Ratgeber
Gartensteckdosen ermöglichen eine Stromversorgung im Garten und in anderen Außenbereichen. Mit ihrer Hilfe können Elektrogeräte im Freien betrieben werden, die ansonsten umständlich über Verlängerungskabel an eine Haushaltssteckdose angeschlossen werden müssten.
Welche Varianten von Außensteckdosen es gibt und welche Kriterien bei der Kaufentscheidung wichtig sind, lesen Sie in unserem Ratgeber.
Nicht nur im Haus, sondern auch im Außenbereich ist Strom vonnöten, um elektrische Geräte zu betreiben – seien es Rasenmäher, Hochdruckreiniger, Sägen oder andere Elektrowerkzeuge. Werden sie nicht über Akkus oder Batterien mit elektrischer Energie versorgt, müssen sie per Kabel an eine Stromquelle angeschlossen werden. Statt eine Kabeltrommel zu nutzen, um die Strecke vom Einsatzort bis zur Steckdose im Haus oder in der Werkstatt zu überbrücken, ist es viel praktischer, wenn eine Gartensteckdose zur Verfügung steht, die Strom im Außenbereich bereitstellt.
Gartensteckdosen sind speziell für die Nutzung im Garten beziehungsweise Freien konstruiert. Das bedeutet, dass sie mindestens mit der Schutzart IP44 ausgewiesen und mit einem Deckel versehen sind. Dadurch sind sie vor eindringender Feuchtigkeit und Fremdkörpern geschützt sind, so dass ihnen Regen, Schnee und Schmutz nichts anhaben können. Außensteckdosen eignen sich nicht nur hervorragend zur Stromversorgung von elektrischen Gartengeräten. Veranstalten Sie etwa ein Fest, können Sie auch einen Elektrogrill, Lautsprecher oder Beleuchtung daran anschließen. Sind die Outdoor-Steckdosen als Steckdosenleisten realisiert, ist ein Anschluss mehrerer Geräte möglich.
Gartensteckdosen sind in vielerlei Ausführungen erhältlich. Es gibt Modelle mit fest integriertem oder separatem Anschlusskabel sowie verschiedene Bauweisen, die sich jeweils für spezifische Einsatzgebiete eignen.
Erdspießgartensteckdosen
Gartensteckdosen mit Erdspieß ermöglichen eine einfache Installation und Deinstallation. Sie werden mithilfe des Spießes in den Boden gesteckt und lassen sich schnell wieder herausziehen und bei Bedarf versetzen. Zu diesem Zweck sind viele Ausführungen sind mit einem Griff am Gehäuse ausgestattet.
Steckdosensäulen
Steckdosensäulen sind senkrecht stehende Verteiler. Sie werden auf Bodenplatten befestigt und aufgestellt oder im Boden verankert. Oft bestehen die Steckdosengehäuse aus Metall oder Kunststoff und sind sehr robust. Im Normalfall bieten Steckdosensäulen mehrere Anschlüsse und sind mindestens als 2-fach, eher als 3-fach oder 4-fach-Steckdosen ausgeführt. Manche haben eine zusätzliche Beleuchtung.
Bodeneinbausteckdose
Bodeneinbausteckdosen sind etwas aufwendiger zu montieren, dafür aber eine sehr diskrete und ästhetische Lösung. Sie schließen bündig mit dem Boden ab und werden bei Nichtbenutzung mit einer Kunststoff- oder Metallklappe abgedeckt. Üblicherweise sind Bodensteckdosen trittsicher und somit begehbar.
Steckdosenleisten
Wie für Innenbereiche gibt es für Außenbereiche Steckdosenleisten, die mehrere Stromanschlüsse bereitstellen. So gibt es neben 2-fach-Steckdosen beispielsweise 4-fach, 6-fach oder 8-fach-Steckdosen. Sie haben im Regelfall ein fest installiertes Anschlusskabel. Da es nicht gegen ein längeres oder kürzeres Kabel ausgetauscht werden kann, ist es besonders wichtig, auf eine die richtige Kabellänge zu achten.
