkonzept mit Grob-, Mittel- und Feinschutz-Einrichtungen verwendet.

Wann lohnt sich die Anschaffung einer Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz?

Eigentlich sollten alle Geräte mit CE-Kennzeichnung über ausreichenden integrierten Schutz gegen Überspannung verfügen. Manchmal jedoch scheint die zusätzliche Absicherung eine sinnvolle Option. Durch den Anschluss an eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz erhalten Geräte einen zusätzlichen Schutz gegen erhöhte elektrische Spannung.

Bei besonders teuren elektrischen Geräten, Bauteilen und Anlagen ist der Überspannungsschutz lohnenswert, denn die Schäden, die bei einem Überspannungsereignis entstehen könnten, überwiegen die Mehrkosten der Investition in eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz deutlich. Zu diesen Geräten zählen beispielsweise Computer, Laptops, Tablets, HiFi-Anlagen und teure Netzwerktechnik.

Geschützt werden sollten sowohl Stromversorgungsleitungen wie Netzkabel von Geräten als auch Datenkabel. Glasfasern hingegen kann Überspannung nichts anhaben.

Die Abwägung, ob eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz Sinn ergibt, hängt vom Wert und der Empfindlichkeit der Geräte ab, die Sie anschließen.

  • Da in der Regel mehrere Geräte an den Steckdosen-Verteiler angesteckt werden, kommen schnell hohe Summen zusammen, sollten alle gleichzeitig durch einen Blitzeinschlag oder andere Ursachen für Überspannungen zerstört werden.
  • Manchmal allerdings sind defekte elektronische Komponenten heutzutage mit weniger Geld zu ersetzen als dass sich der Aufwand eines zusätzlichen Überspannungsschutzes finanziell rechnet.

Welche Geräte und Stecker können angeschlossen werden?

Die Steckdosenleiste wird als Verteiler an die originale Steckdose zur Stromversorgung angesteckt. Sie fungiert als Verteiler für die Stromversorgung und bietet Steckplätze für mehrere Geräte.

Bei den Geräte-Steckdosen handelt es sich um Schuko-Steckdosen, also Schutzkontakt-Steckdosen. In diese können Eurostecker, Stecker Typ F oder Stecker Typ C als Gerätestecker eingesteckt werden.

Einige Steckdosenleisten bieten darüber hinaus weitere Anschlussmöglichkeiten für Lade- und Datenkabel wie beispielsweise:

  • USB-Ladebuchsen
  • DVB-C/ Koax-Kabel
  • ISDN und Netzwerkgeräte mit RJ 45-Stecker
  • Telefon/ Fax mit RJ 11-Stecker

Abbildung: Überspannungsschutz-Steckdosenleiste mit sechs Schuko-Kupplungen und zweimal USB-Anschluss

Abbildung: Steckdosenleiste mit Schutzkontakt-Steckdosen und Koax-DVB-C-Anschlüssen

Speziell für Computer-Arbeitsplätze geeignet sind Master-Slave-Steckdosenverteiler. Dabei handelt es sich um Mehrfachsteckdosen, bei denen die Master-Steckdose den anderen Steckplätzen (Slaves) übergeordnet ist. Die Slave-Steckdosen werden nur dann mit Strom versorgt, wenn das Gerät an der Master-Steckdose in Betrieb ist. In der Praxis wird der Computer an die Master-Steckdose angeschlossen, die Slave-Steckdosen eignen sich für seine Peripheriegeräte wie beispielsweise Bildschirme, Drucker, Lautsprecher und andere.

Das gibt es bei der Auswahl von Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz zu beachten

In den technischen Daten der Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz finden Sie den Ableitstrom in Kilowatt als entscheidendes Merkmal für den zusätzlichen Schutz, den ein solcher Stromverteiler bietet. Umso höher der maximale Ableitstrom, umso mehr Schutz bietet die Steckdose bei einem Überspannungsereignis – umso besser sind also die angeschlossenen Geräte im Ernstfall abgesichert.

Unser Tipp: Bei einigen Modellen finden Sie Angaben über den maximalen Versicherungsschutz. Diesen Wert sollten alle angeschlossenen Geräte zusammen nicht übersteigen, damit Sie über die Haftung der Steckdosenleisten-Hersteller neuwertigen Ersatz einfordern können. Voraussetzung für diese eventuelle Herstellerhaftung ist natürlich, dass tatsächlich eine Fehlfunktion der Steckdosenleiste ursächlich für Ihre Schäden ist und nicht etwa eine Unterdimension des Ableitstrom für Ihren Anwendungsfall, eine Überbelegung oder einen Defekt in der umgebenden Elektroinstallation.

Die Anzahl und Art der Steckplätze sind das zweite, wichtige Auswahlkriterium. Die Steckdosenleiste sollte mindestens so viele Steckplätze haben, wie Sie Geräte anschließen wollen. Wollen Sie nicht nur elektrische Geräte mit Schuko-Netzstecker anschließen, sondern beispielsweise auch USB-Charger für das Laden von Smartphones, Tablets und ähnlichen, achten Sie bei der Auswahl auf Anschlussmöglichkeiten für weitere Steckertypen.

Einige Reserve-Steckplätze sind immer praktisch. Falls später neue Geräte hinzukommen, sind Sie mit einer ausreichenden Anzahl an Reserve-Steckplätzen gut ausgestattet und müssen dafür keinen größeren Verteiler anschaffen.

Unser Praxistipp:

Der Überspannungsschutz der Steckdosenleisten ist auf die Anzahl der Steckplätze abgestimmt. Das heißt, Sie sollten keine Unterverteiler zur Erweiterung der Steckplätze anstecken, denn dann wäre der Überspannungsschutz überlastet und entsprechend hinfällig. Es darf immer nur ein Gerät pro Steckplatz angeschlossen sein, damit der Überspannungsschutz der Steckdosenleiste funktioniert.

Für die Positionierung des Steckdosenverteilers im Raum, ist die Kabellänge am Steckdosenverteiler entscheidend. Das Anschlusskabel sollte lang genug sein, um von der Steckdose zur Stromversorgung des gesamten Verteilers bis zum gewünschten Aufstellort des Unterverteilers zu reichen. Die Mehrfachsteckdosen-Verteiler mit Überspannungsschutz in unserem Shop weisen Kabellängen zwischen 1 Meter und 4,50 Meter auf.

Steckdosenleisten mit Kinderschutz erhöhen die Sicherheit zusätzlich. Beim Kinderschutz handelt es sich um eine Abdeckung der elektrischen Kontakte, wenn ein Steckplatz nicht in Gebrauch ist.

Beim Strom sparen helfen Steckdosenleisten mit Schalter. Über den Schalter kann die Stromversorgung für den gesamten Verteiler ein- oder ausgeschaltet werden.

Etwas teurer, aber nützlich, wenn Sie meist nur bestimmte Geräte benötigen und selten alle gleichzeitig sind Steckdosenverteiler, bei denen jeder Steckplatz einzeln schaltbar ist.

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