Wenn Sie Flexibilität schätzen oder die Gartensteckdose perspektivisch eher selten nutzen, greifen Sie zu einem Modell, das nicht fest montiert wird. Empfehlenswert ist beispielsweise eine Steckdose mit Erdspieß. Sie lässt sich jederzeit versetzen oder entfernen, wenn sie nicht gebraucht wird. Ist jedoch eine dauerhafte Stromzufuhr im Außenbereich nötig, eignet sich eine fest installierte Gartensteckdose besser, sei es in Form einer Steckdosensäule, einer Wandsteckdose oder einer Bodeneinbausteckdose.
Damit eine Gartensteckdose Strom bereitstellen kann, muss sie mit dem Stromnetz (230V Spannungsnetz) verbunden werden. Normalerweise geschieht das über Erdkabel, die im Boden verlegt werden. Das ist zwar mit Aufwand verbunden, aber gerade für fest installierte Außensteckdosen ideal, da die Verbindungskabel keine dauerhaften Stolperfallen darstellen und im Erdreich beispielsweise vor UV-Strahlen geschützt sind. Grundsätzlich ist zu überlegen, ob es eine Gartensteckdose mit fest montiertem oder separatem Anschlusskabel sein soll. Bei Ersterem ist wichtig zu beachten, dass die Länge des Kabels für die Distanz bis zum Anschluss ans Stromnetz ausreicht. Anderenfalls muss man sich mit einem Verlängerungskabel behelfen.
Ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium ist die maximale Schaltleistung in Watt. Sie beschreibt, wie hoch die elektrische Last durch angeschlossene Verbraucher maximal ausfallen darf und muss ausreichend bemessen sein, um alle Geräte sicher daran betreiben zu können. Wird die maximale Schaltleistung überschritten, kann es zu Defekten und Brandentstehung kommen. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich, den Verbrauch der Geräte vorab zu ermitteln und zu prüfen, ob die Steckdose die nötige Gesamtleistung bereitstellen kann.
Gartensteckdosen, die regelmäßig in Gebrauch und daher dauerhaft ans Stromnetz angeschlossen sind, verfügen idealerweise über einen Schalter, mit sich die Stromversorgung bedarfsweise an- und ausschalten lässt. Das verhindert, dass die angeschlossenen Geräte beispielsweise im Standby-Modus Strom ziehen. Des Weiteren ist bei der Auswahl einer Gartensteckdose auf die Anzahl der Stromanschlüsse zu achten. Wenn mehrere Geräte zeitgleich mit Strom versorgt werden müssen, ist es praktischer, eine Mehrfachsteckdose (2-fach, 3-fach, 4-fach etc.) zu verwenden als mehrere einzelne – es sei denn, die Geräte sind zu weit voneinander entfernt.
Gartensteckdosen haben in der Regel entweder ein Kunststoff-, Edelstahl- oder Aluminiumgehäuse. Gerade beim Gebrauch im Freien ist es von Bedeutung, dass das Material robust und wetterfest ist, um den Umgebungsbedingungen standzuhalten. Achten Sie auf die IP-Schutzart. Eine Außensteckdose sollte mindestens die Schutzart IP44 haben. Damit ist sie gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab einem Millimeter, gegen Berührungen mit einem Draht und gegen allseitiges Spritzwasser geschützt. Abhängig von den Anforderungen am Installationsort kann auch eine höhere Schutzart als IP44 nötig sein.
Neben technischen und sicherheitsrelevanten Kriterien spielt das Design eine Rolle. Gartensteckdosen in Steinoptik lassen sich beispielsweise auf stilvolle Art und Weise im Garten oder Außenbereich integrieren. Relativ verbreitet sind zudem Steckdosensäulen in Schwarz und Grau. Sie wirken moderner als Modelle in Steinoptik, fügen sich aber ebenfalls diskret in den Außenbereich ein.
Zusatzfunktionen wie eine integrierte Zeitschaltuhr sind bei der Auswahl einer Gartensteckdose ebenso zu berücksichtigen. Eine Zeitschaltuhr dient dazu, die Stromversorgung zu bestimmten Tageszeiten ein- oder auszuschalten. Das hilft dabei, den Stromverbrauch zu kontrollieren. Darüber hinaus sind manche Gartensteckdosen bauseits mit einer Beleuchtung und einem Bewegungsmelder ausgestattet. Sobald jemand in den Erfassungsbereich des Bewegungsmelders tritt, schaltet sich die Leuchte automatisch ein. So ist für Sicherheit im Dunkeln gesorgt. Gut zu wissen: Es besteht auch die Möglichkeit, Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren nachzurüsten und zwischen Steckdose und Verbraucher zu stecken.
Viel Komfort bei der Handhabung bieten Steckdosen, die per Fernbedienung steuerbar sind. Alternativ gibt es Modelle, die sich per WLAN oder Bluetooth mit dem Smartphone verbinden lassen, um darüber ein- und ausgeschaltet zu werden.
Ist das Anschlusskabel einer Gartensteckdose zu kurz, so dass ein Verlängerungskabel zur Hilfe genommen werden muss, sorgen Steckerboxen für eine sichere Steckverbindung. Die Kabel werden im Inneren der Box so fixiert, dass ein Trennen der Stecker verhindert wird. Zusätzlich schützt das Gehäuse die Anschlüsse vor Schmutz, Feuchtigkeit und Beschädigung. Steckerboxen gibt es in verschiedenen Ausführungen, unter anderem für Schutzkontaktstecker und Winkelstecker. Neben Steckerboxen zum sicheren Verbinden von Anschluss- und Verlängerungskabeln sind Verteilerboxen erhältlich, die dem Schutz von Steckdosenleisten dienen. Die Kabel werden in dem Fall durch Perforationen im Gehäude geführt.
Was ist eine Energiesäule?
Energiesäule ist eine andere Bezeichnung für Steckdosensäule, wobei der Begriff häufiger im industriellen Kontext verwendet wird. Es handelt sich um eine senkrecht stehende, fest installierte Steckdosenleiste, die mehrere Anschlüsse bietet (mindestens 2-fach, eher 3-fach, 4-fach oder mehr).
Wie installiere ich eine Gartensteckdose?
Gartensteckdosen mit Erdspieß und Anschlusskabel sind sehr einfach zu installieren. Sie stecken sie an der gewünschten Stelle in den Boden und schließen das Kabel an eine Steckdose im oder am Haus an. Bei Gartensteckdosen wie Steckdosensäulen und Bodeneinbausteckdosen, die für den dauerhaften Gebrauch vorgesehen sind, fällt die Installation aufwendiger aus, da sie fest verankert und zusätzlich Erdkabel im Boden verlegt werden müssen. Im Fall einer Wandsteckdose wird das Kabel entweder durch die Wand geführt oder man verlegt das Kabel außen entlang zum nächsten Stromanschluss. Hier empfiehlt sich ein Kabelkanal zum Schutz.
Sind Außensteckdosen der Schutzart IP44 überall im Freien einsetzbar?
Steckdosen mit der Schutzart IP44 sind für den Einsatz im Freien geeignet, solange sie vor direktem Wasserstrahl und starken Regenfällen geschützt sind. Sie bieten Schutz vor allseitigem Spritzwasser, sind jedoch nicht vollständig wasserdicht.
Kann eine Steckdose mit IP44 in staubigen Umgebungen eingesetzt werden?
Eine Steckdose mit IP44 bietet keinen speziellen Schutz gegen Staub, nur gegen feste Fremdkörper größer als 1 mm. Für staubige Umgebungen ist eine höhere Schutzart wie IP54 oder IP65 besser geeignet.
Warum ist Edelstahl ein gutes Material für Gartensteckdosen?
Edelstahl ist robust, witterungsbeständig und rostfrei. Dadurch ist er gut für den dauerhaften Einsatz im Freien geeignet. Zudem zeichnet sich Edelstahl durch eine hochwertige Optik aus.